Die Buchempfehlung: „Shortest Way Home“ (Pete Buttigieg)

„Shortest Way Home“ erschien in der deutschen Übersetzung im Ullstein Verlag und ist im Handel für 24,00€ erhältlich.

Für einen kurzen Moment sah es nach einem Generationswechsel in der demokratischen Partei aus. Im Februar diesen Jahres gewann der erst 38-jährige Pete Buttigieg die erste Vorwahl in Iowa. Mit einem erfrischenden Wahlkampfstil verwies der ehemalige Bürgermeister seine ärgsten Rivalen, alle nahezu doppelt so alt wie Buttigieg, auf die Plätze. Der 2020er Wahlkampf als Revival des Aufstiegs von Barack Obama im Jahr 2008?

Nicht ganz. Im Gegensatz zu Obama konnte Buttigieg seine Wählerschaft nie ausbauen. Insbesondere Minderheiten wandten sich anderen Kandidaten zu. Folgerichtig beendete Buttigieg noch vor dem Super Tuesday seine Kandidatur. Seitdem unterstützt er die Kampagne von Joe Biden. Buttigiegs aktive politische Karriere dürfte jedoch nur eine Auszeit nehmen.

Denn zu eindrucksvoll ist dessen bisheriger Lebensweg. In „Shortest Way Home“ nimmt Buttigieg seine Leserschaft auf eine Reise durch seine Vereinigten Staaten von Amerika, seinen Erfahrungen und Herausforderungen. Als homosexueller gläubiger Katholik, Harvard-Absolvent, Afghanistan-Veteran in Form eines Offiziers des Marinegeheimdienstes und Bürgermeister von South Bend, einer Stadt im krisengeschüttelten Rust Belt, hat Buttigieg viel zu berichten.

Die 464 Seiten starke deutsche Ausgabe, die im Ullstein Verlag erschien (für Informationen des Verlags klick hier), ist keine gewöhnliche politische Biographie. Es ist vielmehr ein rasanter Streifzug durch das Amerika der 2000er Jahre. Ein weiterer Vergleich mit Barack Obama, der im Jahr 2004 mit „Ein amerikanischer Traum. Die Geschichte meiner Familie“ mit einer bemerkenswerten Biographie aufwartete, ist nur folgerichtig.

Die offizielle Buchbeschreibung

Pete Buttigieg schaffte im Kleinen, was Amerika im Großen guttun würde. Er hat gezeigt, wie ein modernes Amerika gelingen kann. Unter seiner Führung hat das im Rostgürtel der USA gelegene South Bend zu alter wirtschaftlicher Stärke zurückgefunden. Seither gilt der 37-jährige „Mayor Pete“ als Hoffnungsträger der US-amerikanischen Demokratie. Er bewarb sich um die US-Präsidentschaft und steht für eine neue Generation demokratischer Führung.

Als Afghanistan-Veteran und Bürgermeister einer kleinen, aufstrebenden Stadt gilt er als Gegenentwurf zur politischen Klasse, die den Kontakt zur Basis verloren hat. In seinem Buch erzählt er vom Aufwachsen zwischen verfallenen Industriegebäuden, von der Bedeutung der Bildung und seinem Coming-out in einer konservativ geprägten Region. Buttigieg studierte in Harvard und Oxford und arbeitete als Berater bei McKinsey. Ihm stand eine glänzende Karriere in der Wirtschaft bevor, aber er kehrte in seine Heimatstadt zurück und wurde mit 29 Jahren zum jüngsten Bürgermeister der US-Geschichte gewählt. Die Anforderungen waren gewaltig. Er schuf zahlreiche neue Arbeitsplätze und wappnete South Bend für die Herausforderungen des 21. Jahrhunderts. Er gilt als Hoffnungsträger der amerikanischen Demokratie.

Die Buchempfehlung: „Diese Wahrheiten. Eine Geschichte der Vereinigten Staaten von Amerika“ (Jill Lepore)

Im Jahr 2020 wird in den Vereinigten Staaten von Amerika einmal mehr Geschichte geschrieben. Nach dem Freispruch von Präsident Donald Trump im Amtsenthebungsverfahren entscheiden nun die Bürger an der Wahlurne über die politische Zukunft des einstigen Immobilienmoguls.

Mit ihren 244 Jahren sind die USA ein noch vergleichbares junges Land. Doch egal ob Sklaverei und Abschaffung dergleichen, das Langzeitthema des Rassismus oder die Gründungsideale der Nation: Die älteste durchgehend bestehende Demokratie der Gegenwart hat eine aufregende, oftmals kontroverse, Historie aufzuweisen.

Bestsellerautorin Jill Lepore nimmt die Lesenden in ihrem neuesten Werk auf eine packende Reise durch die US-amerikanische Geschichte. Das Werk der Harvard-Professorin erschien auf Deutsch unter dem Titel „Diese Wahrheiten. Geschichte der Vereinigten Staaten von Amerika“. Das 965 Seiten starke im C.H. Beck Verlag erschienene Buch hat es hierzulande wie in den USA auf die Bestsellerlisten geschafft.

Die offizielle Buchbeschreibung

Die Amerikaner stammen von Eroberern und Eroberten, von Menschen die als Sklaven gehalten wurden, und von Menschen die Sklaven hielten, von der Union und von der Konföderation, von Protestanten und von den Juden, von Muslimen und von Katholiken, von Einwanderern und von Menschen, die dafür gekämpft haben, die Einwanderung zu beenden. In der amerikanischen Geschichte ist manchmal – wie in fast allen Nationalgeschichten – der Schurke des einen der Held des anderen. Aber dieses Argument bezieht sich auf die Fragen der Ideologie: Die Vereinigten Staaten sind auf Basis eines Grundbestands von Ideen und Vorstellungen gegründet worden, aber die Amerikaner sind inzwischen so gespalten, dass sie sich nicht mehr darin einig sind, wenn sie es denn jemals waren, welche Ideen und Vorstellungen das sind und waren.“
Aus der Einleitung

In einer Prosa von funkelnder Schönheit erzählt die preisgekrönte Historikerin Jill Lepore die Geschichte der USA von ihren Anfängen bis zur Gegenwart. Sie schildert sie im Spiegel jener «Wahrheiten» (Thomas Jefferson), auf deren Fundament die Nation gegründet wurde: der Ideen von der Gleichheit aller Menschen, ihren naturgegebenen Rechten und der Volkssouveränität. Meisterhaft verknüpft sie dabei das widersprüchliche Ringen um den richtigen Weg Amerikas mit den Menschen, die seine Geschichte gestaltet oder durchlitten haben. Sklaverei und Rassendiskriminierung kommen ebenso zur Sprache wie der Kampf für die Gleichberechtigung der Frauen oder die wachsende Bedeutung der Medien. Jill Lepores große Gesamtdarstellung ist aufregend modern und direkt, eine Geschichte der politischen Kultur, die neue Wege beschreitet und das historische Geschehen geradezu hautnah lebendig werden lässt.

Buchtipp: „A Warning“ (Anonymous)

Im Jahr 2018 veröffentlichte The New York Times einen anonymen Essay. Dieser beschrieb chaotische Zustände im Weißen Haus unter Präsident Donald Trump. Ebenso beschrieb der Artikel eine Widerstandsgruppe innerhalb der Regierung. Unter dem anonymen Autor soll sich ein hochrangiger Mitarbeiter von 1600 Pennsylvania Avenue verbergen.

Ein Jahr vor der US-Präsidentschaftswahl 2020 ist Anonymous mit einem Buch zurück. In „A Warning“ soll dass Innenleben der Trump-Administration noch detaillierter geschildert werden. Neben dem anonymen hochrangigen Mitarbeiter soll auch Präsident Trump – ungewollt – zu Wort kommen.

Das Werk ist hochumstrittenen. Sollte es sich um den Autor tatsächlich um einen Mitarbeiter des Weißen Hauses handeln, könnte dieser/diese laut Justizministerium gegen die Geheimhaltungsvereinbarung verstoßen haben. Das Weiße Haus bezeichnet das Werk als „Fiktion“. Doch egal wer hinter dem 272 Seiten starken Werk steht, explosiv ist es allemal.

Die offizielle Buchbeschreibung

An unprecedented behind-the-scenes portrait of the Trump presidency from the anonymous senior official whose first words of warning about the president rocked the nation’s capital.

On September 5, 2018, the New York Times published a bombshell essay and took the rare step of granting its writer anonymity. Described only as „a senior official in the Trump administration,“ the author provided eyewitness insight into White House chaos, administration instability, and the people working to keep Donald Trump’s reckless impulses in check.

With the 2020 election on the horizon, Anonymous is speaking out once again. In this book, the original author pulls back the curtain even further, offering a first-of-its-kind look at the president and his record — a must-read before Election Day. It will surprise and challenge both Democrats and Republicans, motivate them to consider how we judge our nation’s leaders, and illuminate the consequences of re-electing a commander in chief unfit for the role.

This book is a sobering assessment of the man in the Oval Office and a warning about something even more important — who we are as a people.

Buchtipp: „The Case Against Socialism“ (Rand Paul)

Vor 30 Jahren endete der real existierende Sozialismus auf deutschem Boden. 28 Jahre lang sperrte die DDR ihre eigene Bevölkerung ein. Mangelwirtschaft, Spionage, Drangsalierungen waren weitere Markenzeichen der sozialistischen Diktatur. Weltweit fielen der Ideologie des Sozialismus/ Kommunismus schätzungsweise zwischen 70 und 110 Millionen Menschen zum Opfer.

Trotz all dieser Fakten gegen diese Ideologie, lebt der Sozialismus in den Köpfen vieler Menschen und politisch Verantwortlicher weiter. Selbst in den USA, traditionell skeptisch gegenüber jegliche extreme Weltanschauungen, erfreut sich die Idee des Sozialismus einer steigenden Beliebtheit. Der republikanische Senator Rand Paul hat sich in seinem neuesten Werk mit dem Titel „The Case Against Socialism“ mit dieser Thematik beschäftigt.

Auf 368 Seiten geht Paul dem real existierenden Sozialismus auf die Spur. Ebenso räumt er mit der in den USA weit verbreiteten Meinung auf, dass es sich bei den skandinavischen Ländern mit ihren ausgeprägten Wohlfahrtsstaaten um sozialistische Nationen handelt. Vor dem Hintergrund des steigenden Einfluss in der US-amerikanischen Politik durch die selbst ernannten demokratischen Sozialisten à la Bernie Sanders oder Alexandria Ocasio-Cortez ein bedeutendes Werk zum Verständnis der Gefahren einer autoritären politischen Idee.

Die offizielle Buchbeschreibung

A recent poll showed 43% of Americans think more socialism would be a good thing. What do these people not know?

Socialism has killed millions, but it’s now the ideology du jour on American college campuses and among many leftists. Reintroduced by leaders such as Bernie Sanders and Alexandria Ocasio-Cortez, the ideology manifests itself in starry-eyed calls for free-spending policies like Medicare-for-all and student loan forgiveness.

In The Case Against Socialism, Rand Paul outlines the history of socialism, from Stalin’s gulags to the current famine in Venezuela. He tackles common misconceptions about the “utopia” of socialist Europe. As it turns out, Scandinavian countries love capitalism as much as Americans, and have, for decades, been cutting back on the things Bernie loves the most.

Socialism’s return is only possible because many Americans have forgotten the true dangers of the twentieth-century’s deadliest ideology. Paul reveals the devastating truth: for every college student sporting a Che Guevara T-shirt, there’s a Venezuelan child dying of starvation. Desperate refugees flee communist Cuba to escape oppressive censorship, rationed food and squalid hospitals, not “free” healthcare. Socialist dictatorships like the People’s Republic of China crush freedom of speech and run massive surveillance states while masquerading as enlightened modern nations. Far from providing economic freedom, socialist governments enslave their citizens. They offer illusory promises of safety and equality while restricting personal liberty, tightening state power, sapping human enterprise and making citizens dependent on the dole.

If socialism takes hold in America, it will imperil the fate of the world’s freest nation, unleashing a plague of oppressive government control. The Case Against Socialism is a timely response to that threat and a call to action against the forces menacing American liberty.

Buchtipp: „My Own Words“ (Ruth Bader Ginsburg)

Seit 26 Jahren amtiert nunmehr schon Ruth Bader Ginsburg als Richterin am Supreme Court. In den 1990er Jahren von Präsident Bill Clinton als Verfassungsrichterin nominiert, hat sich RBG, wie sie kurz genannt wird, einen Kultstatus bei der liberalen Hälfte der Vereinigten Staaten von Amerika erworben.

Dies hat nicht zuletzt mit ihrem unermüdlichen Arbeitseinsatz zu tun. Zwar wurden bei der heute 86-jährigen mehrere Tumore diagnostiziert. Doch diese überstand RBG schnell, kehrte sofort wieder zu ihrer Arbeit zurück.

Ruth Bader Ginsburg will die Präsidentschaft von Donald Trump als aktive Richterin überdauern und damit einen dritten konservativen von Präsident Trump nominierten Verfassungsrichter verhindern. Über ihre weitere Motivation so lange am Supreme Court aktiv zu sein sowie ein Rückblick auf eine bewegende Zeit in der Judikative hat RBG in ihrem 400 Seiten starken Werk „My Own Words“ niedergeschrieben.

Die offizielle Buchbeschreibung

The New York Times bestselling book from Supreme Court Justice Ruth Bader Ginsburg—“a comprehensive look inside her brilliantly analytical, entertainingly wry mind, revealing the fascinating life of one of our generation’s most influential voices in both law and public opinion” (Harper’s Bazaar).

My Own Words “showcases Ruth Ginsburg’s astonishing intellectual range” (The New Republic). In this collection Justice Ginsburg discusses gender equality, the workings of the Supreme Court, being Jewish, law and lawyers in opera, and the value of looking beyond US shores when interpreting the US Constitution. Throughout her life Justice Ginsburg has been (and continues to be) a prolific writer and public speaker. This book’s sampling is selected by Justice Ginsburg and her authorized biographers Mary Hartnett and Wendy W. Williams, who introduce each chapter and provide biographical context and quotes gleaned from hundreds of interviews they have conducted.

Witty, engaging, serious, and playful, My Own Words is a fascinating glimpse into the life of one of America’s most influential women and “a tonic to the current national discourse” (The Washington Post).