„1600 Pennsylvania“ informiert über die aktuellsten repräsentativen Umfragen rund um US-amerikanische Politik (Pfeil nach oben/unten: Wert ist zum Vormonat gestiegen/hat abgenommen). Quellen, falls nicht anders angegeben, sind die auf Real Clear Politics veröffentlichten Durchschnittswerte der wichtigsten Umfrageinstitute.
Repräsentative Umfragen aus D.C.
Weitere repräsentative Umfragen
Nicht-repräsentative Umfrage auf X
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Joseph Robinette Biden Junior diente seinem Land als U.S. Senator, Vizepräsident und als Präsident. Am 20.01.2025 endet mit dem Auszug aus dem Weißen Haus die bemerkenswerte politische Karriere des Demokraten Joe Biden. Vor diesem Hintergrund zieht der nachfolgende Beitrag eine erste innenpolitische Bilanz über die Amtszeit des ältesten jemals amtierenden Präsidenten in der Geschichte der Vereinigten Staaten von Amerika. Mit der Außen- und Sicherheitspolitik des 46. US-Präsidenten wird sich ein weiterer, späterer Beitrag befassen.
Der US-Arbeitsmarkt hat sich in der Ära Biden von den Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie erholen können. Zur Hälfte der Amtszeit von Präsident Biden lag laut Angaben des Arbeitsministeriums die Arbeitslosenquote bei 3,5 Prozent und damit so niedrig wie seit 50 Jahren nicht mehr. Zuletzt stieg die Arbeitslosenquote allerdings wieder leicht auf 4,2 Prozent (Deutschland: 6,0 Prozent) an.
US-Arbeitslosenquote November 2004 bis November 2024; Quelle: U.S. Bureau of Labor Statistics
Wirtschaft: Stabiles Wachstum nach der Pandemie
Neben einer weitestgehend positiven Entwicklung am US-Arbeitsmarkt im Vergleich zum Beginn des Jahrzehnts konnten die USA auch mit einem kontinuierlichen Wirtschaftswachstum unter Präsident Biden aufwarten. Nachdem das Bruttoinlandsprodukt wegen den Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie im Jahr 2020 noch um 2,16 Prozent sank, verzeichneten die USA in den darauffolgenden Jahren Wachstumsraten von 6,06 Prozent (2021), 2,51 Prozent (2022) und 2,15 Prozent (2023). Für das Jahr 2024 wird mit einem Wachstum von 2,7 Prozent gerechnet.
Wirtschaftswachstum in ausgewählten Quartalen 2023 und 2024; Quelle: Bureau of Economic Analysis
Inflation: Preissteigerungen als Bidens Achillesferse
In Bidens Präsidentschaft erreichte die Inflationsrate in den USA im Juni 2022 mit 9,1 Prozent ihren Höchstwert. Seitdem gingen die monatlich verlautbarten Preissteigerungen zwar konstant zurück, lagen jedoch weiterhin über dem empfohlenen Wert von 2 Prozent. Zwischen Juni 2023 und November 2024 lagen die Inflationsraten zwischen 2,4 und 3,7 Prozent (Deutschland im November 2024 bei 2,2 Prozent). Die größtenteils positiven Entwicklungen am Arbeitsmarkt sowie in der Wirtschaft kamen folglich wenig spürbar bei der US-amerikanischen Bevölkerung an. Bei den Präsidentschafts- und Kongresswahlen 2024 war dies die Achillesferse für die Kandidaten der Demokratischen Partei.
Anstieg der Verbraucherpreise in den vergangenen zwölf Monaten; Quelle: U.S. Bureau of Labor Statistics
Biden setzte sich für einen starken Staat ein
Die über einen langen Zeitraum hohen Inflationsraten in den USA sind nicht nur mit den Folgen der Coronavirus-Pandemie und, wenngleich weniger stark, mit den ökonomischen Konsequenzen des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine begründet. Vielmehr trug die Biden-Administration selbst zu einer anhaltenden hohen Steigerung der Verbraucherpreise bei, indem horrende staatliche Programme aufgelegt wurden.
Exemplarisch dient an dieser Stelle der CHIPS and Science Act, der $280 Milliarden zur Halbleiterforschung und -herstellung in den USA bereitstellte. Die Vereinigten Staaten wollen sich damit insbesondere von asiatischen Lieferanten unabhängiger machen. Der überparteiliche Infrastructure Investment and Jobs Act stellte zudem zusätzliche $550 Milliarden zur Modernisierung der Infrastruktur bereit.
Klimaschutz: Hohe Investitionen in grüne Technologien
Weitere $ 737 Milliarden legte die Regierung Biden für den Inflation Reduction Act auf. Die Hälfte dieser staatlichen Gelder dienten zur, wenngleich wenig erfolgreichen, Bekämpfung der Inflation. Weitere $369 Milliarden wurden indes explizit für Investitionen in den Energiesektor und den Klimaschutz ausgewiesen. So viele monetäre Mittel wendeten die USA bislang nicht zur Bekämpfung des Klimawandels auf.
Allen Bemühungen für einen stärkeren Klimaschutz zum trotz genehmigte Präsident Biden mit dem umstrittenen „Willow-Projekt“ doch auch zusätzliche Ölbohrungen in Alaska. In den nächsten 30 Jahren sollen in bislang unberührter Natur 600 Millionen Barrel Erdöl gefördert werden. Im Wahlkampf 2020 versprach Biden noch, keine weiteren Ölbohrungen auf Bundesgebiet genehmigen zu wollen.
Migration: Lange Zeit hohe Anzahl illegaler Grenzübertritte
Zu Beginn seiner Präsidentschaft ernannte Präsident Biden seine Vizepräsidentin Kamala Harris zur Beauftragten für die Lösung der schon seit Jahren bestehenden Migrationskrise an der Südgrenze zur USA. Eine herausfordernde Aufgabe, an der sie scheiterte. Auch aufgrund dessen stiegen nach den vergleichsweisen geringen Zahlen während der Coronaviruspandemie in der Ära Biden illegale Grenzübertritte (wieder) an. Laut der Zoll- und Grenzschutzbehörde der Vereinigten Staaten erreichten im Dezember 2023 rechtswidrige Überquerungen der Grenze von Mexiko in die USA sogar den höchsten in einem Monat jemals gemessenen Stand (249.741 Versuche).
Anzahl erfasster illegaler Grenzübertritte an der US-Südgrenze in diesem Jahrtausend; Quelle: Pew Research Center
Erst mit einer Verordnung von Präsident Biden im Wahlkampfjahr zur Migrationspolitik, welche unter anderem die Erfolgschancen eines Asylantrags vermindert, sowie durch die Zusammenarbeit mit den mexikanischen Behörden, die nun versuchen, Migranten vom Grenzübertritt abzuhalten, ging die Anzahl illegaler Grenzübertritte zurück. Im August 2024 wurden noch 58.038 rechtswidrige Versuche gezählt.
Justiz: Biden prägte die Judikative
Präsident Biden konnte die Ausrichtung der Judikative stark prägen. In seinen vier Jahren im Weißen Haus nominierte er 235 Bundesrichter, darunter mit Ketanji Brown Jackson eine Verfassungsrichterin, erfolgreich. Damit hat der 46. Präsident mehr Richter installieren können als sein Vorgänger Donald Trump, der 226 Bundesrichter erfolgreich nominieren konnte. Mit seinen Nominierungen diversifizierte Präsident Biden die Judikative, indem er einerseits mehr Frauen als Männer für die jeweiligen Vakanzen vorschlug. Andererseits fokussierte sich Präsident Biden bei seinen Nominierungen auf Richter, die mehrheitlich einer ethnischen Minderheit in den USA angehören.
Gesellschaft: Auch Biden konnte und wollte die USA nicht einen
Im Präsidentschaftswahlkampf 2020 versprach Biden noch, dass er das Land wieder näher zusammenbringen und dem Präsidentenamt nach den turbulenten Jahren der Ära Trump wieder mehr Würde verleihen wolle. Letzteres ist Präsident Biden zwar zumeist gelungen. Doch machte sich sein hohes Alter ebenso negativ bemerkbar wie manch unkontrolliertes Auftreten. Eine Eigenschaft, mit der Biden schon als Vizepräsident und U.S. Senator aufwartete.
Die seit Jahrzehnten größer werdende Spaltung zwischen liberalem und konservativem Amerika konnte und wollte Präsident Biden entgegen seinen Aussagen im Wahlkampf nicht bekämpfen. Durch seine expliziten politischen Entscheidungen stellte sich Präsident Biden oftmals sogar auf die Seite progressiver Demokraten, um diesen Flügel zu befrieden und seine innerparteiliche Macht (zunächst) zu erhalten. Bidens Wandel vom jahrzehntelangen Lebensschützer zum Befürworter der Wahlfreiheit sei an dieser Stelle exemplarisch genannt. Wie schon einst Barack Obama prognostizierte, war Biden der gesellschaftspolitisch wohl progressivste Präsident aller Zeiten.
Demokratie: Hoher Anspruch traf auf Wirklichkeit
Biden bewarb sich im Jahr 2020 für das Weiße Haus, um laut eigenen Aussagen die Demokratie in den USA zu bewahren. Diesem hohen Anspruch wurde der Demokrat zunächst auch gerecht, gewann er doch einerseits die Präsidentschaftswahl gegen Trump. Andererseits wartete Präsident Biden in der Regel mit Respekt gegenüber den anderen Gewalten auf.
In seinem letzten Jahr als Präsident riss Biden jedoch diese Errungenschaften wieder ein: Zunächst verkündete er trotz nachlassender Gesundheit und einem hohem Alter seine Ambition auf eine Wiederwahl. Vier Jahre zuvor kündigte er noch an, nur für eine Amtsperiode antreten zu wollen. Nach gewonnenen Vorwahlen folgte der unfreiwillige späte Rückzug von der Präsidentschaftskandidatur seiner Partei – die Rückkehr Trumps in das Weiße Haus nach vierjähriger Unterbrechung war, trotz dessen Nicht-Anerkennung des Ergebnisses der Präsidentschaftswahl 2020, auch aus diesem Grund die Folge.
Mit der Begnadigung seines Sohnes Hunter Biden sorgte der 46. Präsident zudem für überparteiliche Kritik und für eine Blaupause für seinen Nachfolger Begnadigungen primär aus politischen Gründen auszusprechen.
Meinungsforschung: US-Amerikaner beurteilten Bidens Arbeit mehrheitlich negativ
Präsident Biden begann seine Amtszeit mit durchschnittlichen repräsentativen Zustimmungswerten von 54,8 Prozent. Nach dem chaotischen Abzug aus Afghanistan im Sommer 2021 brachen Präsident Bidens Zustimmungswerte ein und erholten sich hiervon nicht mehr: Im Oktober 2021 stimmten nur noch 42,7 Prozent der US-Amerikaner mit der Arbeit des 46. US-Präsidenten überein.
Verlauf der Umfragewerte (Schwarz = Zustimmung; Rot = Ablehnung) von Präsident Biden; Quelle: Real Clear Politics
Im Sommer 2022 stürzte Präsident Biden sogar auf einen durchschnittlichen Zustimmungswert von 38,2 Prozent ab. Das Jahr 2024 beendete Präsident Biden mit einer Zustimmung von 39,6 Prozent. Die Präsidenten Trump und Obama warteten über die meiste Zeit mit höheren Zustimmungswerten auf als ihr Nachfolger Präsident Biden.
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Das politische Jahr 2024 war in den Vereinigten Staaten von Amerika vom Präsidentschaftswahlkampf geprägt. Setzten sich im ersten Halbjahr in ihren jeweiligen innerparteilichen Vorwahlen noch Präsident Joe Biden und Donald Trump durch, beendete im Sommer der Amtsinhaber seine Wiederwahlkampagne und inthronisierte Vizepräsidentin Kamala Harris als Nachfolgerin. Es folgte ein historischer Wahlkampf – doch dieser alleine war noch nicht einmal der einzige Höhepunkt des Jahres wie der nachfolgende Beitrag zeigt.
Innenpolitik
Präsidentensohn schuldig – und wird vom Vater begnadigt
Im Juni bekannte sich Hunter Biden wegen Steuerhinterziehung und wegen illegalen Besitzes einer Schusswaffe für schuldig. Dem Präsidentensohn drohte eine mehrjährige Haftstrafe. Kurz vor Verkündung des Strafmaßes begnadigte Vater und Präsident Joe Biden am 01.12.2024 seinen Sohn.
Verschärfung der Asylregeln
Im Dezember 2023 verzeichnete die US-Grenzschutzbehörde 302.034 illegale Grenzübertritte – so viele wie noch nie in einem Monat. Nachdem sich die Parteien im U.S. Kongress nicht auf einen Kompromiss zur Eindämmung der Migrationskrise einigen konnten, ordnete Präsident Biden im Juni per Exekutivverordnung eine Verschärfung des Asylrechts an. In den folgenden Monaten verzeichnete die US-Grenzschutzbehörde weitaus weniger illegale Grenzübertritte, auch dank einer verstärkten Zusammenarbeit mit Mexiko.
Trumps Ärger mit der Justiz
Im Februar wurde Trump wegen Finanzbetrugs zu einer Strafzahlung von $ 364 Millionen verurteilt. Im Juni wurde Trump zudem von einer Jury in allen 34 Anklagepunkten im Fall Stormy Daniels schuldig gesprochen. Die Verkündung des Strafmaßes ist allerdings bis nach Trumps zweiter Amtszeit ausgesetzt.
Außenpolitik
Hängepartie um weitere US-Hilfen für die Ukraine
Schon im Oktober 2023 fragte das Weiße Haus beim U.S. Kongress $ 60 Milliarden an weiteren Hilfen für die Ukraine an. Doch das von Republikanern dominierte U.S. Repräsentantenhaus stellte sich einer Verabschiedung monatelang quer, da diese ihre Prioritäten bei der Eindämmung der Migrationskrise sahen. Letztendlich wurden die Hilfen Ende April doch noch verabschiedet, indem der Ukraine $ 12 Milliarden an weiteren Hilfen in Form eines zinsfreien Darlehens ausgestellt wurden. Weitere $ 48 Milliarden waren von dieser Maßnahme nicht betroffen, da diese in die eigene Waffenproduktion gingen.
Jubiläums-NATO-Gipfel in Washington D.C.
Vom 09. bis 11.07.2024 fand der NATO-Gipfel in Washington D.C. statt. In der US-amerikanischen Hauptstadt wurde das 75. Jubiläum des Verteidigungsbündnisses begangen. Erstmals nahm das Königreich Schweden als neues Mitglied an einem NATO-Gipfel teil. Für den scheidenden NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg war es indes die letzte Teilnahme an solch einem Gipfel.
Biden in Berlin
Am 18.10.2024 besuchte Präsident Biden Deutschland. Bei dem Arbeitsbesuch in Berlin gab es neben einem bilateralen Gespräch mit Bundeskanzler Olaf Scholz auch ein Vierergespräch mit dem britischen Premierminister Keir Starmer und dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron. Von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier wurde Präsident Biden mit der Sonderstufe des Großkreuzes des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet. Die höchste Auszeichnung der Bundesrepublik wurde Präsident Biden wegen seinem jahrzehntelangem Einsatz für die transatlantischen Beziehungen zu teil.
Biden erlaubt Ukraine Einsatz von Waffen mit größerer Reichweite
Als Reaktion auf die zunehmende Eskalation von Seiten Russlands erlaubte Präsident Biden der Ukraine im November US-Waffen mit größerer Reichweite temporär gegen Militärstellungen im russischen Oblast Kursk einzusetzen. Die US-amerikanischen ATACMS-Raketen haben eine Reichweite von 300 Kilometern. Als Reaktion auf die Entscheidung des US-Präsidenten gaben auch Frankreich und Großbritannien die in ihrem Land hergestellten Waffen mit einer größeren Reichweite für einen eingeschränkten Einsatz auf russischem Gebiet frei.
Präsidentschafts- und Kongresswahlen
Demokratische Präsidentschaftsvorwahlen: Biden siegt und zieht zurück
Nachdem Präsident Biden die demokratischen Präsidentschaftsvorwahlen ohne ernsthafte Herausforderer deutlich für sich entschied, wurden nach einer misslungenen Fernsehdebatte mit Trump kritische Stimmen ob des Alters und der Gesundheit des 46. US-Präsidenten laut. Präsident Biden zog daraufhin am 21.07.2024 seine Wiederwahlkampagne zurück. VP Harris wurde sodann als Kandidatin der Demokratischen Partei inthronisiert und zeigte im darauffolgenden kurzen Wahlkampf ihre zahlreichen Schwächen auf. Wahlanalyse: Die Gründe für die Niederlage der Demokratischen Partei (Klick hier).
Die Republikanische Partei nominierte zum dritten Mal in Folge Trump als ihren Präsidentschaftskandidaten. In den Vorwahlen verweigerte Trump die Teilnahme an allen Fernsehdebatten, sonderte sich so vom Kandidatenfeld ab. Als stärkste Konkurrentin für Trump zählte noch Nikki Haley, ehemalige Gouverneurin von South Carolina und US-Botschafterin bei den Vereinten Nationen, die allerdings auch nur zwei Vorwahlen für sich entscheiden konnte. Der Delegiertenzähler zu den Präsidentschaftsvorwahlen 2024 (Klick hier).
Zwei Attentatsversuche auf Trump
Am 13.07.2024 wurden während einer Wahlkampfveranstaltung in Butler, Pennsylvania, mehrere Schüsse auf Trump abgegeben. Der Republikaner entging knapp dem Tod, wurde am Ohr verletzt. Eine Person wurde getötet, zwei weitere Personen schwer verletzt. Der Attentäter Matthew Crooks wurde von den Sicherheitskräften eliminiert. Am 15.09.2024 folgte ein weiterer Attentatsversuch auf Trump in seinem Golfclub in West Palm Beach, Florida. Der Secret Service konnte den Attentäter jedoch frühzeitig in die Flucht schlagen und später festnehmen.
Der 47. Präsident trägt den gleichen Namen wie der 45. Präsident
Erstmals seit Grover Clevelandzieht mit Trump ein ehemaliger Präsident nach vierjähriger Unterbrechung wieder in das Weiße Haus ein. Bei der Präsidentschaftswahl am 05.11.2024 setzte sich der Republikaner gegen VP Harris mit 312 zu 226 Wahlmännerstimmen durch. Im dritten Anlauf konnte Trump erstmals auch eine Mehrheit aller abgegebenen Stimmen erringen. Am 20.01.2025 wird Trump als 47. Präsident im Amt vereidigt. Detaillierte Ergebnisse gibt es in einem eigenen Beitrag (Klick hier).
Für das renommierte TIME Magazin war Trump die Person des Jahres.
Demokraten verlieren Mehrheit im U.S. Senat
Das schlechte Abschneiden bei der Präsidentschaftswahl sowie eine ungünstige Wahlkarte, Demokraten mussten 23 Sitze und Republikaner nur elf Sitze verteidigen, führten zu einem Verlust der Mehrheit für die Demokratische Partei im U.S. Senat. Republikaner konnten vier Sitze hinzugewinnen und stellen ab dem 03.01.2025 53 U.S. Senatoren, Demokraten entsenden inklusive zweier Unabhängiger 47 Abgeordnete. Detaillierte Ergebnisse gibt es in einem eigenen Beitrag (Klick hier).
Republikaner verteidigen Mehrheit im U.S. Repräsentantenhaus
Gleichwohl die Republikanische Partei zwei Sitze im Vergleich zu den Wahlen im Jahr 2022 im U.S. Repräsentantenhaus verloren hat, konnte die Grand Old Party ihre hauchdünne Mehrheit knapp verteidigen. In der neuen Legislaturperiode werden Republikaner 220 und Demokraten 215 Abgeordnete stellen. Detaillierte Ergebnisse gibt es in einem eigenen Beitrag (Klick hier).
Jubiläum
Am 01.10.1924 erblickte Jimmy Carter in Plains, Georgia, das Licht der Welt. Der Besitzer einer Erdnussfarm sollte zwischen 1971 und 1975 als Gouverneur von Georgia amtieren. Carter zog zudem als 39. US-Präsident in das Weiße Haus ein, verlor jedoch seine Wiederwahl 1980 gegen Ronald Reagan. In diesem Jahr beging der Demokrat seinen 100. Geburtstag!
Verstorben
Joe Lieberman
Am 27.03.2024 verstarb im Alter von 82 Jahren Joe Lieberman. Zwischen 1989 und 2013 vertrat der Demokrat seinen Bundesstaat Connecticut im U.S. Senat. Im Jahr 2000 führte er zusammen mit Al Gore seine Partei als Vizepräsidentschaftskandidat in die Wahl, verlor jedoch denkbar knapp gegen das republikanische Ticket George W. Bush/ Dick Cheney.
Bildquellen: Creative-Commons-Lizenzen (via Google); Canva.com; eigene Grafiken; TIME. Zur besseren Lesbarkeit von Personenbezeichnungen und personenbezogenen Wörtern wird in der Regel die männliche Form genutzt. Diese Begriffe gelten für alle Geschlechter.
Die Demokratische Partei hat die Präsidentschafts- und Kongresswahlen 2024 deutlich verloren. In das Weiße Haus zieht nach vierjähriger Unterbrechung wieder der MAGA-Republikaner Donald Trump ein. Bei den Wahlen zum U.S. Senat verloren Demokraten vier Sitze und stellen ab dem 03.01.2025, dem Start der neuen Legislaturperiode, ebenso eine Minderheitsfraktion dar wie weiterhin im U.S Repräsentantenhaus. Was waren die Gründe für das schlechte Abschneiden der Demokraten? Der nachfolgende Beitrag geht auf unaufgeregte, tiefgehende Spurensuche.
„Ich habe das Amt übernommen, als unsere Wirtschaft in Scherben lag. Heute haben die USA die höchste Wirtschaftswachstumsrate seit der Pandemie, die höchste in der ganzen Welt.“ Ein Jahr vor der Präsidentschaftswahl warb Präsident Joe Biden mit der wirtschaftlichen Entwicklung, damals noch als Präsidentschaftskandidat seiner Partei, für seine Wiederwahl. In der Tat entwickelte sich die Wirtschaft in den USA nach der Pandemie positiv: Das Bruttoinlandsprodukt wuchs in den vergangenen zwei Jahren konstant zwischen zwei und drei Prozent, die Arbeitslosenquote pendelte sich um die vier Prozent ein.
Doch diese positiven ökonomischen Kennzahlen machten sich bei der Mehrheit der US-Amerikaner auf Grund einer hohen Inflationsrate kaum bemerkbar. Von 7,7 Prozent im Oktober 2022 ging die Preissteigerung zwar zuletzt auf 2,6 Prozent im Oktober 2024 zurück. Doch laut Nachwahlbefragungen von CBS zur Präsidentschaftswahl 2024 gaben drei Viertel der US-Amerikaner an, dass die hohe Inflation eine enorme Herausforderung darstellt(e). An dieser Stelle sei zudem erwähnt, dass die Kostensteigerungen auch durch die zahlreichen von der Biden-Harris-Administration aufgelegten staatlichen Programme herbeigeführt wurden.
Für 81 Prozent der registrierten Wähler stellte die Wirtschaftspolitik ein sehr bedeutendes Thema für ihre Entscheidungsfindung bei der Präsidentschaftswahl 2024 dar. Migration war das zweitwichtigste Thema (61 Prozent).
Quelle: Pew Research Center
Dass Präsident Biden, wie auch VP Harris, die wirtschaftliche Entwicklung überdeutlich positiv darstellten, dürfte für einen Großteil der Wählerschaft weltfremd dahergekommen sein. Dieses mangelnde Verständnis für die ökonomische Lebenswirklichkeit der Mittelschicht sowie herablassende Äußerungen über republikanische Wähler und höhere Kompetenzwerte in der Wirtschaftspolitik für Trump waren die ausschlaggebenden Gründe für die diesjährige Wahlniederlage der Demokraten. Schließlich war laut einer repräsentativen Umfrage von Gallup die Wirtschaftspolitik auf Grund der gegenwärtigen ökonomischen Herausforderungen so bedeutend für die Wahlentscheidung wie nicht mehr seit der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise im Jahr 2008.
Nur 42 Prozent aller Wähler waren der Auffassung, dass VP Harris im Wahlkampf ihre wirtschaftspolitischen Pläne ausreichend erklärte.
Quelle: Pew Research Center
Mangelnde Glaubwürdigkeit
Neben der Unzufriedenheit gegenüber der (persönlichen) wirtschaftlichen Entwicklung unter der Biden-Harris-Administration wurde der Demokratischen Partei auch deren mangelnde Glaubwürdigkeit zum Verhängnis: Erst wurde die abbauende mentale und körperliche Fitness des ältesten amtierenden Präsidenten in der Geschichte der USA, übrigens durch mithilfe von freundlich gesinnten Medien, heruntergespielt. Dabei waren die Anzeichen des geistigen und körperlichen Abbaus des Präsidenten offensichtlich wie zahlreiche öffentliche Auftritte Bidens zeigten. Infolgedessen verbrachte Präsident Biden so viele Tage im Urlaub wie kein anderer seiner Vorgänger in der jüngeren Geschichte (auch hierüber wurde kaum berichtet).
Erst im Sommer des Wahljahres wurde Präsident Biden von seinen Parteikollegen, allen voran von Nancy Pelosi, öffentlich dazu gedrängt seine Wiederwahlambitionen aufzugeben. Vorausgegangen war eine so schlechte Fernsehdebatte des 81-Jährigen Demokraten gegen Trump, welche es seinen Parteikollegen nicht mehr erlaubte Präsident Biden weiter zu verteidigen. Durch diese 180° Wende verloren Demokraten auch jegliche Glaubwürdigkeit hinsichtlich ihrer Warnungen, dass mit einer Rückkehr Trumps in das Weiße Haus die Demokratie in Gefahr stünde.
Falsche Präsidentschaftskandidatin
Mit der abrupten und unfreiwilligen Beendigung der Wiederwahlkampagne von Präsident Biden folgte die nach US-amerikanischen Standards, da ohne offene Vorwahlen, wenig demokratische Entscheidung VP Harris in das Rennen um das Weiße Haus zu schicken. Die Inthronisierung von Harris, die unbeliebteste Vizepräsidentin seit Beginn der Umfrageaufzeichnungen, als demokratische Präsidentschaftskandidatin hatte zur Folge, dass sich nicht der bei der demokratischen Basis beliebteste Kandidat mit dem populärsten Wahlprogramm durchsetzen konnte. Vielmehr wurde im Verlauf des Wahlkampfs deutlich, dass VP Harris, wie schon bei ihrer Teilnahme an den demokratischen Vorwahlen 2019/2020, nur ausbaufähige Qualitäten als Wahlkämpferin aufweist.
Des Weiteren stellte VP Harris, die aus San Francisco stammt, ein Symbol der liberalen Großstadtelite dar, die mit den Realitäten außerhalb der Ballungszentren wenig gemein hat. Der Unterschied zwischen VP Harris und Trump, die beide aus einem privilegierten Elternhaus stammen, auch wenn VP Harris und ein Großteil der Medien das Märchen einer mittelständischen Herkunft verbreiteten, wurde offenbar, als sich die Demokratin auf dem Titelbild des Modemagazins Vogue abbilden ließ. Trump mimte derweil einen bürgernahen Kandidaten, indem er seinen Wahlkampf in einen McDonald’s verlegte und als Müllmann auftrat.
Mit ihrem elitären Auftreten ist es nicht verwunderlich, dass VP Harris die Arbeiterschaft, eine wichtige Wählergruppe der Demokraten, nicht von ihrer Kampagne überzeugen konnte. Ein Mangel an politischen Inhalten und einem unsicheren Auftreten, David Axelrod (ehemaliger Wahlkampfmanager von Barack Obama) warf ihr das andauernde Verbreiten von „Wortsalat“ vor, rundeten das Bild einer falschen demokratischen Kandidatin zu einem falschen Zeitpunkt ab.
Falscher Vizepräsidentschaftskandidat
Tim Walz ging im Sommer 2024 viral, als er das republikanische Ticket als „seltsam“ bezeichnete. Es folgte die Nominierung von Walz als Vizepräsidentschaftskandidat der Demokratischen Partei. Als Gouverneur von Minnesota sollte er einerseits den Rust Belt, auch bekannt als die „blaue Wand“, für VP Harris gewinnen. Andererseits sollte dessen VP-Kandidatur muslimische und progressive US-Amerikaner besänftigen, die bei einer Nominierung des jüdischen Gouverneurs von Pennsylvania, Josh Shapiro, dem demokratischen Ticket noch skeptischer gegenübergestanden hätten. Doch Walz blieb während des gesamten Wahlkampfes nicht nur blass, auch bot er für Republikaner eine leichte Angriffsfläche auf Grund seiner linksliberalen Bilanz in Minnesota.
Keine konsistente Wahlkampfbotschaft
Ein weiteres Problem für die Kampagne von VP Harris stellte eine nicht konsistente Wahlkampfbotschaft dar. Während Präsident Biden noch das Thema der Bewahrung der Demokratie auf die Agenda setzte, ging VP Harris hierauf zunächst nicht ein. Vielmehr warb VP Harris mit dem Slogan „A New Way Forward“ („Ein Neuer Weg nach Vorne“) für sich.
Als dieses Motto nicht verfing, schließlich gehört Harris als Vizepräsidentin ja der amtierenden demokratischen Administration an, wurde mit dem wenig konkreten „Joy“ („Freude“) geworben. Es folgte der Wechsel zum Slogan „Freedom“ („Freiheit“), ohne jedoch auch in diesem Bereich konkret zu werden. In den letzten Wochen vor der Wahl warnte VP Harris, wie zuvor Präsident Biden, vor einer Gefahr für die Demokratie durch Trump. Drei Tage vor der Wahl nannte VP Harris bei ihren Wahlkampfaufritten ihren republikanischen Kontrahenten jedoch nicht einmal mehr beim Namen…
Konklusion
Die Niederlage der Demokratischen Partei bei der Präsidentschaftswahl 2024 war nicht unvermeidbar. Zwar weiß Trump eine große, loyale Basis hinter sich. Doch alleine seine Nicht-Anerkennung des Wahlergebnisses aus dem Jahr 2020 hätte ihn für eine weitere Amtszeit disqualifizieren müssen. Doch einerseits wurden die Warnungen, dass Trump eine Gefahr für die Demokratie darstellen würde, in Dauerschleife seit dem Jahr 2016 verbreitet. Die Botschaft konnte so im Jahr 2024 kaum mehr durchdringen. Des Weiteren erkannten Demokraten die Bedeutung der Wirtschaftspolitik für die Wählerschaft nur teilweise an.
Des Weiteren wählten Demokraten ihre Präsidentschaftskandidatin unter den größtmöglichen unglücklichen Umständen aus. Zunächst versammelte sich die Partei hinter ihrem Präsidenten, um diesen vier Monate vor der Wahl zur Beendigung seiner Kandidatur zu bewegen. Eine freie Vorwahl fand somit nicht statt, so dass die unbeliebte Vizepräsidentin übernahm. Es folgte eine schlecht ausgearbeitete Kampagne, die VP Harris zunächst von den Medien abschirmte. Als ein Austausch mit Medien erfolgte, hatte VP Harris keine klaren politischen Botschaften zu verbreiten. Die Niederlage bei der Präsidentschaftswahl, gepaart mit den Verlusten bei den Wahlen zum U.S. Kongress, lässt die Demokratische Partei mit einem personellen Vakuum zurück. Es ist auch der Chance für einen Neuaufbau – personell wie programmatisch.
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Donald Trump und die Republikanische Partei gehen als die großen Gewinner aus den Präsidentschafts- und Kongresswahlen 2024 heraus. Erstmals seit Grover Cleveland kehrt mit Trump nämlich nach vierjähriger Unterbrechung ein ehemaliger Präsident in das Weiße Haus zurück. Im entscheidenden Wahlmännergremium setzte sich der Republikaner mit 312 zu 226 Wahlleuten gegen Vizepräsidentin Kamala Harris durch. Trump konnte zudem alle sieben Swing States für sich entscheiden. Im dritten Anlauf gewann der Milliardär auch erstmals eine Mehrheit aller abgegebenen Stimmen, da Trump auch einen Anstieg an Unterstützung durch Minderheiten, insbesondere von Latinos, zu verzeichnen hatte.
Ausschlaggebend für die Wahl von Trump zum 47. US-Präsidenten war die Wirtschaftspolitik. Trotz objektiv zahlreicher Verbesserungen ökonomischer Daten seit Ausbruch der Coronavirus-Pandemie im Jahr 2020 beurteilen US-Amerikaner die wirtschaftliche Entwicklung weiterhin subjektiv als mehrheitlich negativ. Insbesondere die hohe Inflation der vergangenen Jahre macht(e) der Bevölkerung zu schaffen. Als Teil der Administration von Präsident Joe Biden hatte die demokratische Kandidatin Harris somit einen schwierigen Stand bei der Wählerschaft, zumal diese Trump höhere Kompetenzwerte im Bereich der Wirtschaftspolitik zuschrieben.
Infolgedessen gewannen Republikaner nicht nur das Weiße Haus, sondern erzielten auch Erfolge bei den Wahlen zum U.S. Kongress. Bei den Senatswahlen konnten Republikaner vier Sitze von Demokraten hinzugewinnen, so dass die Grand Old Party bei der am 03.01.2025 beginnenden neuen Legislaturperiode eine Mehrheit von 53 zu 47 Sitze in dieser Kongresskammer stellen kann. Die Auszählungen der Wahlen zum U.S Repräsentantenhaus sind zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Beitrags noch nicht abgeschlossen, es gilt jedoch als wahrscheinlich, dass die Republikanische Partei ihre knappe Mehrheit behaupten kann.
Eine ausführliche Analyse zum Ausgang der US-Präsidentschaftswahl 2024 hat der Inhaber von „1600 Pennsylvania“ für das Online-Magazin Corrigenda verfasst. Der Beitrag ist hier einzusehen (Klick hier).
Die Wahlmännerkarte der US-Präsidentschaftswahl 2024.
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