Nur 32 Tage nach Ablegung seines Amtseides starb US-Präsident William Henry Harrison im Jahr 1841 an einer Lungenentzündung. Vorausgegangen war eine Erkältung, die er sich während seiner knapp zweistündigen Rede zur Amtseinführung zuzog. Trotz eines kalten Wetters verzichtete Harrison nämlich auf warme Kleidung. 184 Jahre später verzichte Donald Trumpweder auf warme Kleidung, noch hielt er seine Antrittsrede im eiskalten Winter Washingtons.
Der kälteste Inauguration Day seit 1985 veranlasste die Organisatoren nämlich, dass Trump seinen Amtseid in der Rotunda des U.S. Kapitols ablegte. Eine Begebenheit, die erst zum dritten Mal in der Geschichte der Vereinigten Staaten in der legislativen Herzkammer des US-Demokratie stattfand: Zuvor leisteten Ronald Reagan 1985 und James Monroe 1821 ihren jeweiligen Amtseid im U.S. Kapitol ab.
Steckbrief des 47. US-Präsidenten
Vollständiger Name
Donald John Trump
Geburtsdatum und Ort
14.06.1946 in New York City, NY
Ausbildung
Wirtschaftswissenschaften (Wharton School)
Karriere
Präsident (2017 – 2021 sowie seit 2025), Fernsehstar, Immobilienmogul
Gottesdienst in der St. John’s Episcopal Church mit Trump und Vance
09:40h
Tee-Empfang im Weißen Haus für Trump durch Präsident Biden
10:30h
Autokolonne mit Präsident Biden und Trump in Richtung U.S. Kapitol
12:00h
Vereidigung von Trump und Vance als 47. US-Präsident und 50. US-Vizepräsident; Antrittsrede von Präsident Trump; Biden verlässt Washington D.C.; Feierliche Unterzeichnung der Nominierten für die neue Administration durch Präsident Trump
15:30h
Präsident Trump zeigt sich seinen Anhängern in der Capitol One Arena; Unterzeichnung von Dekreten
Abends
Präsident Trump nimmt an drei Bällen (Commander in Chief Ball, Liberty Inaugural Ball und den Starlight Ball) zu Ehren seiner Amtseinführung teil
Die Antrittsrede
Präsident Trump kündigte in einer nationalistischen Rede an die USA in ein „goldenes Zeitalter“ führen zu wollen. Migration soll begrenzt, US-amerikanische Wirtschaft entfesselt und progressive gesellschaftspolitische Anschauungen bekämpft werden.
Prominente Gäste
Vor vier Jahren brach Trump mit der Tradition an der Amtseinführung seines Nachfolgers teilzunehmen. Joe Biden hingegen stand über dem Wahlausgang der Präsidentschaftswahl 2024 und wohnte den Feierlichkeiten zur Inauguration des 47. Präsidenten ebenso bei wie Barack Obama, George W. Bush und Bill Clinton. Der 43. Präsident wurde von seiner Ehefrau Laura Bush begleitet, der 42. Präsident von seiner besseren Hälfte Hillary Rodham Clinton.
Bei Trumps zweiter Amtseinführung waren des Weiteren zahlreiche Technologieunternehmer zugegen. Neben Administrationsmitglied Elon Musk (Space X, Tesla, X) wohnten unter anderem auch Jeff Bezos (Amazon), Mark Zuckerberg (Meta), Sundar Pichai (Google) und Shou Zi Chew (TikTok USA) dem Machtwechsel bei.
Die ersten politischen Entscheidungen
In den USA hat es Tradition, dass ein neu ins Amt kommender Präsident zahlreiche executive order (Dekrete, Durchführungsverordnungen) erlässt. Diese Verordnungen können, sofern im Verlauf der Amtszeit nicht gesetzlich verankert, vom Nachfolger in 1600 Pennsylvania Avenue mit einem weiteren Dekret (oder durch ein Gesetz) wieder rückgängig gemacht werden.
Eine Auswahl, der von Präsident Trump veranlassten Verordnungen:
Ausrufung eines nationalen Notstands an den Grenzen zu den USA
Wiedereinführung der Remain in Mexico Regelung für Migranten, die in den USA Asyl beantragen wollen
Entsendung des Militärs an die US-Südgrenze
Ausbau der Grenzbefestigung zu Mexiko
Kennzeichnung von Drogenkartellen als ausländische Terrororganisationen
Rückzug aus dem Pariser Klimaschutzabkommen
Ausrufung eines nationalen Energienotstands, um die Förderung von Erdöl und Gas zu stärken
Beendigung der Diversity Equity and Inclusion (DEI) Programme in allen Bundesbehörden
Anweisung an Bundesbehörden zur Anerkennung von nur noch zwei Geschlechtern
Umbenennung des Golfs von Mexiko in Golf von Amerika sowie des Denali in Alaska in Mount McKinley
Austritt aus der Weltgesundheitsorganisation (WHO)
Des Weiteren begnadigte Präsident Trump mehr als 1.500 Beteiligte des Sturms auf das U.S. Kapitol vom 06.01.2021.
Renovierungsarbeiten im Weißen Haus
Mit dem Auszug eines alten und dem Einzug eines neuen Präsidenten wird auch das Weiße Haus umgestaltet. Innerhalb von nur sechs Stunden wird die 1600 Pennsylvania Avenue für die Bedürfnisse des neuen First Couple zurechtgemacht. Das untenstehende Video gibt einen Einblick in diese Arbeiten.
Bildquellen: Creative-Commons-Lizenzen (via Google); Canva.com; The White House; eigene Grafiken. Zur besseren Lesbarkeit von Personenbezeichnungen und personenbezogenen Wörtern wird in der Regel die männliche Form genutzt. Diese Begriffe gelten für alle Geschlechter.
„1600 Pennsylvania“ informiert über die aktuellsten repräsentativen Umfragen rund um US-amerikanische Politik (Pfeil nach oben/unten: Wert ist zum Vormonat gestiegen/hat abgenommen). Quellen, falls nicht anders angegeben, sind die auf Real Clear Politics veröffentlichten Durchschnittswerte der wichtigsten Umfrageinstitute.
Repräsentative Umfragen aus D.C.
Weitere repräsentative Umfragen
Nicht-repräsentative Umfrage auf X
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Ein langer Wahlkampf geht mit den Präsidentschafts- und Kongresswahlen am 05.11.2024 zu Ende. Senden US-Amerikaner mit Vizepräsidentin Kamala Harris erstmals eine Frau in das Weiße Haus? Oder schafft mit Donald Trump erst zum zweiten Mal ein ehemaliger Präsident die Rückkehr in die 1600 Pennsylvania Avenue? Von hoher Bedeutung für den Nachfolger von Präsident Joe Biden werden zudem die Mehrheitsverhältnisse im U.S. Kongress sein. Dieser stetig aktualisierende Beitrag informiert mit einer Wahlmännerkarte, einer Auflistung der Schließung der Wahllokale samt Gewinnern und weiteren Hintergründen gewohnt unaufgeregt, tiefgehend über die Wahlen in den USA.
Auf der stetig aktualisierenden Wahlmännerkarte werden von der Demokratin Harris gewonnene Bundesstaaten blau, die des Republikaners Trump gewonnenen Staaten rot eingefärbt. Der Kandidat, der mindestens 270 Wahlmänner erreicht, zieht am 20.01.2025 in das Weiße Haus ein.
Die Wahl eines Präsidenten kurz erklärt
Der Präsident wird (in der Theorie) indirekt vom Volk gewählt, da die Amerikaner über ein sogenanntes Wahlmännergremium entscheiden, welches sodann den Präsidenten wählt. Hierbei entfallen alle Wahlmänner in einem Bundesstaat auf den Kandidaten, der die relative (oder absolute) Mehrheit erzielen konnte. Ausnahme zum winner-takes-it-all Prinzip gibt es in Maine und Nebraska.
Das Wahlmännergremium wählt den Präsidenten und besteht aus 538 Personen. Die Anzahl setzt sich aus den Mitgliedern des Kongresses (535) und drei Wahlmännern für den District of Columbia zusammen. Je nach Bevölkerungsgröße hat ein Bundesstaat mehr oder weniger Wahlmänner (siehe Anzahl in der oben stehenden Wahlmännerkarte). Um zum Präsidenten gewählt zu werden, sind mindestens 270 Wahlmänner notwendig.
Schließung der Wahllokale
Die nachfolgende Übersicht stellt die Schließung der letzten Wahllokale in den jeweiligen Bundesstaaten sowie im District of Columbia dar. Fett gedruckt sind die Staaten, welche als Swing States und somit als wahlentscheidend gelten. Die Sieger der jeweiligen Bundesstaaten werden ständig aktualisiert.
Der U.S. Senat besteht aus 100 Mitgliedern. Ein Drittel dieser Kongresskammer wird alle zwei Jahre neu gewählt. Gegenwärtig stellen Demokraten 47 U.S. Senatoren. Die vier Unabhängigen stimmen in der Regel mit der Demokratischen Partei. 49 Abgeordnete gehören der Republikanischen Partei an. In diesem Wahljahr haben Demokraten 23 Sitze zu verteidigen, Republikaner elf Sitze.
Bei den Senatswahlen 2024 konnten Republikaner vier Sitze hinzugewinnen, so dass die Grand Old Party nun 53 Sitze inne hat. Demokraten kommen auf 47 U.S. Senatoren (inklusive zweier Unabhängiger). Die neue Sitzverteilung:
Ein ✓ hinter einem Kandidaten bedeutet, dass dieser Politiker die Wahl gewonnen hat. Wird die gesamte Zeile Fett markiert, hat eine Partei einen Sitz in einem Bundesstaat hinzugewonnen.
Bundesstaat
Sitz wird verteidigt von
Kandidat Demokraten
Kandidat Republikaner
Arizona
Demokraten (I)
Ruben Gallego ✓
Kari Lake
Connecticut
Demokraten
Senator Chris Murphy ✓
Matthew Corey
Delaware
Demokraten
Lisa Blunt Rochester ✓
Eric Hansen
Florida
Republikaner
Debbie Mucarsel-Powell
Senator Rick Scott ✓
Hawaii
Demokraten
Senatorin Mazie Hirono ✓
Bob McDermott
Indiana
Republikaner
Valerie McCray
Jim Banks ✓
Kalifornien
Demokraten
Adam Schiff ✓
Steve Garvey
Maine
Demokraten (I)
Senator Angus King (I) ✓
David Costello
Maryland
Demokraten
Angela Alsobrooks ✓
Larry Hogan
Massachusetts
Demokraten
Sen Elizabeth Warren ✓
John Deaton
Michigan
Demokraten
Elissa Slotkin ✓
Mike Rogers
Minnesota
Demokraten
Senatorin Amy Klobuchar ✓
Royce White
Mississippi
Republikaner
Ty Pinkins
Senator Roger Wicker ✓
Missouri
Republikaner
Lucas Kunce
Senator Josh Hawley ✓
Montana
Demokraten
Senator Jon Tester
Tim Sheehy ✓
Nebraska
Republikaner
Dan Osborn (I)
Senatorin Deb Fischer ✓
Nebraska (spezial)
Republikaner
Preston Love Jr.
Pete Ricketts ✓
Nevada
Demokraten
Senatorin Jacky Rosen ✓
Sam Brown
New Jersey
Demokraten
Andy Kim ✓
Curtis Bashaw
New Mexico
Demokraten
Senator Martin Heinrich ✓
Nella Domenici
New York
Demokraten
Sen Kirsten Gillibrand ✓
Mike Sapraicone
North Dakota
Republikaner
Katrina Christiansen
Senator Kevin Cramer ✓
Ohio
Demokraten
Senator Sherrod Brown
Bernie Moreno ✓
Pennsylvania
Demokraten
Senator Bob Casey Jr.
David McCormick ✓
Rhode Island
Demokraten
Sen Sheld. Whitehouse ✓
Patricia Morgan
Tennessee
Republikaner
Gloria Johnson
Sen M. Blackburn ✓
Texas
Republikaner
Collin Alred
Senator Ted Cruz ✓
Utah
Republikaner
Caroline Gleich
John Curtis ✓
Vermont
Demokraten (I)
Sen Bernie Sanders (I) ✓
Gerald Malloy
Virginia
Demokraten
Senator Tim Kaine ✓
Hung Cao
Washington
Demokraten
Senatorin Maria Cantwell ✓
Raul Garcia
West Virginia
Demokraten (I)
Glenn Elliott
Jim Justice ✓
Wisconsin
Demokraten
Sen Tammy Baldwin ✓
Eric Hovde
Wyoming
Republikaner
Scott Morrow
Senator John Barrasso ✓
Wahlen zum U.S. Repräsentantenhaus
Das U.S. Repräsentantenhaus wird alle zwei Jahre komplett neu gewählt. Gegenwärtig haben Republikaner mit 217 zu 213 Sitzen eine hauchdünne Mehrheit inne. Nach Auszählung der 435 Wahlbezirke steht fest, dass in der am 03.01.2025 beginnenden neuen Legislaturperiode Republikaner 220 und Demokraten 215 Abgeordnete stellen werden.
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Der US-Präsidentschaftswahlkampf neigt sich seinem Ende entgegen. Vizepräsidentin Kamala Harris und Donald Trump haben vor diesem Hintergrund im Oktober nochmals versucht ihre Basis zum Wählen zu motivieren und noch unentschiedene Wähler von ihrer Kampagne versucht zu überzeugen. Im neuesten #uswahl2024 Update werden dahingehend die wichtigsten Meldungen auf dem Weg zur US-Präsidentschaftswahl am 05.11.2024 aus dem vergangenen Monat unaufgeregt zusammengefasst.
Umfragen
Kandidat
Landesweite Umfrage (Stimmungsindikator)
Wahlmännerprognose* (270 für Wahlsieg nötig)
Donald Trump (R)
47,5%
312
Vizepräsidentin Kamala Harris (D)
47,4%
225
Jill Stein (G)
0,9%
0
Chase Oliver (L)
0,7%
0
Der Stand der US-Präsidentschaftswahl 2024 zum Zeitpunkt der Veröffentlichung des #uswahl2024 Update 10/2024 nach den auf Real Clear Politics veröffentlichten repräsentativen Umfragewerten/ Prognosen für die Wahlmännerverteilung.
Die Bundesstaaten Arizona, Georgia, Michigan, Nevada, North Carolina, Pennsylvania und Wisconsin gelten als Swing States, sprich als umkämpfte Staaten. Bei der Interpretation von Wahlmännerprognosen ist Vorsicht geboten, da die meisten repräsentativen Umfragen in den Swing States im Bereich der Fehlertoleranz liegen. Dementsprechend können verschiedene Institute unterschiedliche Wahlmännerprognosen abgeben. Bedeutet: Wahlausgang ist offen, es kommt auf wirklich jede Stimme in letztendlich sieben Staaten an.
Allgemeines
TV-Debatte der VP-Kandidaten
Am 01.10.2024 trafen sich die Vizepräsidentschaftskandidaten in New York City zu ihrem einzigen TV-Duell. Die Fernsehdebatte auf CBS zwischen Gouverneur Tim Walz und U.S. Senator J.D. Vance war, im Gegensatz zu den vorherigen beiden Duelle der Präsidentschaftskandidaten, geprägt von einem zivilen Austausch politischer Meinungen. Laut repräsentativen Umfragen unter den Zuschauern gab es einen Patt zwischen Gouverneur Walz und Senator Vance.
Pläne von VP Harris und Trump gleichbedeutend mit Anstieg der Schulden
The Committee for a Responsible Federal Budget hat die wirtschaftspolitischen Pläne der Präsidentschaftskandidaten analysiert. Die unabhängige Organisation kommt hierbei zu dem Ergebnis, dass die geplante Wirtschaftspolitik von VP Harris innerhalb von zehn Jahren zusätzliche $ 3,5 Milliarden Schulden generieren würde. Trumps Vorschläge würden sogar zu $ 7,5 Milliarden zusätzlichen Schulden führen.
Kamala Harris – Die Vizepräsidentin
Russland erfand Anschuldigungen des Kindesmissbrauchs gegen Walz
Russland versucht auch diese Präsidentschaftswahl zu beeinflussen. Wie bekannt wurde, erstellte eine russische Propagandaeinheit Deep-Fake-Videos, um den demokratischen Vizepräsidentschaftskandidaten Walz des Kindesmissbrauchs zu unterstellen. Die US-Geheimdienste warnen vor weiteren solchen von Russland verbreiteten Falschnachrichten.
VP Harris mit Rekordspendeneinnahmen
VP Harris hat im vergangenen Monat die Schwelle von $ 1 Milliarde an Gesamtspenden überschritten. Damit hat die Demokratin deutlich mehr monetäre Mittel für ihren Wahlkampf zur Verfügung als Trump.
VP Harris mit Schlagabtausch auf Fox News
VP Harris hat sich am 16.10.2024 den kritischen Fragen von Bret Baier auf Fox News gestellt. Das 25-minütige Interview mutierte zu einem Schlagabtausch zwischen Baier und VP Harris, indem unter anderem die Migrationskrise sowie die mentale Gesundheit von Präsident Biden thematisiert wurden.
VP Harris mit Medienoffensive
Nachdem sich VP Harris in den ersten Monaten ihrer Kampagne weitestgehend vor Interviews drückte, startete sie im Oktober eine Medienoffensive. Neben dem oben angeführten Gespräch auf Fox News war VP Harris unter anderem zu Gast beim renommierten Format „60 Minutes“ sowie bei zahlreichen Gesprächen mit ihr freundlich gesinnten Medien wie „Call Her Daddy“ oder „The Late Show with Stephen Colbert“.
Obama mit Wahlkampfauftritten für VP Harris
Der ehemalige Präsident Barack Obama hat in den letzten vier Wahlkampfwochen mehrere Veranstaltungen für VP Harris abgehalten. Die beiden Demokraten kennen sich seit Obamas Senatswahlkampf 2004, Harris gehörte 2008 zu den frühesten Unterstützern der Präsidentschaftswahlkampagne des Mannes aus Chicago. Bei einer Veranstaltung unterstellte Obama Afroamerikanern, die skeptisch ob der Kandidatur von VP Harris gegenüberstehen, Sexismus. In Atlanta, Georgia, hielten VP Harris und Obama eine gemeinsame Veranstaltung ab, wenige Tage später folgte ein Event mit Michelle Obama in Michigan.
Walz will Wahlmännersystem abschaffen
Der demokratische Vizepräsidentschaftskandidat Walz hat für eine Abschaffung des Wahlmännergremiums plädiert. Der Präsident, so Walz, solle direkt vom Volk gewählt werden. Für den Vorschlag des Demokraten wird es jedoch auf absehbare Zeit keine Mehrheit geben. Das Wahlmännergremium wurde unter anderem eingeführt, damit die Wählerstimmen aus allen Bundesstaaten von Relevanz sind.
Donald Trump – Der Herausforderer
Wahlkampfveranstaltung im Madison Square Garden
Der Madison Square Garden zu New York City ist die berühmteste Arena der Welt. Als Kind des Big Apple hielt Trump vor 20.000 Anhängern im Herzen Manhattans am 27.10.2024 eine Wahlkampfveranstaltung ab. Unterstützt wurde Trump hierbei von Ehefrau Melania sowie von zahlreichen Prominenten wie Elon Musk. Die Veranstaltung kostete der Kampagne mehr als $ 1 Million.
Trump zu Gast beim Podcast von Joe Rogan
Trump gab Joe Rogan, einem der weltweit meistgehörten Podcasts, ein ausführliches Interview. In dem dreistündigen Gespräch gab Trump bekannt, dass dies seine letzte Wahl sein würde. Des Weiteren plädierte der republikanische Präsidentschaftskandidat für eine Ausweispflicht für alle Wähler – in den USA ist dies bislang, im Gegensatz zu Deutschland, nicht der Fall. Über eine Vielzahl weiterer Themen, wie beispielsweise über den russischen Angriffskrieg, wurde ebenso diskutiert. Trump verbreitete, wie gewohnt, zahlreiche seiner Verschwörungstheorien ob des Ausgangs der Präsidentschaftswahl 2020.
Ehemaliger Stabschef: Trump schwärmte von Hitler
Laut John F. Kelly, ehemaliger Stabschef des Weißen Hauses, soll sich Trump positiv über Adolf Hitler geäußert haben: „Wissen Sie, Hitler hat auch einige gute Dinge getan“. Des Weiteren hätte sich Trump so loyale Generäle wie „Hitlers Generäle“ gewünscht, so der frühere Marine-General Kelly weiter. Trumps Kampagne bestritt die Vorwürfe.
Trump soll nach seiner Amtszeit mit Putin telefoniert haben
Im Oktober erschien mit „War“ („Krieg“) das neueste Buch von Bob Woodward. Darin beschreibt der in Washington D.C. sehr gut vernetzte Enthüllungsjournalist, dass Trump nach seiner Amtszeit „wahrscheinlich sieben Mal“ mit dem russischen Diktator Vladimir Putin telefoniert haben soll. Ebenso soll in einem privaten Gespräch Präsident Biden Obama auf Grund dessen Russlandpolitik im Jahr 2014 eine Mitschuld an der acht Jahre später von statten gegangenen vollumfänglichen russischen Invasion der Ukraine gegeben haben.
Vance fordert Gebietsabtretungen der Ukraine
Laut dem republikanischen Vizepräsidentschaftskandidaten Vance trägt Russland zwar die Schuld für den Krieg in der Ukraine. Doch nach seiner Auffassung könne weder die Ukraine noch Russland die militärische Auseinandersetzung gewinnen, so dass er sich für einen Waffenstillstand einsetze. Dieser könne Gebietsabtretungen der Ukraine beinhalten, so Vance.
Trump wirbt im McDonald’s um Stimmen
In einem McDonald’s in Pennsylvania lernte Trump im Schnelldurchlauf, wie man Pommes Frites zubereitet. Anschließend gab Trump im Drive In bestellte Essen aus und stellte dabei seine Verkäuferqualitäten unter Beweis. Der Wahlkampfauftritt ging viral.
Musk wirbt für Trump
Trump kehrte am 05.10.2024 an den Ort zurück, an dem er fast sein Leben verlor: Butler, Pennsylvania. Bei der Wahlkampfveranstaltung war auch Milliardär Musk zugegen, der sich als Unterstützer der MAGA-Bewegung zeigte. Laut Musk müsse Trump gewählt werden, um die Verfassung zu schützen und die Demokratie in den USA zu bewahren. Im vergangenen Quartal ließ Musk einem Trump unterstützenden Super Pac $ 75 Millionen zukommen, so dass er bislang $ 132 Millionen an den Republikaner spendete.
Des Weiteren verlost Musk in den letzten zwei Wochen vor der Wahl täglich $ 1 Million an Personen, die sich für eine Petition „zur Stärkung der Verfassung“ registrieren. Die Legalität der Kampagne wird in Frage gestellt, eine Warnung vom US-Justizministerium soll es diesbezüglich auch schon gegeben haben.
Trump beim Al Smith Dinner
Das alljährliche Al Smith Dinner ist eine Wohltätigkeitsveranstaltung der katholischen Kirche. Traditionell nehmen daran die Präsidentschaftskandidaten teil und halten amüsante Reden. Im Gegensatz zu VP Harris, welche die Veranstaltung als erste Präsidentschaftskandidatin seit Walter Mondale fern blieb, versuchte sich auch Trump an solch einer Ansprache.
Sonderermittler passt Anklage gegen Trump an
Jack Smith hat die Anklage bei seinen Ermittlungen rund um den Sturm auf das Kapitol angepasst. Auf 165 Seiten hat der Sonderermittler die Straftaten zusammengefasst, die Trump vor diesem Hintergrund begangen haben soll. Laut Smith handelte es sich hierbei um einen privaten Plan, um an der Macht zu bleiben. Der Präsident genieße demnach keine Immunität. Trump ließ derweil verlautbaren, dass er bei einer erfolgreichen Wahl Smith sofort feuern würde.
Sonstiges
Gastbeitrag: Demografischer Wandel in den USA
In einem Gastbeitrag für das Online-Magazin „Corrigenda“ hat sich der Inhaber dieser Seite mit dem demografischen Wandel in den Vereinigten Staaten von Amerika auseinandergesetzt (Klick hier).
Termine
Datum
Ereignis
05.11.2024
Präsidentschaftswahl
Bildquellen: Creative-Commons-Lizenzen (via Google); Canva.com; eigene Grafiken. Zur besseren Lesbarkeit von Personenbezeichnungen und personenbezogenen Wörtern wird in der Regel die männliche Form genutzt. Diese Begriffe gelten für alle Geschlechter.
Die Rubrik „Wahlkampfthemen 2024“ behandelt bis zur Präsidentschaftswahl im November monatlich (Ausnahme Juli auf Grund der Beendigung der Wiederwahlkampagne von Präsident Joe Biden) einen für den Wahlausgang mitentscheidenden Politikbereich. Dabei wird die Ausgangslage der jeweiligen Thematik erläutert sowie die Positionen der Kandidaten beider großer Parteien in Kurzform dargestellt. Im Monat August wird folgendes Wahlkampfthema vorgestellt:
Der russische Angriffskrieg auf die Ukraine
Die Ausgangslage
Am 24.02.2022 begann die Russische Föderation ihre vollumfängliche Invasion der Ukraine. Im größten Angriffskrieg seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs begehen russische Soldaten fortlaufend Kriegsverbrechen an der ukrainischen Bevölkerung. Zivilisten, auch Frauen und Kinder, werden von Russen gefoltert, vergewaltigt, massakriert. Grauenvolle Bilder aus Butscha und Mariupol, um nur zwei Städte zu nennen, gingen um die Welt. Zivile Gebäude werden von Russland fortlaufend angegriffen und dem Erdboden gleichgemacht, die Energieinfrastruktur zerstört.
Nach 2,5 Jahren Krieg besetzt Russland ein Fünftel des ukrainischen Staatsgebietes. Das mittel- bis langfristige Ziel der Herrscher im Kreml: Die Wiederherstellung des Groß-Russischen Reiches, zu dem nicht nur die heutige Ukraine gehören soll. Zuletzt konnte die Ukraine die Frontlinien im Süden und Osten des Landes jedoch nicht nur halten, sondern den Krieg sogar in die Russische Föderation bringen. Laut Kyiv kontrolliert die Ukraine Mitte August 2024 knapp 1.000 km2 des russischen Oblast Kursk. Eine Offensive, die vom Völkerrecht ebenso gestützt ist wie von den westlichen Verbündeten unter Führung der USA unterstützt wird.
"@georgewbarros at the Washington-based Institute for the Study of War says the Ukrainians 'achieved operational surprise against great odds and are currently exploiting Russia’s lack of readiness in its border areas.'" @CNN. pic.twitter.com/0oDvurRWEo
— Institute for the Study of War (@TheStudyofWar) August 10, 2024
Die Position von Vizepräsidentin Kamala Harris zum russischen Angriffskrieg auf die Ukraine
Kamala Harris hatte bis zur Wahl als Vizepräsidentin keinerlei außen- und sicherheitspolitische Erfahrungen aufzuweisen. Präsident Biden schickte auf Grund dessen seine Stellvertreterin jährlich zur Münchner Sicherheitskonferenz, damit diese erste Kontakte mit ausländischen Politikern knüpfen konnte. In den vergangenen drei Jahren stellte Vizepräsidentin Harris sodann im Hotel Bayerischer Hof die Position der Biden-Administration zum russischen Angriffskrieg auf die Ukraine vor.
Diese sah und sieht eine deutliche Verurteilung des Krieges vor. Die USA unter Biden/Harris unterstützen die Ukraine infolgedessen einerseits so stark, dass Kyiv kurz- und mittelfristig die militärische Auseinandersetzung gegen Russland schwerlich verlieren kann. Andererseits reicht die Unterstützung bei weitem nicht aus, um die russischen Invasoren aus ukrainischem Gebiet vollständig zurückdrängen zu können.
Die Vereinigten Staaten unter Biden/Harris handeln vielmehr nach der Prämisse, einen noch größeren Krieg auf dem Territorium der NATO-Verbündeten verhindern zu wollen. Als Exempel dient die Aufforderung von VP Harris im Februar, dass die Ukraine Angriffe gegenüber russischen Erdölraffinerien einstellen solle, da hierdurch die Gefahr einer weltweiten Steigerung des Erdölpreises drohen würde. Um den Krieg zu beenden wäre Präsident Biden nach eigener Aussage sogar für territoriale Zugeständnisse an Russland bereit, wohlwissend, dass er über ukrainisches Staatsgebiet nicht – direkt – entscheiden kann.
Zu Beginn der vollumfänglichen russischen Invasion bot die Biden/Harris-Administration dem ukrainischen Präsidenten Volodymir Zelensky und dessen Familie eine Evakuation an, welche dieser öffentlichkeitswirksam ablehnte. Es war der Beginn der US-amerikanischen und westlichen Unterstützung für die Ukraine, aber auch das Eingeständnis von Biden/ Harris, dass die sicherheitspolitischen Prioritäten für die USA nicht mehr in Europa liegen (sollen).
Unter einer möglichen Präsidentin Harris dürfte sich an der bestehenden Ukraine-Politik der USA wenig verändern. Führende Demokraten befürworten eine weitere Unterstützung der Ukraine, die allerdings nicht zu offensiv gestaltet werden soll. Jake Sullivan, Nationaler Sicherheitsberater des US-Präsidenten, sowie Phil Gordon, Nationaler Sicherheitsberater der Vizepräsidentin, werden für höhere Rollen in einer möglichen Harris-Administration gehandelt. Kontinuität in der bestehenden US-Sicherheitspolitik wäre damit garantiert. Allerdings hat VP Harris weitaus weniger Erfahrung in der Zusammenarbeit mit dem U.S. Kongress vorzuweisen als dies bei Präsident Biden der Fall ist. Eine Herausforderung, um mit Republikanern am Capitol Hill weitere Kompromisse für weitere US-Hilfen für die Ukraine zu schmieden.
Good meeting today with @AndriyYermak. Discussed follow-up to Ukraine’s recent Peace Summit, which @VP participated in, plans for next week’s NATO Summit, and the unwavering U.S. support for Ukraine in the face of continued Russian aggression. pic.twitter.com/OzHFKdyEDZ
Für einen positiven Aspekt hinsichtlich weiterer US-Hilfen für Kyiv sorgt Vizepräsidentschaftskandidat Tim Walz, der sich schon mehrmals mit der Ukraine solidarisierte. Als Gouverneur hat er in Minnesota eine Willkommenskultur für ukrainische Flüchtlinge geschaffen. Zwischen seinem Bundesstaat und der ukrainischen Region Tschernihiw initiierte Walz eine landwirtschaftliche Partnerschaft. Russische Vermögenswerte und Investitionen wurden in Minnesota unter Führung von Gouverneur Walz sanktioniert.
Die Position von Donald Trump zum russischen Angriffskrieg auf die Ukraine
Als US-Präsident war Donald Trump für Freunde wie für Feinde der Vereinigten Staaten von Amerika unberechenbar. Lobenden Worten für Diktatoren folgte eine Sicherheitspolitik aus einer Position der Stärke, welche eben jene Autokratien schwächen sollte. Laut The Brookings Institution verabschiedete die Trump-Administration beispielsweise die bis dahin stärksten Sanktionen gegenüber der Russischen Föderation. An der Unberechenbarkeit Trumps hat sich auch bei seiner dritten Präsidentschaftskandidatur ebenso wenig geändert wie dessen divergierende Worte und Taten.
Hierfür ist ein kurzer Rückblick vonnöten: Nach der völkerrechtswidrigen Annexion der ukrainischen Krim durch Russland verweigerte der damalige US-Präsident Barack Obama im Jahr 2014 die Lieferung von Waffen an die Ukraine. Laut der Obama-Administration hätte die Sendung von beispielsweise Panzerabwehrraketen des Typs Javelin an die Ukraine „Eskalationspotential“ – eine Logik, die auch heute noch von Demokraten bei der Sendung von bisher noch nicht gelieferten Waffen angeführt wird. Im Jahr 2018 kehrte Trump als Präsident die Politik seines Vorgängers um, der Verkauf von Javelins an die Ukraine wurde genehmigt. Als Präsident warnte Trump zudem, wie sich ab dem Jahr 2022 als richtig herausstellte, vor deutscher Abhängigkeit von russischem Gas.
Wer wissen will, warum sich Selenskyj und Trump treffen und warum das Verhältnis der beiden vielleicht gar nicht so schlecht ist wie häufig behauptet bzw das Verhältnis zu Biden schlechter ist als behauptet, muss diesen Podcast von vor einer Woche hören, den ich mit @bopanc…
Andererseits soll Trump Hilfsgelder für die Ukraine temporär blockiert haben, um sich Vorteile im Präsidentschaftswahlkampf 2020 zu verschaffen. Das erste – gescheiterte – Amtsenthebungsverfahren folgte. Vier Jahre später blockierten MAGA-Republikaner auf Anweisung Trumps aus wahlkampftaktischen Gründen monatelang weitere US-Hilfen für die Ukraine. Trumps Vorschlag, ein Teil der US-Hilfen als Darlehen für die Ukraine auszustellen, trug letztendlich zum Auflösen der Blockade teil. Unter einem Präsidenten Trump dürften weitere US-Hilfen, wenn überhaupt, in der Form von Darlehen ausgestellt werden. Zurückgezahlt werden müsste dieses laut Trump nur, wenn die Ukraine auch die Möglichkeiten dazu hätte.
Ganz dem Unternehmer stehen für Trump die ökonomischen Eigeninteressen an höchster Stelle. Von den Europäern erwartet Trump vor diesem Hintergrund höhere Militärausgaben sowie einen höheren Anteil an der Unterstützung für die angegriffene Ukraine. Trumps rein wirtschaftliches Denken ist in Bezug auf die Sicherheitspolitik sicherlich oftmals zu kurz gedacht. Weitere Waffenlieferungen, auch von Seiten der USA, an die Ukraine sind nämlich neben dem sicherheitspolitischen Interesse der USA in Europa auch gleichbedeutend mit Großaufträgen für US-Unternehmen. Mit den für die Ukraine verwendeten US-Steuergeldern werden letztendlich Arbeitsplätze für US-Amerikaner gesichert und geschaffen.
Den Krieg würde Trump laut eigener Aussage „innerhalb von 24 Stunden beenden“. Um dies zu erreichen brachte Trump zunächst Gebietsabtretungen von Seiten der Ukraine ins Spiel, da nach seiner Aussage ja ohnehin schon „russischsprachige Gebiete“ existieren würden. Um die Ukraine und Russland an den Verhandlungstisch zu bewegen, dachte der Beraterstab von Trump schon darüber nach, die Unterstützung für die Ukraine zunächst einzustellen. Sollte sich Moskau daraufhin nicht auf diplomatischem Wege bewegen, würden die USA nach dieser (fragwürdigen) Idee die Ukraine so stark aufrüsten wie nie zuvor.
Trump bleibt auch in Bezug auf den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine ein metaphorisch gesprochenes Buch mit sieben Siegeln, von einer Beendigung der US-Unterstützung bis hin zu einer viel stärkeren militärischen Ausrüstung der Ukraine wäre unter einer erneuten Trump-Präsidentschaft alles möglich. Gegen letzt genannte Möglichkeit spricht die Einstellung des republikanischen Vizepräsidentschaftskandidaten J.D. Vance, der weitere US-Hilfen für die Ukraine strikt ablehnt. Vielmehr sieht Senator Vance die Herausforderungen des 21. Jahrhunderts in der aufstrebenden und immer aggressiver auftretenden Volksrepublik China. Immerhin eine Ansicht, bei der sich Republikaner und Demokraten einig sind. Eine Einigkeit, die für die Ukraine noch kostspielig werden könnte.
Behandelte Wahlkampfthemen auf „1600 Pennsylvania“
Bildquellen: Creative-Commons-Lizenzen (via Google); Canva.com; eigene Grafiken. Zur besseren Lesbarkeit von Personenbezeichnungen und personenbezogenen Wörtern wird in der Regel die männliche Form genutzt. Diese Begriffe gelten für alle Geschlechter.