Kandidatur verkündet: Präsident Donald J. Trump (R)

Die ersten Anhänger warteten schon zwei Tage vor Öffnung der Tore des Amway Center zu Orlando auf Einlass. Ausgestattet mit Zelten, Schlafsäcken und roten „Make America Great Again“ Mützen wollten sie die Ersten in der 20.000 Personen fassenden Arena sein. Ihrem Idol möglichst nahekommen.

Der Enthusiasmus bei den Anhängern von Donald Trump ist auch nach knapp zweieinhalb Jahren im Weißen Haus ungebrochen. Sie haben allen Grund dazu: Präsident Trump versucht seine Wahlkampfversprechen ohne Rücksicht auf Verluste umzusetzen.

Dies funktioniert zwar häufig nicht so erfolgreich wie die bis dato fehlende Rücknahme der Gesundheitsreform des Amtsvorgängers Barack Obama exemplarisch zeigt. Doch Präsident Trump vermarktet sich gewohnt professionell.

Einen aus seiner Sicht besseren Handelsvertrag mit Kanada und Mexiko, dessen Ratifizierung durch den U.S. Kongress nach wie vor aussteht, zur Stärkung US-amerikanischer Arbeiter schreibt sich der Präsident ebenso auf die Fahnen wie den nachhaltigen Umbau des Justizwesens im Sinne des Konservatismus und den Einsatz für ungeborenen Lebens.

Gläubige Christen bevorzugen Trump

Dieser Einsatz für eine republikanische Agenda, die Trump in seinem Sinne modifiziert hat, verdeckt für seine Wähler seinen oftmals rüden Umgangston. Ein Verhalten, dass ansonsten bei gläubigen Christen, die eine der wichtigsten Wählergruppen in den USA darstellen, nicht gut ankommen würde.

Im Vergleich zu den meisten möglichen demokratischen Präsidentschaftskandidaten stellt Präsident Trump für US-amerikanische Christen im kommenden Wahljahr, wie auch schon bei der Präsidentschaftswahl 2016, das kleinere Übel dar. Für die Kohorte der republikanischen Sympathisanten in der Gesamtdarstellung ist Donald Trump sogar der beliebteste Präsident seit Beginn der Umfrageaufzeichnungen.

Trump ist der Polarisierer-in-chief

Für die eine Hälfte der US-Amerikaner ist Präsident Trump eine Ikone, die das Land vor der liberalen Elite  und dem politischen Establishment retten sowie laut eigener Aussage von unfairen internationalen Verträgen befreien will. Für den anderen Teil ist der 45. US-Präsident die Reinkarnation des Bösen: Nationalistisch, narzistisch, homophob, islamophob.

Präsident Trump polarisiert die USA so stark, dass er zwar einerseits bei den Real Clear Politics Durchschnittswerten bislang nicht die 50 Prozentmarke an Zustimmung für seine Arbeit im Weißen Haus überschreiten konnte. Andererseits befinden sich Trumps Werte auf ungewöhnlich stabilem Niveau im Bereich zwischen 40 und 45 Prozent. Mit anderen Worten ausgedrückt: Republikaner sind Trump treu. Demokraten und eher unabhängige US-Amerikaner sehen den Präsidenten kritisch.

Im Hinblick auf die Tatsache, dass seit 1952 kein Amtsinhaber mit einer Zustimmungsquote unter 48 Prozent wiedergewählt wurde, herausfordernde Daten für die Wiederwahlkampagne. Doch schon 2016 strafte Donald Trump allen Umfragewerten Lügen, sah Siegchancen in eigentlich aussichtslosen Bundesstaaten. Er sollte Recht behalten und gewann die US-Präsidentschaftswahl 2016 durch kaum für möglich gehaltene Siege im Rust Belt.

Was für eine Wiederwahl spricht

Vier Jahre später hat Präsident Trump zudem die uneingeschränkte Solidarität und Organisation der republikanischen Partei hinter sich und die Wiederwahlkampagne erfreut sich einer gut gefüllten Wahlkampfkasse. Die US-Wirtschaft gibt dem Amtsinhaber zum gegenwärtigen Zeitpunkt zudem Rückenwind. Die Arbeitslosenquote ist so niedrig wie seit 50 Jahren nicht mehr, die Inflation ist ebenso niedrig und die Wirtschaft wächst beständig.

Des Weiteren sind die USA unter Präsident Trump bislang in keine weitere militärische Auseinandersetzung eingetreten. In einem Team umgeben von Falken gibt sich der 45. Präsident ganz entgegen so mancher Twitter-Tiraden bisher als Taube. Sogar zu traditionellen außenpolitischen Gegnern ist Präsident Trump offen für Gespräche wie seine beiden Treffen mit dem nordkoreanischen Diktator Kim Jong-Un gezeigt haben.

Was gegen eine Wiederwahl spricht

Die guten ökonomischen Kennzahlen in den ersten beiden Jahren der Präsidentschaft von Donald Trump werden durch dessen zahlreichen Handelskonflikten unterminiert. Dementsprechend wirkt sich der Handelsstreit mit China negativ auf ländliche Gebiete und kriselnde Industriegebiete aus. Regionen, die Trumps Kernwählerschaft stellen.

Des Weiteren gesellt sich eine vererbte Migrationskrise an der US-Südgrenze hinzu, die von der Trump-Administration zudem noch verschärft wurde. Das Damoklesschwert einer weiteren militärischen Auseinandersetzung hängt zudem über den USA – die Konflikte mit dem Iran, die Krise in Venezuela und die weiterhin ungelösten Spannungen mit Nordkorea seien exemplarisch genannt. Wohlgemerkt Konfliktherde, die Präsident Trump ungelöst von seinen Vorgängern übernehmen musste.

Gleichwohl der Enthusiasmus unter Trump-Anhängern, wie schon zu Beginn erwähnt wurde, nach wie vor groß ist, benötigt der US-Präsident für seine Wiederwahl ebenso die Unterstützung von politisch als eher unabhängig verorteten Wählern. Diese hat Präsident Trump jedoch in den vergangenen Jahren durch seine deutlich abgrenzende Politik verprellt: Der Amtsinhaber versteht sich vor allem als Präsident seiner eingefleischten Anhänger und nicht aller US-Amerikaner.

Letztendlich hängt auch viel vom Präsidentschaftskandidaten der demokratischen Partei ab. Je extremer der Kandidat sein wird, desto höher die Wiederwahlchancen für Präsident Trump. Andererseits: Nominieren Demokraten einen moderaten Kandidaten wie beispielsweise Joe Biden, könnte der Enthusiasmusfaktor bei der Wählerschaft zugunsten des Amtsinhabers entscheiden.

USA stehen vor erneutem epischen Wahlkampf

Präsidentschaftswahlkämpfe in den USA sind generell ein Spektakel. Nach der epischen Auseinandersetzung zwischen Hillary Clinton und Donald Trump im Jahr 2016, bei der so einige ungeschriebene Gesetze gebrochen wurden, stehen alle Zeichen auf einen zweiten hochdramatischen Wahlkampf mit Beteiligung des New Yorkers.

Der Ausgang der Präsidentschaftswahl 2020 ist zum jetzigen Zeitpunkt offen. Trumps Anhänger werden alles daran setzen ihr Idol im Amt zu behalten. Donald Trump hat sodann auch keine Zweifel an weiteren vier Jahren im Weißen Haus: Seine Wiederwahlkampagne hat Präsident Trump schon am Tag seiner Amtseinführung im Jahr 2017 ins Leben gerufen.

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#Blog1600Penn Update: Iran-Konflikt spitzt sich weiter zu

#Blog1600Penn bringt euch über die wichtigsten Ereignisse rund um US-amerikanische Politik der vergangenen Wochen auf den aktuellen Stand:

Wahlkampfauftakt

Präsident Donald Trump eröffnet in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch MEZ (18. Juni 2019) seine Wiederwahlkampagne mit einer Veranstaltung vor 20.000 Anhängern im Amway Center, der Heimspielstätte des NBA Teams der Orlando Magic. First Lady Melania sowie Vizepräsident Mike Pence und dessen Ehefrau Karen werden ebenso zugegen sein.

Öltanker angegriffen

Laut US-Außenminister Mike Pompeo stehen die iranischen Revolutionsgarden hinter den Angriffen auf zwei Öltanker im Golf von Oman. Der Iran weist die Anschuldigungen von sich.

„Pentagon releases additional photos alleging Iran behind oil tanker attacks“ (Axios)

Weitere Sanktionen gegenüber dem Iran

Auf Grund ihrer Verbindungen zu den iranischen Revolutionsgarden hat die US-Administration Wirtschaftssanktionen gegenüber der größten petrochemischen Firma des Iran verhängt.

„US imposes sanctions on Iran’s largest petrochemical group“ (The Guardian)

Iran fährt Uran-Anreicherung hoch

Laut dem Sprecher der iranischen Atomenergiebehörde wird das Mullah-Regime Ende Juli auch offiziell das Atomabkommen, das schon im vergangenen Jahr von den USA verlassen wurde, brechen. Am 27. Juni 2019 wird der Iran die Menge von 300 Kilogramm angereichertem Uran erreicht haben – ein Wert, der Teheran noch durch das Abkommen untersagt wurde.

„Amerika schickt weitere Soldaten in den Nahen Osten“ (FAZ)

Pressesprecherin verlässt Weißes Haus

Die Pressesprecherin des Weißen Hauses, Sarah Huckabee Sanders, verlässt Ende Juni
1600 Pennsylvania Avenue.

CDU-Vorsitzende verteidigt Präsident Trump

Die Vorsitzende der Christlich Demokratischen Union in Deutschland, Annegret Kramp-Karrenbauer, hat bei einer Rede vor der Atlantik-Brücke US-Präsident Donald Trump in Schutz genommen, vor Anti-Amerikanismus gewarnt und das 2-Prozent-Ziel der NATO für die Verteidigungsausgaben ihrer Mitgliedsländer verteidigt.

„Kramp-Karrenbauer nimmt Trump in Schutz“ (Welt)

Einigung mit Mexiko

Im Grenz- und Handelsstreit konnten die USA mit Mexiko eine Einigung erzielen. Mexiko wird vermehrt gegen illegale Einwanderung in die USA vorgehen. Die USA verzichten daraufhin von angedrohten Zöllen auf mexikanische Produkte. Über die Details sind sich der US-Präsident und Mexiko jedoch öffentlich weiterhin uneinig.

Sanders wirbt für Sozialismus

Senator Bernie Sanders hat bei einer Rede vor der George Washington University für einen „Demokratischen Sozialismus“ in den USA geworben. John Hickenlooper, einer der Mitbewerber um die demokratische Präsidentschaftskandidatur, konterte: „Demokraten müssen laut und deutlich machen, dass wir keine Sozialisten sind!“

Biden veröffentlicht Klimaschutzplan

Joe Biden hat einen ambitionierten Plan zur Bekämpfung des Klimawandels vorgestellt. Bis zum Jahr 2050 soll es 100% saubere Energie geben und somit Kohlenstoffdioxidausstösse der Vergangenheit angehören.

Hogan kandidiert nicht

Der Gouverneur von Maryland, Larry Hogan, wird Präsident Trump bei den republikanischen Vorwahlen nicht herausfordern. Bislang gibt es mit Bill Weld nur einen innerparteilichen Gegenkandidaten zum Amtsinhaber.

„Kandidaten der republikanischen Partei“ (1600 Pennsylvania)

Anstieg illegaler Einwanderung

Mehr als 144.200 Migranten wurden an der US-Südgrenze im Mai 2019 auf Grund eines illegalen Grenzübertritts festgenommen. Dies ist ein Anstieg von 32 Prozent im Vergleich zum Vormonat und die höchste monatliche Festnahmezahl in sieben Jahren.

Wichtigste Demokratin will Trump im Gefängnis sehen

Speaker Nancy Pelosi, die ranghöchste Demokratin am Capitol Hill, hat sich in den vergangenen Wochen immer wieder gegen ein Amtsenthebungsverfahren gegenüber Präsident Trump ausgesprochen. Der Grund: Pelosi will den US-Präsidenten bei der im nächsten Jahr anstehenden Wahl schlagen und danach vor Gericht bringen.

„Pelosi tells Dems she wants to see Trump ‘in prison’“ (Politico)

Trump gedenkt D-Day

Präsident Trump und First Lady Melania haben zusammen mit den Staats- und Regierungschefs der Alliierten an den 75. Jahrestag des D-Day, dem Anfang vom Ende des Zweiten Weltkrieges, gedacht.

„75 Jahre sind seit dem D-Day vergangen. 300 Veteranen verkörpern vielleicht ein letztes Mal die lebendige Erinnerung an die Offensive“ (NZZ)

Präsident Trump in Großbritannien

Als erst drittem US-Präsidenten wurde Donald Trump die Ehre eines Staatsbesuchs in Großbritannien zu teil.

„Präsident Trump in Großbritannien“ (1600 Pennsylvania)


Leseempfehlungen

China
„US envoy decries lack of response from Islamic world to China’s attacks on Uighurs“ (The Guardian)

Exekutive
„Schuld ist Hegel: Trump-Philosophen nehmen den administrativen Staat ins Visier“ (NZZ)

Internationale Beziehungen
„Mike Pompeo: «Es besteht die Gefahr, dass wir gegenüber China nicht wachsam genug sind»“ (NZZ)

Klimaschutz
„United We Stand“ (Zentrum Liberale Moderne)

Migration
„Recently arrived U.S. immigrants, growing in number, differ from long-term residents“ (Pew Research Center)

Transatlantische Beziehungen
„Experte übt vernichtende Kritik an Merkels Umgang mit Trump“ (Focus Online)
„Es gibt auch mit Präsident Trump Anknüpfungspunkte“ (Atlantik-Brücke)

US-Präsidentschaftswahl
„Elizabeth Warren gains momentum in the 2020 race plan by plan“ (The Guardian)

Der Mittelpunkt der Vor-Vorwahlen

Philadelphia oder Washington D.C. sind jedem Europäer ein Begriff und womöglich Traumreiseziele. New York City sowieso. Gleiches gilt für San Francisco oder Los Angeles an der US-Westküste. An das oftmals von der Elite der Küstenstaaten als flyover states (Überflugland) bezeichnende Gebiet wird hingegen schon weitaus weniger in Bezug auf die USA gedacht.

Im Kampf um das Weiße Haus rückt allerdings ein solcher Bundesstaat regelmäßig in den Mittelpunkt der zahlreichen Präsidentschaftsbewerber. Der Marathon bei den innerparteilichen Vorwahlen beginnt nämlich traditionell im Mittleren Westen der USA, im Bundesstaat Iowa. Dies hat zur Folge, dass trotz der geringen Einwohnerzahl – weniger als ein Prozent der US-Bevölkerung ist in Iowa beheimatet – der Staat zwischen Missouri River und dem Mississippi River auf der politischen Landkarte regelmäßig zum Broadway der Präsidentschaftskandidaten avanciert.

Ein schlechtes Ergebnis in Iowa und eine Präsidentschaftskandidatur kann nicht zuletzt auf Grund geringerer Spendeneinnahmen schon frühzeitig Geschichte sein. Umgekehrt kann durch ein gutes Ergebnis eine Kandidatur so richtig an Fahrt aufnehmen. Barack Obama feierte beispielsweise im Jahr 2008 einen Überraschungssieg gegen die favorisierenden Konkurrenten John Edwards und Hillary Clinton. Der Rückenwind aus Iowa sollte Obama letztendlich bis in das Weiße Haus tragen.

Solch eine Erfahrung würden sicherlich auch die zahlreichen demokratischen Präsidentschaftsbewerber des Jahrgangs 2020 machen wollen. Geben sich die weit mehr als zwanzig Kandidaten schon seit Wochen quasi die Klinke in Iowa in die Hand, waren vergangenes Wochenende beim „Hall of Fame dinner“ in Cedar Rapids gleich 19 demokratische Präsidentschaftskandidaten vor Ort. Ein chaotischer Vorgeschmack auf die Ende Juni 2019 startenden TV-Debatten zu den Vorwahlen der demokratischen Partei.

Der in Umfragen bislang führende ehemalige Vizepräsident Joe Biden gab sich hingegen nicht das Vergnügen. Es könnte argumentiert werden, dass man das politische Urgestein in Iowa kennen sollte und Biden deshalb verzichtete sich auf eine Ebene mit seinen in der Regel (noch) unbekannteren Konkurrenten herabzulassen. Die Abwesenheit hatte jedoch vielmehr mit dem Geburtstag seiner Tochter und der Abschlussfeier seiner Enkelin zu tun. Kritik von den Mitbewerbern gab es dennoch.

Wenige Tage später wartete Biden dennoch mit einem schon länger geplanten Besuch in Iowa auf. Zu einem Zeitpunkt, als sich auch Präsident Trump die Ehre im Hawkeye State gab. Eine bessere bildliche Darstellung für den derzeitigen Stand des Vor-Vorwahlkampfes hätte es nicht geben können. Ein in Umfragen bislang (noch) deutlich führender Demokrat, der sich nicht mit seinen Konkurrenten in Iowa misst, sondern mit dem politischen Gegner im Weißen Haus.

Der Amtsinhaber weiß zudem, dass Iowa nicht nur für innerparteiliche Vorwahlen für die Kandidaten egal welcher Partei eine enorme Bedeutung darstellt. Im Jahr 2016 erreichte Donald Trump knapp hinter Ted Cruz einen starken zweiten Rang. Auch bei der Hauptwahl spielt Iowa mit seinen zwar wenigen aber dennoch nicht zu unterschätzenden sechs Wahlmännern eine wichtige Rolle.

So färbte Donald Trump Iowa im Jahr 2016 zwar rot. Doch in den zwei Wahlen zuvor entschied der Demokrat Barack Obama den Bundesstaat für sich. Der Handelskonflikt mit China wirkt sich gegenwärtig zudem auf das von der Landwirtschaft dominierte Iowa negativ aus. Vor diesen Hintergründen weiß Präsident Trump wie auch seine zahlreichen potentiellen demokratischen Herausforderer, dass Iowa schon jetzt im Mittelpunkt einer jeden Wahlkampagne stehen muss.

#Blog1600Penn Update: Vom kaiserlichen Hof zum Amtsenthebungsverfahren?

#Blog1600Penn bringt euch über die wichtigsten Ereignisse rund um US-amerikanische Politik der vergangenen Wochen auf den aktuellen Stand:

Merkel in Harvard

Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel hat auf der Graduiertenfeier der Harvard University gesprochen. Ebenso wurde der Kanzlerin die Ehrendoktorwürde verliehen.

„Merkel gibt den Anti-Trump“ (FAZ)

Trump in Japan

Präsident Donald Trump und First Lady Melania waren für vier Tage zu Gast in Japan. Neben Arbeitstreffen mit dem japanischen Premierminister Shinzo Abe gab es für das First Couple einen Empfang beim neuen japanischen Kaiser Naruhito.

Truppenverlegung in den nahen osten

Die Trump-Administration plant weitere 1.500 Soldaten in den Nahen Osten zu versenden. Grund sind die zunehmenden Spannungen mit dem Iran.

Mueller tritt an die Öffentlichkeit

Wenige Wochen nach dem Abschluss der Sonderermittlungen zur russischen Einflussnahme bei der US-Präsidentschaftswahl 2016 hat sich Robert Mueller mit einem Statement an die Öffentlichkeit gewandt. Mueller: „Der Abschlussbericht spricht für sich selbst.“

„Muellers Schlussstrich“ (Zeit Online)

Republikaner fordert Trumps Amtsenthebung

Justin Amash, republikanischer Abgeordneter des U.S. Repräsentantenhauses, hat für ein Amtsenthebungsverfahren gegenüber Präsident Trump plädiert. Amash liebäugelt mit einem Wechsel zur Libertarian Party.

Weitere Sonderermittlungen

Präsident Trump hat Justizminister Barr mit Befugnissen ausgestattet über den Beginn der Sonderermittlungen der russischen Einflussnahme bei der US-Präsidentschaftswahl 2016  zu ermitteln.

Keine Zusammenarbeit bei Infrastrukturprojekte

Eigentlich sollten die demokratischen Führungsfiguren im U.S. Kongress, Nancy Pelosi und Chuck Schumer, mit Präsident Trump zusammenkommen, um gemeinsame Anstrengungen im Bereich der Infrastruktur zu konkretisieren. Das Gespräch sollte nicht lange andauern. Als Präsident Trump den Raum betrat verkündete er zu seinen Gesprächspartnern: „So lange ihr eure Untersuchungen gegen mich nicht einstellt, wird es kein gemeinsames Infrastrukturprojekt geben.“

DEMOKRATEN MACHEN DRUCK AUF AMTSENTHEBUNG

Das Gespenst eines Amtsenthebungsverfahrens gegenüber Präsident Trump schwebt weiterhin über Washington D.C. Die demokratischen House-Abgeordneten David Cicilline, Jamie Raskin und Joe Neguse haben versucht Speaker Nancy Pelosi von einem Amtsenthebungsverfahren zu überzeugen. Bislang erfolglos. Die Präsidentschaftskandidaten Beto O’Rourke und Cory Booker plädierten zudem für solch ein Verfahren. Ein weiterer Demokrat machte derweil mit scharfen Worten auf sich aufmerksam:

Demokraten kritsieren Game Of Thrones

Das größte Epos unserer Zeit ging in die finale Staffel und krönte einen neuen König des sagenumwobenen Westeros. Dass keine Frau am (mittlerweile nicht mehr vorhandenen) Eisernen Stuhl sitzt, haben nun die demokratische U.S. Senatorin Elizabeth Warren und die Abgeordnete Alexandria Ocasio-Cortez kritisiert.

Trumps Wiederwahlkampagne investiert in Facebook-Werbung

Die Wiederwahlkampagne von Präsident Trump hat in diesem Jahr schon $ 5 Millionen in Werbung auf Facebook investiert – weitaus mehr als alle anderen Kampagnen.

Bürgermeister von New York will Trump herausfordern

Der linksliberale Bürgermeister von New York City, Bill de Blasio, hat seine Teilnahme bei den demokratischen Präsidentschaftsvorwahlen verkündet. Laut einer repräsentativen Umfrage von Quinnipica University stehen allerdings 76% der New Yorker seiner Kandidatur negativ gegenüber.

„Stimmungsbarometer 05/2019“ (1600 Pennsylvania)

Trump will mit dem Iran reden

Die Krise zwischen dem Iran und den USA hat sich in den vergangenen Wochen weiter verschärft. Präsident Trump hat sich dennoch für die Fortsetzung seiner Strategie des maximalen Drucks gegenüber dem Mullah-Regime ausgesprochen. Gleichzeitig betonte der US-Präsident eine Eskalation in Form eines Krieges vermeiden zu wollen.

Auf Grund dessen empfing Präsident Trump am 16. Mai 2019 auch kurzfristig den Schweizer Bundespräsidenten Ueli Maurer (rechts im Bild) im Weißen Haus. Über die Schweiz erhofft sich der US-Präsident einen Gesprächskanal nach Teheran herstellen zu können.

Die Schweiz spielte schon beim Atomabkommen eine wichtige Rolle. Ebenso sei angemerkt, dass nie zuvor ein Schweizer Bundespräsident zu Gast in 1600 Pennsylvania Avenue war.

Abendessen mit dem iranischen Außenminister

Die demokratische U.S. Senatorin Dianne Feinstein hat mit dem iranischen Außenminister Javad Zarif auf dessen USA-Besuch zu Abend gegessen. Das Treffen war mit dem US-Außenministerium abgesprochen.

Dekret gegen Nutzung riskanter Telekommunikationstechnik

Präsident Trump hat ein Dekret unterzeichnet, dass die Nutzung riskanter Telekommunikationstechnik für US-Unternehmen verbietet. Eine Entscheidung, die offensichtlich auf das chinesische Telekommunikationsunternehmen Huawei abzielt. Huawei steht unter Spionageverdacht.


Leseempfehlungen

Außenpolitik
„Democrats need to place China at the center of their foreign policy“ (Brookings)

Gesellschaftspolitik
Russell Berman: „Donald Trump will den Status quo des Politbetriebs ändern“ (NZZ)

Handelsstreit
„Amerika verhängt Strafzölle auf deutsche Bierfässer“ (FAZ)
„Trump announces tariffs on Mexico until ‚immigration remedied'“ (The Guardian)

Migration
„U.S. unauthorized immigrants are more proficient in English, more educated than a decade ago“ (Pew Research Center)

Präsidentschaftswahl
„Trump’s Formidable 2020 Tailwind“ (The New York Times)
„I’m a Republican and I Oppose Trump. Now What?“ (The Atlantic)

Vorwahlen
„Viele Köche, kein Rezept“ (Cicero)

Fernduell mit Frühstart

Ein jeder US-Präsidentschaftswahlkampf nimmt zwischen den Kandidaten der republikanischen und demokratischen Partei im Sommer vor dem Wahltermin an Fahrt auf. Das gegenwärtige Rennen um das Weiße Haus wartet bislang jedoch mit einer Ausnahme auf.

Wenngleich es eine reine Formsache darstellt, haben weder Republikaner bislang Präsident Trump abermals als ihren Kandidaten auserkoren. Noch haben Demokraten ihren Spitzenkandidaten gefunden. Die Debatten zu den demokratischen Vorwahlen beginnen zudem bekanntlich erst im kommenden Monat. Die ersten Vorwahlen finden sogar erst in zehn Monaten statt.

Doch schon jetzt kristallisiert sich ein Duell zwischen Präsident Trump und Joe Biden heraus. Damit sind nicht die gegenwärtigen Umfragen gemeint, die den ehemaligen Vizepräsidenten Biden im demokratischen Vorwahlkampf deutlich in Führung liegen sehen. Umfragen zu diesem Zeitpunkt sind mehr ein Bekanntheitsvorschuss als reale Zustimmungswerte zum expliziten politischen Programm des Kandidaten.

Vielmehr sehen sich Präsident Trump und Biden selbst schon in einem Duell um das Weiße Haus wie die bisherigen Wahlkampfaktivitäten der beiden so unterschiedlichen Charaktere zeigen. So wartet Joe Biden bislang mit wenigen Wahlkampfveranstaltungen auf. Wenig verwunderlich, muss sich Biden nach einer jahrzehntelangen politischen Karriere, die mit der Vizepräsidentschaft zwischen 2009 und 2017 ihren (vorläufigen) Höhepunkt erreichte, kaum einem US-Amerikaner mehr vorstellen.

Von größerer Bedeutung ist jedoch die Tatsache, dass Biden in seinen bis dato wenigen Wahlkampfreden nicht seine demokratischen Mitbewerber um die Präsidentschaftskandidatur angreift oder ein explizites politisches Programm vorstellt. Vielmehr attackiert der 76-jährige kontinuierlich den amtierenden US-Präsidenten: „US-amerikanische Werte müssen gegen den Amtsinhaber verteidigt werden! Wir sind in einer Schlacht um die Seele unserer Nation!“ Biden nannte Trump zudem einen „Clown“.

Oberste Priorität ist es Donald Trump zu schlagen.
(Joe Biden bei seinem Wahlkampfauftakt)

Dass Donald Trump mit „Sleepy Joe“ auch schon einen Spitznamen an Joe Biden vergeben hat, unterstreicht das Bewusstsein der Wiederwahlkampagne des US-Präsidenten, dass der ehemalige Vizepräsident eine der größten Gefahren für den Republikaner bei der US-Präsidentschaftswahl 2020 darstellen könnte.

Selbst auf seiner Japan-Reise konnte Präsident Trump es nicht lassen Biden zu attackieren. Bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem japanischen Premierminister Shinzo Abe stimmte Präsident Trump sogar mit dem nordkoreanischen Diktator Kim Jong-Un überein, der Joe Biden einen geringen Intelligenzquotienten vorwarf.

Joe Biden hat euch verlassen.
(Präsident Trump bei einer Wahlkampfveranstaltung in Pennsylvania.
Biden verließ als Kind seinen Geburtsstaat Pennsylvania)

Präsident Donald Trump und Joe Biden sehen sich schon im direkten Duell um das Weiße Haus im nächsten Jahr. Doch bis dahin hat die demokratische Basis noch einige Vorwahlen zu entscheiden. Werden Demokraten den Wunsch der beiden Politgrößen entsprechen? Oder duellierten sich Präsident Trump und Biden zu früh?


Bildquelle: https://bit.ly/2VWHdqc

Joe Biden legte den Fokus seines Wahlkampfauftaktes auf Kritik an Präsident Trump:

Präsident Trump fokussierte sich derweil bei einer Wahlkampfveranstaltung in Pennsylvania auf Joe Biden: