Kaine missioniert nun für Clinton

Tim Kaine bezeichnet sich selbst als langweilig. Für Hillary Clinton ist Kaine einfach alles, was Trump und Pence nicht sind. Doch wer ist der demokratische Vizepräsidentschaftskandidat wirklich?

Aufgewachsen in einem katholischen Elternhaus hat Kaine eigener Aussage zufolge seine Zeit als katholischer Missionar in Honduras zu Beginn der 1980er Jahre am nachhaltigsten geprägt.

Seitdem spricht Kaine fließend Spanisch. Eine Qualität, die Clintons Kampagne sicherlich gewinnbringend bei der Mobilisierung der hispanischen Minderheit einsetzen kann.

Erfahrener Politiker

Das wichtigste Auswahlkriterium ihres VP-Kandidaten war für Clinton die Fähigkeit in einer Notfallsituation das Präsidentenamt sofort übernehmen zu können. Kaine füllt dieses Kriterium zweifelsohne aus, bringt er doch langjährige legislative wie exekutive Erfahrungen mit.

Bürgermeister von Richmond, Vizegouverneur und Gouverneur von Virginia und seit 2013 US-Senator für seinen Heimatstaat: Kaine hat seit den 1990er Jahren politische Erfahrungen von lokaler bis Bundesebene sammeln können.

Ein bundesweites Netzwerk bringt Kaine durch sein Amt als Vorsitzender der Demokratischen Partei, das er von 2009 bis 2011 inne hielt, zudem mit. Dass Kaine einem Swing State angehört, wird in der Hauptwahl ebenso keinen Nachteil darstellen.

Linker Parteiflügel nicht erfreut

Tim Kaine entspricht folglich dem Ideal eines Vizepräsidentschaftskandidaten für Hillary Clinton. Wäre da nicht die linke Parteibasis, die im Vorwahlkampf von Bernie Sanders so begeistert wurde.

Laut einer repräsentativen Umfrage von CNN/ORC werden nach heutigem Stand 40% der Sanders-Anhänger im November nicht für Clinton ihre Stimme abgeben. Kaine, der als moderater Demokrat gilt, wird dies nicht ändern können.

Zwar steht Kaine beispielsweise für eine Liberalisierung des Einwanderungsrechts und für das Selbstbestimmungsrecht der Frau in Bezug auf Schwangerschaftsabbrüche (obwohl er als Privatmensch aufgrund seine Glaubens Abtreibungen ablehnt).

Doch außenpolitisch unterstützt er die Linie von Clinton. Beispielsweise forderte er im Umgang mit Syriens Präsident Bashar al-Assad ein härteres Vorgehen. Kritik an US-Präsident Obama äußerte Kaine öffentlich.

Den Sandernistas ebenso wenig Gefallen dürfte Kaines Einstellung zu Freihandelsabkommen. Der 58-jährige Senator gilt als Verfechter von NAFTA und TPP, wenngleich er letzterem seit seiner VP-Kandidatur etwas kritischer gegenübersteht.

Nichts desto trotz gilt Kaine als sichere(re) Variante für Clintons VP-Kandidaten. Im Gegensatz zu Elizabeth Warren, die als Mitfavoritin um den Posten galt, polarisiert der studierte Wirtschafts- und Rechtswissenschaftler kaum.

Tim Kaine macht sich nun auf den Weg die US-amerikanische Wählerschaft für Hillary Clinton zu mobilisieren, zu missionieren. Ein Spitzname seines Heimat-Bundesstaates Virginia gibt dem Unterfangen für Clinton schon einmal ein gutes Omen: „Mutter der Präsidenten“.


Bildquelle: thenation.com/wp-content/uploads/2016/07/tim_kaine_rally_ap.jpg

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