Wochenrückblick – 16 Tage vor der Wahl

Finale Fernsehdebatte, Kontroversen über die Anerkennung des Wahlausgangs und ein humorvolles Dinner – der #Blog1600Penn-Wochenrückblick:

Unschöne Szenen zu Beginn der Wahlkampfwoche. Auf das Büro der republikanischen Partei in North Carolina wurde ein Anschlag verübt.

Selten hat sich ein amtierender US-Präsident so stark in die Wahl seine Nachfolgers eingemischt, wie Barack Obama. In dieser Woche bezeichnete Obama den republikanischen Kandidaten Trump als „weinerlich“.

Michael Moore hat überraschend eine neue Dokumentation veröffentlicht. Diesmal begab sich der Oscarpreisträger auf die Suche nach den Anhängern von Donald Trump

Die finale TV-Debatte zwischen Hillary Clinton und Trump war auch die sachlichste Auseinandersetzung.

Für Diskussion sorgte Trumps Aussage, dass er nicht in jedem Fall den Wahlausgang akzeptieren werde. Bei einer Wahlveranstaltung am Tag nach der Debatte erhöhte er den Spannungsbogen nochmals: „Ich verspreche, dass ich den Wahlausgang auf jeden Fall akzeptieren werde – wenn ich gewinne!“

Humorvoll ging es bei der traditionellen Al Smith Spendengala in New York City zu. Die Höhepunkte aus Trumps-Rede:

Und die Höhepunkte aus Clintons Rede:

Gary Johnson war zu Gast bei Jimmy Kimmel:


23 3

Stimmungsbarometer 10/2016 2.0: Holt ein Drittkandidat Wahlmännerstimmen?

Die Fernsehdebatten sind Geschichte, der Wahlkampf biegt in die Zielgeraden ein. Hillary Clinton hat 18 Tage vor dem Wahltermin einen deutlichen Vorsprung auf Donald Trump. Den Bundesstaat Utah könnte sogar ein Drittkandidat für sich entscheiden – ermöglicht durch die Unbeliebtheit der Kandidaten der beiden großen Parteien.

Die Grundlage für die Umfragewerte im #Blog1600Penn-Stimmungsbarometer 10/2016 2.0 sind die durchschnittlichen Umfragewerte von Real Clear Politics für den Zeitraum zwischen dem 10.10. und 20.10.2016. Alle Angaben in Prozent und ohne Gewähr.


DER HAUPTWAHLKAMPF – NATIONALE UMFRAGEN

Nationale Umfrage zu einem Duell
Hillary Clinton vs. Donald Trump exklusive Drittkandidaten
102national

Nationale Umfrage zu einem Duell
Hillary Clinton vs. Donald Trump inklusive Drittkandidaten
102national4

Wahlmännerprognose bei einem Duell Hillary Clinton vs. Donald Trump

blog1600penn


DER HAUPTWAHLKAMPF – UMFRAGEN IN WICHTIGEN STAATEN

FLORIDA102florida

GEORGIA102georgia

IOWA102iowa

NORTH CAROLINA
102nc

NEVADA102nevada

OHIO102ohio

PENNSYLVANIA102penn

UTAH102utah

Der konservative Drittkandidat Evan McMullin holt im Mormonenstaat stark auf und liegt im RCP-Durchschnitt mittlerweile auf Rang 2. Die neuesten Umfragen kann der ehemalige Geheimdienstagent sogar anführen.


DER HAUPTWAHLKAMPF – BELIEBTHEITSWERTE

HILLARY CLINTON102bhrc

DONALD TRUMP102bdjt

 


DER Kongresswahlkampf

1 2


LIVETICKER zur finalen TV-DEBATTE: Clinton vs. Trump – Was in Vegas passiert, bleibt nicht in Vegas

Setzt Trump im Spielerparadies alles auf eine Karte?

Herzlich Willkommen zum Liveticker zur finalen TV-Debatte zwischen der demokratischen Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton und dem Republikaner Donald Trump#Blog1600Penn hält euch auf dieser Seite über die wichtigsten Ereignisse auf dem Laufenden!



Aktualisieren

Harte Auseinandersetzung

Das Spielerparadies Las Vegas rief zum dritten und letzten Fernsehduell zwischen Hillary Clinton und Donald Trump. Unter Druck gesetzt von diversen negativen Schlagzeilen und sinkenden Umfragen wurde erwartet, dass Trump in der University of Nevada alles auf eine Karte setzen würde. Doch die 90-minütige Auseinandersetzung wurde im Vergleich zu den ersten beiden Debatten überraschenderweise ein themenbezogenes Duell. Beide Kandidaten blieben weitestgehend ruhig im Ton, aber hart in der Sache. Trump hätte gar als Sieger aus der Debatte hervorgehen können, hätte er es nicht abgelehnt, den Wahlausgang auf jeden Fall anzuerkennen und Clinton als „garstige Frau“ zu bezeichnen. Summa Summarum wird die finale Debatte kaum Auswirkungen auf das Wahlverhalten haben.

04:35 Uhr: Die finale TV-Debatte zwischen Hillary Clinton und Donald Trump ist beendet. Beide Kandidaten geben sich abermals nicht die Hand.

04:33 Uhr: Schlussrunde! Clinton will Präsidentin für alle US-Amerikaner sein, Trump will Amerika wieder groß machen.

04:32 Uhr: Clinton hingegen will die Steuern für Reiche erhöhen.

04:30 Uhr: Trump will Obamas Gesundheitsreform aus Kostengründen zurücknehmen.

04:27 Uhr: Clinton geht in die Offensive, dass Trump Ende der 1980er Jahre in einer Anzeige in der New York Times Präsident Reagan kritisiert habe.

04:26 Uhr: Letztes Thema ist Schuldenpolitik.

04:24 Uhr: Trump: „Unser Land hat sich von Assad, Putin und dem Iran an der Nase herumführen lassen!“

04:22: Clinton plädiert für eine Flugverbotszone über Syrien. Die Demokratin verteidigt sich ebenso gegenüber der Anschuldigung, dass sie Flüchtlinge ohne Sicherheitscheck in das Land hereinlassen würde.

04:17 Uhr: Trump kritisiert die Unterstützung von Rebellen: „Wir wissen nicht wer sie wirklich sind!“

04:13 Uhr: Die Lage in Mosul ist eine traurige Angelegenheit, so Trump. Viele strategische Fehler seien von Seiten der US-Koalition gemacht worden, von der auch die große Flüchtlingswelle ausgelöst worden sei. Der große Gewinner sei Iran, der passiv den Irak übernehme (Faktencheck: Der Iran hat in der Tat einen großen Einfluss auf den heutigen Irak).

04:11 Uhr: Weiter geht es mit Außenpolitik! Clinton will keine US-amerikanische Bodentruppen in den Irak schicken. Mosul sollte jedoch definitiv zurückerobert werden. Danach sollte der Blick auf Syrien gerichtet werden.

04:10 Uhr: Trump hinterfragt das Treffen zwischen Bill Clinton und der Justizministerin in Bezug auf Clintons eMail-Affäre. Applaus im Publikum – verbotenerweise.

04:08 Uhr: Clinton verteidigt sich, dass das FBI ihren Fall über ein Jahr untersucht habe, und sie von jeglicher Schuld freigesprochen wurde.

04:06 Uhr: Wird Trump den Wahlausgang anerkennen? Er wird die Wahl beobachten. Des Weiteren ist Trump der Auffassung, dass Clinton gar nicht erst zur Wahl hätte antreten dürfen.

04:05 Uhr: Trump greift Clintons Abhängigkeit von der Wall Street an.

04:03 Uhr: Clinton geht in die Offensive und greift Trumps Stiftung an. Dieser verteidigt sich, dass seine Stiftung vergleichsweise klein sei und er – noch – keinen politischen Einfluss habe.

04:01 Uhr: Trump zu Clinton: „Sie reden über Frauenrechte? Aber Sie nehmen das Geld von Saudi-Arabien, dass Frauenrechte missachtet und Homosexuelle umbringt!“

04:00 Uhr: Der Moderator lenkt nun das Thema auf die Verknüpfung der Clinton Stiftung mit Hillarys Rolle als Außenministerin.

tv-debatte-teil-303:59 Uhr: Trump fordert die Diskussion wieder auf Themen zu legen, zum Beispiel auf den Kampf gegen IS.

03:58 Uhr: Clinton kritisiert Trump, dass dieser Behinderte, Richter mit Migrationshintergrund und Kriegshelden beleidigt habe.

03:56 Uhr: Trump versucht nun das Thema auf Clintons eMail-Affäre und ihrer Glaubwürdigkeit zu lenken. Der Republikaner ist allerdings weiterhin ruhig im Ton.

03:54 Uhr: Angesprochen auf diverse Beschuldigungen, äußert Trump, dass er genannte Frauen überhaupt nicht kenne. Anschuldigungen sexueller Belästigungen seien von Clintons Kampagne inszeniert worden.

03:53 Uhr: Wer ist für das Amt des Präsidenten geeignet? Es wird interessant!

03:51 Uhr: Trump verteidigt sich mit den Worten, dass „man Clintons realen Lebenslauf heranziehen müsste. Sie hat für Chaos im Irak, Syrien und in Libyen gesorgt.“ IS sei des Weiteren durch ein Machtvakuum, dass durch Obama und Clinton herbeigeführt wurde, entstanden.

03:49 Uhr: Clinton stellt nun die positiven Aspekte ihres Lebenslaufes heraus: Einsatz für Kinder- und Frauenrechte. Gleichzeitig vergleicht sie sich mit Trump, der ihrer Meinung nach nichts erreicht habe.

03:46 Uhr: Trump hingegen kritisiert die wirtschaftliche Stagnation der USA und Clintons wechselnde Meinungen zum Freihandelsvertrag TPP. Trump: „Sie haben definitiv mehr Erfahrung als ich. Aber es ist schlechte Erfahrungen, Sie haben nichts erreicht!“

03:45 Uhr: Clinton erinnert an die weltweite Wirtschaftskrise und lobt Präsident Obama für die Bewältigung dieser Herausforderung.

03:43 Uhr: Wenig überraschend kritisiert Clinton die Steuersenkungspläne von Trump.

03:40 Uhr: NAFTA, ein Freihandelsvertrag von Bill Clinton ausgehandelt, will Trump neu aushandeln. Ebenso will Trump Steuern senken und Arbeitsplätze aus dem Ausland in die USA zurückholen.

03:37 Uhr: Wirtschaftspolitik wird als nächstes diskutiert. Clinton will die Mittelklasse stärken, neue Arbeitsplätze im Bereich der erneuerbaren Energien schaffen, den Mindestlohn anheben und ein besseres Bildungssystem schaffen.

03:36 Uhr: Trump fordert einen höheren Beitrag in der Sicherheitspolitik von Saudi-Arabien, Japan, Deutschland und weiteren Ländern. Die Zusammenarbeit müsste neu ausgehandelt werden. Des Weiteren hinterfragt Trump die Stationierung von US-Soldaten u.a. in Deutschland.

03:34 Uhr: Putin habe die USA unter Obama und Clinton im Nahen und Mittleren Osten vorgeführt, so Trump.

03:33 Uhr: Während Clinton sicher ist, dass Russland hinter den Hackerangriffen auf die demokratische Partei steckt, ist Trump der Auffassung, dass dies noch nicht bewiesen sei.

03:32 Uhr: Clinton greift Trump daraufhin an: „Sie sind Putins Favorit!“

03:31 Uhr: Trump: „Sollten Putin und ich gut miteinander zurecht kommen, wäre das doch nicht schlecht!“

03:29 Uhr: Moderator Wallace geht auf Dokumente von WikiLeaks ein und spricht Clinton auf ihre Aussage an, dass sie „offene Grenzen“ wolle. Clinton verteidigt sich, dass sie dies nur vor der Thematik der Energiepolitik gemeint habe. Danach geht die Demokratin in die Offensive und greift russische Spionage an, die, so Clinton, auch hinter den WikiLeaks-Enthüllungen stecken soll.

03:27 Uhr: Trump: „Auch Obama hat tausende illegale Einwanderer deportiert. Aber niemand redet darüber.“ Faktencheck: Stimmt.

03:26 Uhr: Im Jahr 2006 soll Clinton, so Trump, ebenso einen Vorschlag zu einer Art Mauerbau an der Grenze zu Mexiko unterstützt haben. Clinton stimmt überein, dass sie sich als Senatorin für die Stärkung der Grenze eingesetzt hat.

03:25 Uhr: Clinton will in den ersten hundert Tagen eine Einwanderungsreform vorlegen und illegalen Einwanderern einen Weg zur Staatsbürgerschaft aufzeigen.

03:23 Uhr: Die ersten 23 Minuten waren eine reine Debatte über politische Themen! Beide Kandidaten ruhig im Ton und hart in ihrer politischen Meinung.

03:21 Uhr: Trump kritisiert, dass Clinton illegalen Einwanderern Amnesty geben würde. Der Republikaner will die südliche Grenze sichern und den Import von Drogen unterbinden.

03:20 Uhr: Themenwechsel: Einwanderung.

03:19 Uhr: Trump ist strikt gegen Abtreibungen, während Clinton gar Spätabtreibungen nicht ausschließen würde.

03:15 Uhr: Auch bei der Abtreibungsfrage haben Clinton und Trump konträre Auffassungen.

03:12 Uhr: Trump hält dagegen, dass in Chicago trotz einer strikten Waffenkontrolle die Gewalt am höchsten sei.

03:10 Uhr: Clinton versteht das Recht auf das Tragen von Waffen, doch sollte dies besser reguliert werden. Zu viele Menschen sterben durch Waffengewalt, so die ehemalige Außenministerin.

03:08 Uhr: Trump setzt sich für einen Supreme Court ein, der sich u.a. für den zweiten Verfassungszusatz (Recht auf das Tragen von Waffen) und gegen Abtreibungen einsetzt. Die Verfassung soll so interpretiert werden, wie es die Verfassungsväter ursprünglich vorgesehen haben.

03:06 Uhr: Clinton will einen Supreme Court, der sich u.a. für Rechte von Frauen und der LGBT-Gemeinschaft einsetzt. Die Demokratin plädiert für gleichgeschlechtliche Eheschließungen und der Möglichkeit auf Abtreibungen. Des Weiteren kritisiert Clinton die republikanische Blockadehaltung im Senat in Bezug auf eine Ernennung eines Nachfolgers von Scalia.

03:05 Uhr: Die erste Frage geht an Hillary Clinton. Thema: Supreme Court. Bekanntlich muss nach dem Ableben von Scalia ein neuer Verfassungsrichter ernannt werden.

03:04 Uhr: Die finale TV-Debatte zwischen Clinton und Trump beginnt! Und in der Tat: Weder die Kandidaten noch deren Angehörige haben sich öffentlich begrüßt. Ein Armutszeugnis für jede Demokratie. Sechs Segmente sollen diskutiert werden. 

02:40 Uhr: Die Stimmung vor der University of Nevada ist aggressiv – insbesondere gegen die Medien.

02:25 Uhr: Zur Einstimmung auf die Debatte findet ihr hier die aktuellsten Werbespots von Hillary Clinton und Donald Trump (klick auf den Namen).

02:15 Uhr: Chris Wallace wird die Debatte moderieren. Erstmals wird einem Moderator von Fox News diese Ehre zu teil.

02:00 Uhr: Im #Blog1600Penn-Interview hat Luis Alvarado, Republikaner und Politikberater aus Kalifornien, Donald Trump scharf angegriffen. 

01:30 Uhr: Ankunft der Kandidaten in Las Vegas.

01:15 Uhr: Trump hat Patricia Smith, ihr Sohn war eines der Opfer beim Terroranschlag auf das US-Konsulat in Benghazi, und Malik Obama, Stiefbruder des Präsidenten, eingeladen. Sarah Palin wird ebenso anwesend sein.

00:45 Uhr: Clinton hat den Besitzer der Dallas Mavericks, Mark Cuban, und die Vorstandsvorsitzende von Hewlett-Packard, Meg Whitman, zur Debatte eingeladen.

00:00 Uhr: Hillaryland soll eine Protokolländerung beantragt haben. Die Kandidaten sowie deren Ehepartner sollen sich, so der Wunsch von Clintons Kampagne, vor dem Duell nicht mehr die Hände schütteln.

23:30 Uhr: Evangelikale Frauen stehen bei der Präsidentschaftswahl vor einem Dilemma: Weder Clinton noch Trump sind für diese Personengruppe überzeugend.

23:00 Uhr: Laut einer Umfrage von Quinnipiac University ist die Mehrheit der US-Amerikaner der Meinung, dass Medien bei ihrer Wahlberichterstattung voreingenommen sind. 55% der Bevölkerung sehen Trump benachteiligt, 42% sehen dies nicht so.

22:30 Uhr: Zum ersten Mal in der Geschichte der USA haben sich mehr als 200 Millionen US-Amerikaner für die Wahl registriert.

22:00 Uhr: Aufwärmen für die Debattennacht mit Saturday Night Live…

21:30 Uhr: Brandaktuelle Umfrage zur Hauptwahl in Utah von Emerson Polling.
McMullin liegt erstmals in Führung mit 31%, gefolgt von Trump mit 27%, Clinton mit 21% und Johnson mit 5%. Informationen zu den Drittkandidaten bekommt ihr hier.

21:00 Uhr: Trump nahm zwar weiterhin einige Wahlkampfveranstaltungen wahr. Jedoch bereitete auch er sich diesmal ausführlich auf die TV-Debatte vor. Der Gouverneur von New Jersey, Chris Christie, durfte in die Rolle von Hillary Clinton schlüpfen. Der republikanische Parteichef Reince Priebus mimte den Moderator.

20:30 Uhr: Clinton hatte in den vergangenen Tagen keine öffentlichen Auftritte, um sich komplett auf das letzte TV-Duell vorzubereiten.

20:00 Uhr: Die TV-Debatte wird wie gewohnt im Livestream auf #Blog1600Penn über Twitter zu sehen sein. Ebenso übertragen u.a. CNN, Phoenix und das ZDF das letzte Duell zwischen Clinton und Trump.

HIGH-FIVE mit dem republikanischen Politikberater Luis Alvarado

Die Kandidatur von Donald Trump spaltet nicht nur die Vereinigten Staaten von Amerika, sondern auch die republikanische Partei. Zahlreiche prominente Republikaner haben sich von ihrem eigenen Präsidentschaftskandidaten distanziert.

Im neuesten HIGH-FIVE-Interview sprach #Blog1600Penn mit dem Republikaner und Politikberater Luis Alvarado unter anderem über die Kritik an Trump und die Zukunft der republikanischen Partei.

Sie haben auf Twitter geschrieben, dass Donald Trump nicht für das Präsidentenamt der Vereinigten Staaten geeignet sei. Was sind Ihre Beweggründe?

luis_sitepicLuis Alvarado: Trump hat weder exekutive Erfahrungen noch hat er überhaupt ein Verständnis für die Funktionsweisen von Regierungsbehörden.

Als erfolgreicher Geschäftsmann behauptet Trump zwar auch für die exekutive Gewalt qualifiziert zu sein. Allerdings hat er seine Steuererklärung bis dato noch nicht veröffentlicht, um seine Behauptung, dass er kompetent sei, zu unterstreichen [Anm.: In den USA ist es seit Jahrzehnten üblich, dass Präsidentschaftskandidaten ihre Steuererklärungen zur Steigerung der Transparenz veröffentlichen].

Zuletzt schlägt Trumps Behauptung, als Geschäftsmann gute Abkommen schließen zu können, mit den strengen Regeln der Diplomatie und Koalitionsbildungen im In- und Ausland fehl.

Trumps Kampagne unterscheidet sich in so ziemlich jedem Aspekt signifikant von bisherigen Wahlkampagnen. Denken Sie, dass er mit seiner Strategie überhaupt eine Chance hat die Präsidentschaftswahl zu gewinnen? Und: Hat Trump überhaupt eine Strategie?

3Alvarado: Herr Trump hat die kostenlose Berichterstattung über ihn genutzt, um mit der republikanischen Basis in Verbindung zu treten und letztendlich die Kandidatur der Partei zu gewinnen. Das war ein Kunststück.

Aber in der Hauptwahl muss er Unabhängige und ein paar Demokraten von sich überzeugen, um die Wahl zu gewinnen. Als nächsten Schritt muss er die Basis und die neu hinzugewonnenen Wähler motivieren, auch wirklich wählen zu gehen. Wir nennen das einen „Get Out The Vote effort“, also eine Kampagne zur Erhöhung der Wahlbeteiligung. Hierfür wird jedoch ein starker Wahlkampf vor Ort benötigt.

In der Regel erstellen moderne Präsidentschaftswahlkampagnen ihre eigene Strategie zur Identifikation und Beeinflussung potentieller Wählergruppen und eine eigene Kampagne zur Erhöhung der Wahlbeteiligung. Zudem wird die Wahlkampforganisation der Partei übernommen.

Herr Trump hat allerdings nur die Organisation der republikanischen Partei übernommen, aber keine glaubwürdige Kampagne darum gebaut. So hat es seine Kampagne sehr schwer in Schwung zu kommen.

In wie weit schadet Trumps Kandidatur der republikanischen Partei?

Alvarado: Der Schaden ist für die Partei enorm. Er hat die republikanische Koalition aus fiskalpolitischen/verfassungstreuen Konservativen, Moderaten und Evangelikalen beschädigt. Nach der Wahl wird es eine starke Führung brauchen, um die Partei wieder aufzubauen und schlagkräftig zu machen.

Glücklicherweise haben sich viele Republikaner ausreichend von Trump distanziert, um von ihm nicht negativ beeinflusst zu werden. Dennoch wird erwartet, dass Demokraten die Senatsmehrheit gewinnen [Anm.: Aktuell besitzen die Republikaner eine Mehrheit im Senat und im Repräsentantenhaus].

Andererseits hilft die negative Sichtweise auf Ex-Außenministerin Hillary Clinton den weiteren im Wahlkampf stehenden Republikanern ein klein wenig [Anm.: Neben den Präsidentschafts- und Kongresswahlen stehen auch noch eine Vielzahl von Wahlen in den einzelnen Staaten an].

Bei den innerparteilichen Vorwahlen gingen einige hochqualifizierte Republikaner in das Rennen. Dennoch entschied Trump die republikanische Nominierung für sich. Was waren die Gründe?

Alvarado: Ähnlich der Entwicklung in Europa gibt es auch in den USA ein starkes nativistisches Gefühl und Ängste bezüglich demographischer Veränderungen, die durch vermehrte Einwanderung und dem Verlust von Arbeitsplätzen für die Mittelklasse ausgelöst werden.

Herr Trump hat diese Ängste angesprochen und die Naivität der Wählerschaft für sich genutzt. Zudem hat er die modifizierten internen Regeln der republikanischen Partei benutzt, um ausreichend Wähler in traditionellen roten Staaten für sich zu gewinnen.

Wer wird der 45. Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika sein?

Alvarado: Hillary Clinton.

Vielen Dank für das Gespräch!

Das Interview führte Kai-Uwe Hülss und wurde aus dem Englischen übersetzt. 


Dieses Interview erschien auch auf der Seite von The Huffington Post Deutschland

germany.gif


Bildquellen: Luis Alvarado; Creative-Commons-Lizenzen; Canva.com

Wochenrückblick – 24 Tage vor der Wahl

Bei der US-Präsidentschaftswahl 2016 geht es schon lange nicht mehr um die zukünftige politische Ausrichtung der Vereinigten Staaten. Weder die Kampagne von Hillary Clinton noch von Donald Trump hat Interesse an einer thematischen Auseinandersetzung. Folglich wartet der #Blog1600Penn-Wochenrückblick 24 Tage vor der Wahl mit weiteren Skandalen und persönlichen Verunglimpfungen auf.

Die zweite TV-Debatte zwischen Clinton und Trump war ein wahres Feuerwerk von gegenseitigen Anschuldigungen.

Der Sprecher des Repräsentantenhauses und mächtigste Republikaner am Capitol Hill, Paul Ryan, wird sich in den verbleibenden Wahlkampfwochen auf die Kongresswahlen konzentrieren und nicht mehr Donald Trump verteidigen.

Trump hat daraufhin dem republikanischen Establishment den offenen „Krieg“ erklärt.

Weitere Anschuldigungen gegen Trump: Der Immobilienmogul soll diverse Frauen in der Vergangenheit „begrapscht“ haben.

Währenddessen veröffentlicht WikiLeaks nahezu täglich neue Dokumente aus dem Innenleben von Clintons Kampagne.

Bill Clinton äußerte sich derweil abwertend gegenüber „Rednecks“ – obwohl er einst selbst dieser Personengruppe angehörte. Ebenso wird der Ex-Präsident mit Vergewaltigungsvorwürfen konfrontiert – nicht nur aus dem Publikum heraus.

Mit scharfen Attacken auf Trump machte First Lady Michelle Obama bei einer Wahlveranstaltung für Clinton auf sich aufmerksam.

Nahezu zeitgleich holte Trump bei einer Veranstaltung in Florida zum Rundumschlag gegen Clintons Kampagne und den Leitmedien aus.

blog1600penn

1-000-2