#Blog1600Penn Update: Trump baut Heimatschutzministerium um

#Blog1600Penn bringt euch über die wichtigsten Ereignisse rund um US-amerikanische Politik der vergangenen Wochen auf den aktuellen Stand:

Handelsstreit mit der EU

Präsident Trump hat auf Grund der europäischen Subventionen gegenüber Airbus zusätzliche Zölle in Höhe von $ 11 Milliarden für Importe aus der EU vorgeschlagen. Die Zölle würden u.a. Helikopter, Käse, Wein und Motorräder betreffen.

#MuellerReport vor Veröffentlichung

Justizminister Barr hat angekündigt den redigierten Bericht zu den Sonderermittlungen zur russischen Einflussnahme bei der US-Präsidentschaftswahl 2016 innerhalb von einer Woche zu veröffentlichen.

Sonderermittler soll Aussagen

Der Vorsitzende im Justizausschuss des U.S. Repräsentantenhauses, Jerrold Nadler, plant eine Anhörung von Robert Mueller zu dessen Sonderermittlungen zur russischen Einflussnahme bei der US-Präsidentschaftswahl 2016.

„Das Ende ist erst der Anfang“ (1600 Pennsylvania)

USA stufen Revolutionsgarden als Terrororganisation ein

Die Vereinigten Staaten haben die iranischen Revolutionsgarden als ausländische Terrororganisation eingestuft. Es ist das erste Mal in der US-Geschichte, dass eine Armeeeinheit eines anderen Landes als terroristisch eingestuft wird. Die Revolutionsgarden sind in unzählige Anschläge und an Morde von Oppositionellen verwickelt.

Heimatschutzministerin zurückgetreten

Erneuter Führungswechsel im Heimatschutzministerium: Kirstjen Nielsen hat nach anhaltenden Differenzen mit Präsident Trump ihr Amt zur Verfügung gestellt. Der Vorsitzende der Grenzschutzbehörde CBP, Kevin McAleenan, übernimmt kommissarisch. Weitere fünf leitende Angestellte, u.a. die stellvertretende Ministerin, verlassen zudem das Ministerium. Im vergangenen Monat stieg die Anzahl illegaler Grenzübertritte auf 103.492 an – Höchstwert für die letzten zehn Jahre.

„Die Vereinigten Staaten haben keine klare Linie“ (FAZ)
„Trump’s hardline new border plan“ (Axios)
„Die Flüchtlingskrise an der US-Südgrenze läuft aus dem Ruder“ (NZZ)

Obama in Deutschland

Der ehemalige US-Präsident Barack Obama hat Deutschland besucht. In Köln sprach der 44. US-Präsident in der Lanxess-Arena und in Berlin bei einer Veranstaltung seiner Stiftung. Ebenso traf Obama auf Bundeskanzlerin Merkel.

„Barack Obama is stuck in the past. He represents the old Democratic party“ (Guardian)

Demokraten wollen Trumps Steuererklärung sehen

Richard Neal, Vorsitzender des Finanz- und Steuerausschusses im U.S. Repräsentantenhaus, hat die US-Steuerbehörde IRS aufgefordert die Steuererklärungen von Donald Trump und seiner Firmen aus den Jahren 2013 bis 2018 zu veröffentlichen. Demokraten versprechen sich bei einer Offenlegung das Bekanntwerden des tatsächlichen Vermögens von Trump.

70 Jahre NATO

Die NATO beging am 04. April 2019 ihr 70. Bestehen. Im Jahr 1949 wurde der Nordatlantikpakt mit 12 Mitgliedsländern, unter anderem mit den USA, ins Leben gerufen. Mittlerweile gehören 29 europäische und nordamerikanische Länder dem Bündnis an.

In Washington D.C. trafen sich die NATO-Außenminister und der NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg zumJubiläum. Stoltenberg traf zudem auf US-Präsident Trump und hielt eine Rede vor dem U.S. Kongress.

Doppelter Ansatz für die Deeskalation“ (Cicero)
„Deutschland ist nicht mehr bündnisfähig“ (Welt Online)

Weitere Präsidentschaftskandidaturen verkündet

Tim Ryan, Abgeordneter des U.S. Repräsentantenhauses, hat seine Präsidentschaftskandidatur offiziell verkündet. Ebenso hat sein Kollege Eric Swalwell in „The Late Show With Stephen Colbert“ seine Kandidatur bekanntgegeben.

U.S. Senator an Krebs erkrankt

Der demokratische U.S. Senator Michael Bennet ist an Prostatakrebs erkrankt. Bennet wurde zuvor als Präsidentschaftskandidat gehandelt.

Bürgermeister will US-Präsident werden

Wayne Messam, Bürgermeister von Miramar im Bundesstaat Florida, hat seine Präsidentschaftskandidatur offiziell verkündet. Der 44 Jahre junge Geschäftsmann gilt als Sportfanatiker. Für seine Kandidatur muss Messam zudem Kondition erweisen, werden ihm doch nur Außenseiterchancen im Rennen um die demokratische Präsidentschaftskandidatur eingeräumt.

Bildungsministerin sorgt für Unruhe

Bildungsministerin Betsy DeVos will die Förderung der Special Olympics einstellen. Demokraten, Republikaner und Präsident Trump lehnen diesen Vorschlag strikt ab.

Förderung von Anti-Abtreibungskliniken

Die Trump-Administration fördert mit $ 1,7 Millionen Klinken, die Zentren bei „Krisenschwangerschaften“ anbieten und Abtreibungen ablehnen.


Leseempfehlungen

Gesellschaft
„Diversity an US-Universitäten: Wenn Antirassismus zu Rassismus wird“ (NZZ)
„Paypal-Gründer und Philosoph Peter Thiel: «Die Köpfe im Silicon Valley haben sich gleichgeschaltet»“ (NZZ)

Migration
„Ist die Grenze der USA zu Mexiko ein Schlupfloch für Terroristen?“ (NZZ)
„Zwischen Flüchtlingsströmen, Trumps Mauer und humanitären Pflichten“ (FNF)

Sonderermittlungen
„Zehn offene Fragen zur Russland-Affäre“ (NZZ)

US-Präsidentschaftswahl 2020
„Too Many Democrats Are Running in 2020, According to Science“ (Politico)

Das Ende ist erst der Anfang

674 Tage lang hing das Damoklosschwert der Sonderermittlungen rund um die russische Einflussnahme bei der US-Präsidentschaftswahl 2016 über der Präsidentschaft von Donald Trump. Die Ermittlungen von Robert Mueller III dauerten nahezu die kompletten ersten beiden Amtsjahre von Präsident Trump an.

Die Ergebnisse wenig überraschend: Russland hat versucht die Präsidentschaftswahl zu beeinflussen. Die Wahlkampagne von Donald Trump machte sich jedoch nicht mit dem Kreml gemein. Von einer Behinderung der Justiz, zunächst kein primärer Bestandteil der Ermittlungen, wurde Präsident Trump zwar nicht frei gesprochen, ein Straftatbestand liegt jedoch auch nicht vor.

Die Hoffnungen der Demokraten auf ein erfolgreiches Amtsenthebungsverfahren haben sich spätestens mit den Ermittlungsergebnissen in Luft aufgelöst. Und damit eine Strategie, mit der die demokratische Partei seit 2016 den Präsidenten versuchte zu diskreditieren.

Eine Taktik, die Präsident Trump eine Abhängigkeit zu seinem Amtskollegen im Kreml nachsagte. Unzählige Artikel und Talkshows, die das Ende der Präsidentschaft von Donald Trump kommen sahen, bauten zudem auf dieser Strategie auf.

Seit dem 24. März 2019 ist jedoch bekannt, dass die Realität anders aussieht. Einen Politikwechsel im Weißen Haus wird es nur mit einer Abwahl von Präsident Trump im Jahr 2020 geben. Die meisten demokratischen Spitzenpolitiker haben ihre Strategie noch nicht den neuen Gegebenheiten angepasst.

Im Gegenteil: Führende Demokraten planen sogar eine „Verlängerung“ der eigentlich abgeschlossenen Sonderermittlungen. Justizminister William Barr wird vor dem Justizausschuss des U.S. Repräsentantenhaus aussagen. Selbst Sonderermittler Mueller könnte vor den Ausschuss zitiert werden.

Zudem haben Demokraten Untersuchungen gegenüber die Trump Organization, Trumps Familie und Administration veranlasst. In einem Brief an ihre Kollegen hat die demokratische Kongressabgeordnete Rashida Tlaib sogar die Fortführung einer expliziten Auslotung eines Amtsenthebungsverfahrens gegenüber Präsident Trump gefordert.

Doch eine prominente Ausnahme gibt es in der demokratischen Partei: Pete Buttigieg. Der Bürgermeister von South Bend, Indiana, zudem Präsidentschaftskandidat, will Präsident Trump durch einen Wettkampf der Ideen bei der US-Präsidentschaftswahl 2020 an der Wahlurne besiegen. Seine persönliche Belohnung: Zuwächse an Spendengelder und bessere Umfragewerte (mit 11% auf Rang 3 im wichtigen Vorwahlstaat Iowa).

Doch werden sich in den kommenden knapp zwei Jahren Demokraten im U.S. Kongress sowie in einer umkämpften demokratischen Vorwahl Buttigiegs Konkurrenten auch auf Themen fokussieren? Fraglich. Vor diesem Hintergrund liegt der 37-jährige Buttigieg mit seiner Feststellung richtig, dass mit Hinblick auf den im November 2020 anstehenden Urnengang seine Partei nun die Wahl hat:

Bekämpfen Demokraten Präsident Trump weiterhin mit allen Mitteln und überziehen das Weiße Haus mit Untersuchungen, wie es schon einst die republikanische Partei gegen die Präsidenten Obama und Clinton – in Bezug auf eine Wiederwahl des Amtsinhabers erfolglos – versuchte? Oder entscheiden sich Demokraten doch dem 45. US-Präsidenten etwas nachhaltig auf inhaltlicher Ebene entgegenzusetzen?

Kurz nach Ende der Sonderermittlungen rund um die russische Einflussnahme bei der US-Präsidentschaftswahl 2016 scheinen sich führende Demokraten für die erste Wahlmöglichkeit zu entscheiden. Damit wäre das Ende der Sonderermittlungen erst der Anfang einer noch größeren Schlammschlacht zwischen Demokraten und Präsident Trump.