#mauerfall30: Danke, USA!

Seit 70 Jahren besteht nunmehr die zweite Demokratie auf deutschem Boden. In den ersten 40 Jahren freilich lediglich im einstigen Westdeutschland. Die Erfolgsstory der bundesrepublikanischen Demokratie ist auch eine Geschichte der transatlantischen Beziehungen, der Freundschaft zwischen Deutschland und den USA.

Zunächst trugen die Vereinigten Staaten von Amerika maßgeblich zur Befreiung Deutschlands von der Nazi-Diktatur bei. Nach Kriegsende wurde das von der sowjetischen Besatzungszone eingeschlossene West-Berlin im Rahmen der Berliner Luftbrücke von „Rosinenbombern“ mit Lebensmitteln versorgt. Der Wiederaufbau und der ökonomische Aufschwung Westdeutschlands nach dem 2. Weltkrieg, unter anderem durch den Marshallplan, wäre ohne die Unterstützung der USA so nicht geschehen.

In den 1980er Jahren intensivierte US-Präsident Ronald Reagan den sicherheitspolitischen Wettstreit mit der Sowjetunion. Gegen die Installierung von Pershing-II-Raketen als Antwort auf die Stationierung von sowjetischen SS-20 demonstrierten Hunderttausende in der Bundesrepublik. Doch sollte gerade diese Politik die Sowjetunion zu Reformen veranlassen, denn die kommunistische Diktatur hatte sich im Wettlauf mit den USA schlicht übernommen.

Ein nicht zu unterschätzendes Resultat aus Glasnost und Perestroika: Moskau forcierte oder tolerierte gewaltsame Niederschlagungen von Demonstrationen in ihrem Einflussgebiet fortan nicht mehr. Beim Aufstand vom 17. Juni 1953 in der DDR, beim ungarischen Volksaufstand 1956 oder beim Prager Frühling 1968 sah dies noch anders aus.

Ohne diese Ereignisse wäre ein Fall der Berliner Mauer und das Öffnen des Eisernen Vorhangs im Jahr 1989 nicht denkbar gewesen. Nach Öffnung der innerdeutschen Grenze wurde bei den Demonstrationen in der DDR nicht mehr „Wir sind das Volk“  gerufen. Von nun an wurde „Wir sind ein Volk“ skandiert. Insbesondere Großbritannien unter Premierministerin Margarete Thatcher sah diese Forderungen nach einem geeinten Deutschland überaus kritisch.

Während Bundeskanzler Helmut Kohl auf westdeutscher Seite die Zeichen der Zeit für die einmalige und möglicherweise niemals wiederkehrende Chance der Deutschen Einheit erkannte, stand ihm ein mächtiger Freund zur Seite: US-Präsident George H. W. Bush. Ohne den Fürsprecher aus dem Weißen Haus hätte es keine Deutsche Einheit gegeben.

Deshalb ist es 30 Jahre nach den historischen Ereignissen von Berlin Zeit DANKE zu sagen für die prägende Rolle, welche die Vereinigten Staaten von Amerika für das vereinte Deutschland in Freiheit gespielt haben. Danke.

Rede von US-Präsident Reagan vor dem Brandenburger Tor

Präsident Ronald Reagan hielt am 12.06.1987 eine denkwürdige Rede vor dem Brandenburger Tor. Hierbei sprach er die berühmten Worte: „Mister Gorbatschow, reißen Sie diese Mauer nieder!“

US-Außenminister gedenkt Mauerfall

U.S. Außenminister Mike Pompeo hat bei seinem dreitägigen Deutschland-Besuch zwischen dem 06. und 08. November 2019 unter anderem das einst geteilte thüringisch-fränkische Dorf Mödlareuth besucht.

Bei der Körber-Stiftung in Berlin hielt Außenminister Pompeo zudem eine Rede zum 30-jährigen Jubiläum des Falls der Berliner Mauer:


Weiterführende Empfehlungen

Bilderstrecke: Die Geschichte der Berliner Mauer (U.S. Botschaft Berlin)
„Berlin Didn’t Want a Reagan Statue—but It’s Getting One Anyway“ (The Wall Street Journal)


Bildquelle: https://bit.ly/2NnBfhe

Buchtipp: „The Matriarch: Barbara Bush and the Making of an American Dynasty“ (Susan Page)

Für acht Jahre war sie die Second Lady der Vereinigten Staaten von Amerika. Für weitere vier Jahre First Lady. Und erneute acht Jahre Präsidentenmutter. Die Rede ist von Barbara Bush. In The Matriarch: Barbara Bush and the Making of an American Dynasty“ geht Susan Page der Geschichte der Matriarchin des Bush-Clans auf die Spur. 

Die 592 Seiten sind gespickt mit exklusiven Hintergrundinformationen, die das Wirken von Barbara Bush wieder zum Leben erwecken. Page erschuf durch hunderte Interviews mit Familienangehörigen, Freunden und Barbara Bush selbst sowie durch Einblicke in ihr Tagebuch ein einzigartiges Werk zur Erinnerung an eine der beliebtesten First Ladys der Vereinigten Staaten.

Die offizielle Buchbeschreibung

A vivid biography of former First Lady Barbara Bush, one of the most influential and under-appreciated women in American political history.

Barbara Pierce Bush was one of the country’s most popular and powerful figures, yet her full story has never been told.

THE MATRIARCH tells the riveting tale of a woman who helped define two American presidencies and an entire political era. Written by USA TODAY’s Washington Bureau chief Susan Page, this biography is informed by more than one hundred interviews with Bush friends and family members, hours of conversation with Mrs. Bush herself in the final six months of her life, and access to her diaries that spanned decades. THE MATRIARCH examines not only her public persona but also less well-known aspects of her remarkable life.

As a girl in Rye, New York, Barbara Bush weathered criticism of her weight from her mother, barbs that left lifelong scars. As a young wife, she coped with the death of her three-year-old daughter from leukemia, a loss that changed her forever. In middle age, she grappled with depression so serious that she contemplated suicide. And as first the wife and then the mother of American presidents, she made history as the only woman to see — and advise — both her husband and son in the Oval Office.

As with many women of her era, Barbara Bush was routinely underestimated, her contributions often neither recognized nor acknowledged. But she became an astute and trusted political campaign strategist and a beloved First Lady. She invested herself deeply in expanding literacy programs in America, played a critical role in the end of the Cold War, and led the way in demonstrating love and compassion to those with HIV/AIDS. With her cooperation, this book offers Barbara Bush’s last words for history — on the evolution of her party, on the role of women, on Donald Trump, and on her family’s legacy.

Barbara Bush’s accomplishments, struggles, and contributions are many. Now, Susan Page explores them all in THE MATRIARCH, a groundbreaking book certain to cement Barbara Bush as one of the most unique and influential women in American history.

Buchtipp: „American Presidents, Deportations, and Human Rights Violations: From Carter to Trump“ (Bill Ong Hing)

Präsident Obama wurde von Migrationsrechtsgruppen aus gutem Grund deporter-in-chief genannt.“ Mit diesem Satz beginnt das 364 Seiten starke Werk „American Presidents, Deportations, and Human Rights Violations“ von Bill Ong Hing. In der Tat ließ die Obama-Administration bis heute so viele illegale Einwanderer ausweisen wie keine andere US-Regierung.

Bill Ong Hing, Professor an der University of San Francisco, geht der Migrationspolitik der Vereinigten Staaten von Amerika seit Präsident Carter auf die Spur. Ein seit Jahrzehnten umstrittenes Thema analysiert Ong Hing nüchtern und überrascht mit so manchem Fakt, wie schon eingehend exemplarisch dargestellt wurde.

Auf Grund der aktuellen Migrationskrise an der Grenze zwischen den USA und Mexiko, ansteigende Einwandererzahlen sind an dieser Stelle ebenso genannt wie die fragwürdige Unterbringung dieser Personen durch US-Behörden, ist das im Cambridge University Press Verlag erschienene Werk die Buchempfehlung des Monats.

Die offizielle Buchbeschreibung

Of the many issues polarizing societies today, immigration is one of the most contentious. In the United States, as in Europe, immigration was a defining issue in recent national elections. Immigration not only involves government policies but also the human rights of millions of people. American Presidents, Deportations, and Human Rights Violations studies how recent immigration policies in the United States developed during the Obama administration and are now being expanded in the first months of the Trump presidency.

Documenting the harsh treatment of immigrants over the past twenty years, Bill Ong Hing shows how mass detention and deportation of immigrants, from Clinton’s two terms and the Bush administration, have escalated even higher. This book questions what price the United States is willing to pay for such harsh immigration policies in terms of our national values, and the impact on the lives of the millions of immigrants who deserve the full protection of universal human rights obligations.

Unabhängigkeitstag entfremdet?

Am 4. Juli sollten wir, wie an jedem Tag, die ultimative Quelle der Stärke Amerikas feiern – das Versprechen unserer Gründungsideale der Gleichberechtigung und Freiheit sowie der Macht, die vom Volke ausgeht. (Bill Clinton)

Der ehemalige US-Präsident Bill Clinton fasste in weniger als 240 Zeichen auf Twitter perfekt zusammen, um was es beim US-amerikanischen Unabhängigkeitstag geht. Die USA feiern sich und ihre Geschichte selbst.

Von Los Angeles bis New York, von Green Bay bis Houston wird der Tag mit regionalen Festen oder bei Grillfesten mit der Familie und mit Freunden begangen. So historisch geladen der 4. Juli auch ist, Parteipolitik bleibt an diesem Tag außen vor. Folglich halten sich am Unabhängigkeitstag auch die US-Präsidenten mit öffentlichen Ansprachen zurück.

In den vergangenen Jahrzehnten trat lediglich Präsident Reagan im Jahr 1987 mit einer Rede auf der National Mall in Washington D.C. auf – allerdings einen Tag vor dem Unabhängigkeitstag. Präsident Nixon ließ 1970 eine Rede aufnehmen und bei den Feierlichkeiten in D.C. abspielen.

Der US-Präsident nimmt traditionell keine hervorgehobene Rolle ein. Anders in diesem Jahr. Am 4. Juli 2019 standen nicht die Gründungsväter der USA, sondern stand Präsident Trump bei den Feierlichkeiten in Washington D.C. im Mittelpunkt. In einer überparteilichen Rede vor dem Lincoln Memorial dankte der Präsident den U.S.-Streitkräften:

Seit über 65 Jahren hat es keine feindliche Luftwaffe geschafft, auch nur einen einzigen amerikanischen Soldaten zu töten. Denn der Himmel gehört den Vereinigten Staaten von Amerika.

Mehrere Maschinen der U.S. Air Force flogen daraufhin über der National Mall. Die Feierlichkeiten zur Geburtsstunde der Vereinigten Staaten von Amerika wandelte der Commander-in-Chief , der einmal mehr sein Talent als Producer-in-Chief unter Beweis stellte, kurzerhand in eine Feierstunde für die U.S. Streitkräfte um.

Dabei gedenken die USA schon am Veterans Day, der jährlich am 11. November begangen wird, ihrem Militär. Eine Parade bekam Präsident Trump an diesem Tag jedoch nicht genehmigt. So sah Washington D.C. an diesem Unabhängigkeitstag so viel Militär wie zuletzt im Jahr 1991.

Präsident George H.W. Bush ließ damals nach dem Sieg der USA gegen den Irak, welches zuvor Kuwait überfallen hatte, die U.S. Streitkräfte feiern. Damals wie heute brachte dies Kritik von den politischen Mitbewerbern hervor. Die Veranstaltung sei, so der Tenor von Demokraten, eine Wahlkampfveranstaltung des Präsidenten.

Kritiker wie Befürworter der modifizierten Feierlichkeiten zum US-amerikanischen Unabhängigkeitstag können zumindest in einem Punkt übereinstimmen: Der 4. Juli 2019 war einmal mehr ein außergewöhnlicher Tag in der Präsidentschaft von Donald Trump. Ein Tag, der erneut mit bisherigen Gepflogenheiten brach.

#Blog1600Penn Update: US-Vizepräsident in Deutschland und Polen

#Blog1600Penn bringt euch über die wichtigsten Ereignisse rund um US-amerikanische Politik der vergangenen Wochen auf den aktuellen Stand:

Pence bei Münchner Sicherheitskonferenz

Die USA warteten bei der alljährlich stattfindenden Münchner Sicherheitskonferenz mit ihrer bislang größten Delegation in der Geschichte der Tagung auf. US-Vizepräsident Mike Pence sprach über die gegenwärtigen Herausforderungen internationaler Sicherheitspolitik, streifte Themen von Venezuela, über den Iran bis hin zu Russland.

„Wir können die Verteidigung des Westens nicht garantieren, wenn unsere Bündnispartner sich vom Osten abhängig machen.“ (Vizepräsident Pence über Nord Stream 2)

Interview mit Ivanka Trump: „Ich bin stolz auf meinen Vater“ (BILD)

Pence besucht Auschwitz

US-Vizepräsident Pence hat das Konzentrationslager Auschwitz besucht. Hierbei erinnerte er an an den Holocaust und die Gefahren einer Wiederholung dieses Verbrechens. Namentlich nannte er die iranischen Bestrebungen Israel auszulöschen. Zuvor war Pence zu Gast in Warschau bei der Nahostfriedenskonferenz (weitere Ausführungen zu dieser Veranstaltung folgen).

Barr neuer Justizminister
William Barr wurde am 14. Februar 2019 vom U.S. Senat als neuer Justizminister bestätigt. Barr hatte dieses Amt schon zwischen 1991 und 1993 unter Präsident George H.W. Bush inne.
Trump ruft nationalen Notstand aus

Um den Ausbau der Grenzbefestigung zu Mexiko zu finanzieren, hat Präsident Trump den nationalen Notstand ausgerufen. Es ist der 32. nationale Notstand, der gegenwärtig in den USA aktiv ist.

US-Schulden betragen $22 Billionen

Die Vereinigten Staaten haben im Februar die Grenze von $22 Billionen Schulden überschritten. Kriege im Irak und in Afghanistan, das Wirtschaftsprogramm zur Bewältigung der Wirtschaftskrise 2009, Steuersenkungen sowie ansteigende Ausgaben für den Sozialstaat haben die Schulden von $5,6 Billionen im Jahr 2000 in knapp 20 Jahren vervierfacht.

Michelle Obama bei den Grammys

Die ehemalige First Lady Michelle Obama trat als Überraschungsgast bei den Grammys auf.

Kinotipp: „Vice – Der Zweite Mann“

Ab dem 21. Februar 2019 läuft in deutschen Kinos der Film „Vice – Der Zweite Mann“ an. Erzählt wird die Lebensgeschichte des ehemaligen US-Vizepräsidenten Dick Cheney. Der Film wurde unter anderem mit einem Golden Globe ausgezeichnet und für acht Oscars nominiert.

#uswahl20: Weitere Kandidaturen

Der ehemalige Bürgermeister von Newark und gegenwärtige U.S. Senator für New Jersey, Cory Booker, hat am 01. Februar 2019 seine Präsidentschaftskandidatur offiziell verkündet. Ebenso ihren Hut in den Ring geworfen haben die Senatorinnen Elizabeth Warren und Amy Klobuchar.

Untersuchungen gegen Trump

Wie erwartet hat die demokratische Mehrheit im U.S. Repräsentantenhaus zahlreiche Untersuchungen gegenüber Präsident Trump eingeleitet. Dementsprechend sollen Trumps Finanzen sowie mögliche eigene Vorteile bei politischen Entscheidungen überprüft werden. Ebenso soll untersucht werden, ob Russland oder andere ausländische Mächte Einfluss auf Präsident Trump haben.

Politische Krise in Virginia

Ein Skandal um die drei ranghöchsten Politiker des Bundesstaates Virginia, allesamt Demokraten, führen derzeit die Schlagzeilen in den USA an. Gouverneur Ralph Northam wird des Rassismus beschuldigt. Vor Jahrzehnten soll dieser, ebenso wie sein Justizdirektor, sich als Schwarzer verkleidet haben. Northam stolpert nun selbst über die von linken Demokraten hergestellte politische Korrektheit. Sein Stellvertreter wird zudem mit sexueller Nötigung beschuldigt.

State of the union

Präsident Trump hat bei der Rede zur Lage der Nation vor dem U.S. Kongress weitestgehend versöhnliche Töne angestimmt. Der US-Präsident rief zur überparteilichen Zusammenarbeit auf. Bei seiner Einwanderungs- und Gesellschaftspolitik blieb Präsident Trump jedoch strikt.

„Trump Shows Why He Can’t Be Counted Out“ (The Atlantic)

Zweites Trump-Kim-Treffen

US-Präsident Donald Trump und der nordkoreanische Diktator Kim Jong-Un werden sich am 27. und 28. Februar 2019 erneut, diesmal in Vietnam, treffen.

„Dieses Mal ist ein freieres Verhandeln möglich“ (FAZ)

Mehr US-Amerikaner ohne Krankenversicherung

Seit dem Amtsantritt von Präsident Trump kam es zu einem signifikanten Anstieg von US-Amerikanern ohne Krankenversicherung. Die Gründe für den Anstieg von sieben Millionen Nicht-Versicherten sind vielfältig: Erhöhte Krankenkassenbeiträge, politische Entscheidungen und Unsicherheit über das Fortbestehen der Gesundheitsreform von Präsident Obama zählen hierzu.

„U.S. Uninsured Rate Rises to Four-Year High“ (Gallup)


Leseempfehlungen

Gesellschaftspolitik
„Mike Pence: Life is under attack“ (National Review)
„Immigrant share in U.S. nears record high but remains below that of many other countries“ (Pew Research Center)

Religionspolitik
„Trump: Der Glaube hat Amerika groß gemacht“ (idea)

US-Präsidentschaftswahl 2020
„Kamala Harris is the Democrats‘ 2020 social media phenomenon“ (Axios)

Wirtschaftspolitik
„Europe must retain control of its energy security“ (Deutsche Welle)