Donald Trump und die Republikanische Partei gehen als die großen Gewinner aus den Präsidentschafts- und Kongresswahlen 2024 heraus. Erstmals seit Grover Cleveland kehrt mit Trump nämlich nach vierjähriger Unterbrechung ein ehemaliger Präsident in das Weiße Haus zurück. Im entscheidenden Wahlmännergremium setzte sich der Republikaner mit 312 zu 226 Wahlleuten gegen Vizepräsidentin Kamala Harris durch. Trump konnte zudem alle sieben Swing States für sich entscheiden. Im dritten Anlauf gewann der Milliardär auch erstmals eine Mehrheit aller abgegebenen Stimmen, da Trump auch einen Anstieg an Unterstützung durch Minderheiten, insbesondere von Latinos, zu verzeichnen hatte.
Ausschlaggebend für die Wahl von Trump zum 47. US-Präsidenten war die Wirtschaftspolitik. Trotz objektiv zahlreicher Verbesserungen ökonomischer Daten seit Ausbruch der Coronavirus-Pandemie im Jahr 2020 beurteilen US-Amerikaner die wirtschaftliche Entwicklung weiterhin subjektiv als mehrheitlich negativ. Insbesondere die hohe Inflation der vergangenen Jahre macht(e) der Bevölkerung zu schaffen. Als Teil der Administration von Präsident Joe Biden hatte die demokratische Kandidatin Harris somit einen schwierigen Stand bei der Wählerschaft, zumal diese Trump höhere Kompetenzwerte im Bereich der Wirtschaftspolitik zuschrieben.
Infolgedessen gewannen Republikaner nicht nur das Weiße Haus, sondern erzielten auch Erfolge bei den Wahlen zum U.S. Kongress. Bei den Senatswahlen konnten Republikaner vier Sitze von Demokraten hinzugewinnen, so dass die Grand Old Party bei der am 03.01.2025 beginnenden neuen Legislaturperiode eine Mehrheit von 53 zu 47 Sitze in dieser Kongresskammer stellen kann. Die Auszählungen der Wahlen zum U.S Repräsentantenhaus sind zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Beitrags noch nicht abgeschlossen, es gilt jedoch als wahrscheinlich, dass die Republikanische Partei ihre knappe Mehrheit behaupten kann.
Eine ausführliche Analyse zum Ausgang der US-Präsidentschaftswahl 2024 hat der Inhaber von „1600 Pennsylvania“ für das Online-Magazin Corrigenda verfasst. Der Beitrag ist hier einzusehen (Klick hier).
Die Wahlmännerkarte der US-Präsidentschaftswahl 2024.
Bildquellen: Creative-Commons-Lizenzen (via Google); Canva.com; eigene Grafiken. Zur besseren Lesbarkeit von Personenbezeichnungen und personenbezogenen Wörtern wird in der Regel die männliche Form genutzt. Diese Begriffe gelten für alle Geschlechter.
Ein langer Wahlkampf geht mit den Präsidentschafts- und Kongresswahlen am 05.11.2024 zu Ende. Senden US-Amerikaner mit Vizepräsidentin Kamala Harris erstmals eine Frau in das Weiße Haus? Oder schafft mit Donald Trump erst zum zweiten Mal ein ehemaliger Präsident die Rückkehr in die 1600 Pennsylvania Avenue? Von hoher Bedeutung für den Nachfolger von Präsident Joe Biden werden zudem die Mehrheitsverhältnisse im U.S. Kongress sein. Dieser stetig aktualisierende Beitrag informiert mit einer Wahlmännerkarte, einer Auflistung der Schließung der Wahllokale samt Gewinnern und weiteren Hintergründen gewohnt unaufgeregt, tiefgehend über die Wahlen in den USA.
Auf der stetig aktualisierenden Wahlmännerkarte werden von der Demokratin Harris gewonnene Bundesstaaten blau, die des Republikaners Trump gewonnenen Staaten rot eingefärbt. Der Kandidat, der mindestens 270 Wahlmänner erreicht, zieht am 20.01.2025 in das Weiße Haus ein.
Die Wahl eines Präsidenten kurz erklärt
Der Präsident wird (in der Theorie) indirekt vom Volk gewählt, da die Amerikaner über ein sogenanntes Wahlmännergremium entscheiden, welches sodann den Präsidenten wählt. Hierbei entfallen alle Wahlmänner in einem Bundesstaat auf den Kandidaten, der die relative (oder absolute) Mehrheit erzielen konnte. Ausnahme zum winner-takes-it-all Prinzip gibt es in Maine und Nebraska.
Das Wahlmännergremium wählt den Präsidenten und besteht aus 538 Personen. Die Anzahl setzt sich aus den Mitgliedern des Kongresses (535) und drei Wahlmännern für den District of Columbia zusammen. Je nach Bevölkerungsgröße hat ein Bundesstaat mehr oder weniger Wahlmänner (siehe Anzahl in der oben stehenden Wahlmännerkarte). Um zum Präsidenten gewählt zu werden, sind mindestens 270 Wahlmänner notwendig.
Schließung der Wahllokale
Die nachfolgende Übersicht stellt die Schließung der letzten Wahllokale in den jeweiligen Bundesstaaten sowie im District of Columbia dar. Fett gedruckt sind die Staaten, welche als Swing States und somit als wahlentscheidend gelten. Die Sieger der jeweiligen Bundesstaaten werden ständig aktualisiert.
Der U.S. Senat besteht aus 100 Mitgliedern. Ein Drittel dieser Kongresskammer wird alle zwei Jahre neu gewählt. Gegenwärtig stellen Demokraten 47 U.S. Senatoren. Die vier Unabhängigen stimmen in der Regel mit der Demokratischen Partei. 49 Abgeordnete gehören der Republikanischen Partei an. In diesem Wahljahr haben Demokraten 23 Sitze zu verteidigen, Republikaner elf Sitze.
Bei den Senatswahlen 2024 konnten Republikaner vier Sitze hinzugewinnen, so dass die Grand Old Party nun 53 Sitze inne hat. Demokraten kommen auf 47 U.S. Senatoren (inklusive zweier Unabhängiger). Die neue Sitzverteilung:
Ein ✓ hinter einem Kandidaten bedeutet, dass dieser Politiker die Wahl gewonnen hat. Wird die gesamte Zeile Fett markiert, hat eine Partei einen Sitz in einem Bundesstaat hinzugewonnen.
Bundesstaat
Sitz wird verteidigt von
Kandidat Demokraten
Kandidat Republikaner
Arizona
Demokraten (I)
Ruben Gallego ✓
Kari Lake
Connecticut
Demokraten
Senator Chris Murphy ✓
Matthew Corey
Delaware
Demokraten
Lisa Blunt Rochester ✓
Eric Hansen
Florida
Republikaner
Debbie Mucarsel-Powell
Senator Rick Scott ✓
Hawaii
Demokraten
Senatorin Mazie Hirono ✓
Bob McDermott
Indiana
Republikaner
Valerie McCray
Jim Banks ✓
Kalifornien
Demokraten
Adam Schiff ✓
Steve Garvey
Maine
Demokraten (I)
Senator Angus King (I) ✓
David Costello
Maryland
Demokraten
Angela Alsobrooks ✓
Larry Hogan
Massachusetts
Demokraten
Sen Elizabeth Warren ✓
John Deaton
Michigan
Demokraten
Elissa Slotkin ✓
Mike Rogers
Minnesota
Demokraten
Senatorin Amy Klobuchar ✓
Royce White
Mississippi
Republikaner
Ty Pinkins
Senator Roger Wicker ✓
Missouri
Republikaner
Lucas Kunce
Senator Josh Hawley ✓
Montana
Demokraten
Senator Jon Tester
Tim Sheehy ✓
Nebraska
Republikaner
Dan Osborn (I)
Senatorin Deb Fischer ✓
Nebraska (spezial)
Republikaner
Preston Love Jr.
Pete Ricketts ✓
Nevada
Demokraten
Senatorin Jacky Rosen ✓
Sam Brown
New Jersey
Demokraten
Andy Kim ✓
Curtis Bashaw
New Mexico
Demokraten
Senator Martin Heinrich ✓
Nella Domenici
New York
Demokraten
Sen Kirsten Gillibrand ✓
Mike Sapraicone
North Dakota
Republikaner
Katrina Christiansen
Senator Kevin Cramer ✓
Ohio
Demokraten
Senator Sherrod Brown
Bernie Moreno ✓
Pennsylvania
Demokraten
Senator Bob Casey Jr.
David McCormick ✓
Rhode Island
Demokraten
Sen Sheld. Whitehouse ✓
Patricia Morgan
Tennessee
Republikaner
Gloria Johnson
Sen M. Blackburn ✓
Texas
Republikaner
Collin Alred
Senator Ted Cruz ✓
Utah
Republikaner
Caroline Gleich
John Curtis ✓
Vermont
Demokraten (I)
Sen Bernie Sanders (I) ✓
Gerald Malloy
Virginia
Demokraten
Senator Tim Kaine ✓
Hung Cao
Washington
Demokraten
Senatorin Maria Cantwell ✓
Raul Garcia
West Virginia
Demokraten (I)
Glenn Elliott
Jim Justice ✓
Wisconsin
Demokraten
Sen Tammy Baldwin ✓
Eric Hovde
Wyoming
Republikaner
Scott Morrow
Senator John Barrasso ✓
Wahlen zum U.S. Repräsentantenhaus
Das U.S. Repräsentantenhaus wird alle zwei Jahre komplett neu gewählt. Gegenwärtig haben Republikaner mit 217 zu 213 Sitzen eine hauchdünne Mehrheit inne. Nach Auszählung der 435 Wahlbezirke steht fest, dass in der am 03.01.2025 beginnenden neuen Legislaturperiode Republikaner 220 und Demokraten 215 Abgeordnete stellen werden.
Bildquellen: Creative-Commons-Lizenzen (via Google); Canva.com; eigene Grafiken. Zur besseren Lesbarkeit von Personenbezeichnungen und personenbezogenen Wörtern wird in der Regel die männliche Form genutzt. Diese Begriffe gelten für alle Geschlechter.
Im Präsidentschaftswahlkampf 2024 wurde über „kinderlose Katzen-Frauen“ diskutiert, es wurde die Behauptung aufgestellt, dass illegal in den USA lebende Migranten „Hunde und Katzen gegessen“ haben sollen und auf den Wahlkampfbühnen stahlen Stars von Beyoncé bis Bruce Springsteen den Präsidentschaftskandidaten die Schau.
Dabei geht es in einer Demokratie doch eigentlich um den Wettstreit politischer Ideen. Welcher Kandidat hat für die Mehrheit der US-Amerikaner das attraktivere politische Programm? Im Verlauf des Wahlkampfs wurden für den Wahlausgang mitentscheidende Politikbereiche auf „1600 Pennsylvania“ analysiert. Im nachfolgendem Beitrag gibt es sodann kurze Zusammenfassungen diesbezüglich mit Verlinkungen zu den weiterführenden Analysen.
Das reale Bruttoinlandsprodukt der USA ist im Vergleich zum Vorjahresquartal um 2,7 Prozent gewachsen. Der Arbeitsmarkt hat sich ebenso von der Coronavirus-Pandemie erholt, die Arbeitslosenquote stieg zuletzt aber wieder über die 4-Prozentmarke an. Die Inflationsrate liegt derzeit bei 2,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Trotz dieser vergleichsweise positiven Daten ist die Mehrheit der US-Amerikaner unzufrieden mit der wirtschaftlichen Entwicklung. Die Wirtschaftspolitik ist infolgedessen das wichtigste Wahlkampfthema.
Wie schon in der Rubrik uswahl2024 Updates veröffentlicht wurde, haben Vizepräsidentin Kamala Harris und Donald Trump zahlreiche Vorschläge zur Verbesserung des ökonomischen Klimas vorgelegt. Während die Demokratin primär auf einen starken Staat, zum Beispiel durch Subventionen für Privatleute und Klein(st)unternehmer und höhere Steuern für Reiche setzt, plädiert der Republikaner für einen schlanken Staat. Geht es nach Trump, sollen Steuern massiv gesenkt und die Bürokratie abgebaut werden. Um Arbeitsplätze in den USA zu sichern, sollen hohe Zölle auf Importe aus dem Ausland eingeführt werden.
Migration
In den USA leben Schätzungen zur Folge mindestens elf Millionen illegal eingewanderte Personen. Millionen weitere rechtswidrige Grenzübertritte wurden zudem in den vergangenen Jahren festgestellt. Vor diesem Hintergrund plant Trump die „größten Massenabschiebungen in der Geschichte der USA“. VP Harris hingegen will den illegalen Migranten Wege zur Legalität aufweisen. Für einen besseren Grenzschutz an der US-Südgrenze treten beide Kandidaten ein, wenngleich Trump auf deutlich restriktivere Massnahmen setzen will. Die ausführliche Analyse zur Migrationskrise in den USA vor dem Hintergrund der Präsidentschaftswahl ist hier zu lesen (Klick hier).
Lebensschutz vs Wahlfreiheit
Seitdem der Supreme Court das Recht für die Gesetzgebung von Schwangerschaftsabbrüchen an die Bundesstaaten zurückgegeben hat, ist das Thema Lebensschutz vs Wahlfreiheit wieder weit oben auf der Agenda. Während Trump das geltende Recht verteidigt, setzt sich VP Harris für ein landesweites liberales Abtreibungsrecht nach dem Vorbild von Roe vs Wade ein. Weitere Einzelheiten zur Thematik sind hier einsehbar (Klick hier).
Naher Osten
Außenpolitik spielt bei US-Präsidentschaftswahlen traditionell eine untergeordnete Rolle. Der wieder aufgeflammte Konflikt im Nahen Osten ist allerdings für progressive sowie für muslimische US-Amerikaner, bedeutende Wählergruppen der Demokraten, von hoher Bedeutung. VP Harris setzt sich infolgedessen für eine Waffenruhe ein. Gleichwohl die Demokratin das Selbstverteidigungsrechts Israels mehrmals betonte, adressiert sie doch auch das „Leid der Palästinenser“. Trump hingegen gilt als enger Freund Israels. Die Analyse zum Nahen Osten vor dem Hintergrund der Präsidentschaftswahl ist hier zu lesen (Klick hier).
Ukraine
Der russische Angriffskrieg auf die gesamte Ukraine befindet sich mittlerweile schon in seinem dritten Jahr. Die Ukraine verteidigt sich tapfer, auch dank westlicher Waffenlieferungen. Doch das zögerliche und teilweise ängstliche Handeln von Seiten des Weißen Hauses versagten es der Ukraine bislang die russischen Invasoren komplett von ihrem Territorium zurückzudrängen. VP Harris dürfte wohl diese Politik von Präsident Joe Biden fortführen, wenngleich sie sich in diesem Politikfeld noch nicht detaillierter äußerte. Trump hingegen will den Krieg schnellstmöglich beenden. Eine ausführliche Analyse gibt es auf dieser Seite (Klick hier).
Klimapolitik
Die Bedrohung der Auswirkungen des menschengemachten Klimawandels sind real, doch im diesjährigen Wahlkampf spielte der Klimaschutz kaum eine Rolle. Während VP Harris weitestgehend die klimapolitischen Anstrengungen der Biden-Administration fortsetzen will, plädiert Trump unter anderem für verstärkte Ölbohrungen und für die Abschaffung von Subventionen für Elektroautos. Weitere Details sind in folgendem Beitrag einsehbar (Klick hier).
Bildquellen: Creative-Commons-Lizenzen (via Google); Canva.com; eigene Grafiken. Zur besseren Lesbarkeit von Personenbezeichnungen und personenbezogenen Wörtern wird in der Regel die männliche Form genutzt. Diese Begriffe gelten für alle Geschlechter.
„1600 Pennsylvania“ informiert über die aktuellsten repräsentativen Umfragen rund um US-amerikanische Politik (Pfeil nach oben/unten: Wert ist zum Vormonat gestiegen/hat abgenommen). Quellen, falls nicht anders angegeben, sind die auf Real Clear Politics veröffentlichten Durchschnittswerte der wichtigsten Umfrageinstitute.
Repräsentative Umfragen aus D.C.
Weitere repräsentative Umfragen
Repräsentative Umfragen rund um die US-Wahl 2024
Bei der Interpretation von Wahlmännerprognosen ist Vorsicht geboten, da die meisten repräsentativen Umfragen in den Swing States im Bereich der Fehlertoleranz liegen.
Repräsentative Umfragen zu den Kongresswahlen 2024
Nicht-repräsentative Umfrage auf X
Bildquellen: Creative-Commons-Lizenzen (via Google); Canva.com; eigene Grafiken. Zur besseren Lesbarkeit von Personenbezeichnungen und personenbezogenen Wörtern wird in der Regel die männliche Form genutzt. Diese Begriffe gelten für alle Geschlechter.
Der Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika wird oftmals als der „mächtigste Mann der Welt“ bezeichnet. Als Regierungschef der letzten verbliebenen Supermacht ist dies zwar richtig, doch insbesondere in der Innenpolitik ist der Präsident der gut ausgearbeiteten Gewaltenteilung und -verschränkung unterworfen. Vor diesem Hintergrund sind neben der Präsidentschaftswahl am 05.11.2024 auch die Wahlen zum U.S. Kongress für die politische Ausrichtung der USA für die nächsten zwei Jahre von enormer Bedeutung. Der nachfolgende Beitrag gibt infolgedessen einen Überblick über die Wahlen zum U.S. Senat sowie zum U.S. Repräsentantenhaus.
Der U.S. Senat besteht aus 100 Mitgliedern. Ein Drittel dieser Kongresskammer wird alle zwei Jahre neu gewählt. Gegenwärtig stellen Demokraten 47 U.S. Senatoren. Die vier Unabhängigen stimmen in der Regel mit der Demokratischen Partei. 49 Abgeordnete gehören der Republikanischen Partei an. In diesem Wahljahr haben Demokraten 23 Sitze zu verteidigen, Republikaner elf Sitze. Die Wahlkarte favorisiert in diesem Jahr folglich die Republikanische Partei.
Die meisten Senatswahlen sind, ähnlich den Bundesstaaten bei der Präsidentschaftswahl, nicht umkämpft. Infolgedessen soll an dieser Stelle ein Blick auf eine Auswahl interessanter und für die zukünftige Mehrheitsverteilung im U.S. Senat entscheidender Duelle geworfen werden:
Montana: Senator Jon Tester (D) vs. Tim Sheehy (R)
Dass der Demokrat Jon Tester schon seit dem Jahr 2007 seinen Bundesstaat Montana im U.S. Senat vertritt, ist keine Selbstverständlichkeit. Schließlich gilt der im Nordwesten der USA gelegene Bundesstaat als Hochburg der Republikaner. Um seine Wiederwahlchancen in diesem Jahr zu erhöhen, forderte U.S. Senator Tester infolgedessen zunächst öffentlichkeitswirksam Präsident Joe Biden zur Aufgabe seiner Präsidentschaftskandidatur auf. Als Demokraten sodann Vizepräsidentin Kamala Harris als Kandidatin für das Weiße Haus inthronisierten, verweigerte U.S. Senator Tester ihr die Unterstützung. Herausgefordert wird U.S. Senator Tester vom 38-jährigen Republikaner Tim Sheehy. Die Senatswahl in Montana gilt als mitentscheidend für die Mehrheitsverhältnisse in dieser Kongresskammer für die nächste Legislaturperiode.
Nebraska: Dan Osborn (I) vs. Senatorin Deb Fischer (R)
Unerwartet interessant gestaltet sich die Senatswahl im strukturell konservativen Nebraska. Die republikanische Amtsinhaberin Deb Fischer wird von dem unabhängigen Kandidaten Dan Osborn herausgefordert. Der Veteran der U.S. Navy liegt dank eines unorthodoxen, populistischen Auftretens in repräsentativen Umfragen konstant in Schlagdistanz zu U.S. Senatorin Fischer. Im Wahlkampf hat Osborn nicht verlautbaren lassen, ob er bei einer erfolgreichen Wahl (mehrheitlich) mit Demokraten oder Republikanern im U.S. Senat stimmen würde. Als ehemaliger Gewerkschaftsführer dürfte Osborn jedoch zur Demokratischen Partei tendieren.
Ohio: Senator Sherrod Brown (D) vs. Bernie Moreno (R)
Ohio hat sich von einem Swing State zu einem republikanisch dominierten Bundesstaat entwickelt. Gegen diesen Trend kämpft der demokratische U.S. Senator Sherrod Brown an, der seit dem Jahr 2007 den Buckeye State in Washington D.C. vertritt. Gegen den in Kolumbien geborenen Republikaner Bernie Moreno gilt U.S. Senator Brown nach einem starken Wahlkampf als leicht favorisiert.
Pennsylvania: Senator Bob Casey Jr. (D) vs. David McCormick (R)
Pennsylvania kommt bei der diesjährigen Präsidentschaftswahl die Rolle des wichtigsten Swing States zu. Auch die Senatswahl zwischen dem demokratischen Amtsinhaber Bob Casey Jr. und dem republikanischen Herausforderer David McCormick versprach zunächst reichlich Spannung. Doch einige Aussetzer von Seiten des Republikaners brachten U.S. Senator Casey Jr. in eine laut repräsentativen Umfragen gute Ausgangsposition.
Texas: Colin Allred (D) vs. Senator Ted Cruz (R)
Texas galt als der republikanische Staat schlechthin. Doch auf Grund des Zuzugs von Minderheiten sowie von liberaleren US-Amerikanern aus anderen Bundesstaaten hat sich der Lone Star State in politischer Hinsicht in den vergangenen Jahren von einem dunkel- zu einem hellroten Bundesstaat verändert. Der republikanische U.S. Senator Ted Cruz musste dies schon im Jahr 2018 feststellen, als er vom populären Beto O’Rourke herausgefordert wurde und nur knapp mit 2,58 Prozentpunkten Vorsprung gewann. Sechs Jahre später ist der demokratische Kandidat, der ehemalige NFL-Profi und amtierende Abgeordnete im U.S. Repräsentantenhaus Colin Allred, erneut konkurrenzfähig.
West Virginia: Glenn Elliott (D) vs. Jim Justice (R)
U.S. Senator Joe Manchin bereitete seiner Demokratischen Partei über Jahre hinweg Kopfzerbrechen. Schließlich interpretierte er sein Mandat wie es ursprünglich auch sein sollte: Abstimmungen tätigte er nämlich im Sinne des eigenen Bundesstaates West Virginia, einem eher konservativen Staat, weitestgehend unabhängig von jeglicher Fraktionsdisziplin. Anfang des Jahres gab U.S. Senator Manchin seinen Rückzug aus dem U.S. Senat bekannt und registrierte sich als Unabhängiger. Dass Demokraten vor diesen Hintergründen den Senatssitz verteidigen können, gilt als sehr unwahrscheinlich. Als favorisiert auf die Nachfolge von U.S. Senator Manchin gilt der republikanische Gouverneur Jim Justice.
Alle Wahlen zum U.S. Senat des Jahres 2024 in der Übersicht:
Bundesstaat
Sitz wird verteidigt von
Kandidat Demokraten
Kandidat Republikaner
Arizona
Demokraten (I)
Ruben Gallego
Kari Lake
Connecticut
Demokraten
Senator Chris Murphy
Matthew Corey
Delaware
Demokraten
Lisa Blunt Rochester
Eric Hansen
Florida
Republikaner
Debbie Mucarsel-Powell
Senator Rick Scott
Hawaii
Demokraten
Senatorin Mazie Hirono
Bob McDermott
Indiana
Republikaner
Valerie McCray
Jim Banks
Kalifornien
Demokraten
Adam Schiff
Steve Garvey
Maine
Demokraten (I)
Senator Angus King (I)
David Costello
Maryland
Demokraten
Angela Alsobrooks
Larry Hogan
Massachusetts
Demokraten
Senatorin Elizabeth Warren
John Deaton
Michigan
Demokraten
Elissa Slotkin
Mike Rogers
Minnesota
Demokraten
Senatorin Amy Klobuchar
Royce White
Mississippi
Republikaner
Ty Pinkins
Senator Roger Wicker
Missouri
Republikaner
Lucas Kunce
Senator Josh Hawley
Montana
Demokraten
Senator Jon Tester
Tim Sheehy
Nebraska
Republikaner
Dan Osborn (I)
Senatorin Deb Fischer
Nebraska (spezial)
Republikaner
Preston Love Jr.
Pete Ricketts
Nevada
Demokraten
Senatorin Jacky Rosen
Sam Brown
New Jersey
Demokraten
Andy Kim
Curtis Bashaw
New Mexico
Demokraten
Senator Martin Heinrich
Nella Domenici
New York
Demokraten
Senatorin Kirsten Gillibrand
Mike Sapraicone
North Dakota
Republikaner
Katrina Christiansen
Senator Kevin Cramer
Ohio
Demokraten
Senator Sherrod Brown
Bernie Moreno
Pennsylvania
Demokraten
Senator Bob Casey Jr.
David McCormick
Rhode Island
Demokraten
Senator Sheldon Whitehouse
Patricia Morgan
Tennessee
Republikaner
Gloria Johnson
Senatorin Marsha Blackburn
Texas
Republikaner
Collin Alred
Senator Ted Cruz
Utah
Republikaner
Caroline Gleich
John Curtis
Vermont
Demokraten (I)
Senator Bernie Sanders (I)
Gerald Malloy
Virginia
Demokraten
Senator Tim Kaine
Hung Cao
Washington
Demokraten
Senatorin Maria Cantwell
Raul Garcia
West Virginia
Demokraten (I)
Glenn Elliott
Jim Justice
Wisconsin
Demokraten
Senatorin Tammy Baldwin
Eric Hovde
Wyoming
Republikaner
Scott Morrow
Senator John Barrasso
Wahlen zum U.S. Repräsentantenhaus
Das U.S. Repräsentantenhaus wird alle zwei Jahre komplett neu gewählt. Gegenwärtig haben Republikaner mit 217 zu 213 Sitzen eine hauchdünne Mehrheit inne. Auch in diesem Jahr wird mit einem knappen Wahlausgang gerechnet, Demokraten sind leicht favorisiert eine Mehrheit zu erreichen. Laut dem Cook Political Report dürften Republikaner mindestens 207 Sitze, Demokraten mindestens 203 Sitze gewinnen. 25 Wahlbezirke gelten als stark umkämpft.
NEW: Our list of the 10 most vulnerable House incumbents is out.@MattKleinOnline assesses which members may be in for a tough Tuesday night: https://t.co/Tq2zuk60EZ
Bildquellen: Creative-Commons-Lizenzen (via Google); Canva.com; eigene Grafiken. Zur besseren Lesbarkeit von Personenbezeichnungen und personenbezogenen Wörtern wird in der Regel die männliche Form genutzt. Diese Begriffe gelten für alle Geschlechter.