Kandidatur verkündet: Kamala Harris (D)

Die Fans der Oakland Raiders gelten im American Football als speziell. Zu Spielen im heimischen Coliseum verkleiden sie sich gerne futuristisch wie im Film Mad Max. Verzieren ihre Gesichter gerne mit Totenköpfen und Bemalungen in schwarz und weiß. Für jeden Gast ist es eine Besonderheit bei den „Räubern“, wie der Mannschaftsname auf Deutsch lautet, auftreten zu dürfen.

Als besonders gilt auch die Herkunft und der Lebensweg der aus Oakland stammenden U.S. Senatorin Kamala Harris. Nicht zuletzt ihre familiären Wurzeln unterscheiden die Demokratin von vielen ihrer Kollegen: Ihr Vater ist ein jamaikanischer Wirtschaftsprofessor. Ihre Mutter eine indischstämmige Ärztin.

Trotz Einwanderergeschichte wuchs Harris in einem privilegierten Haushalt in Kalifornien und auf Grund des Berufes ihrer Mutter im kanadischen Montreal auf. Beste Voraussetzungen für eine spätere Karriere. Harris nutzte diese Chance.

Nach ihrer Studienzeit an der Howard University, University of California und dem Hastings College of the Law begann Harris ihre Karriere als Juristin. Vorläufiger Höhepunkt war hierbei sicherlich die Wahl zur Attorney General des Staates Kalifornien im Jahr 2011.

Doch Harris wollte mehr. 2016 kandidierte sie für den U.S. Senat – und gewann. Seit 2017 ist sie nun Abgeordnete im U.S. Kongress und vertritt ihre Partei in den Ausschüssen für Umwelt, Haushalt, Heimatschutz und Geheimdienste. Seitdem hat sich Harris einen Namen als führende Kritikerin des US-Präsidenten gemacht.

Insbesondere auf die Einwanderungspolitik von Präsident Trump hat es die 54-jährige abgesehen. Wenig verwunderlich bei ihrer Familiengeschichte. Zudem unterstützt Harris eine allgemeine staatliche Krankenversicherung und den Women’s March für Frauen- und Menschenrechte.

Doch nach nur zwei Jahren ist für Kamala Harris der U.S. Senatorensitz für Kalifornien zu wenig. Ähnlich den Oakland Raiders, die ihren Standort nach Las Vegas verlegen werden, will Harris Kalifornien endgültig (politisch) den Rücken kehren. Am Dr. Martin Luther King Jr. Day hat Harris ihre Präsidentschaftskandidatur offiziell bekanntgegeben.


 

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Buchtipp: „An Unlikely Journey: Waking Up from My American Dream“ (Julian Castro)

Mit Julián Castro hat das erste politische Schwergewicht seine Präsidentschaftskandidatur offiziell verkündet. Und wie es sich für jeden ernstzunehmenden Kandidaten in den USA gehört, hat auch Castro seine eigene Biographie verfasst.

In „An Unlikely Journey: Waking Up from My American Dream“ beschreibt der ehemalige Minister unter Präsident Obama seine Lebensgeschichte. Eine Geschichte über Armut, Herkunft und Aufstieg zu einem der größten Polittalente des Landes.


Das Buch ist hier bestellbar. 

Mit jeder Bestellung über oben genannten Link wird
„1600 Pennsylvania“, natürlich in anonymer Form, unterstützt. Vielen Dank!


Die offizielle Buchbeschreibung

The keynote speaker at the 2012 DNC, former San Antonio mayor and Secretary of Housing and Urban Development, Julian Castro, tells his remarkable and inspiring life story. 

In the spirit of a young Barack Obama’s Dreams from My Father, comes a candid and compelling memoir about race and poverty in America. In many ways, there was no reason Julian Castro would have been expected to be a success. Born to unmarried parents in a poverty-stricken neighborhood of a struggling city, his prospects of escaping his circumstance seemed bleak.

But he and his twin brother Joaquin had something going for them: their mother. A former political activist, she provided the launch pad for what would become an astonishing ascent. Julian and Joaquin would go on to attend Stanford and Harvard before entering politics at the ripe age of 26. Soon after, Joaquin become a state representative and Julian was elected mayor of San Antonio, a city he helped revitalize and transform into one of the country’s leading economies. His success in Texas propelled him onto the national stage, where he was the keynote speaker at the 2012 DNC–the same spot President Obama held three conventions prior–and then to Washington D.C. where he served as the Obama Administration’s Secretary of Housing and Urban Development. After being shortlisted as a potential running mate for Hillary Clinton, he is now seen by many as a future presidential candidate.

Julian Castro’s story not only affirms the American dream, but also resonates with millions, who in an age of political cynicism and hardening hearts are searching for a new hero. No matter one’s politics, this book is the transcendent story of a resilient family and the unlikely journey of an emerging national icon.


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Warum Elizabeth Warren noch keine Präsidentschaftskandidatin ist

Handelsblatt

Der Spiegel

T-Online

Zum Jahreswechsel überboten sich hiesige Medien in ihrer Meldung, dass Senatorin Elizabeth Warren ihre Präsidentschaftskandidatur bekanntgegeben habe. Eine Halbwahrheit. Zwar ist die Demokratin an Silvester per Videobotschaft an die Öffentlichkeit gegangen. Allerdings teilte Warren lediglich mit, dass sie ein presidential exploratory committee ins Leben gerufen habe.

Warren hat mit der Bildung dieses Komitees ihre Motivation in den demokratischen Präsidentschaftswahlkampf einzusteigen freilich unterstrichen. Formal ist Warren jedoch noch einen Schritt von einer offiziellen Kandidatur entfernt. Solch ein presidential exploratory committee lotet nämlich lediglich eine mögliche Präsidentschaftskandidatur aus und bereitet diese gegebenenfalls vor.

Der Vorteil eines solchen Komitees ist die Möglichkeit Spenden einzusammeln und Ausgaben im Bereich von Umfragen und Öffentlichkeitsarbeit zu tätigen. Ein Rechenschaftsbericht über die Finanzlage des Kandidaten und weitere bürokratische Tätigkeiten müssen in weitaus geringerem Maße getätigt werden als bei einer offiziellen Kandidatur.

Die Ankündigung einer Bildung eines presidential exploratory committee hat für die jeweiligen Kandidaten insbesondere den Sinn in den Nachrichten vorzukommen. Bei Elizabeth Warren ist dies, auch auf Grund ihres Mitfavoriten-Status auf die Nominierung, gelungen. Der gleiche Vorgang beim ehemaligen Minister Julián Castro, der schon im Dezember 2018 solch ein Komitee gegründete hatte und mittlerweile seine Kandidatur offiziell verkündet hat, war zumindest den deutschen Medien keine Schlagzeile wert.

Von unvorhergesehenen Ereignissen abgesehen, erinnert sei an den Tod des Sohnes von Joe Biden, der Vizepräsident sah daraufhin von einer Kandidatur im Jahr 2016 ab, wird Elizabeth Warren in den demokratischen Vorwahlkampf zur US-Präsidentschaftswahl 2020 einsteigen. Eine offizielle Verlautbarung ihrer Kandidatur steht jedoch noch aus.


Kandidatur verkündet: Julián Castro (D)

Vor 60 Jahren stürzte Fidel Castro und seine Bewegung des 26. Juli den kubanischen Diktator Fulgencio Batista. Castro trieb daraufhin den Umbau des Staates, der Wirtschaft und Gesellschaft im Sinne der marxistisch-leninistischen Ideologie voran. Der Staatsfeind Nummer 1 der Vereinigten Staaten von Amerika, zumal auf Grund der geographischen Nähe Kubas zu den USA, war geboren.

Bis heute ist der Name Castro negativ mit dem kommunistischen Diktator verbunden. Eine Begebenheit, von der sicherlich auch der im Jahr 1974 in San Antonio, Texas, geborene Julián Castro weiß.

Doch mit Studienabschlüssen der Politikwissenschaft in Stanford und Jura in Harvard bringt Castro das theoretische Handwerkszeug für das Weiße Haus mit. Als beliebter Bürgermeister von San Antonio (2009 – 2014) und als Wohnungsbau- und Stadtentwicklungsminister unter Präsident Obama (2014- 2017) hat Castro zudem schon sein Talent in einem jungen Alter einem Praxistest vollziehen können.

Doch Qualifikation und Erfahrungen für das Amt des US-Präsidenten sind zumeist nicht das entscheidende Kriterium. Neben Bekanntheit und einer gut gefüllten Wahlkampfkasse gehören auch politische, ökonomische und gesellschaftliche Beziehungen zu den Erfolgsfaktoren.

Ebene jene Beziehungen könnten sich für Castro noch als Bürde im demokratischen Vorwahlkampf erweisen. Im Präsidentschaftswahlkampf 2016 unterstützte er nämlich frühzeitig Hillary Clinton. Diese zog sogar ernsthaft in Erwägung Castro als Vizepräsidentschaftskandidaten zu nominieren, entschied sich später jedoch für Tim Kaine.

In Zeiten eines immer größer werdenden Linksrutsches in der demokratischen Partei kann es sich schnell als unvorteilhaft erweisen dem politischen Establishment zu nahe zu stehen. Da erweist sich die negative Konnotation seines Namens als das kleinste Problem für Julián Castro, der als erstes politisches Schwergewicht seine Präsidentschaftskandidatur offiziell gemacht hat.


Bildquelle: https://lat.ms/2Azewb4

Trump wendet sich an die Nation

Ein government shutdown, also die (teilweise) Einstellung der Tätigkeiten von Bundesbehörden, gehört zum politischen System der USA schon nahezu wie das Amen in der Kirche. Immer wieder streiten sich Republikaner und Demokraten über die Bewilligung von Haushaltsmitteln und finden nicht rechtzeitig zu einem Kompromiss, um eine Haushaltssperre zu vermeiden.

Der jüngste shutdown ereignete sich am 22. Dezember 2018 und dauert weiterhin an. Ein Zeitraum, der auf Grund der Weihnachts- und Neujahrspause sowie der wechselnden Mehrheiten im U.S. Kongress als wenig vorteilhaft gilt. Gleichwohl ist festzuhalten, dass es sich diesmal lediglich um eine teilweise Haushaltssperre handelt. 75% des Haushaltes wurde vom U.S. Kongress bis zum September 2019 schon bewilligt.

Auf einen Kompromiss für den übrigen Haushalt können sich beide Parteien bislang jedoch nicht einigen. Dies liegt nicht zuletzt daran, dass Präsident Trump mehr finanzielle Mittel für die Grenzsicherung zu Mexiko fordert als ihm der U.S. Kongress zugestehen will.

Dabei sind laut dem Pew Research Center 56% der US-Amerikaner gegen die Erweiterung der Grenzbefestigung an der Grenze zwischen den USA und Mexiko. Die republikanische Basis hingegen, und diese scheint Präsident Trump einmal mehr zufrieden stimmen zu wollen, ist zu drei Vierteln für den Ausbau der Grenzsicherung.

In einer Rede an die Nation sprach Präsident Trump zur besten Sendezeit nun direkt an das US-amerikanische Volk, um seine Sicht darzulegen:

Speaker Nancy Pelosi und der demokratische Minderheitsführer Chuck Schumer erwiderten daraufhin Trumps Ausführungen:


Leseempfehlung

„What we know about illegal immigration from Mexico“ (Pew Research Center)