#2020 is coming – Die demokratischen Favoriten

In den USA herrscht quasi ununterbrochen Wahlkampf. Präsident Trump wurde vor noch nicht einmal einem Jahr gewählt, doch ein Großteil der Kongressabgeordneten bereitet sich schon auf die Zwischenwahlen im Jahr 2018 vor.

Wer auf eine Präsidentschaftskandidatur 2020 schielt sollte bei diesen Wahlen gut abschneiden beziehungsweise sich für seine Kollegen gekonnt in Szene setzen. Zudem werden Spenden gesammelt – für 2018 wie 2020. Der Grundstein für die Präsidentschaftswahl wird schon jetzt gelegt.

#Blog1600Penn wirft in mehreren Teilen einen Blick auf potentielle Präsidentschaftskandidaten. Der Fokus des ersten Teils liegt auf den gegenwärtigen „Favoriten“ auf die demokratische Kandidatur.

Teil 1 – Die gegenwärtigen demokratischen Favoriten

Zwar ist bei der demokratischen Partei das Rennen zum jetzigen Zeitpunkt wenig überraschend völlig offen. Von jung bis alt, von politischen Neulingen bis zu erfahrenen Politikern ist jede Variante denkbar. Doch einen leichten Vorteil konnten sich schon einige Demokraten erarbeiten:

Joe Biden (*1942)

Schon 2016 hätte der ehemalige Vizepräsident gerne an den demokratischen Vorwahlen teilgenommen. Doch durch den Tod seines Sohnes sah sich Joe Biden hierzu nicht in der Lage. Mit einem politischen Ruhestand kann sich Biden noch nicht abfinden, sein Terminkalender ist randvoll. Spekulationen um eine Kandidatur wies der mittlerweile 74-Jährige zurück. Allerdings ist Biden beliebter denn je.

Senator Bernie Sanders (*1941)

Oftmals werden in den USA die Zweitplatzierten der vergangenen Vorwahlen beim nächsten Mal zum Präsidentschaftskandidaten gekürt. Demnach müsste 2020 Bernie Sanders die demokratische Partei in den Wahlkampf führen. Sein politisches Engagement mit Gründung eines Think Tanks und Reisen in wichtige Staaten bestärken dieses Vorhaben. Allerdings spricht Sanders Alter gegen eine erneute Kandidatur: Bei der Präsidentschaftswahl 2020 wäre Sanders 79 Jahre alt.

Senatorin Elizabeth Warren (*1949)

Würde Sanders nicht kandidieren, könnte der linke Flügel der Partei seine Hoffnungen in Senatorin Elizabeth Warren setzen. Die ehemalige Jura-Professorin sitzt seit 2012 für Massachusetts im U.S. Senat und sorgte durch ihre progressiven Vorschläge für Aufsehen. Ebenso gilt Warren als streitlustig und erbitterte Gegnerin von Präsident Trump („Er ist ein dünnhäutiger rassistischer Mobber“).

Gouverneur John Hickenlooper (*1952)

Nahezu unbemerkt von den oben genannten „großen Drei“ hat sich der Gouverneur von Colorado, John Hickenlooper, in eine aussichtsreiche Position für die demokratische Präsidentschaftskandidatur gebracht. Für viele demokratische Berater gilt Hickenlooper als Favorit sollte Biden nicht antreten, da er zudem wählbar für all diejenigen ist, denen Elizabeth Warren oder Kamala Harris zu linksliberal erscheinen. Weiterer Pluspunkt für Hickenlooper: Der 65-jährige ist zudem bei Republikanern beliebt – eine Seltenheit in der gegenwärtigen politischen Gemengelage.

Senatorin Kamala Harris (*1964)

Die ehemalige Attorney General von Kalifornien ist seit 2017 U.S. Senatorin. In ihrer kurzen Politikkarriere auf Bundesebene hat sich Harris schnell einen Ruf für höheres berufen zu sein erworben. Harris steht deutlich gegen die Einwanderungspolitik von Präsident Trump, was nicht zuletzt an den jamaikanischen und indischen Wurzeln der Senatorin liegen dürfte.


Das #Blog1600Penn-Spezial
Teil 1 – Die demokratischen Favoriten
Teil 2 – Demokraten in Lauerstellung

Bildquelle: http://bit.ly/2yH3Y6u

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Wer wird Clintons Vize?

Vom 25. bis 28. Juli findet der demokratische Nominierungsparteitag in Philadelphia, Pennsylvania, statt. Nach einem spannenden Vorwahlkampf wird Hillary Clinton zur ersten weiblichen Präsidentschaftskandidatin einer der beiden großen Parteien gekürt werden.

Doch wer darf neben Clinton in den Hauptwahlkampf ziehen? Auch bei den Demokraten ist die Auswahl an potentiellen Vizepräsidentschaftskandidaten groß. #Blog1600Penn lässt einmal mehr die Gerüchteküche brodeln!

Tim Kaine

Als Favorit wird der 58-jährige Senator aus Virginia, Tim Kaine, gehandelt. Neben seiner legislativen Erfahrung weiß Kaine als ehemaliger Gouverneur zudem, wie eine Regierung geführt werden muss. Ein wichtiger Auswahlaspekt für Clinton, da Kaine im Notfall die Amtsgeschäfte sofort übernehmen könnte.

Für den einstigen katholischen Missionar sprechen des Weiteren seine fließenden Spanischkenntnisse. Bei der Mobilisierung der hispanischen Minderheit hätte Clinton mit Kaine somit einen wichtigen Helfer an ihrer Seite.

Diese Qualitäten fielen 2008 schon Obama auf, als der zukünftige Präsident Kaine in die engere Auswahl genommen hatte. Neben oben genannten Aspekten ist es sicherlich auch von Vorteil, dass Kaine einem Swing State angehört.

Zuletzt wurde jedoch enthüllt, dass Kaine zwischen 2001 und 2009 Dienstgeschenke im Gesamtwert von $ 190.000 annahm. Ein zwar legales Vorgehen, doch moralisch anfechtbar. Mit einem Ticket Clinton/Kaine könnte ein Bild einer korrupten Elite gezeichnet werden. Ob sich unter anderem die Anhänger von Bernie Sanders für Kaine begeistern könnten?

Elizabeth Warren

800px-Elizabeth_Warren--Official_113th_Congressional_Portrait--Mehr Begeisterung von der linken Parteibasis herrscht für Elizabeth Warren. Die 67-jährige Senatorin aus Massachusetts weiß mit ihrer Themensetzung bei Sanders-Anhänger zu punkten. Ebenso könnte Warren Energie und Dynamik in Clintons Wahlkampf bringen. Bei einer gemeinsamen Wahlkampfveranstaltung in Cincinnati konnte Warren dies schon unter Beweis stellen.

Fraglich ist hingegen, ob Clinton und Warren gut zusammenarbeiten könnten. Warren würde den demokratischen Wahlkampf weiter nach links verschieben, wogegen sich Clinton sträubt. Des Weiteren spricht gegen Warren, dass sie in Bezug auf Alter, Geschlecht und Geographie keine Differenzierung zu Clinton darstellen würde.

Julian Castro

Julián_Castro's_Official_HUD_PortraitSehr wohl eine Differenzierung würde die Wahl von Julian Castro als VP-Kandidat bedeuten. Da Castro mit 41 Jahren noch sehr jung ist und der hispanischen Minderheit angehört könnte der Wohnungsbau- und Stadtentwicklungsminister jüngere Wähler und Hispanics für Clinton begeistern.

Castro gilt als charismatischer Redner,  der beim demokratischen Nominierungsparteitag 2012 die Grundsatzrede halten durfte. Aber ob Clinton mit Castro auch schon ihren potentiellen Nachfolger im Weißen Haus aufbauen will?

Cory Booker

800px-Cory_Booker_SenateDiese Frage stellt sich auch für den ehemaligen Bürgermeister von Newark, Cory Booker. Der 47-jährige heutige Senator aus New Jersey gilt in der demokratischen Partei als Shootingstar. Als Afroamerikaner könnte auch Booker einen bedeutenden Teil zur Mobilisierung der Obama-Koalition der Minderheiten für Clinton beitragen.

Zudem hat Booker schon unter Beweis gestellt, dass er im stark polarisierten Washingtoner Politbetrieb überparteilich agieren kann. Gemeinsam mit dem republikanischen Senator Rand Paul hat Booker beispielsweise schon einen Reformvorschlag für das Justizwesen erarbeitet.

Weitere Kandidaten

Die Kampagne von Clinton hat durchsickern lassen, dass sie sich womöglich erst nach Bekanntgabe des republikanischen Vizepräsidentschaftskandidaten endgültig für eine Person entscheidet. Wichtigste Auswahlkriterien sind Risikominimierung und die Fähigkeit die Amtsgeschäfte schnellstmöglich übernehmen zu können.

In den USA werden neben oben genannten Kandidaten des Weiteren Xavier Beccerea (Abgeordneter aus Kalifornien), Ken Salazar (ehemaliger Innenminister, Colorado), Al Franken (Senator, Minnesota), Amy Klobuchar (Senatorin, Minnesota), Deval Patrick (ehemaliger Gouverneur von Massachusetts), Mark Warner (Senator, Virginia) und John Hickenlooper (Gouverneur von Colorado) diskutiert. Sherrod Brown (Senator, Ohio), Tom Perez (Arbeitsminister, New York) und Tom Vilsack (Landwirtschaftsminister, Pennsylvania) gelten als Geheimfavoriten.


Bildquelle: http://a.abcnews.com/images/Politics/AP_hillary_clinton_jt_151030_12x5_1600.jpg

Die Vorwahlen – 17. Mai: Der demokratische Untote

Untote versetzen die Menschheit in Angst und Schrecken. Sonntag für Sonntag begeistern sich für das apokalyptische Spektakel im Fernsehen Millionen US-Amerikaner. Die Rede ist natürlich von der TV-Show „The Walking Dead“.

Untote flimmern jedoch nicht nur durch die Fernsehwelt, sondern tauchen auch im demokratischen Vorwahlkampf auf. So hat seit Wochen Bernie Sanders keine realistischen Chancen mehr auf die Nominierung, müsste er doch zwei Drittel der noch zu wählenden Delegierten für sich gewinnen. Sanders bleibt dennoch im Rennen (was auch sein gutes Recht ist).

Doch Dienstag für Dienstag holt Sanders ebenso einen Vorwahlsieg nach dem anderen. Elf der letzten 19 Vorwahlen konnte der Senator für sich entscheiden. Jedoch konnte der 74-jährige zu wenige Delegiertenstimmen aufholen, um Hillary Clinton auch wirklich noch einmal gefährlich zu werden.

Sanders‘ Vorwahlsiege erschweren Clintons Vorwahlkampf und legen ihre Schwächen offen. Wie beschrieben ist Clinton zwar seit Wochen die designierte Präsidentschaftskandidatin der Demokraten, doch den Sack endgültig zumachen kann sie auch nicht.

Mittlerweile hat Hillary 96 Prozent der nötigen Delegiertenstimmen (inklusive Superdelegierte) für eine Mehrheit zusammen. Doch Sanders denkt nicht ans Aufgeben, geschweige denn seine Tonart gegenüber seiner Konkurrentin zu mäßigen. Letzteres erweist sich zum Problem für Demokraten.

Die Nominierung wird mir vom korrupten, demokratischen Establishment gestohlen!
(Bernie Sanders)

Wenig verwunderlich hat sich die Auseinandersetzung zwischen Team Sanders und dem Establishment in den vergangen Tagen dramatisch zugespitzt. Bei einer Parteiversammlung der Demokraten in Nevada kam es zu Ausschreitungen von Seiten der Anhänger von Sanders (siehe untenstehendes Video). Stühle flogen, öffentliche Reden der Parteiführung wurden gestört, die Vorsitzende der Nevada Demokraten bekam sogar Drohanrufe.

Sanders lehnt zwar jegliche Gewalt ab. Zur Beruhigung der Lage trug er jedoch auch nicht bei. Als Reaktion auf die Ereignisse in Nevada ließ er verlauten: „Die demokratische Führung muss verstehen, dass sich die politische Welt verändert und das Millionen von Amerikaner empört sind.“

Die demokratische Parteivorsitzende, Debbie Wassermann Schultz, reagierte umgehend: „Sanders schüttet noch mehr Öl ins Feuer!“ Der demokratische Vorwahlkampf ist entschieden, die Partei jedoch gespalten.

Clintons dringlichste Aufgabe ist es den Sanders-Flügel hinter sich zu bringen, um im November erfolgreich zu sein. Vielleicht kann eine smarte Wahl ihres Vizepräsidentschaftskandidaten Abhilfe leisten. Elizabeth Warren könnte beispielsweise solche eine Kandidatin sein. Oder ein Untoter namens Bernie Sanders aus Vermont.



BS HRC

Trump