Romney vs. Trump – Republikanischer Bürgerkrieg

Nach der verlorenen Präsidentschaftswahl 2012 wollte es Mitt Romney im vergangenen Jahr noch einmal wissen: Er stieg in den Ring. Und kämpfte – gegen Ex-Boxweltmeister Evander Holyfield.

Freilich diente diese Aktion nur für einen guten Zweck – die sportliche Komponente trat in den Hintergrund. Ein Jahr danach wurde der Sportler wieder durch den Politiker Romney ausgetauscht. Romney ist zurück in der politischen Arena!

If we Republicans choose Donald Trump as our nominee, the prospects for a safe and prosperous future are greatly diminished. (Mitt Romney)

Schon seit Wochen kochte der öffentliche Streit via Twitter zwischen Mitt Romney und Donald Trump hoch. Nun hat sich Romney, der hohes Ansehen in der Partei genießt, mit einer Rede in der Universität von Utah an die Öffentlichkeit gewandt.

Ein historischer Moment: Der republikanische Präsidentschaftskandidat des Jahres 2012 positioniert sich gegen den aktuell führenden Kandidaten des Jahres 2016. Anders ausgedrückt: Der Kampf zwischen Parteiestablishment und unzufriedenen Außenseitern geht in eine neue, noch intensivere Phase über.

Gleich zu Beginn seiner Rede stellte Romney klar, dass er weder vorhat zu kandidieren, noch einen Kandidaten öffentlich zu unterstützen. Sein Thema ist vielmehr die Lage der republikanischen Vorwahlen und die bisherigen Wahlerfolge von Trump.

Unehrlichkeit ist Trumps Markenzeichen. (Mitt Romney)

In seinem knapp 20-minütigen Auftritt wollte Romney dem Wahlvolk ins Gewissen reden: „Jede Wahl hat Konsequenzen für die Partei und letztendlich für die USA“. Für die kommenden Herausforderungen sei Trump schlichtweg ungeeignet, so Romney.

Dem Immobilienmogul fehle das Temperament, der Charakter und die Integrität um Präsident der Vereinigten Staaten zu werden. Romney untermalte seine Ausführungen mit Beispielen aus Trumps Wahlkampf: „Trump beleidigt Journalisten mit körperlichen Beeinträchtigungen, er beleidigt Frauen, er bewundert Putin und nennt George W. Bush einen Lügner“.

Des Weiteren würde Trumps innenpolitische Vorhaben zu Rezession und der außenpolitische Kurs des New Yorkers zu mehr Unsicherheit in der Welt führen. Ebenso sei Trump nicht der erfolgreiche Geschäftsmann, wie er sich selbst darstellt. Romney erinnert an die Vielzahl von Trumps Insolvenzen.

He [Trump] will never, ever release his tax returns. He has too much to hide.
(Mitt Romney)

Romney holte zum Rundumschlag gegen Trump aus. Es war die kritische Rede, welche schon seit Monaten erwartet wurde – allerdings von Seiten eines republikanischen Präsidentschaftsbewerbers. Egal ob Bush, Rubio, Cruz oder andere – die gesamte politische Riege verhielt sich zu lange zu still zur Kandidatur von Trump.

Nach den ersten Vorwahlen steht die republikanische Partei vor einer Zerreißprobe. Es ist ein epochaler Kampf um die politische Ausrichtung, der sich schon seit 2008 mit dem Aufstieg der Tea Party intensiviert. Lange Zeit hat das Parteiestablishment dem tatenlos – und willig – zugesehen. Nun scheint es den Kampf angenommen zu haben. Zu spät?


Ein kleiner Auszug der Auseinandersetzung zwischen
Mitt Romney und Donald Trump in den sozialen Medien:


Die gesamte Rede von Mitt Romney:


Bildquelle: http://assets.bwbx.io/images/imgV0nbrOQ4E/v1/-1x-1.jpg

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