„1600 Pennsylvania“ informiert über die aktuellsten repräsentativen Umfragen rund um US-amerikanische Politik (Pfeil nach oben/unten: Wert ist zum Vormonat gestiegen/hat abgenommen). Quellen, falls nicht anders angegeben, sind die auf Real Clear Politics veröffentlichten Durchschnittswerte der wichtigsten Umfrageinstitute.
Repräsentative Umfragen aus D.C.
Weitere repräsentative Umfragen
Repräsentative Umfragen rund um die US-Wahl 2024
Repräsentative Umfragen zu den Kongresswahlen 2024
Nicht-repräsentative Umfrage auf X
Bildquellen: Creative-Commons-Lizenzen (via Google); Canva.com; eigene Grafiken. Zur besseren Lesbarkeit von Personenbezeichnungen und personenbezogenen Wörtern wird in der Regel die männliche Form genutzt. Diese Begriffe gelten für alle Geschlechter.
Die Rubrik „Wahlkampfthemen 2024“ behandelt bis zur Präsidentschaftswahl am 05.11.2024 für den Wahlausgang mitentscheidende Politikbereiche. Dabei wird die Ausgangslage der jeweiligen Thematik erläutert sowie die Positionen der Kandidaten beider großer Parteien in Kurzform dargestellt. Im Monat Oktober wird folgendes Wahlkampfthema vorgestellt:
Der Nahe Osten
Die Ausgangslage
Seit ihrer Staatsgründung am 14.05.1948 ist sich der Staat Israel, die einzige funktionierende Demokratie in der Region, einer kontinuierlichen Bedrohung durch un- wie mittelbare muslimische Nachbarstaaten und Terrororganisationen ausgesetzt. Am 07.10.2023, an dem der jüdische Feiertag Simchat Tora begangen wurde, führte sodann die islamistische Hamas aus dem Gazastreifen heraus das größte Massaker an der jüdischen Bevölkerung seit dem Holocaust aus.
Mehr als 2.500 Hamas-Milizionäre durchbrachen den Grenzzaun zum Gazastreifen, drangen in israelisches Gebiet ein, verübten ein Massaker in 25 israelischen Gemeinden und auf einem Musikfestival. Mehr als 1.300 Menschen wurden teils auf bestialische Weise ermordet, Frauen vergewaltigt, Kinder gefoltert. 239 Personen wurden von der Hamas in den Gazastreifen entführt, viele von ihnen werden auch noch ein Jahr danach gefangen gehalten, ohne freilich zu wissen, ob diese noch am Leben sind.
Die im Gazastreifen lebenden Palästinenser befürworteten laut mehreren, in Kriegszeiten freilich unter erschwerten Voraussetzungen durchgeführten, Erhebungen die Tat der Hamas. Die Terrororganisation, welche auch eine politische Partei darstellt, bekam ohnehin im Jahr 2006 ein Mandat von der palästinensischen Bevölkerung, den Gazastreifen zu regieren. Finanziert wird die Hamas primär von der Islamischen Republik Iran, welche die Auslöschung des Staates Israel als Ziel ausgegeben hat. Das Mullah-Regime unterstützt ebenso die im Süden Libanons agierende Hisbollah, die seit einem Jahr Israel mit Raketenterror überzieht, und die Houthi-Rebellen im Jemen.
Vor dem Hintergrund der stetigen Bedrohungslage für den Staat Israel ist zu konstatieren, dass das jüdische Land seit dessen (Neu-) Gründung im Jahr 1948 von keinem Land so stark unterstützt wird wie von den USA. Laut dem Congressional Research Service erhielt Israel seit Bestehen $ 160 Milliarden (nicht inflationsbereinigt) an Unterstützungsleistungen von den USA. Die gegenwärtigen jährlichen Hilfen belaufen sich auf mindestens $ 3,8 Milliarden – darunter $ 500 Millionen für die Raketenabwehr.
Letzt genannte Hilfen sind für Israel überlebensnotwendig, attackierte der Iran doch erstmals im April diesen Jahres den jüdischen Staat mit hunderten von ballistischen Raketen. Israel macht seit einem Jahr von seinem Selbstverteidigungsrecht Gebrauch, versucht die Hamas mit einer Militäroperation im Gazastreifen zu schwächen. Führende Terroristen, wie Ismail Hanija (Hamas) und Hassan Nasrallah (Hisbollah), wurden von Israel ebenso schon eliminiert.
Die Nahostpolitik von Vizepräsidentin Kamala Harris
Seit ihrer Inthronisierung als Präsidentschaftskandidatin der Demokratischen Partei hat sich Vizepräsidentin Kamala Harris mehrmals solidarisch gegenüber dem Staat Israel gezeigt und dessen Existenz- und Selbstverteidigungsrecht betont. Nichts desto trotz wird VP Harris nicht müde ihre Sympathien mit der palästinensischen Bevölkerung zu äußern. Ebenso bekundete VP Harris Verständnis für die antizionistischen und antisemitischen Demonstrationen an Hochschulen und forderte einen sofortigen Waffenstillstand im Gazastreifen. Letzteres dürfte auch dem einflussreicher werdenden progressiven Flügel in ihrer Partei geschuldet sein, der einen offenen Antizionismus propagiert.
Doug Emhoff, Ehemann von Harris, ist jüdischen Glaubens.
Da VP Harris Teil der Administration von Präsident Joe Biden ist, machte sie bislang im Wahlkampf in Bezug auf ihre mögliche explizite Nahostpolitik nur die oben angeführten limitierten Aussagen. Für muslimische Wähler in den USA setzte VP Harris ein Zeichen, als sie Ende Juli die Rede des israelischen Ministerpräsidenten vor dem U.S. Kongress boykottierte. In der Außen- und Sicherheitspolitik könnte VP Harris, die sich auch für eine regelbasierte Ordnung einsetzt, jedoch pragmatischer Agieren als Präsident Biden. Die Zwei-Staaten-Lösung, für die sich vergangene US-Präsidenten mit Ausnahme von Donald Trump einsetzten, erklärte auch VP Harris als Ziel ihrer Nahostpolitik.
Die offensive Sicherheitspolitik des Staates Israels der vergangenen Monate könnte darauf hindeuten, dass Jerusalem nicht denkt, dass eine mögliche Harris-Administration hilfreicher sein würde als die gegenwärtige Regierung in Washington D.C. Trotz einiger politischer Differenzen zwischen Präsident Biden und Ministerpräsident Benjamin Netanyahu kann sich Israel nämlich sicher sein, dass der 46. US-Präsident ein Befürworter des Zionismus ist. Bei der jüngeren Generation demokratischer Politiker ist diese Sicherheit nicht mehr gegeben.
Die Nahostpolitik von Donald Trump
Trump war der Israel am freundlichsten gesinnte US-Präsident in Jahrzehnten, indem er die Lebenswirklichkeiten in der Region anerkannte. Vor diesem Hintergrund ließ Trump einerseits die US-Botschaft von Tel Aviv nach Jerusalem verlegen – ein Versprechen, welches schon seine Vorgänger in den Wahlkämpfen machten, jedoch die Umsetzung wegen möglicher sicherheitspolitischer Konsequenzen fürchteten.
Andererseits ordnete Trump den Ausstieg aus dem Atomabkommen mit dem Iran, welches vom U.S. Kongress ohnehin nie ratifiziert wurde, an. Das Abkommen, so Trump, würde den Iran dazu bemächtigen die freigesetzten monetären Mittel für die zusätzliche Finanzierung des islamistischen Terrorismus zu verwenden. In Bezug auf die jüngsten Entwicklungen im Nahostkonflikt lehnt Trump einen israelischen Angriff auf das iranische Atomprogramm nicht ab.
Trumps Tochter Ivanka und Schwiegersohn Jared Kushner sind jüdischen Glaubens.
Eine Zwei-Staaten-Lösung im herkömmlichen Sinne lehnt Trump ab. Als Präsident versuchte er Frieden auf einem anderen Weg in der Region zu schaffen, indem er bei der Normalisierung der Beziehungen zwischen muslimischen Ländern und dem Staat Israel vermittelte. Durch die daraus entstandenen Abraham-Verträge konnte Israel diplomatische Beziehungen mit Bahrain, den Vereinigten Arabischen Emiraten, Marokko und dem Sudan aufnehmen. Mit dieser Strategie soll der Iran im Nahen Osten weiter isoliert werden. Mit der Vermittlung der Abraham Accords konnte Trump ebenso einen Siedlungsstopp bei der israelischen Regierung erreichen.
Behandelte Wahlkampfthemen auf „1600 Pennsylvania“
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Seit dem Labor Day, dem US-amerikanischen Tag der Arbeit, ist der Wahlkampf in die heiße Phase eingetreten. Vizepräsidentin Kamala Harris und Donald Trump nehmen vor diesem Hintergrund nochmals mehr Wahlkampfauftritte wahr. Im September standen sich die beiden Kontrahenten zudem erstmals in einem TV-Duell gegenüber. Um in der Nachrichtenflut auf dem Weg zur US-Präsidentschaftswahl am 05.11.2024 auf dem Laufenden zu bleiben, fasst das neueste #uswahl2024 Update die wichtigsten Ereignisse des vergangenen Monats unaufgeregt zusammen.
Umfragen
Kandidat
Landesweite Umfrage (Stimmungsindikator)
Wahlmännerprognose* (270 für Wahlsieg nötig)
Vizepräsidentin Kamala Harris (D)
47,9%
257
Donald Trump (R)
45,9%
281
Jill Stein (G)
1,2%
0
Chase Oliver (L)
1,1%
0
Der Stand der US-Präsidentschaftswahl 2024 zum Zeitpunkt der Veröffentlichung des #uswahl2024 Update 09/2024 nach den auf Real Clear Politics veröffentlichten repräsentativen Umfragewerten/ Prognosen für die Wahlmännerverteilung.
Die Bundesstaaten Arizona, Georgia, Michigan, Nevada, North Carolina, Pennsylvania und Wisconsin gelten als Swing States, sprich als umkämpfte Staaten.
Allgemeines
Fernsehdebatte zwischen VP Harris und Trump
Am 10.09.2024 duellierten sich in Philadelphia, Pennsylvania, auf ABC News VP Harris und Trump in ihrer ersten und womöglich einzigen TV-Debatte. In der 90-minütigen Auseinandersetzung wurden zahlreiche Themen oberflächlich angesprochen, wobei sich beide Kandidaten mit der Verbreitung von Unwahrheiten überboten. VP Harris ging mit Vorteilen aus der Debatte heraus.
CNN will zweite Debatte ausrichten
CNN hat die Präsidentschaftskandidaten zu einem weiteren TV-Duell eingeladen. Den Termin am 23.10.2024 sagte bislang allerdings nur VP Harris zu. Trump sieht eine Fernsehdebatte zu solch einem späten Zeitpunkt skeptisch, insbesondere nachdem VP Harris zwei von ihm vorgeschlagene frühere Termine nicht wahrnahm.
US-Wahl hat begonnen
Es öffnen zwar erst am 05.11.2024 die Wahllokale, doch schon jetzt haben einige US-Amerikaner die Möglichkeit von ihrem Stimmrecht Gebrauch zu machen. In North Carolina werden beispielsweise schon seit dem 06.09.2024 die Briefwahlunterlagen verschickt. Seit dem 16.09.2024 ist in Pennsylvania, dem wohl wichtigsten Swing State, die vorzeitige Stimmabgabe möglich. In Minnesota und Virginia kann seit dem 20.09.2024 gewählt werden.
In Georgia könnte es zu Verzögerungen bei der Auszählung kommen
Das Georgia State Election Board hat dafür gestimmt, alle Wahlzettel per Hand auszählen zu lassen. Dies bedeutet, dass es wohl zu Verzögerungen beim Wahlergebnis aus Georgia, einem Swing State mit 16 Wahlleuten, kommen wird.
US-Notenbank senkt Leitzins
Die US-Notenbank hat den Leitzins um einen halben Prozentpunkt gesenkt. Die Federal Reserve reagierte damit auf die weniger starke Inflation und auf die Abkühlung des Arbeitsmarkts. Während VP Harris die Entscheidung begrüßte, kritisierte Trump hingegen die von der Politik unabhängige Notenbank.
Kamala Harris – Die Vizepräsidentin
VP Harris solidarisiert sich mit der Ukraine
Der ukrainische Präsident Volodymir Zelensky besuchte Ende September die USA. Neben einem Treffen mit Präsident Joe Biden gab es für Zelensky auch eine Zusammenkunft mit VP Harris. In einem Pressestatement fand die demokratische Präsidentschaftskandidatin deutliche Worte der Unterstützung für das angegriffene Land. Für sogenannte Waffenstillstandsabkommen, die aus MAGA-Kreisen zu hören sind, erteilte VP Harris eine Absage: „Wir sollten uns darüber im Klaren sein, dass das keine Vorschläge für den Frieden sind. Es sind vielmehr Vorschläge für eine Kapitulation, die gefährlich und inakzeptabel ist“.
VP Harris nimmt mehr Spenden ein als Trump
Die Präsidentschaftswahlkampagne von VP Harris konnte im August $ 300 Millionen an Spenden generieren. Damit baute die Demokratin ihren finanziellen Vorsprung auf Trump weiter aus, der $ 130 Millionen an Spenden sammelte.
VP Harris gibt mehr Geld für Werbespots aus als Trump
Der monetäre Vorteil der Kampagne von VP Harris gegenüber Trump macht sich nun auch deutlich beim Schalten von Werbespots bemerkbar. Im August gab die Kampagne von VP Harris im Durchschnitt $ 7,5 Millionen pro Tag für Werbespots aus, während Trump lediglich $ 2,5 Millionen pro Tag investierte.
Taylor Swift unterstützt VP Harris
Die weltweit erfolgreichste Musikerin Taylor Swift unterstützt offiziell die Kampagne von VP Harris. Auf Instagram teilte Swift ihren 283 Millionen Followern mit, dass „ich sie [VP Harris] für eine besonnene, begabte Führungspersönlichkeit [halte] und glaube, dass wir in diesem Land so viel mehr erreichen können, wenn wir von Ruhe und nicht von Chaos geleitet werden.“
Dick Cheney und dessen Tochter Liz haben bekanntgegeben, im November ihre Stimme nicht für Parteikollegen Trump abzugeben. Stattdessen werden der ehemalige Vizepräsident und die einstige Kongressabgeordnete für VP Harris votieren. In einem Statement ließ Dick Cheney verlautbaren, dass „jeder von uns die Pflicht [hat], das Land über die Parteilichkeit zu stellen und unsere Verfassung zu verteidigen. Deshalb werde ich meine Stimme für Vizepräsidentin Kamala Harris abgeben“.
VP Harris wirbt mit Republikanern
Die Kampagne von VP Harris hat einen Werbespot veröffentlicht, in dem sich zahlreiche Republikaner vom republikanischen Präsidentschaftskandidaten Trump distanziert haben.
VP Harris stellt wirtschaftspolitische Pläne vor
VP Harris hat in New Hampshire, eigentlich kein Swing State, einen weiteren Teil ihrer wirtschaftspolitischen Pläne vorgestellt. Insbesondere kleine Unternehmer, so VP Harris, sollen von der Regierung unterstützt werden. Des Weiteren soll es regulatorische Erleichterungen für Unternehmensneugründungen geben.
Das Al Smith Dinner ist ein von der katholischen Kirche organisiertes jährliches Abendessen, bei dem Spenden für wohltätige Zwecke gesammelt werden. Traditionell nehmen die Präsidentschaftskandidaten daran teil. VP Harris brach in diesem Jahr mit dieser Tradition und blieb der Veranstaltung fern. Die demokratische Präsidentschaftskandidatin pflegt schon seit Jahren ein angespanntes Verhältnis zur katholischen Kirche.
Donald Trump – Der Herausforderer
Trump greift Zelensky scharf an
Bei einer Wahlkampfveranstaltung in North Carolina hat Trump Zelensky scharf angegriffen. Laut dem Republikaner stehe einem Frieden nur der ukrainische Präsident im Weg: „Wir geben weiterhin Milliarden von Dollar an einen Mann, der sich weigert, einen Deal einzugehen.“ Des Weiteren verbreitete Trump die Falschaussage, dass VP Harris „amerikanische Kinder an die Front“ schicken wolle. Kurz darauf traf sich Trump dennoch in New York City mit Zelensky – und betonte dabei seine „guten Beziehungen“ zu Zelensky und Putin…
Erneutes Attentat auf Trump vereitelt
Trumps Sicherheitsdienst vereitelte am 15.09.2024 ein erneutes Attentat auf den ehemaligen Präsidenten. Laut einem Statement des FBI sahen Trumps Personenschützer die Mündung einer Waffe aus einem Zaun seines Golfclubs in West Palm Beach herausragen. Der Secret Service eröffnete daraufhin das Feuer. Der 58-jährige Täter aus North Carolina wurde auf der Flucht gefasst. Trump, der zu diesem Zeitpunkt nur wenige hundert Meter entfernt Golf spielte, blieb ohne Schaden.
Trump hält Rede vor dem New York Economic Club
Trump hat bei einer Rede vor dem New York Economic Club weitere wirtschaftspolitische Vorhaben vorgestellt. Unter anderem will der Republikaner bei erfolgreicher Wahl einen Staatsfonds ins Leben rufen, der in die Infrastruktur sowie in die medizinische Forschung investieren solle. Des Weiteren plant Trump Steuersenkungen (u.a. Senkung der Unternehmenssteuern von 21% auf 15% sofern komplett in den USA hergestellt wird) und Deregulierungen.
Musk könnte Teil einer möglichen Trump-Administration werden
Milliardär Elon Musk, unter anderem Gründer von Tesla und SpaceX, könnte Teil einer möglichen zweiten Trump-Administration werden. Explizit könnte Musk eine Kommission für Regierungseffizienz leiten, welche die Ausgaben der Regierung überprüft und vor diesem Hintergrund Reformvorschläge vorlegt.
Strafmaß-Verkündung erst im November
Im Fall Stormy Daniels sollte ursprünglich das Strafmaß gegen Trump am 18.09.2024 verkündet werden. Der zuständige Richter Juan Merchan legte nach einem Antrag Trumps nun die Verkündung auf den 26.11.2024 und damit auf einen Termin nach der Präsidentschaftswahl. Geschworene in New York City hatten Trump Ende Mai in 34 Anklagepunkten für schuldig befunden.
Sonstiges
Gastbeitrag: Beginn der heißen Wahlkampfphase
In einem Gastbeitrag für „Die Politische Meinung“ der Konrad-Adenauer-Stiftung hat sich der Inhaber von „1600 Pennsylvania“ mit dem Beginn der heißen Wahlkampfphase auseinandergesetzt (Klick hier).
Gastbeitrag: Lebensschutz vs Wahlfreiheit
In einem Gastbeitrag für das Online-Magazin „Corrigenda“ hat sich der Autor dieser Website mit dem Thema Abtreibung im US-Präsidentschaftswahlkampf befasst (Klick hier).
Termine
Datum
Ereignis
01.10.2024
VP-TV-Debatte zwischen Walz und Vance (CBS News)
05.11.2024
Präsidentschaftswahl
Bildquellen: Creative-Commons-Lizenzen (via Google); Canva.com; eigene Grafiken. Zur besseren Lesbarkeit von Personenbezeichnungen und personenbezogenen Wörtern wird in der Regel die männliche Form genutzt. Diese Begriffe gelten für alle Geschlechter.
Seit dem Labor Day, der US-amerikanischen Version des ersten Mai, reisen die Bewerber um das Weiße Haus vermehrt durch die USA. Die heiße Wahlkampfphase ist in vollem Gange (ein Gastbeitrag in „Die politische Meinung“ der Konrad-Adenauer-Stiftung setzt sich mit der Thematik explizit auseinander, Klick hier). Primär soll die eigene Anhängerschaft mobilisiert, die wenigen unentschlossenen Wähler von den eigenen Anliegen überzeugt werden. Die meisten US-Amerikaner werden allerdings nicht die Möglichkeit haben, sich live ein Bild von den Kandidaten zu machen. Ein US-Präsidentschaftswahlkampf wird nämlich traditionell in nur wenigen Bundesstaaten geführt und entschieden.
Nach New York City oder Los Angeles reisen Präsidentschaftskandidaten beispielsweise nur, um Spenden bei der High Society einzusammeln. Die Staaten New York und Kalifornien wählen seit Jahrzehnten demokratisch, Wahlkampfveranstaltungen wären verschwendete Energie. Das ländlich geprägte Montana, zwischen den Rocky Mountains und den Great Plains gelegen, wird beispielsweise ebenso in Wahlkämpfen außen vor gelassen. Der dünn besiedelte Staat wählt republikanisch.
Dass in Staaten, die traditionell eine Partei bevorzugen, kaum Wahlkampf geführt wird, liegt auch darin begründet, dass die Höhe eines Wahlsieges in einem Bundesstaat nicht von Relevanz ist. Es gilt in der Regel das winner-takes-it-all Prinzip. Heißt: Entscheidet ein Kandidat einen Staat für sich, egal ob mit relativer oder absoluter Mehrheit, bekommt dieser alle diesem Staat zustehenden Wahlmännerstimmen. Der Supreme Court bestätigte dieses System erst im Jahr 2020.
Je nach Einwohnerzahl entsendet ein Bundesstaat mehr oder weniger Wahlleute, die letztendlich den Präsidenten wählen. 270 Wahlmänner von insgesamt 538 werden für eine siegreiche Wahl benötigt. Der Präsident wird somit indirekt vom US-amerikanischen Volk gewählt. Hintergrund und Sinn des Wahlmännergremiums sei an anderer Stelle zu thematisieren.
Infolgedessen sind nationale Umfragen lediglich ein Stimmungsindikator. Entscheidend für den Wahlausgang ist das landesweite Ergebnis nicht direkt. 2016 profitierte Donald Trump von diesem System, als er 2.865.075 weniger Stimmen als Hillary Clinton erhielt. Clinton zog dennoch nicht in das Weiße Haus ein, da auf ihre Bewerbung in den entscheidenden umkämpften Staaten zu wenige Stimmen entfielen, so dass sie weniger Wahlmänner auf sich vereinen konnte als Trump. Diese Staaten werden im Amerikanischen als Swing States bezeichnet.
Ein Kandidat könnte in einem Bundesstaat 100% der Stimmen erhalten. Mehr Wahlmänner, die bei einer Präsidentschaftswahl entscheidend sind, bekommt der Kandidat für solch einen Erdrutschsieg dennoch nicht.
Wer die USA die nächsten vier Jahre regieren wird, hängt bei dieser Wahl primär von sieben Bundesstaaten ab: Arizona, Georgia, Michigan, Nevada, North Carolina, Pennsylvania, und Wisconsin (siehe untenstehende Karte sowie weitere Informationen zu genannten Staaten). In diesen Staaten werden Vizepräsidentin Kamala Harris und Trump ihr Hauptaugenmerk in den letzten Tagen und Wochen des Wahlkampfes werfen. Sie werden persönliche Veranstaltungen abhalten sowie on- und offline Werbung schalten. Für die restlichen 43 Staaten wird es eine Wahl nahezu ohne Wahlkampf vor Ort sein.
Von 538 Wahlleuten gelten bei der US-Präsidentschaftswahl 2024 nur 93 Wahlleute, sprich sieben von 50 Bundesstaaten, als umkämpft.
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