„1600 Pennsylvania“ informiert über die aktuellsten repräsentativen Umfragen rund um US-amerikanische Politik (Grün/ Rot: Wert hat sich im Vergleich zum Vormonat verbessert/ verschlechtert). Quellen, falls nicht anders angegeben, sind die auf Real Clear Politics veröffentlichten Durchschnittswerte der wichtigsten Umfrageinstitute.
1600 Pennsylvania Avenue
So beurteilen US-Amerikaner die Arbeit von Präsident Donald Trump (R)
41,4 %
positiv
56,6 %
negativ
Zustimmungswerte von US-Präsidentenzum gleichen Zeitpunkt ihrer jeweiligen Amtszeit
74,7 %
George W. Bush (R)
46,6 %
Barack Obama (D)
41,4 %
Donald Trump (R)
40,6 %
Joe Biden (D)
So beurteilen US-Amerikaner die Arbeit von Vizepräsident JD Vance (R)
40,9 %
positiv
49,9 %
negativ
Capitol Hill
Zustimmungswerte wichtiger Mitglieder des U.S. Kongresses
29,6 %
Speaker Mike Johnson (R)
26,2 %
Minderheitsführer Hakeem Jeffries (D)
25,0 %
Minderheitsführer Chuck Schumer (D)
18,6 %
Mehrheitsführer John Thune (R)
So beurteilen US-Amerikaner die Arbeit des U.S. Kongresses
21,8 %
positiv
70,0 %
negativ
Präsidentschaftswahl 2028
Landesweite Umfrage zu den demokratischen Präsidentschaftsvorwahlen 2028
26,4 %
Vizepräsidentin a.D. Kamala Harris
19,4 %
Gouverneur Gavin Newsom
10,5 %
Pete Buttigieg
7,9 %
Abgeordnete Alexandria Ocasio-Cortez
6,5 %
Gouverneur Josh Shapiro
5,6 %
U.S. Senator Mark Kelly
Landesweite Umfrage zu den republikanischen Präsidentschaftsvorwahlen 2028
44,9 %
Vizepräsident JD Vance
14,5 %
Donald Trump Jr.
12,7 %
Außenminister Marco Rubio
7,6 %
Gouverneur Ron DeSantis
3,8 %
Gesundheitsminister Robert F. Kennedy Jr.
3,3 %
Nikki Haley
Weitere repräsentative Umfragen
56 % der US-Amerikaner sind der Auffassung, dass der Iran-Krieg negative Auswirkungen auf ihre persönliche finanzielle Situation haben wird (Quelle: Ipsos).
57 % der US-Amerikaner sind der Meinung, dass es Priorität haben sollte, die Wind- und Solarenergie auszubauen. Im Jahr 2020 lag dieser Wert noch bei 79 % (Quelle: Pew Research Center).
Zur besseren Lesbarkeit von Personenbezeichnungen und personenbezogenen Wörtern wird in der Regel die männliche Form genutzt. Diese Begriffe gelten für alle Geschlechter.Bildquellen: Creative-Commons-Lizenzen (via Google); Canva.com; eigene Grafiken.
Die Demokratische Partei hat die Präsidentschafts- und Kongresswahlen 2024 deutlich verloren. In das Weiße Haus zieht nach vierjähriger Unterbrechung wieder der MAGA-Republikaner Donald Trump ein. Bei den Wahlen zum U.S. Senat verloren Demokraten vier Sitze und stellen ab dem 03.01.2025, dem Start der neuen Legislaturperiode, ebenso eine Minderheitsfraktion dar wie weiterhin im U.S Repräsentantenhaus. Was waren die Gründe für das schlechte Abschneiden der Demokraten? Der nachfolgende Beitrag geht auf unaufgeregte, tiefgehende Spurensuche.
„Ich habe das Amt übernommen, als unsere Wirtschaft in Scherben lag. Heute haben die USA die höchste Wirtschaftswachstumsrate seit der Pandemie, die höchste in der ganzen Welt.“ Ein Jahr vor der Präsidentschaftswahl warb Präsident Joe Biden mit der wirtschaftlichen Entwicklung, damals noch als Präsidentschaftskandidat seiner Partei, für seine Wiederwahl. In der Tat entwickelte sich die Wirtschaft in den USA nach der Pandemie positiv: Das Bruttoinlandsprodukt wuchs in den vergangenen zwei Jahren konstant zwischen zwei und drei Prozent, die Arbeitslosenquote pendelte sich um die vier Prozent ein.
Doch diese positiven ökonomischen Kennzahlen machten sich bei der Mehrheit der US-Amerikaner auf Grund einer hohen Inflationsrate kaum bemerkbar. Von 7,7 Prozent im Oktober 2022 ging die Preissteigerung zwar zuletzt auf 2,6 Prozent im Oktober 2024 zurück. Doch laut Nachwahlbefragungen von CBS zur Präsidentschaftswahl 2024 gaben drei Viertel der US-Amerikaner an, dass die hohe Inflation eine enorme Herausforderung darstellt(e). An dieser Stelle sei zudem erwähnt, dass die Kostensteigerungen auch durch die zahlreichen von der Biden-Harris-Administration aufgelegten staatlichen Programme herbeigeführt wurden.
Für 81 Prozent der registrierten Wähler stellte die Wirtschaftspolitik ein sehr bedeutendes Thema für ihre Entscheidungsfindung bei der Präsidentschaftswahl 2024 dar. Migration war das zweitwichtigste Thema (61 Prozent).
Quelle: Pew Research Center
Dass Präsident Biden, wie auch VP Harris, die wirtschaftliche Entwicklung überdeutlich positiv darstellten, dürfte für einen Großteil der Wählerschaft weltfremd dahergekommen sein. Dieses mangelnde Verständnis für die ökonomische Lebenswirklichkeit der Mittelschicht sowie herablassende Äußerungen über republikanische Wähler und höhere Kompetenzwerte in der Wirtschaftspolitik für Trump waren die ausschlaggebenden Gründe für die diesjährige Wahlniederlage der Demokraten. Schließlich war laut einer repräsentativen Umfrage von Gallup die Wirtschaftspolitik auf Grund der gegenwärtigen ökonomischen Herausforderungen so bedeutend für die Wahlentscheidung wie nicht mehr seit der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise im Jahr 2008.
Nur 42 Prozent aller Wähler waren der Auffassung, dass VP Harris im Wahlkampf ihre wirtschaftspolitischen Pläne ausreichend erklärte.
Quelle: Pew Research Center
Mangelnde Glaubwürdigkeit
Neben der Unzufriedenheit gegenüber der (persönlichen) wirtschaftlichen Entwicklung unter der Biden-Harris-Administration wurde der Demokratischen Partei auch deren mangelnde Glaubwürdigkeit zum Verhängnis: Erst wurde die abbauende mentale und körperliche Fitness des ältesten amtierenden Präsidenten in der Geschichte der USA, übrigens durch mithilfe von freundlich gesinnten Medien, heruntergespielt. Dabei waren die Anzeichen des geistigen und körperlichen Abbaus des Präsidenten offensichtlich wie zahlreiche öffentliche Auftritte Bidens zeigten. Infolgedessen verbrachte Präsident Biden so viele Tage im Urlaub wie kein anderer seiner Vorgänger in der jüngeren Geschichte (auch hierüber wurde kaum berichtet).
Erst im Sommer des Wahljahres wurde Präsident Biden von seinen Parteikollegen, allen voran von Nancy Pelosi, öffentlich dazu gedrängt seine Wiederwahlambitionen aufzugeben. Vorausgegangen war eine so schlechte Fernsehdebatte des 81-Jährigen Demokraten gegen Trump, welche es seinen Parteikollegen nicht mehr erlaubte Präsident Biden weiter zu verteidigen. Durch diese 180° Wende verloren Demokraten auch jegliche Glaubwürdigkeit hinsichtlich ihrer Warnungen, dass mit einer Rückkehr Trumps in das Weiße Haus die Demokratie in Gefahr stünde.
Falsche Präsidentschaftskandidatin
Mit der abrupten und unfreiwilligen Beendigung der Wiederwahlkampagne von Präsident Biden folgte die nach US-amerikanischen Standards, da ohne offene Vorwahlen, wenig demokratische Entscheidung VP Harris in das Rennen um das Weiße Haus zu schicken. Die Inthronisierung von Harris, die unbeliebteste Vizepräsidentin seit Beginn der Umfrageaufzeichnungen, als demokratische Präsidentschaftskandidatin hatte zur Folge, dass sich nicht der bei der demokratischen Basis beliebteste Kandidat mit dem populärsten Wahlprogramm durchsetzen konnte. Vielmehr wurde im Verlauf des Wahlkampfs deutlich, dass VP Harris, wie schon bei ihrer Teilnahme an den demokratischen Vorwahlen 2019/2020, nur ausbaufähige Qualitäten als Wahlkämpferin aufweist.
Des Weiteren stellte VP Harris, die aus San Francisco stammt, ein Symbol der liberalen Großstadtelite dar, die mit den Realitäten außerhalb der Ballungszentren wenig gemein hat. Der Unterschied zwischen VP Harris und Trump, die beide aus einem privilegierten Elternhaus stammen, auch wenn VP Harris und ein Großteil der Medien das Märchen einer mittelständischen Herkunft verbreiteten, wurde offenbar, als sich die Demokratin auf dem Titelbild des Modemagazins Vogue abbilden ließ. Trump mimte derweil einen bürgernahen Kandidaten, indem er seinen Wahlkampf in einen McDonald’s verlegte und als Müllmann auftrat.
Mit ihrem elitären Auftreten ist es nicht verwunderlich, dass VP Harris die Arbeiterschaft, eine wichtige Wählergruppe der Demokraten, nicht von ihrer Kampagne überzeugen konnte. Ein Mangel an politischen Inhalten und einem unsicheren Auftreten, David Axelrod (ehemaliger Wahlkampfmanager von Barack Obama) warf ihr das andauernde Verbreiten von „Wortsalat“ vor, rundeten das Bild einer falschen demokratischen Kandidatin zu einem falschen Zeitpunkt ab.
Falscher Vizepräsidentschaftskandidat
Tim Walz ging im Sommer 2024 viral, als er das republikanische Ticket als „seltsam“ bezeichnete. Es folgte die Nominierung von Walz als Vizepräsidentschaftskandidat der Demokratischen Partei. Als Gouverneur von Minnesota sollte er einerseits den Rust Belt, auch bekannt als die „blaue Wand“, für VP Harris gewinnen. Andererseits sollte dessen VP-Kandidatur muslimische und progressive US-Amerikaner besänftigen, die bei einer Nominierung des jüdischen Gouverneurs von Pennsylvania, Josh Shapiro, dem demokratischen Ticket noch skeptischer gegenübergestanden hätten. Doch Walz blieb während des gesamten Wahlkampfes nicht nur blass, auch bot er für Republikaner eine leichte Angriffsfläche auf Grund seiner linksliberalen Bilanz in Minnesota.
Keine konsistente Wahlkampfbotschaft
Ein weiteres Problem für die Kampagne von VP Harris stellte eine nicht konsistente Wahlkampfbotschaft dar. Während Präsident Biden noch das Thema der Bewahrung der Demokratie auf die Agenda setzte, ging VP Harris hierauf zunächst nicht ein. Vielmehr warb VP Harris mit dem Slogan „A New Way Forward“ („Ein Neuer Weg nach Vorne“) für sich.
Als dieses Motto nicht verfing, schließlich gehört Harris als Vizepräsidentin ja der amtierenden demokratischen Administration an, wurde mit dem wenig konkreten „Joy“ („Freude“) geworben. Es folgte der Wechsel zum Slogan „Freedom“ („Freiheit“), ohne jedoch auch in diesem Bereich konkret zu werden. In den letzten Wochen vor der Wahl warnte VP Harris, wie zuvor Präsident Biden, vor einer Gefahr für die Demokratie durch Trump. Drei Tage vor der Wahl nannte VP Harris bei ihren Wahlkampfaufritten ihren republikanischen Kontrahenten jedoch nicht einmal mehr beim Namen…
Konklusion
Die Niederlage der Demokratischen Partei bei der Präsidentschaftswahl 2024 war nicht unvermeidbar. Zwar weiß Trump eine große, loyale Basis hinter sich. Doch alleine seine Nicht-Anerkennung des Wahlergebnisses aus dem Jahr 2020 hätte ihn für eine weitere Amtszeit disqualifizieren müssen. Doch einerseits wurden die Warnungen, dass Trump eine Gefahr für die Demokratie darstellen würde, in Dauerschleife seit dem Jahr 2016 verbreitet. Die Botschaft konnte so im Jahr 2024 kaum mehr durchdringen. Des Weiteren erkannten Demokraten die Bedeutung der Wirtschaftspolitik für die Wählerschaft nur teilweise an.
Des Weiteren wählten Demokraten ihre Präsidentschaftskandidatin unter den größtmöglichen unglücklichen Umständen aus. Zunächst versammelte sich die Partei hinter ihrem Präsidenten, um diesen vier Monate vor der Wahl zur Beendigung seiner Kandidatur zu bewegen. Eine freie Vorwahl fand somit nicht statt, so dass die unbeliebte Vizepräsidentin übernahm. Es folgte eine schlecht ausgearbeitete Kampagne, die VP Harris zunächst von den Medien abschirmte. Als ein Austausch mit Medien erfolgte, hatte VP Harris keine klaren politischen Botschaften zu verbreiten. Die Niederlage bei der Präsidentschaftswahl, gepaart mit den Verlusten bei den Wahlen zum U.S. Kongress, lässt die Demokratische Partei mit einem personellen Vakuum zurück. Es ist auch der Chance für einen Neuaufbau – personell wie programmatisch.
Bildquellen: Creative-Commons-Lizenzen (via Google); Canva.com; eigene Grafiken. Zur besseren Lesbarkeit von Personenbezeichnungen und personenbezogenen Wörtern wird in der Regel die männliche Form genutzt. Diese Begriffe gelten für alle Geschlechter.
Am 21.07.2024 gab Präsident Joe Biden die Beendigung seiner Wiederwahlkampagne bekannt. Nach nur zwei Tagen wurde Vizepräsidentin Kamala Harris als neue Präsidentschaftskandidatin der Demokratischen Partei inthronisiert. Der nachfolgende Beitrag beantwortet die wichtigsten Fragen zu diesem politischen Erdbeben, welches einhundert Tage vor der US-Präsidentschaftswahl von statten ging, unaufgeregt, tiefgehend.
Warum zog Joe Biden jetzt seine Wiederwahlambitionen zurück?
Ursprünglich wollte Präsident Biden nur eine Amtszeit als Präsident seinem Land dienen, eine Brücke zur nächsten Generation bauen. Doch dann erfolgte das politische Comeback von Donald Trump und Präsident Biden sah sich wie schon im Jahr 2020 in der Rolle des Retters der Demokratie. Am 25.04.2023 gab er sodann seine Wiederwahlambitionen bekannt.
Die innerparteilichen Vorwahlen gewann Präsident Biden haushoch, bis auf die Vorwahl auf American Samoa siegte er bei allen Vorentscheiden. Insgesamt gaben 14,5 Millionen US-Amerikaner ihre Stimme für Präsident Biden als den erneuten demokratischen Präsidentschaftskandidaten ab. Abgeordneter Dean Phillips war der einzige leicht namhafte Konkurrent, der alleine deswegen antrat, weil er in dem fortgeschrittenem Alter und gesundheitlichem Zustand des 46. Präsidenten keine Siegchancen für die Demokratische Partei gegen Trump sah. Von Demokraten wurde Phillips daraufhin so stark gemobbt, dass er seinen Rückzug aus der Politik ankündigte.
Mit dem schlechten Auftreten bei der TV-Debatte vom 27.06.2024 konnte die Demokratische Partei und die zuvor über den Amtsinhaber überproportional positiv berichteten Massenmedien das narrativ des gesunden, leistungsstarken Präsidenten Biden nicht mehr aufrechterhalten. Es folgte eine historische, insbesondere von Nancy Pelosi gesteuerte, Kampagne von Demokraten und Massenmedien. Der Spendenfluss in Richtung Wiederwahlkampagne von Präsident Biden versiegte. Am Ende gab es für den 46. Präsidenten keine andere Chance mehr, als aufzugeben.
Wie gestaltet(e) sich der Nachfolgeprozess?
Nach dem Rückzug von Präsident Biden wurden dessen zugesprochenen Delegierten frei in ihrer Wahlentscheidung. Eigentlich hätten alle Delegierten am Parteitag im August einen Präsidentschaftskandidaten aus einem komplett neuen Bewerberfeld nominieren müssen. Doch eine freie Entscheidungsfindung wurde im Keim erstickt, indem Präsident Biden einerseits seine Vizepräsidentin Harris als Nachfolgerin empfahl.
Andererseits wurden die Namen der Delegierten, welche einst vom Beraterstab des Präsidenten selbst ausgesucht wurden, nur der Vizepräsidentin zugänglich gemacht. Bewerber von außen um die demokratische Präsidentschaftskandidatur hätten somit von vornherein keine Chance im Wettbewerb um die Delegiertenstimmen gehabt. Nach einem Anrufmarathon konnte Vizepräsidentin Harris somit schon nach zwei Tagen die Mehrheit der Delegierten hinter sich wissen.
Wer ist Kamala Harris?
Kamala Harris wurde im Jahr 1964 in Oakland, Kalifornien, geboren. Harris wuchs in einem privilegierten Haushalt auf, ihre tamilische Mutter arbeitete als Brustkrebsforscherin, ihr jamaikanischer Vater als Wirtschaftswissenschaftler. Die studierte Juristin amtierte von 2004 bis 2011 als District Attorney von San Francisco, von 2011 bis 2017 als Attorney General von Kalifornien sowie von 2017 bis 2021 als U.S. Senatorin für Kalifornien.
Im Jahr 2019 nahm sie an den demokratischen Präsidentschaftsvorwahlen teil, scheiterte jedoch frühzeitig. Der Gewinner der Vorwahlen, Biden, nominierte sie sodann als seine Vizepräsidentschaftskandidatin. Seit dem Sieg über das republikanische Ticket Trump-Pence residiert Harris im Number One Observatory Circle.
Keine politischen Überzeugungen, keine Führungsqualitäten, narzisstisch und bei den Wählern unbeliebt. Eine Präsidentschaftskandidatur von Kamala Harris wäre ein Geschenk für die Republikaner. Mein Kommentar @welt (kein Paywall) https://t.co/mHizsCJvHP
Welche Aufgaben wurden Harris als Vizepräsidentin übertragen?
Eine Vizepräsidentin hat im politischen System der USA nur so viel Macht wie der Präsident ihr gibt. Präsident Biden beauftragte Harris mit der Lösung der Migrationskrise an der Südgrenze. Ein schwieriges Unterfangen, woran die Vizepräsidentin auch scheiterte. Seitdem der Supreme Court das Recht der Regelungen von Schwangerschaftsabbrüchen an die Bundesstaaten zurückgegeben hat, wirbt Vizepräsidentin Harris im Namen der Biden-Administration offensiv für die Wiederherstellung einer landesweiten liberalen Abtreibungsgesetzgebung.
Wie ist Vizepräsidentin Harris politisch einzuordnen?
Laut dem unabhängigen GovTrack war Harris zu ihrer Zeit die „liberalste U.S. Senatorin“. Die New York Times beschreibt Harris während ihrer Amtszeit als Vizepräsidentin als eine „pragmatisch Moderate“. Harris sieht sich als Frontfrau der LGBTQ-Bewegung und plädiert für eine liberale Abtreibungsgesetzgebung, die sogar noch über Roe vs. Wade hinausgehen soll. Des Weiteren setzt sich Harris für eine verstärkte Waffenkontrolle ein. Die Demokratin ist zudem der Meinung, dass gläubige Katholiken von Bundesrichterposten ausgeschlossen werden sollten. Reiche US-Amerikaner, so Harris, sollten höher besteuert werden.
Laut Harris sollten Kinder illegaler Einwanderer einen geschützten Status in den USA haben. Die US-Hilfen für die Ukraine unterstützt sie ebenso wie eine Zwei-Staaten-Lösung im Nahen Osten. Die Politik der israelischen Regierung kritisiert Harris, für die Belange der Palästinenser hegt die amtierende Vizepräsidentin ebenso Sympathien wie für die antizionistischen Hochschulproteste. Das von Präsident Barack Obama ausgehandelte Handelsabkommen Trans-Pacific-Partnership (TPP) lehnt sie ab. Ihr explizites Wahlprogramm wird erst Ende August verabschiedet.
VP: "I am Kamala Harris, my pronouns are she and her, and I am a woman sitting at the table wearing a blue suit." pic.twitter.com/gtBXTyHB4j
Laut den auf FiveThirtyEight und Real Clear Politics veröffentlichten durchschnittlichen repräsentativen Meinungserhebungen ist Harris die unbeliebteste Vizepräsidentin seit Beginn der Umfrageaufzeichnungen. Gegenwärtig sehen nur 38,3% der US-Amerikaner Harris positiv (FiveThirtyEight), 51,4% lehnen sie ab. Eine repräsentative Umfrage von CNN vom 02.07.2024 ergab sogar nur eine Zustimmung von 29% für Harris.
Gegenüber Trump schneidet Harris bislang 0,4 Prozentpunkte besser ab als Präsident Biden, liegt dennoch im Durchschnitt 1,5 Prozentpunkte hinter dem ehemaligen Präsidenten. Positiv für die Vizepräsidentin: Obwohl sie ein hohes Amt inne hat, ist sie in den USA relativ unbekannt. Dies bedeutet, dass sie die Chance hat, sich der Wählerschaft nochmals „neu“ vorzustellen.
Wer wird ihr Vizepräsidentschaftskandidat?
Harris hat bis zum Parteitag der Demokraten, der zwischen dem 19. und 22.08.2024 in Chicago, Illinois, stattfindet, Zeit, einen Vizepräsidentschaftskandidaten zu finden. Als Favoriten werden die Gouverneure Andy Beshear (Kentucky), Roy Cooper (North Carolina) und Josh Shapiro (Pennsylvania) gehandelt. Ebenso fällt des Öfteren der Name des ehemaligen Astronauten und heutigen U.S. Senators Mark Kelly. Gretchen Whitmer, Gouverneurin aus dem Swing State Michigan, hat einem Wechsel nach Washington D.C. schon eine Absage erteilt.
Was sind Harris‘ Vorteile gegen Donald Trump?
Als ehemalige Staatsanwältin sowie mit ihren äußeren Merkmalen als jüngere, farbige Frau weist Harris den größtmöglichen Kontrast zum weißen, alten und verurteilten Trump auf. Des Weiteren verbreitet sie unter Demokraten mehr Enthusiasmus als Präsident Biden.
Was sind Harris‘ Nachteile gegen Trump?
Als führendes Mitglied der amtierenden Administration muss sich Harris für die vergleichsweise hohe Inflation, die bei der Bevölkerung skeptisch gesehene wirtschaftliche Entwicklung sowie für die Migrationskrise mitverantworten. Des Weiteren ist die linksliberale Großstädterin schwerlich der Arbeiterschaft, einer der wichtigsten Wählergruppen, zu vermitteln.
Bildquellen: Creative-Commons-Lizenzen (via Google); Canva.com; eigene Grafiken. Zur besseren Lesbarkeit von Personenbezeichnungen und personenbezogenen Wörtern wird in der Regel die männliche Form genutzt. Diese Begriffe gelten für alle Geschlechter.