Präsident Donald Trumpwill die Vereinigten Staaten von Amerika grundlegend umgestalten. Doch die Hürden für diesen Wandel sind hoch, wie der Inhaber von 1600 Pennsylvania in einem Beitrag für die neue Denkfabrik Perikles-Projekt analysiert.
„Change We Can Believe In“. Mit diesem Wahlkampfslogan ging Barack Obama in die Präsidentschaftswahl 2008 – und gewann. In seiner achtjährigen Amtszeit versuchte sich der Demokrat an einem grundlegenden Wandel im politischen Miteinander und in der politischen Gestaltung. Doch die weltweite Finanz- und Wirtschaftskrise zu Beginn seiner Amtszeit und die Fundamentalopposition einer Republikanischen Partei, die sich unter dem Einfluss der Tea-Party-Bewegung radikalisierte, ließen keinen Wandel im positiven demokratischen Sinne zu…
Bildquellen: Creative-Commons-Lizenzen (via Google); Canva.com; eigene Grafiken; Screenshot Perikles-Projekt.
Zur besseren Lesbarkeit von Personenbezeichnungen und personenbezogenen Wörtern wird in der Regel die männliche Form genutzt. Diese Begriffe gelten für alle Geschlechter.
Der im Jahr 1829 im oberfränkischen Buttenheim geborene Löb Strauß war der berühmteste deutsche Auswanderer in die USA. Nach dem Tod seines Vaters wagte er 1847 den Sprung über den großen Teich. In New York City schloss er sich seinen Brüdern an, die im Big Apple einen Textilhandel betrieben. Doch für Strauß war dies nicht genug. 1853 zog er, wie so viele Neuankömmlinge in den USA zu dieser Zeit, nach Westen weiter. Der Goldrausch führte ihn nach San Francisco. Doch Strauß suchte nicht nach Gold, vielmehr erkannte er, dass mit dem Warenverkauf an die Goldsucher (noch) mehr Geld zu verdienen war.
Primär agierte Strauß zunächst als Stofflieferant, unter anderem für Jacob Davis. Doch mit dessen Erfindung – Hosen, die unter der Last von Werkzeug und Gestein nicht rissen – gelang ihm schließlich der Durchbruch weit über die Grenzen der USA hinaus. Strauß und Davis meldeten für die heute als Blue Jeans bekannte Hose ein Patent an und gründeten das Unternehmen Levi Strauss & Co. Das damalige Großhandelsgeschäft ist heute eines der größten Bekleidungsunternehmen der Welt. Das Stadion der American Football Franchise der San Francisco 49er trägt den Namen des Unternehmens und erinnert damit in gewisser Weise auch an den Erfolg des einstigen deutschen Auswanderers.
Sportveranstaltung der Superlative
Am Sonntag, 08.02.2026, ist das Levi’s Stadium der Austragungsort des größten Einzel-Sportereignisses der Welt. Im Super Bowl, dem Finale der American Football Liga NFL, treffen die bei deutschen Sportfans beliebten Franchises der Seattle Seahawks und der New England Patriots aufeinander. Alleine in den USA verfolgen alljährlich mehr als 120 Millionen Personen per Fernsehübertragung oder Stream den Super Bowl. Weitere 100 Millionen Menschen werden außerhalb der USA das Finale der NFL verfolgen. Starke Zuwächse hat die NFL in den vergangenen Jahren in Mexiko, Kanada und Deutschland zu verzeichnen. Deutsche Fans können sich die Übertragung auf Deutsch entweder beim RTL, auf DAZN oder im US-amerikanischen Original im NFL Game Pass anschauen.
Dass der Super Bowl ansteht, ist mittlerweile auch in deutschen Supermärkten nicht mehr zu übersehen, werden doch Fanartikel und typisch US-amerikanische Lebensmittel angeboten. Freilich ist der Super Bowl weiterhin primär in den USA ein wahres Konjunkturpaket für die heimische Wirtschaft. Während des Super Bowls verzehren US-Amerikaner insgesamt 4.000 Tonnen Popcorn, 14.000 Tonnen Chips, mehr als eine Milliarde Chicken Wings und trinken 120 Millionen Liter Bier. Der US-Lieferdienst Domino’s macht während des Super Bowl regelmäßig ein Drittel seines Jahresumsatzes in Höhe von $2 Milliarden.
American Football als Kulturgut
Der Super Bowl ist der Höhepunkt des Sportjahres in den USA. War zunächst Baseball der Nationalsport, ist laut dem Meinungsforschungsinstitut Gallup American Football seit dem Jahr 1972 mit deutlichem Abstand die beliebteste Sportart in den USA. Das Finale der NFL hat sich zum jährlich wiederkehrenden größten kulturellen Event der Vereinigten Staaten von Amerika entwickelt. Unternehmen lassen speziell für den Super Bowl neue, hochklassige Werbespots anfertigen, über die auch noch Tage danach gesprochen wird. Ein 30-sekündiger Werbeplatz während des Großereignisses kostet in diesem Jahr $ 10 Millionen.
Zur US-amerikanischen Kultur gehört jedoch nicht nur das Wirtschaftssystem des Kapitalismus. Auch das soziale Engagement wird, im Gegensatz zum europäischen Profisport, großgeschrieben. In den Tagen vor dem Super Bowl wird beispielsweise der Walter Payton Man of the Year Award verliehen. Mit diesem Preis wird ein Spieler für seine guten Leistungen auf dem Spielfeld verbunden mit hohem sozialen Engagement außerhalb des Stadions ausgezeichnet. Jede Mannschaft nominiert für diese Auszeichnung, die gut sichtbar an der Rückseite des Helmes des Spielers zu sehen ist, einen Spieler.
Super Bowl in Deutschland?
Vier Monate nach dem größten Einzel-Sportereignis der Welt findet in den USA (sowie in Kanada und Mexiko) das größte Sportereignis der Welt statt. Zwischen dem 11.06.2026 und dem 19.07.2026 messen sich die besten Fußball-Nationalmannschaften der Männer in Nordamerika. Das Finale der letzten Fußball-Weltmeisterschaft im Jahr 2022 zwischen Argentinien und Frankreich sahen weltweit 1,5 Milliarden Menschen. Auch in den USA nimmt der Stellenwert des Fußballs aufgrund der professionell arbeitenden MLS mit Aushängeschildern wie den Altstars Lionel Messi und Thomas Müller immer stärker zu.
Doch im Wettstreit der Sportarten steht die NFL weiterhin unangefochten an der Spitze und versucht sich auch auf dem internationalen Markt zu etablieren. Doch ob es jemals einen Super Bowl im Heimatland des Gründers der berühmten Levi’s Jeans geben wird? Bei einer steigenden Anzahl von internationalen Spielen ist solch ein Szenario mittelfristig nicht undenkbar. Doch in diesem Jahr müssen sich Deutsche noch mit einem Super Bowl im fernen Levi’s Stadium zu San Francisco zufrieden geben. Die Eintrittspreise für dieses Spektakel sind mit durchschnittlich $ 8.230 pro Ticket ohnehin beträchtlich. Eine Begebenheit, an der sich auch die FIFA für die WM 2026 ein Beispiel genommen hat und schon für einigen Unmut bei den Fans gesorgt hat…
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Was ist ein Leben wert und wo fängt dieses an? Für die Teilnehmer des seit 1973 alljährlich stattfindenden March for Life (Marsch für das Leben) beginnt das Leben im Mutterleib. Die größte US-amerikanische Kundgebung für den Lebensschutz entstand als Reaktion auf das Grundsatzurteil Roe vs Wade des Supreme Court vom 22.01.1973, welches das landesweite Recht auf einen Schwangerschaftsabbruch festschrieb. Erst im Jahr 2022 wurde diese Entscheidung durch ein neues Grundsatzurteil des Obersten Gerichtshofs gekippt, so dass Abtreibungen fortan in die Zuständigkeit der einzelnen Bundesstaaten fallen. Möglich wurde dieses Urteil durch drei von Präsident Donald Trump in seiner ersten Amtszeit nominierte Richter am Supreme Court.
Vor diesem Hintergrund war es keine Überraschung, als Vizepräsident J.D. Vance als Hauptredner des diesjährigen March for Life von den zehntausenden Teilnehmern mit Applaus empfangen wurde. Nach Mike Pence im Jahr 2017 adressierte mit Vance erst zum zweiten Mal ein amtierender US-Vizepräsident den Marsch für das Leben. In seiner Rede erinnerte VP Vance an das Ende von Roe vs Wade sowie an die aus seiner Sicht bedeutenden Errungenschaften der zweiten Trump-Administration im Sinne des Lebensschutzes. Explizit nannte der 50. US-Vizepräsident beispielsweise die Entscheidung, dass kein Steuergeld mehr zur Finanzierung von Abtreibungen/ für Abtreibungsorganisationen verwendet werden dürfe. Mit Trump, so VP Vance, habe die Bewegung einen Verbündeten im Weißen Haus.
Es geht darum, ob wir eine Zivilisation unter Gott bleiben, oder ob wir schließlich zum Heidentum zurückkehren, das die Vergangenheit geprägt hat.
Vizepräsident J.D. Vance beim diesjährigen „March for Life“.
Präsident Trump ließ der Veranstaltung seinen Gruß per Videobotschaft übermitteln. In der kurzen Ansprache betonte der MAGA-Republikaner den Wert der Familie und die Bedeutung des Schutzes von „unschuldigem Leben“. Ebenso plädierte Präsident Trump für einen Wandel in der gesellschaftlichen Kultur der USA, „in jedem Staat, jeder Gemeinde und jedem Winkel unseres wunderschönen Landes“ solle der Schutz des Lebens höchste Priorität haben. Jennie Bradley Lichter, Präsidentin des March for Life, knüpfte an Trumps Worte an und betonte, dass das Recht auf Leben den Kernwert der Vereinigten Staaten darstelle.
Doch trotz einer landesweiten Einschränkung des Rechts auf Schwangerschaftsabbruch stiegen die Abtreibungszahlen in den vergangenen Jahren weiter an. Einer der Gründe liegt in der nahezu uneingeschränkten Verfügbarkeit der Abtreibungspille Mifepriston, die mittlerweile bei knapp zwei Dritteln aller Abtreibungen eingesetzt wird. Lebensschützer werfen der Trump-Administration vor diesem Hintergrund Untätigkeit vor. Diesen Vorwurf kann man der Regierung Trump im Bereich ihrer aggressiven Abschiebekampagne gegen illegal in den USA lebende Personen sicherlich nicht machen. Im Gegenteil: Die Mitarbeiter der Einwanderungsbehörde ICE versetzen nicht nur illegale Migranten in Angst und Schrecken.
Nur einen Tag nach dem Marsch für das Leben in Washington D.C. erschossen Bundesbeamte den 37-jährigen US-Amerikaner Alex Pretti in Minneapolis, Minnesota. Der Krankenpfleger wies keine Vorstrafen auf und erwarb auf legalem Wege die Berechtigung, eine Waffe zu tragen. Den Einsatz der Behörden gegen eine mutmaßlich illegal im Land lebende Person dokumentierte Pretti, wie es in zahlreichen Städten der USA von Seiten kritisch eingestellter Bürger gegen die Migrationspolitik der Administration üblich ist. Pretti geriet in ein Handgemenge mit den Mitarbeitern der Einwanderungsbehörde ICE, am Boden liegend wurde er entwaffnet und kurz darauf von einem Bundesbeamten erschossen.
Gewalt von Seiten der Bundesbehörden gegen Zivilisten ist in den USA seit Jahren ein bedeutendes Thema. Erst Anfang Januar wurde die 37-jährige US-Amerikanerin Renee Good in ihrem Auto von Bundesbeamten erschossen. Der Tatort: Minneapolis, wie schon bei Pretti und im Jahr 2020 bei George Floyd, der durch einen Polizisten ermordet wurde. Die Gründe für solche Gewalttaten sind vielfältiger Natur. Erwähnt seien an dieser Stelle einerseits die oftmals mangelnde Qualifikation von Polizisten und der Mitarbeiter von Bundesbehörden, sich in angespannten Situationen angemessen zu verhalten. Andererseits wird die Gewalt von Seiten der Administration von Präsident Trump durch eine spaltende Rhetorik und dem Verbreiten von Unwahrheiten nochmals angefacht.
Dass die Trump-Administration das brutale Vorgehen der Bundesbeamten vehement verteidigt, wurde in wirkmächtigen Stellungnahmen der ehemaligen Präsidenten Bill Clinton und Barack Obama kritisiert. Beide Demokraten riefen zum Protest gegen die Abschiebepraxis der Regierung auf: „Wenn wir unsere Freiheiten nach 250 Jahren aufgeben, könnten wir sie vielleicht nie zurückbekommen“, so Clinton. Obama sprach davon, dass es „an jedem von uns als Bürger [liegt], uns gegen Ungerechtigkeit auszusprechen, unsere Grundrechte zu schützen und unsere Regierung zur Rechenschaft zu ziehen.“ Die Mehrheit der US-Amerikaner haben die beiden Demokraten diesbezüglich schon hinter sich, beurteilt doch laut einer repräsentativen Umfrage von POLITICO/ Public First eine relative Mehrheit der Bürger die gegenwärtige Abschiebepolitik als zu aggressiv. Darunter befindet sich eine steigende Anzahl von Unterstützern des amtierenden Präsidenten. Beim Wert des Lebens sollte nämlich kein Unterschied gemacht werden.
🇺🇸 US-Bundesbeamte haben in #Minnesota erneut eine Person erschossen 👇 Währenddessen faselt @VP@JDVance beim #MarchForLife etwas vom Wert des Lebens. Die amtierende US-Administration ist weder human noch christlich. https://t.co/fNdHQbQnDq
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Während in der „Berliner Luft“ die Unvollkommenheit der deutschen Hauptstadt besungen wird, handelt „New York, New York“ vom Traum des individuellen Aufstiegs im Big Apple. Seit jeher ist New York City der Sehnsuchtsort schlechthin von Migranten, die sich nach einem besseren Leben sehnen. Berlin wiederum ist seit der Wiedervereinigung erneut zum Magneten für Kreative, Künstler, Journalisten und in der Politik tätige Personen aus ganz Deutschland, Europa und der Welt geworden.
Herausfordernde Wohnraumsituation in Metropolen
Die Folge: Mangelnder Wohnraum und steigende Mieten in beiden Metropolen. In New York City hat die Mietpreissituation im vergangenen Jahr ein neues Rekordniveau erreicht. Der Mangel an Neubauten, hohe Zinsen für Immobilienkredite und eine Leerstandsquote von unter 2 % haben zu einem stadtweiten Anstieg der Mieten um 5 %-bis 6 % im Vergleich zum Vorjahr geführt. In den Stadtteilen Brooklyn und Queens werden sogar Anstiege im zweistelligen Prozentbereich verzeichnet. Für eine 1-Zimmer-Wohnung legt man in New York City bereits $ 4.000 bis $ 5.200 pro Monat auf den Tisch.
Ganz so teuer ist Berlin zwar noch nicht. Doch Spree-Athen hat mit einer ähnlichen Wohnungsnot und dementsprechend mit konstant steigenden Mieten zu kämpfen. Wer in der deutschen Hauptstadt nach einer Wohnung sucht, muss heutzutage mit Preisen rechnen, die das Doppelte des Mietspiegelwertes betragen. Zuletzt sind die Angebotsmieten (Bestand) im Vergleich zum Vorjahr um 8,3 % gestiegen. Die Wohnsituation ist daher ein Dauerthema in Berlin und wird auch das wichtigste Thema im kommenden Abgeordnetenhauswahlkampf sein.
Mamdani adressierte die Probleme der Leute
Während in Berlin regelmäßig über die Mietpreisbremse und Enteignungen von privaten Immobilienunternehmen debattiert wird, ließen sich im vergangenen Bürgermeisterwahlkampf die New Yorker von einem Mietenstopp für eine Million mietpreisgebundener Wohnungen überzeugen. Vorgetragen hatte diesen Vorschlag der 34-jährige Zohran Mamdani, der als Mitglied der Democratic Socialists of America für die Demokratische Partei kandidierte, und die Wahl mit einer knappen absoluten Mehrheit für sich entschied.
Neben der Bekämpfung steigender Mieten sprach Mamdani das für New Yorker drängendste Problem steigender Lebenshaltungskosten am glaubwürdigsten an. In einem modernen, frischen Wahlkampf, in dem sich Mamdani bürgernah zeigte und Social Media bestmöglich einsetzte, versprach der bekennende Sozialist des Weiteren einen kostenfreien Busverkehr sowie eine universelle Kinderbetreuung für alle Kinder zwischen sechs Wochen und fünf Jahren. Finanziert werden soll dies unter anderem durch eine Erhöhung des kommunalen Spitzen- und Unternehmenssteuersatzes.
Wahlkämpfe in New York City und Berlin weisen parallelen auf
Der seit dem Jahreswechsel neue Bürgermeister von New York City wartete mit Vorschlägen im Wahlkampf auf, die sicherlich auch von der Linken in Berlin gutgeheißen würden. Tatsächlich sind die Parallelen hinsichtlich der Ausgangssituationen zur New Yorker Bürgermeisterwahl und der Berliner Abgeordnetenhauswahl unverkennbar. Einerseits ist da das oben beschriebene drängendste Wahlkampfthema der steigenden Lebenshaltungskosten. Andererseits sind da Kandidaten aus dem linken politischen Spektrum für das höchste politische Amt beider Städte, die eine Einwanderergeschichte aufweisen.
Der in Uganda geborene Mamdani wanderte im Jahr 1999 mit seiner indischstämmigen Familie in die USA aus. Erst seit dem Jahr 2018 besitzt er neben der ugandischen auch die US-amerikanische Staatsbürgerschaft. Die Eltern von Linken-Kandidatin Elif Eralp flohen wiederum nach einem Militärputsch aus der Türkei nach Deutschland, wobei ihre Mutter zu diesem Zeitpunkt im achten Monat schwanger mit ihr war. Eralp will sich im anstehenden Wahlkampf, wie Mamdani, auf die Themen des bezahlbaren Wohnraums und auf Antidiskriminierung fokussieren. Letzteres ist auch ein Herzensanliegen Mamdanis, studierte er doch einst Afrikastudien.
Eine weitere Parallele ist die Unbeliebtheit der Amtsinhaber. Eric Adams verzeichnete die niedrigste Zustimmung zur Arbeit eines New Yorker Bürgermeisters seit Beginn der Umfrageaufzeichnungen. In seinem letzten Jahr als Bürgermeister pendelte Adams’ Zustimmung zwischen 20 % und 27 %. Werte, mit denen sich der amtierende Berliner Regierende Bürgermeister Kai Wegner gut auskennt. Laut einer Erhebung von Civey waren im Dezember 2025 nur 29 % der Berliner mit der Arbeit des Christdemokraten zufrieden. Mit seinem ausbaufähigen Krisenmanagement während des größten Stromausfalls in der Hauptstadt seit dem Zweiten Weltkrieg dürften sich Wegners Werte kaum verbessert haben. Im LänderTrend vom Sommer 2025 war Wegner von den 16 Regierungschefs der Bundesländer sogar der Unbeliebteste.
Voraussetzungen für ein gutes Abschneiden der Linken ist gegeben
Freilich, Wahlen in New York City und Berlin sind, allein wegen eines unterschiedlichen Wahlsystems, schwer miteinander zu vergleichen. Doch sind die Voraussetzungen für ein gutes Abschneiden der Linken bei der diesjährigen Abgeordnetenhauswahl ebenso gegeben wie für den selbst ernannten Sozialisten Mamdani in New York City im vergangenen November. Nimmt sich Die Linke ein Beispiel am Haustürwahlkampf und an der Social-Media-Kampagne Mamdanis, die die drängendsten Probleme mit populistischen Lösungsansätzen ansprach, dann ist eine Rückkehr der Linken in den Berliner Senat realistisch. In der letzten Umfrage von Infratest dimap zur Berliner Abgeordnetenhauswahl rangierte Die Linke mit 18 % schon auf Rang zwei hinter der CDU. Mit SPD und Bündnis 90/Die Grünen könnte eine Regierung gebildet werden.
Doch bis dahin benötigt die Partei Selbstdisziplin und den Mut für einen Blick über den großen Teich. Dass bei einem Wahlerfolg die richtige Arbeit erst beginnt und Berlin noch lange keine sozialistische Stadt ist, weiß Die Linke bereits seit ihrer letzten Regierungsbeteiligung. Eine Erfahrung, die Mamdani in New York City erst noch bevorsteht. Die Democratic Socialists of America sprachen vor diesem Hintergrund schon eine Warnung an ihren Kandidaten aus. Der Traum des kollektiven Aufstiegs in New York City bleibt in weiter Ferne und wird wohl eine Utopie des Sozialismus bleiben, dessen Ideen bislang immer zu Dystopien führten. An diese Unvollkommenheit, die zum Puls Berlins gehört, muss sich Mamdani in New York City erst noch gewöhnen.
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US-Präsident Donald Trump hat im Laufe eines Jahres Militäroperationen in sieben Ländern angeordnet. An Weihnachten auch in Nigeria: Die Zerstörung von Basen des IS begründet er damit, das Morden an Christen durch Islamisten zu beenden. Was steckt dahinter?
Seit knapp einem Jahr ist Präsident Trump zum zweiten Mal im Amt. Wer dachte, dass sich die „America First“ Doktrin des 45. und 47. US-Präsidenten auf den innen-, migrations- und wirtschaftspolitischen Umbau der Vereinigten Staaten von Amerika konzentrieren würde, sollte eines Besseren belehrt werden. Denn alleine in den vergangenen zwölf Monaten befahl Präsident Trump Militäroperationen in sieben Ländern.
Mit Ausnahme der Entmachtung des venezolanischen Diktators Nicolás Maduro sowie der damit einhergehenden geplanten Zerschlagung von Drogenkartellen und der Sicherung der dortigen Erdölvorkommen hatten die Militäreinsätze abseits von sicherheitspolitischen Beweggründen keine direkte Auswirkung auf das Leben der US-Amerikaner.
Die temporär beschränkten Militäroperationen im Iran, im Irak, in Syrien, im Jemen und in Somalia trafen allesamt Länder, die schon in den vergangenen Jahrzehnten im Fokus der US-amerikanischen Sicherheitspolitik standen. Dass Präsident Trump jedoch an Weihnachten einen Militäreinsatz gegen den sogenannten Islamischen Staat in Nigeria genehmigte, gehörte zu den bisherigen Überraschungen in seiner zweiten Amtszeit…
Bildquellen: Creative-Commons-Lizenzen (via Google); Canva.com; eigene Grafiken; Christian Solidarity International (CSI).
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