Grenze überschritten

Trump ist kein gewöhnlicher Politiker. Was nicht zuletzt daran liegt, dass der Immobilienmogul erst im Alter von 69 Jahren in diese Branche einstieg. Trump ist vielmehr ein Show- und Businessman mit Vorliebe zu einem direkten Draht zu seinen Anhängern. Twitter ist Trump-Medium.

Der Spiegel Cover vom 4.2.2017

Zu einer gewissen Unabhängigkeit von klassischen Medien gesellt sich ein ungewöhnlicher Regierungsstil. Auch deswegen wurde Trump gewählt. Auch deswegen wird er von Vielen abgelehnt.

Eine Ablehnung, die oftmals sogar in Hass umschlägt. „Der Spiegel“ machte dies mit einem fragwürdigen Titelbild, indem Trump die Freiheitsstatue köpfte, in Deutschland vor. Angesichts der Gräueltaten des Islamischen Staates mehr als makaber.

Nun übertrat auch die Fernsehmoderatorin und Schauspielerin Kathy Griffin auf der Nachrichtenseite „TMZ.com“ die Grenzen des Geschmacks und ließ sich mit einem geköpften und blutverschmierten Trump-Gesicht ablichten.

Ein ganzer Berufszweig wird durch solche Aktionen in Missgunst gezogen. Kritik an politischen Entscheidungen der Trump-Administration und eine unabdingbare tiefgründige politische Berichterstattung konterkariert.

Kathy Griffin

Insbesondere in Zeiten von Fake News und Alternativen Fakten ein Bärendienst. Dass Griffins Aktion zudem wenig thematisiert wird, spricht Bände. Ein offensichtlich unvollständiger und belangloser Tweet Trumps (#covfefe) erregt die Gemüter mehr als eine dargestellte Enthauptung des Präsidenten.

So bleibt der Eindruck erhalten, dass einige Personen in der Tat Trumps Kopf rollen sehen wollen. Nicht nur im metaphorischen Sinne im Rahmen eines Amtsenthebungsverfahrens, sondern auch real.

Die deutschsprachige „taz“ schloss im Februar einen Artikel mit dem Titel „Wer kann Trump jetzt noch stoppen?“ mit folgender für sich selbst sprechenden Antwort ab: „Historisch gesehen ist Mord am wirksamsten. Vier der 45 US-Präsidenten fielen Attentaten zum Opfer, zuletzt John F. Kennedy 1963.“

Dargestellte Enthauptungen. Aufruf zum Mord. Eine Grenze ist überschritten.


Reaktionen

First Lady Melania Trump:

As a mother, a wife, and a human being, that photo is very disturbing. When you consider some of the atrocities happening in the world today, a photo opportunity like this is simply wrong and makes you wonder about the mental health of the person who did it.

„Hollywood Still Has No Idea How to Resist Trump“ (Vice)


Bildquelle: i.ytimg.com/vi/WfbSWkSO1lA/maxresdefault.jpg

Rick Perry – Der Energieminister

2012 ging Rick Perry als Mitfavorit in das Rennen um die republikanische Präsidentschaftskandidatur. Doch dann kam der berühmte „Oops-Moment“ (siehe untenstehendes Video): Perry fiel bei einer Debatte der Name der dritten staatlichen Behörde nicht ein, die er als Präsident abschaffen würde. Perrys Präsidentschaftsträume zerplatzten schlagartig.

Vier Jahre später versuchte der ehemalige Gouverneur von Texas einen zweiten Anlauf auf das Weiße Haus. Obwohl Perry auf den Wahlkampf besser vorbereitet war als noch 2012 und er sich zudem von den Nachwirkungen seiner Rückenoperation erholt hatte, fasste seine Kampagne nie Fuß.

Und dies, obwohl Texas in seinen 14 Jahren als Gouverneur einen ökonomischen Boom erlebte. Bei Amtsantritt lag die Arbeitslosenquote im Lone Star State noch 0,5 Prozentpunkte über dem US-amerikanischen Durchschnitt. Als Perry sein Amt im Jahr 2015 abgab lag die Arbeitslosenquote nur noch bei 4,4% und damit 1,3 Prozentpunkte unter dem Landesschnitt.

Doch wie der Präsidentschaftswahlkampf 2016 zeigte, setzte die Wählerschaft weniger auf politische Programme und Erfolge als auf populistische und politische Außenseiter. Dem Einzug in das Weiße Haus blieb dem ehemaligen Captain der U.S. Air Force, Perry diente unter anderem in Deutschland und England, einmal mehr verwehrt.

Nach einem Intermezzo bei Dancing With The Stars setzt sich die politische Laufbahn des 1950 in Haskell, Texas, geborenen Perry nach dem Wahlsieg von Donald Trump dennoch fort.

Rick Perry steht nämlich in der Trump-Administration dem Energieministerium vor. Eben jene dritte staatliche Behörde, die ihm im Präsidentschaftswahlkampf 2012 nicht einfiel und abschaffen wollte. Oops.


Die Trump-Administration in der Übersicht


Bildquelle: http://a.abcnews.com/images/Politics/AP-rick-perry1-ml-161213_12x5_1600.jpg

Elaine Chao – Die Verkehrsministerin

Elaine Chao ist mehr als nur die Ehefrau des Mehrheitsführers im Senat, Mitch McConell. Elaine Chao ist vielmehr eine der mächtigsten Frauen in Washington D.C. Womöglich sogar die Einflussreichste.

Als Arbeitsministerin unter Präsident George W. Bush saß Chao nicht nur als einzige Ministerin die volle Amtszeit zwischen 2001 und 2009 am Kabinettstisch. Vielmehr war sie auch das erste asiatisch-amerikanische Kabinettsmitglied überhaupt in der Geschichte der Vereinigten Staaten.

Chao bekam unter Bush ihren Lohn für jahrelange harte Arbeit. 1953 wurde sie als älteste von sechs Geschwistern in Taipeh, Taiwan, geboren. Chaos Eltern flohen zuvor im chinesischen Bürgerkrieg vor anrückenden kommunistischen Militärs aus Shanghai.

Im Alter von acht Jahren wanderte Elaine Chao mit ihrer Familie in die USA aus. Nach ihrer Schulzeit erwarb sie einen Bachelor in Ökonomie und einen Master of Business Administration an der renommierten Harvard Business School.

Wenngleich schon Chaos Vater als erfolgreicher Unternehmer agiert(e), schaffte Elaine einen weiteren gesellschaftlichen Aufstieg durch Bildung. Nach ihrem Studium war sie zunächst bei mehreren Banken angestellt bevor sie in den 1980er Jahren für die Reagan-Administration arbeitete.

Dort unterlief sie unter anderem diverse Abteilungen in der Schifffahrtsverwaltung, welche dem Verkehrsministerium untersteht. Ihre Karriere setzte sie in den 1990er Jahren als Präsidentin der Peace Corps, einer Organisation, die sich für die Verständigung zwischen Amerikanern und anderen Ländern einsetzt, fort.

Nach ihrer Zeit als Arbeitsministerin (2001 – 2009) arbeitete Chao für die konservative Denkfabrik Heritage Foundation und trat in diversen Medien als Expertin auf. Für ihr ehrenamtliches Engagement, unter anderem für das NewYork-Presbyterian Hospital, wurde sie mit dem Woodrow Wilson Preis ausgezeichnet.

Als Auszeichnung dient auch schon nahezu die Senatsabstimmung über Chaos Posten als Verkehrsministerin unter Präsident Trump. Der Senat bestätigte die Personalie nahezu einstimmig mit 93 zu sechs Stimmen.

Vom Flüchtlingskind zur Ministerin. Elaine Chao lebt den amerikanischen Traum.


Bildquelle: http://bit.ly/2luaf1H

#Blog1600Penn Update: Pence auf Europatour

Im neuesten #Blog1600Penn Update steht Vizepräsident Mike Pence im Fokus. „1600 Pennsylvania“ bringt euch über die wichtigsten Ereignisse der vergangenen Tage und Wochen auf den aktuellen Stand:

Tom Perez führt Demokraten

Der ehemalige Arbeitsminister Tom Perez hat die Wahl zum Vorsitzenden der demokratischen Partei für sich entschieden. Perez erhielt 235 Stimmen, Keith Ellison 200.

Präsident Trump bei CPAC

Präsident Donald Trump sprach zu konservativen Aktivisten bei der jährlich stattfindenden politischen Konferenz CPAC. Er ist der erste amtierende US-Präsident seit Ronald Reagan, der an dieser Konferenz teilnahm. Die Rede in voller Länge:

Pence besucht mutwillig zerstörten jüdischen Friedhof

Antisemitismus nahm in den USA in den vergangenen Monaten stark zu. Vizepräsident Pence besuchte nun einen mutwillig zerstörten jüdischen Friedhof, sprach sich deutlich gegen Haß und Gewalt aus und packte bei den Aufräumarbeiten mit an.

McMaster neuer nationaler Sicherheitsberater

General H.R. McMaster tritt die Nachfolge des zurückgetretenen Michael Flynn an. Zum ersten Mal stösst eine Personalentscheidung von Präsident Trump rechts, links und in der Mitte auf Zustimmung.“ Die Neue Zürcher Zeitung hat die Personalie gut zusammengefasst (Klick hier).

US-Vizepräsident trifft EU-Ratspräsidenten

US-Vizepräsident Mike Pence hat sich in Brüssel mit NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg und dem Ratspräsidenten der Europäischen Union, Donald Tusk, getroffen. Pence betonte hierbei die enge transatlantische Partnerschaft.

Pence besucht KZ Dachau

Nach der Münchner Sicherheitskonferenz besuchte Mike Pence das ehemalige Konzentrationslager in Dachau.

Präsident Trump trifft Trudeau und Netanjahu

Präsident Trump hat den kanadischen Premierminister Justin Trudeau und Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu im Weißen Haus empfangen.


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John F. Kelly – Der Heimatschutzminister

Einst diente Adam Kinzinger im Irak und in Afghanistan. Mittlerweile hat er seine Kampfmontur abgelegt und gegen einen Schreibtisch im U.S. Kapitol eingetauscht. Als dem heutigen Kongressabgeordneten während eines Interviews mit CNN eine Redesequenz von John F. Kelly  eingespielt wurde, konnte Kinzinger seine Tränen nicht verbergen.

Kelly sprach bei einer Veranstaltung von sogenannten „Gold Star Familien“, eine Organisation, deren Mitglieder Familienangehörige im Krieg verloren haben:

Alle hier heute Abend, alle die einen Verlust zu verzeichnen haben, das Licht aus ihrem Leben gelöscht wurde, sie alle können zu jedem Amerikaner sagen, dass es mein Junge oder meine Tochter war, die ihren Dienst geleistet hat und ihre Pflicht bis in alle Ewigkeit getan hat.

Kellys Worte hatten enorme Glaubwürdigkeit inne. Denn im Jahr 2010 kam sein eigener Sohn Robert bei einem Auslandseinsatz in Afghanistan ums Leben. Eine Landmine wurde dem erst 29-jährigen zum Verhängnis.

Kinzinger, ein ehemaliger Luftwaffenveteran, war von den Worten des heutigen Heimatschutzministers sichtlich gerührt. Das beste Zeichen für die Unterstützung, die Kelly parteiübergreifend genießen darf. Die Bestätigung von Seiten des Senats von 88 zu elf Stimmen unterstreicht dies zusätzlich.

Kelly weiß wie kaum ein anderer von was er spricht und welche Herausforderungen ihm bei seiner neuen Aufgabe erwarten. Dabei konnte in den 1950er Jahren, als Kelly in einer irisch-katholischen Familie in Boston, Massachussetts, aufwuchs, freilich noch niemand absehen, dass er sein Leben der Sicherheitspolitik widmen würde.

uswahl16-3Auf einen Masterabschluss in nationalen Sicherheitsstudien an der Georgetown School of Foreign Service folgte eine eindrucksvolle Karriere beim Marine Corps. Bei der Operation Desert Storm zu Beginn der 1990er Jahre nahm er ebenso teil wie bei der Militärintervention im Irak im Jahr 2003.

Kelly erreichte den Rang eines Generals ebenso wie die Position des Kommandanten für US-Militäroperationen in Zentral- und Südamerika sowie der Karibik (SOUTHCOM). Nur ein Jahr nach seiner Versetzung in den Ruhestand nominierte ihn Präsident Trump als Heimatschutzminister – ein Ministerium das nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 neu gegründet wurde.

Kellys Dienst an den USA ist also noch nicht beendet. Kein Wunder, formulierte Kelly doch schon 2014, dass es falsch sei, wenn behauptet würde, dass der Kampf gegen den Terrorismus, „dieser Krieg gegen unsere Lebensweise vorbei ist, nur weil manche Meinungsmacher dies so schreiben oder manche unsere Truppen aus dem Irak oder Afghanistan zurückholen wollen. (…) Dieser Feind will uns zerstören, uns für Generationen bekämpfen.“

John F. Kelly wird den weltweiten Terrorismus nun als Heimatschutzminister bekämpfen, ein weiteres Kapitel in einem Leben für die Sicherheit seines Landes hinzufügen.


Bildquelle: http://bit.ly/2lLelQ7