Huntsman schickt Liebesgrüße aus Moskau

Im Januar 2012 musste Jon Huntsman Jr. seine größte politische Niederlage eingestehen. Nach einem enttäuschenden dritten Platz bei der republikanischen Vorwahl in New Hampshire zog er sich aus dem Rennen um die Präsidentschaftskandidatur zurück.

Zu moderat trat Huntsman für die im politischen Spektrum immer weiter nach rechts rückende republikanische Parteibasis auf. Trotz der späteren Nominierung von Mitt Romney als Präsidentschaftskandidat der Republikaner, Huntsman unterstützte ihn, schlug schon 2012 die Stunde der radikalen Kräfte in der Grand Old Party.

Kein Wunder also, dass Huntsman früh aufgeben musste. Zumal der heute 56-jährige zwischen 2009 und 2011 als US-Botschafter in China amtierte – nominiert durch den bei Republikanern unbeliebten Präsidenten Barack Obama.

Sicherlich entschied sich der Demokrat Obama auch für Huntsman, um ursprünglich einen potentiellen Konkurrenten für die Präsidentschaftswahl 2012 aus dem Weg zu räumen. Vielmehr sprachen jedoch Huntsmans fließende Kenntnisse in Mandarin und dessen Erfahrungen der politischen Lage in Asien für dessen Nominierung.

Denn schon unter Präsident George H. W. Bush diente Huntsman als US-Botschafter. Als er 1992 seinen Posten in Singapur antrat, war er der jüngste Botschafter der Vereinigten Staaten in 100 Jahren.

Das Leben von Jon Huntsman Jr., Sohn eines milliardenschweren Chemiefabrikanten, ist ein ständiger Wechsel zwischen Diplomatenstatus und Politikerdasein. Zwischen 2005 und 2009 amtierte Huntsman als Gouverneur des Mormonenstaates Utah.

Seinen diplomatischen Erfahrungen darf Huntsman nun voraussichtlich ein weiteres Kapitel hinzufügen. Präsident Trump hat ihn als US-Botschafter in Russland vorgesehen. Obwohl Huntsman im Wahlkampf nach der Veröffentlichung des „Access Hollywood“ Videos noch Trumps Rückzug forderte, soll der siebenfache Vater nun den wohl wichtigsten Botschafterposten bekommen.

Für die angespannten Beziehungen zwischen Russland und den Vereinigten Staaten ist Jon Huntsman Jr. mit seiner moderaten politischen Einstellung eine gute Wahl. Am Ende könnte Huntsmans größter Sieg diplomatischer Natur sein.


Bildquelle: cdn.theatlantic.com/static/mt/assets/politics/jonhuntsman_nj..jpg

#Blog1600Penn Update: Bush bekennt sich zu Presse- und Religionsfreiheit

#Blog1600Penn bringt euch über die wichtigsten Ereignisse der vergangenen Tage auf den aktuellen Stand:

Trump greift Obama an

Einmal mehr hat Donald Trump die Aufmerksamkeit auf sich und ein neues Thema gelenkt. In einem wahren Tweetstorm behauptete der Präsident, dass sein Vorgänger Barack Obama während des Wahlkampfes Trump Tower abhören ließ. Fakt, alternativer Fakt oder FakeNews?

Russisches Damoklesschwert

Über der Trump-Administration schwebt weiterhin ein russisches Damoklesschwert. Nach dem Rücktritt von Sicherheitsberater Flynn steht nun auch Justizminister Jeff Sessions wegen russischen Beziehungen unter Druck. Sessions zog sich mittlerweile aus den juristischen Untersuchungen zu einer möglichen russischen Einflussnahme auf die letztjährige Präsidentschaftswahl zurück.

Auto-Fasten in den USA

Der neue US-Innenminister Ryan Zinke hat die in Deutschland aufgekommene Forderung während der Fastenzeit auf das Auto fahren zu verzichten zu Herzen genommen – und kam per Pferd zur Arbeit:

Trump legt Haushaltsplan vor

Präsident Trump hat seinen ersten Budgetvorschlag vorgelegt. Dieser sieht eine Steigerung von Verteidigungsausgaben in Höhe von $54 Milliarden vor. Gespart werden soll im Außenministerium, bei der Umweltbehörde und in der Entwicklungshilfe.

US-Pressefreiheit

„US-Journalisten sehen die Pressefreiheit in ihrem Land in Gefahr. Eine Studie führt Repressalien auf, Überwachung, Strafverfolgung und Blockaden.“ Diese Sätze kommen euch bekannt vor? Es handelt sich hierbei jedoch um einen SPIEGEL-Artikel über die Pressefreiheit unter Präsident Obama (klick hier). Reales Problem der Pressefreiheit in den USA oder antiamerikanische Stimmungsmache? 

George W. Bush: Unabhängige Berichterstattung unabdingbar

In einem Interview mit der Today Show hat sich Ex-Präsident George W. Bush zur Presse- und Religionsfreiheit sowie zu möglichen Kontakten der Trump-Administration zu Russland geäußert:

Revolutioniert Trump die Weltwirtschaft?

„US-Präsident Donald Trump hat eine große Steuerreform angekündigt / Eine Blaupause dafür könnte das radikale Modell des US-Politikers Paul Ryan sein.“ Die Badische Zeitung hat sich ausführlich mit den Steuerplänen der republikanischen Partei auseinandergesetzt. (Klick hier)

Wie entwickelt sich die US-Außenpolitik?

Die Aufregung um die – mögliche – außenpolitische Ausrichtung der USA unter Präsident Trump ist enorm. Zeit für einen differenzierten Blick. Professor Johannes Varwick hat ihn gewagt! (Klick hier)

TRUMP-TWITTER-GENERATOR

Du wolltest schon immer einmal einen Tweet von Donald Trump erhalten? Unter folgendem Link kannst du dir selbst Tweets vom Präsidenten erstellen.


2017werbetwitter

#JointSession: Trumps erste Rede vor dem Kongress

Am Aschermittwoch wird in der bayerischen Provinz traditionell hart ausgeteilt. Egal ob beim größten politischen Stammtisch der Welt in Passau bei der CSU oder im Vilshofener Bierzelt bei der SPD: den lautesten Applaus bekommt, wer am stärksten den politischen Gegner angreift.

Der Vortag zu Aschermittwoch bewirkte in den USA das Gegenteil. In seiner ersten Rede vor dem U.S. Kongress stimmte Präsident Trump sanfte und optimistische Töne an. Der Präsident wurde hierfür belohnt: 78 Prozent der Amerikaner nahmen laut einer repräsentativen Umfrage von CNN/ORC die Rede positiv oder sehr positiv auf.

Die Rede in voller Länge:
Die Rede in 3 Minuten
Der emotionalste Moment

Präsident Trump ehrte einen gefallenen Navy Seal. Dessen Witwe konnte daraufhin ihre Tränen nicht zurückhalten. Für den demokratischen politischen Kommentator Van Jones wurde Trump in diesem Moment zum Präsidenten: „Das war einer der außergewöhnlichsten politischen Momente in der Geschichte unseres Landes!“

Die demokratische Antwort

Der ehemalige Gouverneur von Kentucky, Steve Beshear, gab die demokratische Antwort auf Trumps Rede:


Bildquelle: http://abcn.ws/2lSuo1l

John F. Kelly – Der Heimatschutzminister

Einst diente Adam Kinzinger im Irak und in Afghanistan. Mittlerweile hat er seine Kampfmontur abgelegt und gegen einen Schreibtisch im U.S. Kapitol eingetauscht. Als dem heutigen Kongressabgeordneten während eines Interviews mit CNN eine Redesequenz von John F. Kelly  eingespielt wurde, konnte Kinzinger seine Tränen nicht verbergen.

Kelly sprach bei einer Veranstaltung von sogenannten „Gold Star Familien“, eine Organisation, deren Mitglieder Familienangehörige im Krieg verloren haben:

Alle hier heute Abend, alle die einen Verlust zu verzeichnen haben, das Licht aus ihrem Leben gelöscht wurde, sie alle können zu jedem Amerikaner sagen, dass es mein Junge oder meine Tochter war, die ihren Dienst geleistet hat und ihre Pflicht bis in alle Ewigkeit getan hat.

Kellys Worte hatten enorme Glaubwürdigkeit inne. Denn im Jahr 2010 kam sein eigener Sohn Robert bei einem Auslandseinsatz in Afghanistan ums Leben. Eine Landmine wurde dem erst 29-jährigen zum Verhängnis.

Kinzinger, ein ehemaliger Luftwaffenveteran, war von den Worten des heutigen Heimatschutzministers sichtlich gerührt. Das beste Zeichen für die Unterstützung, die Kelly parteiübergreifend genießen darf. Die Bestätigung von Seiten des Senats von 88 zu elf Stimmen unterstreicht dies zusätzlich.

Kelly weiß wie kaum ein anderer von was er spricht und welche Herausforderungen ihm bei seiner neuen Aufgabe erwarten. Dabei konnte in den 1950er Jahren, als Kelly in einer irisch-katholischen Familie in Boston, Massachussetts, aufwuchs, freilich noch niemand absehen, dass er sein Leben der Sicherheitspolitik widmen würde.

uswahl16-3Auf einen Masterabschluss in nationalen Sicherheitsstudien an der Georgetown School of Foreign Service folgte eine eindrucksvolle Karriere beim Marine Corps. Bei der Operation Desert Storm zu Beginn der 1990er Jahre nahm er ebenso teil wie bei der Militärintervention im Irak im Jahr 2003.

Kelly erreichte den Rang eines Generals ebenso wie die Position des Kommandanten für US-Militäroperationen in Zentral- und Südamerika sowie der Karibik (SOUTHCOM). Nur ein Jahr nach seiner Versetzung in den Ruhestand nominierte ihn Präsident Trump als Heimatschutzminister – ein Ministerium das nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 neu gegründet wurde.

Kellys Dienst an den USA ist also noch nicht beendet. Kein Wunder, formulierte Kelly doch schon 2014, dass es falsch sei, wenn behauptet würde, dass der Kampf gegen den Terrorismus, „dieser Krieg gegen unsere Lebensweise vorbei ist, nur weil manche Meinungsmacher dies so schreiben oder manche unsere Truppen aus dem Irak oder Afghanistan zurückholen wollen. (…) Dieser Feind will uns zerstören, uns für Generationen bekämpfen.“

John F. Kelly wird den weltweiten Terrorismus nun als Heimatschutzminister bekämpfen, ein weiteres Kapitel in einem Leben für die Sicherheit seines Landes hinzufügen.


Bildquelle: http://bit.ly/2lLelQ7