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Entscheiden Mormonen die Wahl?

Wir befinden uns im Jahre 2016 nach Christus. Alle US-Bundesstaaten entscheiden sich bei der Präsidentschaftswahl entweder für Hillary Clinton oder Donald Trump. Alle Staaten? Nein! Ein von unbeugsamen Mormonen bevölkerter Staat leistet Widerstand.

Die Rede ist von Utah. Im Heimatstaat der „Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage“ gehören 70% der Wählerschaft der Glaubensgemeinschaft des Mormonentums an. Durch konservative Werte und Moralvorstellungen wird in Utah bei Präsidentschaftswahlen traditionell republikanisch gewählt. Eigentlich.

Im verrückten Wahlkampf des Jahres 2016 wird nämlich auch die Treue der Mormonen zur republikanischen Partei auf die Probe gestellt. Können sich Utahs Bewohner durchringen für einen Präsidentschaftskandidaten zu stimmen, der mit sexistischen und minderheitenverletzenden Bemerkungen auffiel und zudem konservative Werte wenig glaubhaft vertritt?

McMullins mitfühlender Konservatismus

Die Zwickmühle könnte in Form von Drittkandidat und Speerspitze der Never-Trump-Bewegung Evan McMullin aufgelöst werden. Der ehemalige CIA-Agent hat sich in den vergangenen Wochen als wählbare Alternative in Utah etabliert.

Mindy Finn

Mindy Finn

Kein Wunder, vertritt McMullin als aktiv praktizierender Mormone glaubwürdig konservative Werte. Gemeinsam mit seiner Vizepräsidentschaftskandidatin Mindy Finn, eine ehemalige Beraterin der GOP, tritt McMullin für das Leben, Freihandel und eine aktivere Außenpolitik ein.

Mit Kritik am Establishment der republikanischen Partei hält McMullin ebenso nicht zurück. Das Festhalten an Präsidentschaftskandidat Trump ist für den ehemaligen nationalen Sicherheitsberater im Auswärtigen Ausschuss des Repräsentantenhauses nicht nachvollziehbar.

Folgerichtig fordert McMullin eine tiefgreifende Reform der GOP, die sich jedoch „über eine ganze Generation hinziehen könnte“. Impulse will McMullin mit einer durch ihn gestarteten neuen konservativen Bewegung setzen. Konservatismus solle sich für alle Personen, auch Muslime und Einwanderer, einsetzen, so der Drittkandidat.

GEWINNT EIN DRITTKANDIDAT DEN BUNDESSTAAT UTAH?
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Evan McMullin

Obwohl McMullin nur in elf Bundesstaaten auf dem Wahlzettel steht, könnte er zum erfolgreichsten Drittkandidaten avancieren. Der libertäre Gary Johnson liegt zwar in nationalen Umfragen zwischen fünf und neun Prozent sowie in einzelnen Staaten deutlich im zweistelligen Bereich. Doch der Gewinn von Wahlmännerstimmen ist für Johnson außer Reichweite.

McMullin hingegen liefert sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen in seinem Heimatstaat Utah. Im RCP-Durschnitt liegt der 40-Jährige mit 25,7% auf dem zweiten Rang hinter Trump mit 31,3%. Die neuesten Umfragen führt McMullin sogar schon an.

Zudem wird McMullin inoffiziell vom ehemaligen republikanischen Präsidentschaftskandidaten und Glaubensbruder Mitt Romney unterstützt. Team Romney hat der Kandidatur von McMullin interne Spender- und Unterstützerlisten zukommen lassen.

Der Wahlausgang in Utah könnte – theoretisch – auch die gesamte Präsidentschaftswahl beeinflussen. Ein Sieg von McMullin würde es Trump unmöglich machen, die benötigte Wahlmännermehrheit von 270 Stimmen zu erreichen.

Selbst eine Mehrheit von Clinton wäre dann nicht mehr selbstverständlich – vorausgesetzt Trump schneidet in Swing States besser ab, als aktuelle Umfragen aufzeigen. Die US-Präsidentschaftswahl 2016 hält noch so einige Überraschungen parat. Vielleicht entscheidet am Ende sogar die Glaubensgruppe der Mormonen die Wahl.


Dieser Artikel erschien auch bei The Huffington Post Deutschland

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Bildquellen: facebook.com/mcmullinforpresident/

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Wochenrückblick – 9 Tage vor der Wahl

Neun Tage vor dem Wahltag liegt Hillary Clinton in Umfragen zwar weiterhin in Führung, doch Donald Trump konnte den Abstand weiter verringern. Zudem hat das FBI die Ermittlungen gegen Clinton in der eMail-Affäre wieder aufgenommen – der Zeitpunkt könnte für Hillaryland nicht ungünstiger sein. Der #Blog1600Penn-Wochenrückblick:

In der vergangenen Woche hat Clinton Wahlkampfhilfe aus Deutschland bekommen: Deutschlands Twitter-Trump und stellvertretender SPD-Parteivorsitzender Ralf Stegner hat sich im Haustürwahlkampf engagiert.

Präsident Obama war zu Gast bei Jimmy Kimmel – und griff abermals aktiv in den Kampf um seine Nachfolge ein.

Aus dem Old Post Office in Washington D.C. wurde Trumps neuestes Hotel. Am Mittwoch eröffnete es der Immobilienmogul „kostengünstiger und schneller als geplant.“ Derweil legte sich sein Berater Newt Gingrich mit Fox News Moderatorin Megyn Kelly an.

Hiobsbotschaft I: Die Beiträge für ObamaCare, der Gesundheitsreform des 44. US-Präsidenten, steigen im kommenden Jahr drastisch. Im Durchschnitt steigen die Krankenkassenbeiträge um 25 Prozent – manche Versicherte müssen gar mit mehr als 100 Prozent Kostensteigerung rechnen. Keine guten Nachrichten für den Präsidenten und Team Clinton.

Hiobsbotschaft II: Das FBI nimmt die Ermittlungen in der eMail-Affäre gegen Clinton wieder auf.

Die Reaktion von Donald Trump:

Das Statement von Clinton:


 

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Spiel mit der Angst

Politiker haben schon immer mit den Ängsten der Bevölkerung gespielt. In den Vereinigten Staaten von Amerika ist die Intensität des Spiels mit der Angst noch ausgeprägter als hierzulande.

Mit dem Senden von negativen Wahlwerbespots wird zudem seit Jahrzehnten versucht weitere Ängste zu schüren beziehungsweise zu verfestigen. Die aktuellen Spots von Hillary Clinton oder Donald Trump bilden in der langen Geschichte der US-Präsidentschaftswahlen somit keine Ausnahme.

#Blog1600Penn stellt euch die bekanntesten Fernsehspots aus US-Wahlkämpfen vor, in denen mit den Ängsten der Bevölkerung gespielt wurde:

1964: Präsident Lyndon B. Johnson setzte nur einmal den berühmten „Daisy Ad“ gegen Herausforderer Barry Goldwater ein – die öffentliche Debatte wurde jedoch entscheidend zugunsten des Amtsinhabers beeinflusst.

1984Ronald Reagans TV-Werbung stellte den Präsidenten als besser vorbereitet für kommende Herausforderungen im Kalten Krieg gegen die Sowjetunion dar – oder anders dargestellt: Herausforderer Walter Mondale wurde die Eigenschaft der Schwäche zugeschrieben.

1988: Eine Unterstützergruppe von George H. W. Bush setzte den „Willie Horton“-Spot gegen Michael Dukakis ein.

2004: Die TV-Werbung „Wolves“, die von George W. Bushs Kampagne initiiert wurde, zeichnete den demokratischen Herausforderer John F. Kerry als zu schwach im Kampf gegen den Terrorismus.

2016: Der Anti-Trump Super PAC „Fifty Second Street Fund LLC“ orientiert sich an Johnsons Werbespot „Daisy“ und warnt – passiv – vor einer Wahl von Donald Trump.


Bildquelle: i.ytimg.com/vi/iEQV3Z4L4Ec/maxresdefault.jpg

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Wochenrückblick – 16 Tage vor der Wahl

Finale Fernsehdebatte, Kontroversen über die Anerkennung des Wahlausgangs und ein humorvolles Dinner – der #Blog1600Penn-Wochenrückblick:

Unschöne Szenen zu Beginn der Wahlkampfwoche. Auf das Büro der republikanischen Partei in North Carolina wurde ein Anschlag verübt.

Selten hat sich ein amtierender US-Präsident so stark in die Wahl seine Nachfolgers eingemischt, wie Barack Obama. In dieser Woche bezeichnete Obama den republikanischen Kandidaten Trump als „weinerlich“.

Michael Moore hat überraschend eine neue Dokumentation veröffentlicht. Diesmal begab sich der Oscarpreisträger auf die Suche nach den Anhängern von Donald Trump

Die finale TV-Debatte zwischen Hillary Clinton und Trump war auch die sachlichste Auseinandersetzung.

Für Diskussion sorgte Trumps Aussage, dass er nicht in jedem Fall den Wahlausgang akzeptieren werde. Bei einer Wahlveranstaltung am Tag nach der Debatte erhöhte er den Spannungsbogen nochmals: „Ich verspreche, dass ich den Wahlausgang auf jeden Fall akzeptieren werde – wenn ich gewinne!“

Humorvoll ging es bei der traditionellen Al Smith Spendengala in New York City zu. Die Höhepunkte aus Trumps-Rede:

Und die Höhepunkte aus Clintons Rede:

Gary Johnson war zu Gast bei Jimmy Kimmel:


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Stimmungsbarometer 10/2016 2.0: Holt ein Drittkandidat Wahlmännerstimmen?

Die Fernsehdebatten sind Geschichte, der Wahlkampf biegt in die Zielgeraden ein. Hillary Clinton hat 18 Tage vor dem Wahltermin einen deutlichen Vorsprung auf Donald Trump. Den Bundesstaat Utah könnte sogar ein Drittkandidat für sich entscheiden – ermöglicht durch die Unbeliebtheit der Kandidaten der beiden großen Parteien.

Die Grundlage für die Umfragewerte im #Blog1600Penn-Stimmungsbarometer 10/2016 2.0 sind die durchschnittlichen Umfragewerte von Real Clear Politics für den Zeitraum zwischen dem 10.10. und 20.10.2016. Alle Angaben in Prozent und ohne Gewähr.


DER HAUPTWAHLKAMPF – NATIONALE UMFRAGEN

Nationale Umfrage zu einem Duell
Hillary Clinton vs. Donald Trump exklusive Drittkandidaten
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Nationale Umfrage zu einem Duell
Hillary Clinton vs. Donald Trump inklusive Drittkandidaten
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Wahlmännerprognose bei einem Duell Hillary Clinton vs. Donald Trump

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DER HAUPTWAHLKAMPF – UMFRAGEN IN WICHTIGEN STAATEN

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GEORGIA102georgia

IOWA102iowa

NORTH CAROLINA
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NEVADA102nevada

OHIO102ohio

PENNSYLVANIA102penn

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Der konservative Drittkandidat Evan McMullin holt im Mormonenstaat stark auf und liegt im RCP-Durchschnitt mittlerweile auf Rang 2. Die neuesten Umfragen kann der ehemalige Geheimdienstagent sogar anführen.


DER HAUPTWAHLKAMPF – BELIEBTHEITSWERTE

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DER Kongresswahlkampf

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