„Der Winter naht“. Die ersten sieben Staffeln des erfolgreichen Roman- und Fernsehepos Game of Thrones warteten unter diesem Vorzeichen auf. In der im diesen Jahr erschienenen letzten Staffel erreichte der Winter und mit ihm humanoide Kreaturen in Form der White Walkers das sagenumworbene Westeros.
Wie aus einer Sequenz von Game of Thrones mutete auch die offizielle Verkündung der Präsidentschaftskandidatur von Amy Klobuchar an. Inmitten eines Schneesturms und bei Minusgraden warf die U.S. Senatorin im Freien in ihrem Heimatstaat Minnesota im Februar 2019 ihre Wintermütze um die demokratische Präsidentschaftskandidatur in den Ring.
Die im Jahr 1960 in Plymouth, Minnesota, geborene Klobuchar setzte sich mit ihrer Art der Verkündung von ihren Mitbewerbern ab. Die Umfragewerte der Juristin sind bei der demokratischen Basis allerdings auch noch Monate nach Bekanntabe ihrer Kandidatur nicht aufgetaut.
Dies dürfte nicht zuletzt daran liegen, dass Amy Klobuchar im Gegensatz zu ihren Kollegen im U.S. Senat und Rivalen in den demokratischen Vorwahlen, genannt seien an dieser Stelle Bernie Sanders und Elizabeth Warren, keine so lautstarke Verfechterin ihrer Zunft ist.
Kein Wunder, arbeitet Senatorin Klobuchar vielmehr an nachhaltigen Ergebnissen. Im 114. U.S. Senat brachte beispielsweise keine andere Senatorin so viele Gesetze ein wie die Abgeordnete aus dem Nordsternstaat.
Politisch vertritt Amy Klobuchar, die mit dem Jura-Professor John Bessler verheiratet ist und eine Tochter hat, den liberalen Mainstream in den USA. Dementsprechend unterstützt Klobuchar die Gesundheitsreform des ehemaligen Präsidenten Obama, setzt sich für LBGT-Rechte ein und steht der Militärintervention im Irak aus dem Jahr 2003 kritisch gegenüber.
Ob dies jedoch reicht, um sich von einer Vielzahl an Konkurrenten im demokratischen Vorwahlkampf abzusetzen? Ähnlich im Spiel der Throne sind Präsidentschaftswahlen in den USA Marathonläufe. Amy Klobuchar hofft demnach auf noch sonnigere Tage ihrer Kandidatur. Rechtzeitig, wenn die entscheidenden Vorwahlen nahen.
#Blog1600Penn bringt euch über die wichtigsten Ereignisse rund um US-amerikanische Politik der vergangenen Wochen auf den aktuellen Stand:
Trump Junior soll Aussagen
Vor dem Hintergrund des Sonderberichts zur russischen Einflussnahme bei der US-Präsidentschaftswahl 2016 soll Donald Trump Junior, Sohn des US-Präsidenten, im Juni vor dem Geheimdienstausschuss des U.S. Senats aussagen.
Außenminister in Russland
US-Außenminister Mike Pompeo traf in Socchi auf seinen russischen Amtskollegen Sergey Lavrov und auf den russischen Präsidenten Putin. Primäres Thema des Zusammentreffens waren die bilateralen Beziehungen beider Länder.
In Sochi, Russia, @SecPompeo and Foreign Minister Lavrov begin talks with handshake. In opening remarks, Pompeo said Pres Trump is committed to improving US/Russian relations and building a "common set of understandings." pic.twitter.com/pj3LWUHPvL
Der Handelsstreit zwischen den USA und China hat sich trotz fortlaufender Handelsgespräche intensiviert. Die USA erheben nun auf chinesische Produkte aus 5700 Kategorien im Volumen von $ 200 Milliarden eine Einfuhrgebühr von 25 Prozent. Auf alle verbliebenen chinesischen Produkte im Gesamtwert von $ 300 Milliarden sollen zudem die Zölle erhöht werden. China regierte seinerseits mit erhöhten Zöllen.
Nordkoreanisches Frachtschiff beschlagnahmt
Laut dem US-Justizministerium haben die USA ein nordkoreanisches Frachtschiff festgesetzt, welches gegen internationale Sanktionen verstoßen haben soll. Mit dem Frachter soll illegal Kohle aus Nordkorea verschifft und schwere Maschinerie in das isolierte Land transportiert worden sein.
Iran verlässt teilweise ATomabkommen
Der Iran hat nun auch offiziell das Atomabkommen verlassen. Die Führung in Teheran gab den Vertragspartnern eine Frist von 60 Tagen, um die Vereinbarung, die durch US-Sanktionen unterminiert werden, einzuhalten. Sanktionen im Öl- und Bankensektor sollen aufgehoben werden – ansonsten will der Iran wieder in die Uran-Anreicherung einsteigen. Die europäischen Staaten lehnen eine solche Frist ab. Die USA sind aus dem Atomabkommen schon im vergangenen Jahr ausgestiegen.
Die Vereinigten Staaten haben die Sanktionen gegenüber dem Iran ausgeweitet. Nach Sanktionen gegen die Finanz- und Energiesektoren des Landes hat Präsident Trump per Dekret nun auch Sanktionen gegenüber der Bergbau- und Metallbranche des Landes verhängt.
Damit soll der Iran an der Verbreitung von Massenvernichtungswaffen gehindert sowie die Unterstützung von Terrorgruppen und -netzwerken vermindert werden.
Nach Senatorin Elizabeth Warren hat nun auch Senatorin Kamala Harris für eine Zerschlagung von Facebook plädiert.
Medal of Freedom an Tiger Woods
Präsident Trump hat die Medal of Freedom an den Golfspieler Tiger Woods verliehen. Es ist die höchste zivile Auszeichung der Vereinigten Staaten. Tiger Woods gewann elf Jahre nach seinem letzten Triumph bei einem Major-Turnier in diesem Jahr das Masters von Augusta, welches das bedeutendste Golfturnier der Welt darstellt.
President Trump awarded the Medal of Freedom to Tiger Woods today in a Rose Garden ceremony! pic.twitter.com/tNiJ0baiYe
— The White House 45 Archived (@WhiteHouse45) May 7, 2019
Strasse nach Obama benannt
Los Angeles hat einen Boulevard nach dem ehemaligen US-Präsidenten Barack Obama umbenannt.
Arbeitslosenquote auf Tiefststand
Die Arbeitslosenquote ist im Monat April in den USA auf 3,6% gesunken. Dies ist der niedrigste Wert seit 1969. Zudem wurden mit 263.000 neu geschaffenen Arbeitsplätzen die Prognosen übertroffen.
Aufgewachsen in bescheidenen Verhältnissen in Brooklyn arbeitete sich Howard Schultz nicht nur zum weltweit anerkannten Geschäftsmann hoch. Auch definierte Schultz mit Starbucks das Erlebnis des Kaffeegenusses neu.
In seinem neuesten Werk mit dem Titel „From the Ground Up“ gibt Schultz erstmals intime Einblicke in seinen Lebensweg von seiner Kindheit bis hin zu seiner Zeit als CEO von Starbucks. Schultz spricht ebenso offen einige Herausforderungen in der US-amerikanischen Gesellschaft an, beschreibt Lösungsansätze, die er schon mit Starbucks im eigenen Unternehmen durchsetzte und spart dabei Selbstkritik nicht aus.
Im Hinblick auf eine mögliche unabhängige Präsidentschaftskandidatur von Howard Schultz ist das 368 Seiten starke im Random House Verlag erschienene Buch eine gute Quelle zum Verständnis des Denkens des mittlerweile 65 Jahre jungen Geschäftsmannes.
Die offizielle Buchbeschreibung
NEW YORK TIMES BESTSELLER • From the longtime CEO and chairman of Starbucks, a bold, dramatic work about the new responsibilities that leaders, businesses, and citizens share in American society today—as viewed through the intimate lens of one man’s life and work.
What do we owe one another? How do we channel our drive, ingenuity, even our pain, into something more meaningful than individual success? And what is our duty in the places where we live, work, and play?
These questions are at the heart of the American journey. They are also ones that Howard Schultz has grappled with personally since growing up in the Brooklyn housing projects and while building Starbucks from eleven stores into one of the world’s most iconic brands.
In From the Ground Up, Schultz looks for answers in two interwoven narratives. One story shows how his conflicted boyhood—including experiences he has never before revealed—motivated Schultz to become the first in his family to graduate from college, then to build the kind of company his father, a working-class laborer, never had a chance to work for: a business that tries to balance profit and human dignity.
A parallel story offers a behind-the-scenes look at Schultz’s unconventional efforts to challenge old notions about the role of business in society. From health insurance and free college tuition for part-time baristas to controversial initiatives about race and refugees, Schultz and his team tackled societal issues with the same creativity and rigor they applied to changing how the world consumes coffee.
Throughout the book, Schultz introduces a cross-section of Americans transforming common struggles into shared successes. In these pages, lost youth find first jobs, aspiring college students overcome the yoke of debt, post-9/11 warriors replace lost limbs with indomitable spirit, former coal miners and opioid addicts pave fresh paths, entrepreneurs jump-start dreams, and better angels emerge from all corners of the country.
From the Ground Up is part candid memoir, part uplifting blueprint of mutual responsibility, and part proof that ordinary people can do extraordinary things. At its heart, it’s an optimistic, inspiring account of what happens when we stand up, speak out, and come together for purposes bigger than ourselves. Here is a new vision of what can be when we try our best to lead lives through the lens of humanity.
Bildquellen: Creative-Commons-Lizenzen; Canva.com; eigene Grafiken; Random House
Mehr als zwanzig Demokraten wollen offiziell als Präsidentschaftskandidat ihrer Partei im Jahr 2020 Amtsinhaber Donald Trump herausfordern. Eine schier unendliche Anzahl an Kandidaten, die selbst das unübersichtliche republikanische Bewerberfeld aus dem Jahr 2016 übertrifft. Doch was sind die Gründe für diese Menge an Präsidentschaftskandidaten? #Blog1600Penn informiert euch über die wichtigsten Ursachen.
Präsident Trump
Mit Donald Trump hat nicht nur ein Politiker der konkurrierenden republikanischen Partei das Präsidentenamt inne. Vielmehr projiziert Präsident Trump einen Commander-in-Chief, der für Demokraten alle politischen und persönlichen Antipoden verkörpert.
Mit seinem Kommunikationsstil und seinen politischen Entscheidungen polarisiert Präsident Trump eine ohnehin schon gespaltene Bevölkerung zudem zusätzlich. Folgerichtig stellt Präsident Trump für Republikaner den seit Aufzeichnung der Umfragen beliebtesten Hausherren von 1600 Pennsylvania dar. Demokraten lehnen den Präsidenten hingegen deutlich ab.
Demokratische Politiker sehen sich auf Grund dessen und einer strikt konservativen Agenda des Weißen Hauses, die sich in Bezug auf die Judikative, Wirtschafts- und Gesellschaftspolitik aus republikanischer Sichtweise erfolgreicher darstellt als es zunächst vermuten lässt, in einer Verantwortungsposition. Demokraten wollen sich, wie sich Präsidentschaftskandidat Joe Biden der Tea Party Rhetorik bediente, „ihr Land zurückholen“.
Agenda setzen
Andere Politiker kandidieren jedoch nicht primär um die Vorwahlen zu gewinnen. Vielmehr wollen einige Demokraten lediglich ihnen wichtige Themen setzen und die politische Agenda der demokratischen Partei in ihrem Sinne beeinflussen.
Der Gouverneur von Washington, Jay Inslee, hat beispielsweise überschaubare Chancen auf eine erfolgreiche Nominierung als Präsidentschaftskandidat seiner Partei. Mit Blick auf die Wahlkampagne von Inslee wird deutlich, dass dies dem Gouverneur auch bewusst ist. So hat Inslee seinen thematischen Fokus auf lediglich einen Bereich gerichtet: Klimaschutz. Dieser soll bei den demokratischen Vorwahlen noch stärker in den Vordergrund rücken.
Eigenwerbung
Andere Demokraten wiederum versprechen sich mit einer Kandidatur eine positive Eigenwerbung. Insbesondere jüngere Kandidaten können sich durch eine Teilnahme an den Vorwahlen zur US-Präsidentschaftswahl einem landesweiten Publikum vorstellen. Für zukünftige Kampagnen, sei es für den U.S. Senat oder eine spätere ernsthafte Präsidentschaftskandidatur, ein Vorteil gegenüber der noch unbekannteren Konkurrenz.
Profitmaximierung
Präsidentschaftskandidaten sind in den USA, selbst lediglich bei Vorwahlen, in der Regel schon wohlhabend. Eine Kandidatur schärft neben der guten ökonomischen Situation zusätzlich das eigene Profil. Nach einer gescheiterten Kandidatur in den parteieigenen Vorwahlen sind Anschlussbeschäftigungen, beispielsweise in der Medienbranche als Experten, wahrscheinlich.
Als Exempel sei an dieser Stelle Mike Huckabee genannt, der bei den republikanischen Vorwahlen 2008 sein konservatives Profil schärfte und einer breiteren Öffentlichkeit präsentierte. Ein Engagement als TV-Experte bei Fox News folgte. Huckabee moderiert zudem seine eigene Politikshow, die mit kurzer Unterbrechung auf Grund seiner erneuten Präsidentschaftskandidatur im Jahr 2016 seit mittlerweile über zehn Jahren ausgestrahlt wird.
#Blog1600Penn bringt euch über die wichtigsten Ereignisse rund um US-amerikanische Politik der vergangenen Wochen auf den aktuellen Stand:
Justizminister befragt
Der Justizausschuss des U.S. Senats hat Justizminister Barr bezüglich der Veröffentlichung des Berichts zu den Sonderermittlungen zur russischen Einflussnahme bei der US-Präsidentschaftswahl 2016 befragt. Minister Barr ist anhaltender Kritik bezüglich seiner Zusammenfassung des Berichts ausgesetzt.
Trump klagt gegen Deutsche Bank
Die Familie von Präsident Trump hat gegen die Deutsche Bank sowie das Finanzhaus Capital One eine Unterlassungsklage eingereicht. Damit soll die Aushändigung von Finanzunterlagen an Ausschüsse des U.S. Kongresses verhindert werden.
Stellvertretender Justizminister zurückgetreten
Der stellvertretende Justizminister Rod Rosenstein ist zurückgetreten. Rosensteins Rücktritt war nach Veröffentlichung des #MuellerReport erwartet worden und tritt zum 11. Mai 2019 in Kraft.
Trump bei der NRA
Präsident Trump hat bei alljährlichen Mitgliederversammlung der Waffen-Lobby NRA gesprochen. Hierbei verkündete der US-Präsident den Stopp des Ratifizierungsprozesses zum UN-Vertrag über den Waffenhandel. Die US-Regierung stimmte schon 2013 diesem Vertrag zu. Die Ratifizierung steht jedoch auf Grund des Widerstandes vom U.S. Kongress bis heute aus.
Wirtschaftswachstum übertrifft Erwartungen
Die U.S. Wirtschaft ist im ersten Quartal des Jahres 2019 um 3,2 Prozent gewachsen. Damit wurden die Erwartungen von Wirtschaftsexperten, die ein Wachstum von 2,1 Prozent voraussagten, deutlich übetroffen.
#MuellerReport veröffentlicht
Justizminister Barr hat den redigierten Bericht zu den Sonderermittlungen zur russischen Einflussnahme bei der US-Präsidentschaftswahl 2016 veröffentlicht. Die Kernaussagen: Russland versuchte die Wahl zu beeinflussen. Jedoch arbeitete kein US-Amerikaner mit den Russen zusammen.
Der Nahost-Friedensplan von Präsident Trump wird laut Jared Kushner im Juni veröffentlicht werden.
Biden kandidiert
Der ehemalige US-Vizepräsident hat sich seine Entscheidung für einen dritten Anlauf auf das Weiße Haus gründlich überlegt. Am 25. April hat Joe Biden seine Entscheidung verkündet: Er will Präsidentschaftskandidat der demokratischen Partei werden und Präsident Trump ablösen.
Linke Demokraten um Alexandria Ocasio-Cortez haben sich unmittelbar nach Bidens Verkündung gegen dessen Kandidatur aussgesprochen:
While we're going to support the Democratic nominee, we can't let a so-called 'centrist' like Joe Biden divide the Democratic Party and turn it into the party of 'No, we can’t.'
Der ehemalige Gouverneur von Virginia, Terry Mc Auliffe, hat sich gegen eine Präsidentschaftskandidatur entschieden.
Sanders bei Fox News
Die demokratische Partei plant keine ihrer TV-Debatten zur US-Präsidentschaftswahl 2020 von Fox News ausstrahlen zu lassen. Senator Bernie Sanders hat dies jedoch nicht daran gehindert dem konservativen Fernsehsender in einem Town Hall Meeting Rede und Antwort zu stehen.
Buttigieg auf TIMe-Cover
Der Hype um Präsidentschaftskandidat Pete Buttigieg reißt nicht ab. Der Bürgermeister von South Bend ziert die aktuelle Ausgabe des TIME Magazin. Titel: Sind die USA bereit für die erste homosexuelle First Family?
Präsident Trump hat sein zweites Veto seiner Amtszeit eingelegt. Die Resolution des U.S. Kongresses, die Unterstützung von jemenitischen Regierungstruppen und Saudi-Arabien im Krieg in Jemen zu beenden, lehnte der U.S. Präsident ab.
Trump telefonierte mit Carter
Präsident Trump hat mit dem ehemaligen Präsidenten Jimmy Carter telefoniert. In dem Gespräch ging es über die kommende Supermacht China.
Obama-Berater angeklagt
Im Rahmen der Sonderermittlungen zur russischen Einflussnahme bei der US-Präsidentschaftswahl 2016 wurde erstmals ein Demokrat angeklagt. Gregory Craig, einst Berater von Präsident Barack Obama, wird unter anderem wegen Falschaussage der Prozess gemacht. Craig drohen bis zu fünf Jahre Haft.