Seine Mutter Barbara sprach sich vor wenigen Monaten gegen ein weiteres Familienmitglied im Weißen Haus aus. Seine Schwägerin Laura war froh, als sie im Jahr 2009 1600 Pennsylvania Avenue verlassen konnte.
Doch John Ellis, genannt Jeb, Bush orientiert sich an den männlichen Familienmitgliedern und will Vater George Herbert sowie Bruder George Walker als Präsident der Vereinigten Staaten nachfolgen.
Der republikanische Vorwahlkampf wird episch
Nun hat der 62-jährige Jeb seine Bewerbung um die republikanische Präsidentschaftskandidatur offiziell eingereicht. Die Nominierung ist für Bush keineswegs ein Selbstläufer, wenngleich er im Vergleich zu seinen innerparteilichen Konkurrenten einen immensen monetären Vorteil aufweisen kann und als Favorit des Establishments gilt.
Mitte Juni steht ganz im Zeichen der Politdynastien aus dem Hause Clinton beziehungsweise Bush. Mit viel beachteten Reden lenken die beiden bekanntesten Bewerber für die Nachfolge Barack Obamas in diesen Tagen das Scheinwerferlicht auf ihre jeweiligen Kandidaturen.
Zwei Monate nach offizieller Bekanntgabe ihrer Kandidatur hat Hillary Clinton nun am Samstag ihre erste große Wahlkampfrede gehalten. Auf Roosevelt Island in New York City warb HRC um zuletzt verloren gegangenes Vertrauen – einer repräsentativen CNN-Umfrage zufolge empfinden 57% der Amerikaner Hillary als nicht ehrlich und vertrauenswürdig.
Demokratie darf nicht nur für Milliardäre und Unternehmen da sein. (HRC)
HRC versucht dem entgegenzuwirken und stellt sich als Vorkämpferin der amerikanischen Mittelklasse dar. Folglich will Clinton unter anderem der Einkommensungleichheit zwischen Männern und Frauen entgegenwirken, eine Einwanderungs- und Justizreform durchsetzen sowie sich für die LGBT-Community und für Frauenrechte einsetzen.
Die komplette Rede von Hillary Clinton könnt ihr euch hier anschauen:
Der Auftritt von HRC wird umrahmt von zwei Reden ihres möglichen republikanischen Herausforderers Jeb Bush. Dieser machte zunächst im Rahmen seiner Europareise Station beim Wirtschaftstag des CDU-Wirtschaftsratesin Berlin. Bush warb hierbei für das Freihandelsabkommen TTIP und streifte weitere außen- und sicherheitspolitische Themen.
Am Montag wird Bush seine Bewerbung um die republikanische Präsidentschaftskandidatur in Miami offiziell verkünden.
Die Rede von Jeb Bush beim Wirtschaftstag ist hier einsehbar (oben links auf „Playlist“ klicken und „Jeb Bush“ auswählen, um direkt Bushs Rede anzusehen):
Noch etwas mehr als 540 Tage bis zur US-Präsidentschaftswahl 2016. Die Bewerberfelder um die jeweiligen Präsidentschaftskandidaturen, insbesondere bei der Republikanischen Partei, nehmen an Quantität weiterhin zu. Ein Blick auf aktuelle Umfragen zeigt, welche Kandidaten schon jetzt unter Druck stehen.
Nachfolgend die durchschnittlichen Umfragewerte von Real Clear Politics für den Zeitraum zwischen dem 19.04. und 13.05.2015 (fett = Kandidatur offiziell verkündet).
Trotz Zunahme von Skandalen führt Hillary Clinton – unter anderem mangels Alternativen – weiterhin unangefochten das Feld bei den Demokraten an:
In der wichtigen Vorwahl im Staat Iowa, hier wird zuerst gewählt, hat Scott Walker (17,5%) einen Vorsprung von 5,5 Prozentpunkte auf Marco Rubio (12%). In New Hampshire liegt Walker mit 17,2% vor Bush (14,2%) und Paul 12,8%.
Des Weiteren wird am 27. Mai der erzkonservative Rick Santorum seinen Hut im Kampf um das Weiße Haus in den Ring werfen. Lindsey Graham, Senator von South Carolina, wird seine Kandidatur voraussichtlich kurz danach am 01. Juni bekanntgeben.
Die ersten Politiker haben in den letzten Wochen ihre Bewerbung um die Präsidentschaftskandidatur ihrer jeweiligen Partei abgegeben. Doch wie sieht es mit den weiteren potentiellen Kandidaten aus? Unsere Übersicht gibt Aufschluss:
Republikaner
Dr. Ben Carson wird voraussichtlich seine Bewerbung am 04. Mai in Detroit verkünden und darf sich somit die Aufmerksamkeit mit der wohl einzigen Frau im republikanischen Feld teilen. Denn die ehemalige Chefin von Hewlett-Packard, Carly Fiorina wird ihre Kandidatur am gleichen Tag – jedoch lediglich im Internet – verkünden. Tags darauf erscheint ihr neues Buch „Rising to the Challenge: My Leadership Journey„.
Mike Huckabee hat zu einer Veranstaltung am 05. Mai in seinen Geburtsort nach Hope/ Arkansas geladen. Er dürfte an diesem Tag seinen Hut in den Ring werfen. Die erste Maiwoche wird somit ganz im Zeichen des Vorwahlkampfes stehen.
Ebenfalls im Mai will sich Senator Lindsey Graham entscheiden.
Chris Christie, moderater Gouverneur von New Jersey, lässt sich hingegen noch Zeit. Nachdem sein Stern durch dessen vorbildliche Bewältigung der Naturkatastrophe des Hurrikan Sandy im Jahr 2012 hell erleuchtete, scheint dieser nach einigen Skandälchen nicht mehr ganz so hell. Christie lotet derzeit eine Kandidatur aus, bereist diverse Staaten und lässt sich in Talkshows blicken. Eine Entscheidung wird zu Beginn des Sommers erwartet.
Jeb Bush, ehemaliger Gouverneur und hochgehandelter potentieller Kandidat, will sich ebenso erst im Sommer äußern wie Rick Perry. Mit einer Entscheidung bei Scott Walker, Gouverneur von Wisconsin, und Bobby Jindal, Gouverneur von Louisiana, wird nicht vor Juni gerechnet.
Demokraten
Die Kandidatur bei den Demokraten scheint zu Gunsten von Hillary Clinton entschieden, bevor der Vorwahlkampf richtig beginnt. Dachte man. Nun häufen sich die Skandale um die Finanzierung ihrer Stiftung. In wie weit diese der ehemaligen Außenministerin Schaden werden, bleibt abzuwarten.
Unerwartete Konkurrenz könnte Clinton durch eine Kandidatur des ehemaligen Gouverneurs von Rhode Island, Lincoln Chafee, bekommen. Dieser hatte als Senator einst gegen den Irak-Krieg gestimmt, gilt als Freund von Präsident Obama und lotet nun überraschenderweise eine Kandidatur aus.
Bernie Sanders will sich zu seinen Ambitionen am 30. April äußern. Bei Martin O’Malley wird mit einer Entscheidung im Mai gerechnet.
Noch 18 Monate bis zur Präsidentschaftswahl. Und die Spannung steigt schon jetzt.
„Der prognostizierte Gewinner: Marco Rubio!“ Eine Überraschung. Diesen Wahlabend im Herbst 2010 empfand der frisch gewählte US-Senator für Florida, Marco Rubio, als surreal, wie er in seiner Biographie „An American Son„ schreibt.
Diese Empfindung hatte seinen Grund. Denn Rubio trat gegen den Gouverneur von Florida, Charlie Christ, an. Mit Unterstützung der Tea Party wurde Rubio in den Senat gewählt. Ein Sieg von David gegen Goliath. Rubios politischer Aufstieg setzte sich, nachdem er schon seit 2000 als Abgeordneter im Staat Florida tätig war, bundesweit fort.
TIME: Marco Rubio – Retter der republikanischen Partei
Rubio gehört seitdem zu jener jungen Crew republikanischer Abgeordneter, die in Washington D.C. auf sich aufmerksam machen.
Mit seinem wortgewandten und charismatischen Auftreten hat es Marco Rubio nicht nur auf die Titelseite des renommierten TIME Magazine geschafft. 2013 durfte er auch die republikanische Antwort auf Barack Obamas State of the Union geben. Eine Ehre – insbesondere für einen frischgewählten Senator.
Politisch steht Rubio für den konservativen Flügel in der GOP. Außenpolitisch stellt er einen Hardliner dar und lehnt folglich auch den von Obama ausgehandelten Iran-Deal und die Annäherung mit Kuba ab.
Als Präsident will der 43-jährige vierfache Familienvater ein weiteres, neues amerikanisches Jahrhundert ausrufen. Neben der oben erwähnten starken außenpolitischen Präsenz steht Rubio für die Abschaffung beziehungsweise Reformierung der umstrittenen Gesundheitsreform und für eine Einwanderungsreform. Bei letzterem Anliegen hat sich Rubio beim rechten Flügel der republikanischen Partei keine Freunde gemacht – der Unterstützung der Tea-Party kann er sich seitdem nicht mehr hundertprozentig Gewiss sein.
We must change the decisions we are making by changing the people who are making them. (Marco Rubio)
Rubios Alleinstellungsmerkmal ist insbesondere seine Verkörperung des amerikanischen Traumes. Als Sohn kubanischer Einwanderer, die als Barkeeper beziehungsweise Hausmädchen arbeiteten, hatte er sich zunächst zum Anwalt hochgearbeitet bevor es ihn in die Politik zog. Seitdem hat er keine Wahl verloren. Aufsteiger sind bei Amerikaner von jeher beliebt.
Just yesterday, a leader from yesterday began a campaign for President by promising to take us back to yesterday.
Nun also strebt Rubio die Vollendung seines Traumes an: Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika zu werden. Ein Präsident, der für die Zukunft steht. Und nicht für das Vergangene, wie es die Clintons und Bushs verkörpern. Mit diesem Seitenhieb grenzte sich Marco Rubio schon zu Beginn seiner Wahlkampagne im Freedom Tower zu Miami offensiv von so manchem Mitbewerber ab. Ein Versprechen und eine Kampfansage zugleich. Ob Rubio auch 2016 noch jede Wahl gewonnen haben wird?
But yesterday is over, and we are never going back.