„1600 Pennsylvania“ informiert über die aktuellsten repräsentativen Umfragen rund um US-amerikanische Politik (Pfeil nach oben/unten: Wert ist zum Vormonat gestiegen/hat abgenommen). Quellen, falls nicht anders angegeben, sind die auf Real Clear Politics veröffentlichten Durchschnittswerte der wichtigsten Umfrageinstitute.
Repräsentative Umfragen aus D.C.
Weitere repräsentative Umfragen
Repräsentative Umfragen rund um die #uswahl2024
Nicht-repräsentative Umfrage auf X (ehemals Twitter)
Den #IowaCaucus wird höchstwahrscheinlich @realDonaldTrump für sich entscheiden. Doch welcher Republikaner wird sich den zweiten Rang sichern und mit einem gewissen Rückenwind als Trumps Herausforderer Nummer 1 nach New Hampshire reisen?#Blog1600Penn#uswahl2024#Trump
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Mitte Januar beginnen die innerparteilichen Präsidentschaftsvorwahlen. Doch was hat es damit eigentlich explizit auf sich? Wie wird gewählt? Wann finden die Wahlen statt? Wie liefen die vergangenen Vorwahlen ab? Diese und viele weitere Fragen zu den Vorwahlen werden im nachfolgenden Beitrag unaufgeregt, tiefgehend beantwortet.
Wie wird gewählt?
Die Demokratische und die Republikanische Partei halten ihre jeweiligen Präsidentschaftsvorwahlen unabhängig voneinander in allen 50 Bundesstaaten sowie in den US-Territorien ab. Die Vorwahlen beginnen am 15.01.2024 in Iowa und enden formal am 08.06.2024 auf Guam und den Virgin Islands.
Je nach Größe eines Bundesstaates sind bei einer Vorwahl, die entweder als Caucus oder Primary (Erklärungen siehe unten) abgehalten wird, mehr oder weniger Delegierte zu gewinnen. Auf den Nominierungsparteitagen im Sommer bestätigen diese Delegierten das Votum der Wählerschaft, die Präsidentschaftskandidaten werden quasi „inthronisiert“, der Hauptwahlkampf beginnt.
Was wird unter einem Caucus verstanden?
Ein Caucus bezeichnet eine Versammlung der Mitglieder und Anhänger einer Partei zur Vorwahl eines Kandidaten. Solche Treffen finden in den verschiedenen Wahlbezirken statt. Bei diesem Verfahren werden die an bestimmte Kandidaten gebundenen Delegierten für die nationalen Parteitage in mehreren aufeinander folgenden Runden und häufig in offener Abstimmung ermittelt. Ein Caucus wird von den einzelnen Parteien selbstständig organisiert. Heutzutage wird bei Präsidentschaftsvorwahlen nur noch in wenigen Bundesstaaten ein Caucus angewandt.
Was wird unter einer Primary verstanden?
Bei einer Primary geben die Wahlberechtigten in einem einzigen und geheimen Wahlgang ihre Stimme über ihre Präferenz über einen Präsidentschaftskandidaten ab. Primaries werden wie gewöhnliche Wahlen in der Wahlkabine abgehalten.
Man unterscheidet zwischen open primary, semi-open primary, semi-closed primary, closed primary und nonpartisan blanket primary. Welche Art von Primary Anwendung findet, hängt vom jeweiligen Bundesstaat ab, da das Wahlrecht in den USA in die Zuständigkeit der Einzelstaaten fällt. Die meisten Bundesstaaten wenden solch ein Verfahren zur Ermittlung der Präsidentschaftskandidaten an.
Wie hoch liegt die durchschnittliche Wahlbeteiligung?
Die Wahlbeteiligung bei einer Primary liegt durchschnittlich bei 35% oder höher. An einem Caucus nehmen in der Regel lediglich 10% der Wahlberechtigten teil. Dies liegt an einem höheren persönlichen Aufwand begründet, muss man sich doch an einem Abend für eine längere Zeit aktiv und offen an einem Wahlprozess beteiligen.
Wer darf bei den Vorwahlen antreten?
Bei den innerparteilichen Präsidentschaftsvorwahlen darf jede Person antreten, die
seit Geburt US-Amerikaner und
mindestens 35 Jahre alt ist,
sowie seinen Wohnsitz seit mindestens 14 Jahren in den USA hat
und das passive Wahlrecht besitzt.
Eine innerparteiliche Kandidatenbegrenzung gibt es nicht.
Wann finden die ersten Vorwahlen statt?
Die erste republikanische Vorwahl findet in Iowa (Caucus) am 15.01.2024 statt. Es folgen die republikanischen und demokratischen Vorwahlen in New Hampshire (Primary) am 23.01.2024. Anfang Februar halten Demokraten in South Carolina sowie beide große Parteien in Nevada ihre Vorwahlen ab. Alle Vorwahltermine in der Übersicht gibt es auf einer Sonderseite (Klick hier).
Wie viele Delegierte sind für einen Vorwahlsieg nötig?
Um die republikanischen Präsidentschaftsvorwahlen für sich zu entscheiden werden mindestens 1.235 gewonnene Delegierte benötigt. In den frühen Vorwahlstaaten Iowa und New Hampshire werden insgesamt 40 beziehungsweise 22 Delegierte vergeben.
Die demokratischen Vorwahlen gewinnt, wer mindestens 1.895 Delegierte auf sich vereinen kann. New Hampshire stellt 33, South Carolina 63 Delegierte.
Der jeweils aktuelle Zwischenstand zu den Präsidentschaftsvorwahlen 2024 ist im Delegiertenzähler einzusehen (Klick hier).
Welche Politiker konnten in der Vergangenheit die frühen Vorwahlstaaten für sich entscheiden?
Iowa und New Hampshire sind vergleichsweise kleine Bundesstaaten. Auf Grund ihrer jeweils niedrigen Einwohnerzahl sind in den beiden Staaten auch wenige Delegierte zu vergeben. Und dennoch haben die Vorwahlen eine enorme Bedeutung, schaut das ganze Land auf das Abschneiden der Kandidaten in diesen Staaten.
Ein eher unbedeutender U.S. Senator namens Barack Obama konnte mit einem Sieg in Iowa 2008 beispielsweise ein Momentum für seine Kampagne gewinnen. Es folgten Obamas Triumphe in den Vorwahlen sowie in der Hauptwahl.
Andererseits sind schlechte Resultate in Iowa und New Hampshire oftmals gleichbedeutend mit dem Aus von Präsidentschaftskandidaturen. Doch auch hier gibt es Ausnahmen wie Joe Biden vor vier Jahren unter Beweis stellte. Nach enttäuschenden Vorwahlen in Iowa, New Hampshire und Nevada konnte Biden im Jahr 2020 erst bei der vierten Vorwahl in South Carolina seinen ersten Sieg erringen.
Die vergangenen Sieger bei „offenen“ Vorwahlen in den ersten Vorwahlstaaten:
Jahr
Sieger Iowa
Sieger New Hampshire
Gesamtsieger Vorwahlen
2020
Pete Buttigieg (D)
Bernie Sanders (D)
Joe Biden (D)
2016
Ted Cruz (R) Hillary Clinton (D)
Donald Trump (R) Bernie Sanders (D)
Donald Trump (R) Hillary Clinton (D)
2012
Rick Santorum (D)
Mitt Romney (R)
Mitt Romney (R)
2008
Mike Huckabee (R) Barack Obama (D)
John McCain (R) Hillary Clinton (D)
John McCain (R) Barack Obama (D)
In der Tabelle sind nur „offene“ Vorwahlen berücksichtigt. Sprich: Vorwahlen mit einer Beteiligung von amtierenden Präsidenten wurden mangels ergebnisoffenem Wettbewerb in den vergangenen Jahren nicht aufgeführt.
Welche Kandidaten haben 2024 realistische Chancen von ihrer Partei nominiert zu werden?
Präsident Biden Favorit bei Demokraten
Als Amtsinhaber ist Präsident Joe Biden der haushohe Favorit auch in diesem Jahr wieder als Präsidentschaftskandidat der Demokratischen Partei nominiert zu werden. Landesweit bekannte und damit auch ernstzunehmende Herausforderer hat Präsident Biden nicht zu fürchten. Die Teilnehmer der demokratischen Präsidentschaftsvorwahlen in der Übersicht (Klick hier).
Trump Favorit bei Republikanern
Erstmals seit Grover Cleveland im Jahr 1893 will mit Donald Trump ein ehemaliger Präsident nach einer vierjährigen Unterbrechung wieder in das Weiße Haus einziehen. Dementsprechend wartet der 45. US-Präsident vor Beginn der Vorwahlen mit einem deutlichen Umfragevorsprung auf seine stärksten Konkurrenten Nikki Haley und Ron DeSantis auf.
Ob Trump jedoch an allen Vorwahlen teilnehmen darf, werden in den kommenden Wochen die Gerichte entscheiden. Die Bundesstaaten Colorado und Maine entfernten Trump nämlich zunächst von den Wahlzetteln, da der ehemalige Präsident laut diesen Staaten an einem Aufruhr gegen die USA beteiligt gewesen sein soll (Sturm des Kapitols am 06.01.2021). Die Teilnehmer der republikanischen Präsidentschaftsvorwahlen in der Übersicht (Klick hier).
Die Präsidentschaftswahl 2024 erklärt
In einem Gastbeitrag für „Die Politische Meinung“ der Konrad-Adenauer-Stiftung analysiert und informiert der Inhaber dieser Seite über die anstehenden „Vorwahlen, den Super Tuesday, Nominierungsparteitage und zu guter Letzt – die eigentliche Wahl am 5. November 2024. Wer tritt an?“ Den ausführlichen Beitrag gibt es auf der Seite der Konrad-Adenauer-Stiftung zu lesen: Klick hier.
In einem Gastbeitrag für die „Flaschenpost“ der Piratenpartei analysiert der Inhaber dieser Website zudem die außen- und sicherheitspolitischen Ansichten der vier aussichtsreichsten Präsidentschaftskandidaten (Klick hier).
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2024: US-Präsidentschaftswahljahr. In einem Gastbeitrag für „Die Politische Meinung“ der Konrad-Adenauer-Stiftung analysiert und informiert der Inhaber dieser Seite über die anstehenden „Vorwahlen, den Super Tuesday, Nominierungsparteitage und zu guter Letzt – die eigentliche Wahl am 5. November 2024. Wer tritt an?“ Den ausführlichen Beitrag gibt es auf der Seite der Konrad-Adenauer-Stiftung zu lesen: Klick hier.
In einem Gastbeitrag für die „Flaschenpost“ der Piratenpartei analysiert der Inhaber dieser Website die außen- und sicherheitspolitischen Ansichten der vier aussichtsreichsten Präsidentschaftskandidaten (Klick hier).
Die wichtigsten Termine des Präsidentschaftswahljahres
Datum
Ereignis
15.01.2024
Beginn der republikanischen Vorwahlen (Iowa)
23.01.2024
Beginn der demokratischen Vorwahlen (New Hampshire)
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Das politische Jahr 2023 war in den Vereinigten Staaten von Amerika von der Sicherheitspolitik sowie vom beginnenden Präsidentschaftswahlkampf 2024 geprägt. Die seit Jahrzehnten kontinuierlich steigende Polarisierung machte sich am Capitol Hill zudem so stark bemerkbar wie selten zuvor. Im folgenden Beitrag blickt „1600 Pennsylvania“ auf die wichtigsten politischen Ereignisse des Jahres zurück.
Innenpolitik
Drama um das Amt des Sprechers des U.S. Repräsentantenhauses
Erst benötigte der Republikaner Kevin McCarthy im Januar 15 Wahlgänge, um zum Sprecher des U.S. Repräsentantenhauses gewählt zu werden. Mehr Abstimmungsrunden bei einer Wahl des Speaker gab es zuletzt im Jahr 1860. Dem rechten Flügel seiner Fraktion machte McCarthy dabei enorme Zugeständnisse – nur um am 03.10.2023 wieder abgewählt zu werden. Es folgte ein weiteres denkwürdiges Drama um den Sprecherposten, der schlussendlich seit dem 25.10.2023 vom vergleichsweise politisch unerfahrenen Mike Johnson begleitet wird. McCarthy hat derweil sogar sein Mandat als Abgeordneter abgegeben.
Damoklesschwert Stillstand der Regierungsgeschäfte
Der U.S. Kongress war laut dem Pew Research Center im Jahr 2023 so unproduktiv wie selten zuvor. Selbst einen Haushalt für das Fiskaljahr 2024, welches in den USA schon im Oktober 2023 begann, konnte der U.S. Kongress nicht bis Ende des Kalenderjahres verabschieden. Damit gehen die Vereinigten Staaten mit dem Damoklesschwert eines government shutdown in das neue Jahr. Sollte es im U.S. Kongress keine Einigung geben, droht den USA am 19.01.2024 ein Stillstand der Regierungsgeschäfte. Dies hätte zur Folge, dass Bedienstete des Bundes vorerst kein Gehalt mehr bekommen, Subventionen nicht ausbezahlt und Nationalparks geschlossen würden.
Außenpolitik
Ukraine als Leidtragende der US-Innenpolitik
Leidtragende der US-Innenpolitik ist auch die Ukraine. Die bislang von den USA bewilligten Hilfen für das von Russland angegriffene Land werden nämlich Ende des Jahres 2023 aufgebraucht sein, weitere Unterstützungsmaßnahmen wurden jedoch noch nicht vom U.S. Kongress verabschiedet. Das Weiße Haus schnürte nämlich ein $106 Milliarden schweres Paket, welches Leistungen für die Ukraine, Israel, Taiwan sowie zur Grenzsicherung beinhaltet. Wie die darin vorgesehenen monetären Mittel für die Migrationspolitik explizit verwendet werden sollen, sind sich Demokraten und Republikaner jedoch uneins, so dass das gesamte Paket bislang nicht zur Abstimmung gestellt werden konnte.
Im Dezember rückte zudem Präsident Joe Biden leicht von der Ukraine ab. Bei einer Pressekonferenz mit seinem ukrainischen Amtskollegen Volodymir Zelensky sprach Präsident Biden einerseits nur noch davon, die Ukraine so lange unterstützen zu wollen, „wie wir es können“. Zuvor sprach Präsident Biden immer davon, die Ukraine so lange unterstützen zu wollen, wie es nötig sei. Andererseits bedeute für Präsident Biden ein ukrainischer Sieg, dass das Land als souveräner Staat weiterbestehen könne. Heißt: Gebietsabtritte wären für den US-Präsidenten in Ordnung.
Krieg im Nahen Osten
Am 07.10.2023 verübte die islamistische Hamas das größte Massaker an der jüdischen Bevölkerung seit dem Holocaust. Mehr als 1.400 Personen wurden regelrecht abgeschlachtet sowie 240 Personen entführt. Präsident Biden solidarisierte sich zunächst deutlich mit dem angegriffenen Land. Innerhalb der Demokratischen Partei gab es hierfür jedoch Kritik am Präsidenten, welches auch den grassierenden Antisemitismus im linken Flügel der Partei (Klick hier) offenlegte. Deswegen und auf Grund sinkender Umfragewerte betont das Weiße Haus verstärkt humanitäre Aspekte im Gazastreifen.
Präsidentschaftswahl
Enttäuschte Hoffnungen
Das Jahr 2023 begann für einige US-amerikanische Politiker mit großen Hoffnungen. Hoffnungen, auf erfolgreiche Teilnahmen an den im Januar 2024 beginnenden innerparteilichen Präsidentschaftsvorwahlen. Doch für einige Politiker war 2023 auch das Jahr, in dem eben jene Träume von der Realität eingeholt wurden.
Für Mike Pence, den ehemaligen Vizepräsidenten, zum Beispiel. In seinem Vorwahlkampf versuchte sich Pence einerseits als konservative Alternative mit einer klassisch republikanischen außenpolitischen Einstellung zu positionieren. Anderseits warb Pence mit den Errungenschaften der Administration von Donald Trump, gleichzeitig grenzte er sich jedoch von seinem ehemaligen Vorgesetzten, Stichwort Sturm auf das Kapitol, ab. Die republikanische Basis goutierte die Verfassungstreue von Pence in den Umfragen zu den Vorwahlen nicht, so dass der einstige Vizepräsident seine Teilnahme frühzeitig zurückzog.
Ebenso jegliche Hoffnung auf einen Einzug in das Weiße Haus mussten U.S. Senator Tim Scott und Gouverneur Doug Burgum begraben. Keine Zukunft mehr in der Demokratischen Partei sah hingegen Robert F. Kennedy Jr. für sich. Der Neffe von Präsident John F. Kennedy tritt nun als unabhängiger Kandidat bei der Präsidentschaftswahl 2024 an. In repräsentativen Umfragen schneidet Kennedy gegenwärtig so gut ab wie kein Drittkandidat seit den 1990er Jahren.
Erhaltene und erarbeitete Hoffnungen
Während Präsident Biden sich (bislang) nicht mit ernstzunehmenden innerparteilichen Konkurrenten auseinanderzusetzen hat, gestalten sich die republikanischen Präsidentschaftsvorwahlen etwas interessanter. Im Jahr 2023 konnte sich nämlich Nikki Haley steigende Umfragewerte und verstärkte Unterstützung durch einflussreiche Großspender erarbeiten. Nichts desto trotz führte das gesamte Jahr über Trump repräsentative Umfragen zu den Vorwahlen deutlich an. Der Ex-Präsident geht somit als Favorit in die innerparteilichen Vorwahlen.
Verstorben
Rosalynn Carter
77 Jahre (!) waren Jimmy und Rosalynn Carter miteinander verheiratet. Am 19.11.2023 hat der Tod sie geschieden. Im Alter von 96 Jahren verstarb die ehemalige First Lady Rosalynn in in ihrer Heimat Plains, GA. In ihrer Zeit im Weißen Haus und darüber hinaus engagierte sich Rosalynn stark für soziale Belange.
Henry Kissinger
Aufgewachsen im fränkischen Fürth verließ Henry Kissinger mit seiner Familie nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten Deutschland. In den USA folgte eine Karriere, welche Hollywood nicht besser hätte schreiben können: Militärdienst bei der U.S. Army während des Weltkriegs, Mithilfe bei der Entnazifizierung der Deutschen nach dem Krieg, akademische Ehren, Nationaler Sicherheitsberater und US-Außenminister. Bis zuletzt riefen US-Präsidenten Kissinger um Rat. Am 29.11.2023 verstarb die Fürther Legende im Alter von 100 Jahren.
John Kornblum
Zwischen 1997 und 2001 amtierte John Kornblum als US-Botschafter in Deutschland. Doch schon seit den 1960er Jahren sammelte der in Detroit, MI, geborene Politikwissenschaftler zahlreiche Erfahrungen in (West-) Deutschland. Mit seiner rauchigen Stimme und seinem analytischen Denkvermögen wurde Kornblum zum Inbegriff eines US-Botschafters in Deutschland. Am 21.12.2023 starb er im Alter von 80 Jahren in Nashville, TE.
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Mit Weihnachten, dem zweitwichtigsten Fest der Christenheit, legt der Wahlkampf in den USA noch einmal eine kurze Pause ein. Nach der staden Zeit werden die Präsidentschaftskandidaten insbesondere in den frühen Vorwahlstaaten Iowa und New Hampshire noch intensiver um Wählerstimmen werben. Die prädestinieren Hauptcharaktere des kommenden Wahljahres, Präsident Joe Biden und Donald Trump, stehen indes unter Druck. Die wichtigsten Hintergründe zum Stand des Präsidentschaftswahlkampfs gibt es übersichtlich zusammengefasst im neuesten #uswahl2024 Update.
Die Vorwahlen
Gericht: Trump darf in Colorado nicht zur Wahl antreten
Laut einem Urteil des Obersten Gerichts von Colorado darf Trump in diesem Bundesstaat nicht auf den Wahlzetteln stehen. Das Gericht berief sich dabei auf den 14. Verfassungszusatz, der besagt, dass keine Person ein höheres Amt inne haben darf, der zuvor als Amtsträger an einem Aufstand gegen den Staat beteiligt war. Trump will gegen das Urteil vor dem Supreme Court Berufung einlegen. Die Fortsetzung der politischen Karriere des ehemaligen Präsidenten hängt damit von einem Gerichtsurteil ab – der Oberste Gerichtshof könnte Trump nämlich theoretisch auch die Teilnahme an der Präsidentschaftswahl in allen Bundesstaaten verwehren.
Trump intensiviert Wahlkampf in Iowa
Am 15.01.2024 findet in Iowa die erste republikanische Präsidentschaftsvorwahl statt. Trump genießt im Hawkeye State repräsentativen Umfragen zur Folge einen Vorsprung von 30 Prozentpunkten. Den Wahlkampf in Iowa will der Ex-Präsident dennoch ausweiten. Demnach plant Trump zusätzliche Wahlkampfveranstaltungen abzuhalten sowie seinen ehemaligen Wohnungsbauminister Dr. Ben Carson sowie den Abgeordneten Matt Gaetz für Veranstaltungen nach Iowa zu entsenden. Mit dieser Strategie will Trump seinen Herausforderern jeglichen Wind aus den Segeln nehmen.
Ron DeSantis duelliert sich mit Gavin Newsom
Es gab einmal US-Präsidentschaftswahlen, bei der die beiden großen Parteien 45- bis 65-Jährige Kandidaten nominierten. Mit der Ära Trump/Biden scheint dies vorerst der Geschichte anzugehören. Folglich mutete das Fernsehduell zwischen dem rechtspopulistischen Ron DeSantis und dem linksliberalen Gavin Newsom wie aus einer anderen Zeit an. Die Gouverneure von Florida und Kalifornien könnten dennoch mit ihrer Debatte auf Fox News eine Art Vorschau auf die Wahl 2028 gegeben haben.
Haley gewinnt einflussreiche Großspender
Die einflussreiche Organisation Americans for Prosperity Action von Charles Koch unterstützt offiziell die Präsidentschaftswahlkampagne von Nikki Haley. Des Weiteren versammeln sich die republikanischen Großspender Spencer Zwick, Eric Levine und Chad Walldorf hinter Haley. Sie sehen in der ehemaligen US-Botschafterin bei den Vereinten Nationen die größten Chancen Trump in den Vorwahlen zu besiegen. Der eigentlich den Demokraten nahestehende Großspender Reid Hoffmann hat Haleys Super PAC $ 250.000 zukommen lassen.
Prominente Unterstützung in Iowa für DeSantis
DeSantis wird hingegen im ersten Vorwahlstaat Iowa von der dortigen Gouverneurin Kim Reynolds sowie von dem gut vernetzten Bob van der Plaats unterstützt. DeSantis und Haley konkurrieren gegenwärtig um den zweiten Platz in Iowa.
Wie sich republikanische Gouverneure zu den Vorwahlen positionieren
Haley bekam jüngst eine Wahlempfehlung des Gouverneurs von New Hampshire. Bislang ist dies jedoch auch die einzige offizielle Unterstützung, welche Haley von einem republikanischen Gouverneur genießt. Die meisten Gouverneure (7) haben sich hinter Trump versammelt. Für DeSantis als republikanischen Präsidentschaftskandidaten haben sich bislang zwei Gouverneure ausgesprochen.
As of Dec. 13, 2023, Florida Gov. Ron DeSantis (R), former U.N. Ambassador Nikki Haley (R), and former President Donald Trump (R) each have endorsements from governors in early-voting states.
The map below shows an overview of each candidate’s gubernatorial endorsements. pic.twitter.com/fEqeJ7iu2X
Haley hat in den frühen Vorwahlstaaten Iowa und New Hampshire Werbespots im Wert von $10 Millionen schalten lassen. In ihrem ersten Werbespots wirbt Haley mit ihren außenpolitischen Erfahrungen und für einen konservativen Generationenwechsel. Die Werbespots wurden schon vor der Unterstützung des Koch-Netzwerks geschalten.
Zurückgezogene Kandidaturen: Scott, Burgum
In den vergangenen Wochen haben U.S. Senator Tim Scott sowie Gouverneur Doug Burgum ihre Teilnahmen an den republikanischen Präsidentschaftsvorwahlen zurückgezogen. Die Teilnehmer der republikanischen Vorwahlen in der Übersicht (Klick hier).
Weitere innerparteiliche TV-Debatten
CNN plant eine Fernsehdebatte zwischen den republikanischen Präsidentschaftskandidaten am 10.01.2024 in Iowa sowie am 21.01.2024 in New Hampshire auszurichten. ABC hat eine TV-Debatte für den 18.01.2024, ebenso in New Hampshire, angesetzt. Eine endgültige Bestätigung der Termine steht noch aus. Die bisherigen TV-Debatten in der Übersicht (Klick hier).
Die Hauptwahl
Wichtige Wählergruppe wendet sich von Biden ab
Laut dem Arab American Institute unterstützten bei der Präsidentschaftswahl 2020 59% der arabisch-stämmigen US-Amerikaner die Kampagne von Biden. Für den Wahlsieg des Demokraten war dies mitentscheidend, ist genannte Kohorte insbesondere in den Swing States ansässig. In Arizona errang Biden beispielsweise 10.500 Stimmen mehr als Trump. Mindestens 55.000 arabisch-stämmige US-Amerikaner leben im Grand Canyon State. Für die Staaten Georgia und Michigan zeichnet sich ein ähnliches Bild.
Doch nach dem Angriff der islamistischen Hamas auf Israel wenden sich arabisch-stämmige US-Amerikaner von Präsident Biden ab. Der Grund: Das Weiße Haus solidarisierte sich mit Israel und unterstützt das angegriffene Land bei der Ausübung ihres Selbstverteidigungsrechts. Auch aus diesem wahltaktischen Grund hat die Biden-Administration zuletzt die humanitären Aspekte im Gazastreifen vermehrt öffentlich angesprochen sowie Druck auf die israelische Regierung ob einer temporären Feuerpause ausgeübt.
Termine für TV-Debatten stehen fest
Die Kommission für Präsidentschaftsdebatten hat die Termine für die drei Fernsehdebatten zur Hauptwahl bekanntgegeben. Erstmals stehen sich die Präsidentschaftskandidaten am 16.09.2024 an der Texas State University in San Marcos, TX, zu einem Schlagabtausch gegenüber. Am 01.10.2024 folgt die zweite TV-Debatte an der Virginia State University in Petersburg, VA. Den Abschluss der Fernsehdebatten macht am 09.10.2024 eine Auseinandersetzung an der University of Utah in Salt Lake City. Die Vizepräsidentschaftskandidaten treffen am 25.09.2024 am Lafayette College in Easton, PA, aufeinander.
Trump denkt schon über Vizepräsidentenkandidaten nach
Laut der Nachrichtenseite Axios denkt Trump schon über mögliche Vizepräsidentschaftskandidaten nach, sofern er die republikanischen Vorwahlen für sich entscheidet. Demnach sollen für diese Position schon U.S. Senator J.D. Vance, Gouverneurin Sarah Huckabee Sanders, Gouverneurin Kristi Noem sowie Kari Lake diskutiert worden sein. Melania Trump wirbt indes für den umstrittenen Moderator Tucker Carlson als VP-Kandidaten.
Trump liegt in Swing States in Führung
In neuesten repräsentativen Umfragen zur US-Präsidentschaftswahl 2024 von Bloomberg Politics und Morning Consult liegt Trump in allen sieben Swing States teils deutlich gegenüber Präsident Biden in Führung. Nimmt man alle Swing States zusammen, kommt Trump auf 47%, Biden auf lediglich 42%. Den größten Vorsprung genießt Trump in North Carolina (+9 Prozentpunkte) und Georgia (+6 Prozentpunkte).
Team Biden vergleicht Trump mit Hitler
Die Wiederwahlkampagne von Präsident Biden hat seine Attacken auf Trump intensiviert. Beispielsweise verglich Team Biden die von Trump gewählte Sprache mit der von Adolf Hitler. Trump sorgte zuletzt für einen Skandal, als er davon sprach, dass Einwanderer das „Blut des Landes“ zerstören würden.
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