„1600 Pennsylvania“ informiert über die aktuellsten repräsentativen Umfragen rund um US-amerikanische Politik (Pfeil nach oben/unten: Wert ist zum Vormonat gestiegen/hat abgenommen). Quellen, falls nicht anders angegeben, sind die auf Real Clear Politics veröffentlichten Durchschnittswerte der wichtigsten Umfrageinstitute.
Repräsentative Umfragen aus D.C.
Weitere repräsentative Umfragen
Repräsentative Umfragen rund um die #uswahl2024
Nicht-repräsentative Umfrage auf X (ehemals Twitter)
Das Recht auf #Abtreibung ist ein bedeutendes Thema bei der #uswahl2024. Bis zu welchem Zeitpunkt sollten eurer Meinung nach Schwangerschaftsabbrüche erlaubt sein? Wie steht ihr zu dieser Thematik?#Blog1600Penn#ProLife#ProChoice
— 1600 Pennsylvania 🇺🇸 🇺🇦🇮🇱 (@Blog1600Penn) April 10, 2024
Bildquellen: Creative-Commons-Lizenzen (via Google); Canva.com; The White House;
U.S. Congress; eigene Grafiken. Zur besseren Lesbarkeit von Personenbezeichnungen und personenbezogenen Wörtern wird in der Regel die männliche Form genutzt. Diese Begriffe gelten für alle Geschlechter.
Vor 75 Jahren wurde die NATO von zehn europäischen und zwei nordamerikanischen Ländern zur Eindämmung der Sowjetunion ins Leben gerufen. Der Nordatlantikpakt garantierte während des Kalten Krieges – militärischen – Frieden in Europa durch Stärke. Nach dem Zusammenbruch des Kommunismus in Osteuropa suchte die NATO nach einem neuem Sinn, fand diesen auch vorübergehend in der Terrorismusbekämpfung nach den islamistischen Anschlägen vom 11. September 2001.
Doch die Krise mit dem eigenen Selbstverständnis, der Sinnhaftigkeit des Verteidigüngsbündnisses, blieb. Der französische Präsident Emmanuel Macron bezeichnete die NATO im Jahr 2019 gar als „Hirntod“. Doch mit dem russischen Angriffskrieg auf die Ukraine, der seit Februar 2022 vonstattengeht, erlebt die NATO ein Comeback. Die Neue Zürcher Zeitung titelte gar über den Nordatlantikpakt, dass „die Wächter des Westens (…) zurück auf der Weltbühne“ seien.
Doch der größte Krieg auf europäischem Boden seit Ende des Zweiten Weltkriegs und die wiedergewonnene Bedeutung der NATO darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass noch weitaus größere Herausforderungen auf den Weltfrieden lauern. Die Vereinigten Staaten von Amerika haben dies seit der Ära von Barack Obama verstanden und sich kontinuierlich gen Pazifik, dem ökonomischen und sicherheitspolitischen Mittelpunkt des 21. Jahrhunderts, ausgerichtet.
Explizit befürchten die USA, wie von hochrangigen Experten und Militärangehörigen verlautbart, eine Invasion der kommunistischen Volksrepublik China gegen die demokratisch geführte Republik China, besser bekannt als Taiwan. Gunter Schubert, Professor an der Eberhard Karls Universität Tübingen und einer der renommiertesten deutschsprachigen Experten zur Region, beschreibt Taiwans Zukunft infolgedessen als „unsicher“.
Kaum jemand im <<Westen>> zweifelt heute daran, dass ohne entschlossenen internationalen Widerstand die chinesische Regierung in nicht mehr allzu ferner Zukunft ihren Worten Taten folgen lassen wird und eine militärische Invasion in Taiwan wagt.
Gunter Schubert: Kleine Geschichte Taiwans, S. 131.
Seit dem vollumfänglichen russischen Angriffskrieg auf die Ukraine und zunehmenden chinesischen Militärmanövern in der Formosastraße ist Taiwan also einmal mehr in den Blickpunkt der Weltöffentlichkeit geraten. Doch was ist der Hintergrund der, diplomatisch ausgedrückten, angespannten Beziehungen zwischen Festlandchina und Taiwan?
Am 20. Januar 2019 hielt Xi eine Rede (…) und machte darin unmissverständlich klar, dass Taiwan ein integraler Teil der Volksrepublik China sei und (…) mit dem Festland wiedervereinigt werde.
Schubert: Kleine Geschichte Taiwans, S. 121.
Das von Professor Dr. Schubert verfasste 185 Seiten starke und im C.H. Beck erschienene Werk „Kleine Geschichte Taiwans“ geht dieser Frage ebenso auf den Grund wie generell der bewegenden Geschichte Taiwans. Herausgekommen ist ein gut lesbares Buch, welches der Leserschaft erste Informationen über die Historie, Kultur und Politik des Inselstaates an die Hand gibt.
Dabei wird ebenso deutlich, dass seit Ende des chinesischen Bürgerkrieges die USA eine entscheidende Rolle für das Fortbestehen Taiwans spielten. Außenpolitisch und militärisch, so Professor Dr. Schubert, sei Taiwan komplett von den USA abhängig (S. 101). Für die nahe Zukunft dürften die sicherheitspolitischen Beziehungen zwischen Washington D.C. und Taipeh nochmals um einiges an Bedeutung hinzugewinnen. Ein Grund mehr, Schuberts „Kleine Geschichte Taiwans“ zu studieren.
Vielen Dank an den Verlag C.H. Beck für die Zusendung eines Rezensionsexemplars. Weiterführende Informationen des Verlags (Klick hier).
Die offizielle Buchbeschreibung
An nur wenigen Orten verdichtet sich die Weltpolitik gegenwärtig so stark wie rund um Taiwan. Chinas Ansprüche auf die Insel haben das Potential einen Krieg auszulösen zwischen den beiden stärksten Militärmächten der Welt. Gunter Schubert, einer der besten Kenner des heutigen Taiwan, führt in dessen Geschichte und Gegenwart ein und hilft, den Konflikt besser zu verstehen.
Taiwan hat eine wechselvolle Geschichte, in denen sich Phasen der Zugehörigkeit zum chinesischen Festland mit Zeiten kolonialer Herrschaft ablösten. Den knapp 200 Jahren unter der Qing-Dynastie folgten von 1895 bis 1945 die Jahre unter japanischer Kolonialherrschaft. Als Folge des chinesischen Bürgerkriegs wurde Taiwan zum Rückzugsort der unterlegenen Kuomintang unter Chiang Kai-shek.
Lange Zeit sahen sich beide, Taiwan ebenso wie das kommunistische Regime auf dem Festland, als eigentliche Repräsentanten Chinas und erhoben Ansprüche auf das Gebiet des jeweils anderen. Inzwischen hat sich Taiwan immer mehr von Festlandchina entfernt, und ein Großteil der Bevölkerung sieht ihr Land trotz der vielschichtigen kulturellen und historischen Verflechtung als einen souveränen Staat. Gunter Schubert leuchtet die komplexe kulturelle, politische und nationale Identität Taiwans aus und macht so das schwierige Verhältnis der Inselrepublik zur Volksrepublik China auf knappem Raum verständlich.
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Mit dem Palmsonntag, dem feierlichen Einzug Jesu in Jerusalem, wurde die Heilige Woche im Christentum eingeläutet. Das Triduum Sacrum, die Heiligen Drei Tage, bilden sodann den Höhepunkt des Kirchenjahres ab: Am Gründonnerstag wird an das letzte Abendmahl Jesu mit seinen Jüngern, am Karfreitag dem Leiden und Sterben Jesu sowie in der Osternacht an die Auferstehung Jesu gedacht.
Vor diesem Hintergrund informiert der nachfolgende Beitrag über Religion in den Vereinigten Staaten von Amerika, einer Nation, die einst von europäischen christlichen Pilgern gegründet wurde. Dabei wird ein Blick auf die Religionszugehörigkeit der US-Amerikaner ebenso geworfen wie auf die Religiosität der politischen Führungspersönlichkeiten. Schlussendlich sollen aktuelle repräsentative Umfragen das Bild über den Stand der Religion in den USA abrunden.
Religionszugehörigkeit der US-Amerikaner
Laut einer Erhebung des Pew Research Center identifizieren sich knapp zwei Drittel aller US-Amerikaner als Christen. Im Jahr 2015 betrug der Anteil der Christen an der Bevölkerung allerdings noch 75% und im Jahr 1990 sogar noch 85%. Infolgedessen sind 80% der US-Amerikaner der Meinung, dass Religion in ihrem Land an Bedeutung verliert. Eine Entwicklung, welche die Mehrheit der US-Amerikaner als schlecht ansieht.
Protestanten stellen die größte christliche Gruppe, 40% aller US-Amerikaner gehören dieser Richtung an, dar. Hiervon sind wiederum Baptisten (11%) die beliebteste Glaubensgemeinschaft. Des Weiteren sind 21% der US-Amerikaner Katholiken, zwei Prozent Mormonen und ein Prozent orthodoxe Christen.
Gleichwohl der Anteil der Christen an der Gesamtbevölkerung rückläufig ist, sind diese doch weiterhin die klar dominierende Weltreligion in den USA. Lediglich je zwei Prozent der US-Amerikaner gehören dem Judentum beziehungsweise dem Buddhismus an. Je ein Prozent der US-Amerikaner glauben an die Lehren des Islam respektive des Hinduismus.
Religionszugehörigkeit der politischen Klasse
Joe Bidenist nach John F. Kennedy erst der zweite US-Präsident mit römisch-katholischem Glauben. Mit steigendem Alter hat sich Präsident Biden allerdings immer stärker vom Katechismus abgewandt, wie dessen heutige skeptische Einstellung zum Lebensschutz exemplarisch zeigt. 44% der US-Amerikaner haben folglich auch die Meinung, dass Präsident Biden wenig religiös sei.
VizepräsidentinKamala Harrisist Baptistin. Mike Johnson, Sprecher des U.S. Repräsentantenhauses, gehört der Southern Baptist Convention an. Speaker Johnson verbindet seinen Glauben zudem mit einer Art christlichem Nationalismus. Chuck Schumer, Mehrheitsführer im U.S. Senat, ist Jude.
Im U.S. Kongress sind Christen mit einem Anteil von 87,8% im Vergleich zur Gesamtbevölkerung überrepräsentiert. Die stärkste Gruppe hieraus sind Protestanten mit einem Anteil von 56,7% von allen Abgeordneten. Katholiken und Juden sind mit einem Anteil von 27,7% beziehungsweise 6,2% ebenso überrepräsentiert. Wenngleich in den Medien omnipräsent, sind doch nur 0,6% aller Parlamentarier muslimischen Glaubens.
Entscheiden Muslime die Präsidentschaftswahl?
Muslime sind in den Vereinigten Staaten eine kleine Minderheit. Doch schon seit der Nation of Islam und Malcom X sind muslimische US-Amerikaner gut vernetzt. Im Präsidentschaftswahlkampf 2024 könnte diese Religionsgruppe für den Wahlausgang mitentscheidend sein, sind doch muslimische Wähler überwiegend in Swing States des Rust Belts angesiedelt.
Eine Region, bei der, wie schon in den vergangenen beiden Wahlen, ein Unterschied von nur wenigen tausend Wählerstimmen den Unterschied ausmachen könnte. Laut dem Pew Research Center beurteilen US-Amerikaner muslimischem Glaubens jedoch Präsident Biden und Trump gleich negativ: 63% der Muslime sehen den Amtsinhaber negativ, 64% den Herausforderer negativ.
Welche Religionsgruppen Trump präferieren
Trump wurde nach der Auslegung der Presbyterianischen Kirchen (Reformierte, die sich vom Calvinismus ableiten) im christlichen Glauben erzogen. Während seiner Präsidentschaft wechselte er jedoch seine Konfession und bezeichnet sich seitdem als „konfessionsloser Christ“ – einer stetig wachsenden Gruppe in den USA.
Am beliebtesten ist Trump bei weißen Evangelikalen mit einer Zustimmungsquote von 67%, gefolgt von weißen Protestanten (ohne Evangelikale, 47%) und Katholiken (42%). Die Mehrheit der Christen (53%) beurteilt Trump allerdings negativ. 68% der US-Amerikaner sind der Auffassung, dass Trump kaum gläubig sei.
Welche Religionsgruppen Präsident Biden präferieren
Nur 33 % der US-amerikanischen Christen sehen Präsident Biden positiv, 62% negativ. Am beliebtesten ist Präsident Biden bei schwarzen Protestanten (66%), gefolgt von Juden (62%) und konfessionslosen Christen (44%). Wenig beliebt ist Präsident Biden indes bei weißen Evangelikalen und weißen Protestanten mit einer Ablehnungsquote von 86% beziehungsweise 68%.
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Im Jahr 1870 gründeten ehemalige Republikaner als Opposition zum damaligen Präsidenten Ulysses S. Grantdie Liberal Republican Party. Bei der Präsidentschaftswahl 1872 erzielte die Partei mit ihrem Kandidaten Horace Greeley auf Anhieb 43,8% der landesweit abgegebenen Stimmen, verlor im entscheidenden Wahlmännergremium jedoch klar mit 66 zu 286 Delegierten. Doch vor der Zusammenkunft des Wahlmännerkollegiums verstarb Greeley im Alter von 61 Jahren. Ein bis heute einmaliges Ereignis in der Geschichte der USA.
Doch was passierte nach Greeleys Ableben mit dessen gewonnen Wahlleuten? Und überhaupt, wie würde das Prozedere aussehen, wenn ein Präsidentschaftskandidat zwischen Entscheidung der innerparteilichen Vorwahlen und einer – möglichen – Amtseinführung nicht mehr fähig wäre seine Position auszuführen? Wie groß ist der Einfluss der jeweiligen Partei auf solch eine historische Demission?
Der nachfolgende Beitrag soll über diese und weitere Fragen, die in diesem Jahr keinesfalls lediglich theoretischer Natur sind, Aufschluss geben. Schließlich findet der Präsidentschaftswahlkampf 2024 zwischen den ältesten jemals gegenüberstehenden Kandidaten statt. War in den 1980er Jahren noch Ronald Reagan der älteste amtierende Präsident in der US-Geschichte, löste ihn in dieser Statistik 2017 Donald Trump ab. Nur vier Jahre später wurde dieser Rekord von Joe Biden eingestellt. In diesem Jahr treten Biden und Trump in ihrem Methusalem-Duell – erneut – gegeneinander an.
Zeitraum
Ereignis
Februar – Juni
Innerparteiliche Vorwahlen
Juli/ August
Nominierungsparteitage
Dienstag nach dem ersten Montag im November
Präsidentschaftswahl
Montag nach dem zweiten Mittwoch im Dezember
Votum des Wahlmännergremiums
06. Januar
Auszählung des Votums des Wahlmännergremiums
20. Januar
Amtseinführung des Präsidenten
Die Phasen einer Präsidentschaftswahl.
Szenario 1: Sieger der Vorwahlen verzichtet auf Nominierung
Präsident Biden und Trump konnten frühzeitig in ihren jeweiligen innerparteilichen Vorwahlen die nötige Mehrheit an Delegierten gewinnen, um bei den Parteitagen im Sommer offiziell als Präsidentschaftskandidaten nominiert zu werden. Einer erneuten Kandidatur stehen somit nur noch der eigene Rücktritt, zum Beispiel aus gesundheitlichen oder altersbedingten Gründen, oder das eigene Ableben entgegen.
In der Theorie könnte ein Rücktritt wie folgt ablaufen: Nach Beendigung aller Vorwahlen im Juni und einem damit einhergehenden Vorwahlsieg nimmt der Gewinner die darauffolgende Nominierung zum Präsidentschaftskandidaten nicht an. Im expliziten Fall von Präsident Biden könnte dieser solch eine Entscheidung damit begründen, dass er ursprünglich ohnehin nur eine Brücke zur neuen Generation demokratischer Politiker bilden wollte. Seine Würde wäre damit gewahrt.
Die an Präsident Biden zugesprochenen Delegierten würden damit am Nominierungsparteitag frei in ihrer Wahlentscheidung werden. Die Folge: Alle Delegierten am Parteitag müssten einen Präsidentschaftskandidaten aus einem komplett neuen Bewerberfeld nominieren. Der Kampf um die Nominierung würde epische Ausmaße tragen, könnte die nächste offene Vorwahl doch erst im Jahr 2032 stattfinden. Ein harter Kampf zwischen womöglich zahlreichen hochkarätigen Kandidaten wäre vorprogrammiert.
Jüngere, gut vernetzte Demokraten wie Vizepräsidentin Kamala Harris, Gouverneur Gavin Newsom, Gouverneur J.B. Pritzker oder Gouverneurin Gretchen Whitmer würden aggressiv um ihre Gunst werben. Präsident Biden könnte indes als Königsmacher agieren, suchte dessen Team doch einst seine Delegierten nach Loyalität zum 46. Präsidenten aus. Eine politisch unerfahrene Michelle Obama, deren Personalie von Medien oftmals ins Spiel gebracht wird, hätte in solch einem Rennen weder große Chancen noch, nach aktuellem Stand, Ambitionen.
Die Wahrscheinlichkeit für solch ein Szenario, vorausgesetzt keiner signifikanten gesundheitlichen Verschlechterungen des Präsidenten, ist allerdings gering. Präsident Biden ist seit mehr als 50 Jahren in gewählten Ämtern tätig. Mehrmals wurde dem Demokraten der Weg in das Weiße Haus verwehrt, erstmals in den 1980er Jahren. Dass Präsident Biden vor diesen Hintergründen nun die gewonnene exekutive Macht freiwillig und ohne Abwahl abgibt, gilt zum jetzigen Zeitpunkt als unwahrscheinlich.
Ähnliches gilt für Trump, ist doch einerseits dessen Ego zu groß, um von seiner dritten Präsidentschaftskandidatur in Folge zu lassen. Andererseits sind die Delegierten bei den republikanischen Vorwahlen, im Gegensatz zu den demokratischen Vorwahlen, in einem ersten Wahlgang an den jeweiligen Kandidaten gebunden. Heißt: Selbst wenn Trump bis zum Nominierungsparteitag im Juli in einem seiner zahlreichen Verfahren verurteilt werden würde, könnte ihn niemand in der Partei dazu drängen, seine Kandidatur aufzugeben.
Szenario 2: Nominierter Kandidat kann nicht mehr an der Wahl teilnehmen
Ein zweites Szenario sieht vor, dass der Sieger der Vorwahlen auf einem Parteitag offiziell als Präsidentschaftskandidat nominiert wurde. An der Präsidentschaftswahl im November kann dieser jedoch auf Grund von Tod, Krankheit oder Rücktritt nicht mehr teilnehmen. Tritt solch ein Fall ein, wird sodann ein Treffen des Parteivorsitzenden, der Parteiführer im U.S. Kongress sowie das Gremium der Gouverneure aus der eigenen Partei einberufen. Dabei wird eine Empfehlung ob des neuen Präsidentschaftskandidaten an einen Ausschuss, bei der Demokratischen Partei besteht dieser aus 450 Mitgliedern, abgegeben. Dieser entscheidet sodann über den neuen Spitzenkandidaten.
Szenario 3: Kandidat stirbt nach der Wahl, aber vor Tagung des Wahlmännergremiums
In den Vereinigten Staaten von Amerika wird der Präsident nicht direkt gewählt. Das Wahlvolk entscheidet über Wahlmänner, die wiederum den Präsidenten wählen. Stirbt ein Präsidentschaftskandidat nach der Präsidentschaftswahl, aber vor der Einberufung des Wahlmännergremiums, bestimmt die Partei über einen Nachfolger des verstorbenen Kandidaten (siehe Szenario 2).
Beim eingangs erwähnten Fall des verstorbenen Kandidaten Greeley votierten im Wahlmännergremium 18 der 66 gewonnenen Delegierten sodann für dessen Vizepräsidentschaftskandidaten Benjamin Gratz Brown. Die restlichen 45 Wahlmänner teilten ihre Stimmen für drei Personen, die eigentlich gar nicht kandidierten, auf.
Szenario 4: Kandidat stirbt nach Einberufung des Wahlmännergremiums, aber vor Auszählung der Stimmen
Die Wahlleute treffen sich traditionell am Montag nach dem zweiten Mittwoch im Dezember in den Hauptstädten ihrer jeweiligen Bundesstaaten. Dabei geben diese in zwei ungebundenen Wahlgängen ihre Stimmen für den Präsidenten und für die Vizepräsidentin ab. In der Regel erfolgt dieses Votum nach dem vorherigen Wählerwillen der eigentlichen Präsidentschaftswahl (Details über dieses Verfahren sollen aus Gründen der Übersichtlichkeit an dieser Stelle nicht weiter erörtert werden).
Eine Urkunde über das Abstimmungsergebnis wird versiegelt und unter anderem der amtierenden Vizepräsidentin, die qua Amt auch als Präsidentin des U.S. Senats agiert, übersandt. Eine Auszählung erfolgt sodann durch den U.S. Kongress am 06. Januar. Verstirbt der Sieger der Präsidentschaftswahl in diesem beschriebenem Zeitraum, hat der U.S. Kongress darüber zu entscheiden, ob das Votum des Wahlmännergremiums dennoch ausgezählt wird. Falls ja, tritt die für einen Präsidenten bestimmte Nachfolgeregelung in Kraft (siehe Szenario 6). Falls nein, entscheidet laut dem zwölften Zusatzartikel zur Verfassung das U.S. Repräsentantenhaus darüber, wer von den drei Kandidaten mit den meisten Stimmen neuer Präsident wird.
Szenario 5: Kandidat stirbt nach Einberufung des Wahlmännergremiums, aber vor der Amtseinführung
Nachdem ein Präsidentschaftskandidat im Wahlmännergremium eine Mehrheit erzielen konnte, mutiert der Präsidentschaftskandidat zum gewählten Präsidenten. Dies ist spätestens (spätestens, da in Fachkreisen über den Terminus des „gewählten Präsidenten“ debattiert wird; dieser könnte auch frühestens mit dem Votum des Wahlmännergremiums vergeben werden) mit der Stimmenauszählung durch den U.S. Kongress der Fall. Dies bedeutet, dass fortan die Nachfolgeregelung wie bei einem schon eingeschworenen Präsidenten (siehe Szenario 6) greift. Stirbt ein gewählter Präsident, folgt ihm automatisch die gewählte Vizepräsidentin nach.
Szenario 6: Präsident verstirbt
Traditionell wird ein neugewählter Präsident am 20. Januar nach der Präsidentschaftswahl zur Mittagszeit in sein Amt eingeführt. Verstirbt der Präsident nach Beginn seiner Amtszeit, übernimmt laut dem 25. Zusatzartikel zur US-Verfassung die Vizepräsidentin die Amtsgeschäfte. Ist das Amt der Vizepräsidentin vakant, wird ein kommissarischer Präsident bestimmt: Der Sprecher des U.S. Repräsentantenhauses ist hierbei erster in der Nachfolgeregelung des Präsidenten, gefolgt vom Präsident pro tempore des U.S. Senats.
Von den bisherigen 45 US-Präsidenten, Grover Clevelandamtierte als 22. und 24. Präsident, verstarben acht Hausherren des Weißen Hauses während ihrer Amtszeit. Der erste US-Präsident, der im Amt starb, war William Henry Harrison. Nur einen Monat nach seiner Inauguration erlag Präsident Harrison an den Folgen einer Lungenentzündung. Abraham Lincolnwar der erste Präsident, der ermordet wurde. Letztmals schied 1963 mit John F. Kennedy, der in Dallas erschossen wurde, ein Präsident durch Tod aus seinem Amt.
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Wer gewinnt die US-Präsidentschaftswahl am 05.11.2024?
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