Es gibt nicht ein liberales Amerika und ein konservatives Amerika – es gibt die Vereinigten Staaten von Amerika. Es gibt kein schwarzes Amerika und ein weißes Amerika und ein Latino-Amerika und ein asiatisches Amerika – es gibt die Vereinigten Staaten von Amerika.
Hoffnungsvolle Worte aus dem Jahr 2004 des damaligen Senators Barack Obama. Vier Jahre später wurde Obama Präsident – doch mit ihm verschwand keineswegs die politische und gesellschaftliche Teilung der USA.
Im Gegenteil. Nach einem harten Präsidentschaftswahlkampf 2016 ist die Spaltung auf ihrem vorläufigen Höhepunkt angekommen. Seit der Wahl von Donald Trump zum 45. US-Präsidenten gab es diverse Ereignisse, die exemplarisch für die Polarisierung der USA stehen. #Blog1600Penn hat euch ein paar Beispiele zusammengestellt:
Nach dem Sieg von Trump gab es, vorwiegend in liberalen Großstädten an den Küsten, Demonstrationen gegen den Wahlausgang.
Es gibt vermehrte Berichte von einer starken Zunahme von Rassismus in Schulen. In folgendem Video mobben weiße Schüler ihre hispanischen Kollegen mit Rufen „Bau die Mauer!“
Der gewählte Vizepräsident Mike Pence wollte sich von den Strapazen des Wahlkampfes bei einem Besuch des beliebten Broadway-Musicals „Hamilton“ entspannen. Doch die Darsteller unterbrachen die Vorstellung mit einem direkt an Pence gerichteten moralischen Appell.
The cast and producers of Hamilton, which I hear is highly overrated, should immediately apologize to Mike Pence for their terrible behavior
Währenddessen feierten Rechtsextreme den Wahlsieg von Trump. Der neugewählte Präsident hat sich mittlerweile von dieser Gruppe distanziert.
Derweil stehen die Zeichen auf politischer Ebene – zunächst – auf Entspannung. Präsident Obama hat mehrmals betont seinem Nachfolger eine faire Chance zu geben. Hillary Clinton, Bernie Sanders und weitere Demokraten sowie ehemalige republikanische Konkurrenten stimmten in diesen Tenor ein.
President-elect Trump hat sich zudem in den vergangenen Tagen mit Personen aus verschiedenen politischen Lagern getroffen. Neben seinem wohl größten innerparteilichen Kritiker Mitt Romney traf Trump auch auf die Demokratin Tulsi Gabbard.
Hillary Clinton ist die Personifizierung US-amerikanischer Politik. Ein Leben lang hat sich die 69-Jährige in den Dienst der USA gestellt. Am 8. November 2016 wollte sie nun ihre Karriere krönen, die erste weibliche Präsidentin der Vereinigten Staaten werden.
Alles war vorbereitet. In Anlehnung an die oft verbreitete Auffassung der ungleichen Karrieremöglichkeiten für Frauen fand die demokratische Wahlkampfparty in einem Gebäude mit gläserner Decke statt.
Clinton wollte diese endgültig aufbrechen, Vorbild für alle, vor allem für Mädchen, sein. Doch es kam anders. Das geplante Feuerwerk wurde hellseherisch schon am Tag vor der Präsidentschaftswahl abgesagt. Es folgte ein politisches Erdbeben, dass wenige Experten vorhersahen.
Republikaner mächtig wie selten zuvor
In einer Jahrhundertwahl ging nämlich der politische Neuling und Immobilienmogul Donald John Trump als Sieger hervor. Nach acht Jahren Barack Obama haben Republikaner somit das Weiße Haus zurückerobert. Die Grand Old Party kontrolliert zudem beide Kammern im Kongress. Zuletzt war die Partei Abraham Lincolns 1928 so mächtig.
Bei einer insgesamt zurückgegangenen Wahlbeteiligung, nahezu nur jeder Zweite gab seine Stimme ab, konnte Trump am besten sein Wählerklientel mobilisieren. Verlor das republikanische Präsidentschaftsticket im Vergleich zur Präsidentschaftswahl 2012 nur 1,9 Millionen Stimmen, brach das Vertrauen in Demokraten ein. 6,8 Millionen weniger Menschen entschieden sich für Clinton als vier Jahre zuvor für Präsident Obama.
Clinton hatte es im gesamten Wahlkampf nicht vermocht Enthusiasmus für ihre Kampagne zu entfachen. Selbst bei der Wählergruppe der Frauen konnte sie gerade einmal Obamas Vorsprung um einen Prozentpunkt ausbauen.
Hillaryland fehlte es zudem an einer Vision für die Vereinigten Staaten. Alleine der negative Wahlkampf gegen Trump reichte den US-Amerikanern nicht aus. Trump hingegen schaffte es sein Klientel mit deutlicher Kritik am Establishment an die Wahlurnen zu bewegen.
Amerikaner wählten den Wandel
Daraus resultierten schon nahezu sensationelle Ergebnisse im Rust Belt, der ältesten und größten Industrieregion der USA. Arbeitslosigkeit und der Wandel durch Globalisierung hievte Trump zu Siegen in Wisconsin sowie in den Swing States Ohio und Pennsylvania.
Das Duell der zwei unbeliebtesten Präsidentschaftskandidaten seit Beginn der Umfrageaufzeichnungen entschied der Kandidat für sich, der für einen grundlegenden Wandel in Washington D.C. steht. Für 70 Prozent der Wähler war dies entscheidend.
Mit der Niederlage Hillary Clintons endet nun eine politische Ära. Für den 70-jährigen Donald Trump hingegen beginnt die Karriere in der Politik erst. Am 20. Januar 2017 wird Trump in das Präsidentenamt eingeführt.
Die Vereinigten Staaten von Amerika haben ihren 45. Präsidenten gewählt. #Blog1600Penn hat euch die wichtigsten Reaktionen zum Erfolg von Donald Trump zusammengestellt:
Die Siegesrede von Donald Trump in voller Länge:
Hillary Clinton hat mit einer emotionalen Rede ihre Niederlage eingestanden und Donald Trump ihre volle Unterstützung zugesagt.
Präsident Obama hofft auf einen Erfolg von President-Elect Trump.
Ex-Präsident George H.W. Bush hat Trump per Telefon persönlich zum Wahlsieg gratuliert. Ebenso meldete er sich auf Twitter zu Wort.
Barbara and I congratulate @realDonaldTrump, wish him well as he guides America forward as our next President. His family is in our prayers.
08:55 Uhr: Trump: „Wir werden jeden mit Respekt begegnen. Menschen wie Nationen. Wir wollen keine Konflikte!“
08:50 Trump spricht zu seinen Anhängern! „Sollten Respekt vor Hillary Clinton haben! Jetzt müssen wir alle zusammenarbeiten! Ich werde Präsident für alle Amerikaner sein, das ist das wichtigste!“
08:45: Pennsylvania bringt Trump endgültig über die magische Wahlmänneranzahl von 270.
08:42: Auch Arizona geht an Trump!
08:38: CLINTON GESTEHT NIEDERLAGE EIN! Mit einem Anruf hat Clinton ihren Konkurrenten Trump zum Wahlsieg gratuliert!
08:30 Uhr: Trump gewinnt Wisconsin. (Stand: Trump vs. Clinton 257:215)
08:05 Uhr: Clintons Wahlkampfmanager John Podesta spricht zu Hillarys Anhängern: „Geht nach Hause. Schlaft etwas!“ Hillary wird sich heute nicht mehr ihren Anhängern zeigen.
06:13 Uhr: Trump holt 81% bei evangelikalen Weißen!
06:08 Uhr: Iowa geht an Trump. (Stand: Trump vs. Clinton 238:209)
05:50 Uhr: Trump siegt in Georgia. (Stand: Trump vs. Clinton 232:209)
05:40 Uhr: Clinton gewinnt den Bundesstaat Washington. (Stand: Trump vs. Clinton 216:209)
05:35 Uhr: Florida geht an Trump.(Stand: Trump vs. Clinton 216:197)
05:24 Uhr: Michigan, Wisconsin und New Hampshire werden die Wahl entscheiden. Wer hätte gedacht, dass gerade diese Staaten eine so entscheidende Rolle spielen? Staaten, welche Demokraten als sicher glaubten.
05:16 Uhr: Trump holt weiteren Wahlmann in Nebraska,Clinton in Oregon. (Stand: Trump vs. Clinton 187:197)
05:08 Uhr: Trump gewinnt North Carolina. (Stand: Trump vs. Clinton 186:190)
05:00 Uhr: Clinton gewinnt Kalifornien und Hawaii.Trump siegt in Idaho. (Stand: Trump vs. Clinton 171:190)
04:49 Uhr: Clinton gewinnt in Colorado.(Stand: Trump vs. Clinton 167:131)
04:39 Uhr: Clinton siegt in Virginia. Heimatstaat ihres VP-Kandidaten Kaine. (Stand: Trump vs. Clinton 167:122)
04:26 Uhr: Trump gewinnt Ohio. Republikaner konnten noch nie die Präsidentschaft ohne Ohio erobern! (Stand: Trump vs. Clinton 167 vs. 109)
04:15 Uhr: Clinton gewinnt New Mexico,Trump holt Missouri. (Stand: Trump vs. Clinton 149 vs. 109)
04:00 Uhr: Trump siegt in Montana. (Stand: Trump vs. Clinton 139:104)
03:40 Uhr: Clinton gewinnt in Connecticut und Trump in Louisiana.(Stand: Trump vs. Clinton 136:104)
03:27 Uhr: Republikanischer Senator John McCain wiedergewählt!
03:12 Uhr: Trump gewinnt in Texas und Arkansas. (Stand: Trump vs. Clinton 128:97)
03:00 Uhr: Clinton siegt in New York.Trump gewinnt Kansas, Nebraska, North Dakota, South Dakota und Wyoming. (Stand: Trump vs. Clinton 84:97)
02:48 Uhr: Republikaner behalten Mehrheit im Repräsentantenhaus!
02:45 Uhr: In 15 Minuten schließen die Wahllokale in 14 Bundesstaaten.
02:30 Uhr: Trump gewinnt South Carolina und Alabama. (Stand: Trump vs. Clinton 66:68)
02:25 Uhr: Demokratin Duckworth gewinnt Senatssitz (Pickup), Republikaner Rubio wiedergewählt. Demokrat Blumenthal und van Hollen ebenso gewählt. Republikaner Lankford wiedergewählt.
02:15 Uhr: Nach 85% ausgezählter Stimmen (8 Millionen Wähler) zeichnet sich in Florida abermals ein sehr enges Rennen ab. Aktuell nahezu Gleichstand zwischen Trump und Clinton.
02:00 Uhr: Trump gewinnt in Oklahoma, Tennessee und Mississippi.
Clinton siegt in Illinois, New Jersey, Massachusetts, Maryland, Rhode Island, Delaware und District of Columbia. (Stand: Trump vs. Clinton 48:68)
01:50 Uhr: In zehn Minuten schließen in 16 Bundesstaaten die Wahllokale.
00:25 Uhr: Laura und George W. Bush haben wohl weder für Trump noch für Clinton gestimmt.
00:10 Uhr: Die Wahlparty von Hillary Clinton wird im Jacob K. Javits Convention Center in NYC, inklusive einer gläsernen Decke, stattfinden. Donald Trumps Party steigt im New York Hilton in Manhattan.
23:55 Uhr: #Blog1600Penn-Korrespondentin berichtet von einer nervösen Stimmung vor dem #Trump Hotel in Washington D.C und in der gesamten Hauptstadt.
23:40 Uhr: Laut einer repräsentativen CNN-Umfrage wünschen sich 38% der Wähler einen politischen Wandel. 61% sehen das Land auf einem falschen Weg.
23:25 Uhr: Robert Satiacum, potentieller demokratischer Wahlmann aus Washington, hat angekündigt nicht für Hillary Clinton zu stimmen. Die $ 1.000 Strafe würde er in Kauf nehmen.
22:00 Uhr: Im eigentlich demokratischen Staat Michigan zeichnet sich möglicherweise eine hohe Wahlbeteiligung von weißen Arbeitern ab. Gute Nachrichten für Trump. In Nevada und Florida scheinen Hispanics überproportional zu wählen – gut für Team Clinton.
Also getting reports of voter turnout flooding polling stations in FL and NV
Especially in Hispanic areas. Not good for Trump. #ElectionDay
#Blog1600Penn hat diverse Prominente und US-Experten zur Wahl des Jahres befragt. Die „Visitenkarten zur Wahl“ beinhalten folgende Informationen beziehungsweise Antworten auf diese Fragen: