KANDIDATUR VERKÜNDET: DR. Ben CARSON (R)

Sein Leben ist eine Erfolgsgeschichte, wie es das Drehbuch von Hollywood nicht hätte besser schreiben können. Wohl auch deswegen wurde seine Autobiographie, die mehrere Wochen auf der New York Times Bestsellerliste ganz oben stand, im Jahr 2009 sogar verfilmt: „Begnadete Hände – Die Ben Carson Story“.

Nun will eben jener Dr. Ben Carson seiner Lebensgeschichte ein weiteres Kapitel hinzufügen: Präsident der Vereinigten Staaten werden. Weltweite Bekanntheit erlangte der Neurochirurg durch seine erfolgreichen Trennungsoperationen siamesischer Zwillinge.

Dabei sah es zunächst alles andere als danach aus, dass Ben Carson einmal im positiven Sinne auf sich aufmerksam machen könnte. Denn als Kind im Ghetto von Detroit in den 1950er und 60er Jahren aufgewachsen, zudem in einem bildungsfernen Elternhaus, waren alles andere als perfekte Voraussetzungen für einen erfolgreichen Lebensweg.

Ich bin kein Politiker. (Dr. Ben Carson)

Doch mit Eigenstudium, Disziplin und Ehrgeiz arbeitete sich Carson zunächst bis zum jüngsten Chefarzt der USA am renommierten Johns Hopkins Hospital in Baltimore hoch. Seine Operationen an siamesischen Zwillingen brachten ihm im weiteren Verlauf, wie Anfangs erwähnt, den endgültigen Durchbruch, enorme Reputation und weltweite Bekanntheit ein.

Mehr als 60 Ehrendoktortitel und vielfache Auszeichnungen, beispielsweise die Presidential Medal of Freedom (höchste Auszeichnung in den USA), folgten.  Vor wenigen Jahren setzte sich Dr. Carson zur Ruhe. Doch die ist ihm nicht genug, er will mehr. Seine Ambition auf die republikanische Präsidentschaftskandidatur hat Carson nun in seiner Heimatstadt verkündet.

I’m not 100 percent sure ‚politics as usual‘ is going to save us. (Dr. Ben Carson)

Der Siebenten-Tage-Adventist lehnt gleichgeschlechtliche Eheschließungen strikt ab und betont die biblische Ehedefinition von Mann und Frau.  Des Weiteren plädiert Carson für die Beibehaltung des Gefangenenlagers Guantanamo, ist Gegner von Abtreibung und Obamas Gesundheitsreform und spricht sich für ein einfacheres und gerechteres Steuersystem aus.

Wenngleich viele politische Ziele von Carson noch wenig definiert sind, unterstreichen oben genannte Themenfelder seine stark konservative Einstellung. Insbesondere in evangelikalen Kreisen kann Dr. Carson hiermit Punkten, wenngleich die innerparteiliche Konkurrenz in diesem Spektrum hoch sein wird.

Obamacare is the worst thing that has happened in this nation since slavery. (Dr. Ben Carson)

Dass Carson ein Politneueinsteiger ist, bringt Vor- wie Nachteile mit sich. Einerseits setzt sich Ben Carson als Seiteneinsteiger von seinen Konkurrenten ab und kann glaubhaft gegen den Washingtoner Politbetrieb argumentieren. Andererseits muss er lernen, sich im politischen Feld zu bewegen – in der Vergangenheit sorgte Carson mit umstrittenen Aussagen mehrmals zu Empörungen in Politik und Medien. Das – republikanische – Establishment sieht den Präsidentschaftsbewerber Carson folglich als kritisch an.

Für die Präsidentschaftswahl 2016 benötigt Dr. Carson nicht nur begnadete Hände, sondern insbesondere gutes Durchhaltevermögen im heftig umkämpften republikanischen Bewerberfeld. Ob die Ben Carson Erfolgsgeschichte eine Fortsetzung haben wird? Ein weiteres Kapitel in Carsons Autobiographie mit dem Titel „Wie ich die USA heilte“ würde definitiv gut klingen.


Erster Wahlkampftrailer:

Trailer zum Film „Begnadete Hände – Die Ben Carson Story“:

Dr. Carson kritisiert – indirekt – Präsident Obama beim National Prayer Breakfast:


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Gerüchteküche: Wer plant die Bekanntgabe seiner Kandidatur?

Die ersten Politiker haben in den letzten Wochen ihre Bewerbung um die Präsidentschaftskandidatur ihrer jeweiligen Partei abgegeben. Doch wie sieht es mit den weiteren potentiellen Kandidaten aus? Unsere Übersicht gibt Aufschluss:

1179px-Republicanlogo.svg Republikaner

Dr. Ben Carson wird voraussichtlich seine Bewerbung am 04. Mai in Detroit verkünden und darf sich somit die Aufmerksamkeit mit der wohl einzigen Frau im republikanischen Feld teilen. Denn die ehemalige Chefin von Hewlett-Packard, Carly Fiorina wird ihre Kandidatur am gleichen Tag – jedoch lediglich im Internet – verkünden. Tags darauf erscheint ihr neues Buch „Rising to the Challenge: My Leadership Journey„.

Mike Huckabee hat zu einer Veranstaltung am 05. Mai in seinen Geburtsort nach Hope/ Arkansas geladen. Er dürfte an diesem Tag seinen Hut in den Ring werfen. Die erste Maiwoche wird somit ganz im Zeichen des Vorwahlkampfes stehen.

Ebenfalls im Mai will sich Senator Lindsey Graham entscheiden.

Chris Christie, moderater Gouverneur von New Jersey, lässt sich hingegen noch Zeit. Nachdem sein Stern durch dessen vorbildliche Bewältigung der Naturkatastrophe des Hurrikan Sandy im Jahr 2012 hell erleuchtete, scheint dieser nach einigen Skandälchen nicht mehr ganz so hell. Christie lotet derzeit eine Kandidatur aus, bereist diverse Staaten und lässt sich in Talkshows blicken. Eine Entscheidung wird zu Beginn des Sommers erwartet.

Jeb Bush, ehemaliger Gouverneur und hochgehandelter potentieller Kandidat, will sich ebenso erst im Sommer äußern wie Rick Perry. Mit einer Entscheidung bei Scott Walker, Gouverneur von Wisconsin, und Bobby Jindal, Gouverneur von Louisiana, wird nicht vor Juni gerechnet.

polls_dem_4600_506736_answer_1_xlarge  Demokraten

Die Kandidatur bei den Demokraten scheint zu Gunsten von Hillary Clinton entschieden, bevor der Vorwahlkampf richtig beginnt. Dachte man. Nun häufen sich die Skandale um die Finanzierung ihrer Stiftung. In wie weit diese der ehemaligen Außenministerin Schaden werden, bleibt abzuwarten.

Unerwartete Konkurrenz könnte Clinton durch eine Kandidatur des ehemaligen Gouverneurs von Rhode Island, Lincoln Chafee, bekommen. Dieser hatte als Senator einst gegen den Irak-Krieg gestimmt, gilt als Freund von Präsident Obama und lotet nun überraschenderweise eine Kandidatur aus.

Bernie Sanders will sich zu seinen Ambitionen am 30. April äußern. Bei Martin O’Malley wird mit einer Entscheidung im Mai gerechnet.

Noch 18 Monate bis zur Präsidentschaftswahl. Und die Spannung steigt schon jetzt.


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Welcher Kandidat versteckt sich im Osternest?

Während der amtierende Präsident den Osterhasen im Weißen Haus begrüßt, verstecken sich potentielle Bewerber auf die Nachfolge Obamas im Osternest. Welche Überraschungen die Ostereier- beziehungsweise Kandidatensuche mit sich bringt, erfahrt ihr nachfolgend.

Dass Rand Paul (R) kurz nach dem Osterfest seine Kandidatur am 07. April wohl bekanntgeben wird, ist kein Geheimnis mehr. Anders sieht es bei Marco Rubio (R), dem jungen Senator aus Florida, aus. Dieser wird möglicherweise seine Kandidatur eine Woche nach Paul, nämlich am 13. April, verkünden.

Dr. Ben Carson (R) wiederum plant eine Vorentscheidung bezüglich seiner Präsidentschaftsbewerbung Ende März/ Anfang April zu fällen. Bei Jeb Bush (R) ist ein offizieller Eintritt in das Rennen um das Weiße Haus nicht vor Sommer diesen Jahres zu erwarten. Eine Kandidatur Bushs gilt jedoch als sicher, hat er doch schon $ 100 Millionen in den ersten drei Monaten des Jahres 2015 an Spenden eingesammelt.

Dem Sender Fox News hat Carly Fiorina (R) verraten, dass ihre Chancen einer Kandidatur bei über 90 Prozent stehen. Mit der ehemaligen Chefin von Hewlett-Packard könnte das republikanische Bewerberfeld nicht nur an Quantität, sondern auch an Qualität und Diversität hinzugewinnen. Eine endgültige Entscheidung wird Ende April/ Anfang Mai erwartet.

Fiorina stimmte auch gleich eine viel beachtete Kritik an Hillary Rodham Clinton (D) und deren Umgang in der e-Mail-Affäre an:

There’s a competence issue now. Anyone in 2015 who says you can’t have two email accounts on a single device obviously doesn’t understand technology. (Carly Fiorina)

Nachdem Clinton nun die Hälfte aller e-Mails von ihrer Zeit im Außenministerium gelöscht hat, kommt der Anschein auf, dass Hillary etwas zu verbergen habe. Die Republikaner werden sich über diese Angriffsfläche freuen. Und HRC versuchen weitere Skandale zu vermeiden beziehungsweise zu verstecken. Doch zunächst ist die Ostereiersuche mit ihrer Enkeltochter an der Reihe.

Ein Skandal kommt selten allein

In der vergangenen Woche startete die viel umjubelte Polit-Serie „House of Cards“ ihre dritte Staffel. Hierbei handelt es sich um Skandale und Intrigen des Washingtoner Politikbetriebes. Sicherlich etwas überspitzt dargestellt, doch auch die Realität hat Stoff für einen Vorwahlkampf-Thriller.

Zunächst wurde in den vergangenen Tagen aufgedeckt, dass Hillary Rodham Clinton in ihrer Zeit als Außenministerin nicht, wie üblich, einen dienstlichen e-Mail Account benutzte, sondern einen Privaten. Clinton verstieß hiermit insbesondere gegen die Sicherheitsrichtlinien der Administration. Ein Vorgang, welcher einmal mehr die Schwächen der Favoritin auf die Präsidentschaftswahl 2016 aufzeigt: Sturheit und das Bewusstsein, sich gegen bestehende Regeln hinwegsetzen zu können.

Die Woche hätte für den möglichen republikanischen Kandidaten Dr. Ben Carson so gut verlaufen können. Erst kam er beim CPAC-Stimmungsbarometer auf einen guten vierten Platz der potentiellen Kandidaten. Dann ließ er verlauten, dass er die Möglichkeit einer Kandidatur vertieft ausloten will.

Doch die guten Nachrichten des Neurochirurgen wurden bald von seinem Statement, dass Homosexualität eine aktive Wahl sei, überschattet. Ein medialer Hurrikan machte sich über den Polit-Outsider breit. Doch nicht genug. Wenig später ruderte Dr. Carson zurück und stellte klar, dass er sich sehr wohl auch für Homosexuelle einsetze und diese keineswegs diskriminieren wollte.

I support human rights and Constitutional protections for gay people (…)
I am not a politician and I answered a question without really thinking about it thoroughly. No excuses.

Nachdem Dr. Carson mit erster Aussage liberale Amerikaner verschreckte, hat er nun auch einen schweren Stand im konservativen Umfeld. Für die republikanische Vorwahl hat er sich somit einen Bärendienst erwiesen.