Gerüchteküche: Wer plant die Bekanntgabe seiner Kandidatur?

Die ersten Politiker haben in den letzten Wochen ihre Bewerbung um die Präsidentschaftskandidatur ihrer jeweiligen Partei abgegeben. Doch wie sieht es mit den weiteren potentiellen Kandidaten aus? Unsere Übersicht gibt Aufschluss:

1179px-Republicanlogo.svg Republikaner

Dr. Ben Carson wird voraussichtlich seine Bewerbung am 04. Mai in Detroit verkünden und darf sich somit die Aufmerksamkeit mit der wohl einzigen Frau im republikanischen Feld teilen. Denn die ehemalige Chefin von Hewlett-Packard, Carly Fiorina wird ihre Kandidatur am gleichen Tag – jedoch lediglich im Internet – verkünden. Tags darauf erscheint ihr neues Buch „Rising to the Challenge: My Leadership Journey„.

Mike Huckabee hat zu einer Veranstaltung am 05. Mai in seinen Geburtsort nach Hope/ Arkansas geladen. Er dürfte an diesem Tag seinen Hut in den Ring werfen. Die erste Maiwoche wird somit ganz im Zeichen des Vorwahlkampfes stehen.

Ebenfalls im Mai will sich Senator Lindsey Graham entscheiden.

Chris Christie, moderater Gouverneur von New Jersey, lässt sich hingegen noch Zeit. Nachdem sein Stern durch dessen vorbildliche Bewältigung der Naturkatastrophe des Hurrikan Sandy im Jahr 2012 hell erleuchtete, scheint dieser nach einigen Skandälchen nicht mehr ganz so hell. Christie lotet derzeit eine Kandidatur aus, bereist diverse Staaten und lässt sich in Talkshows blicken. Eine Entscheidung wird zu Beginn des Sommers erwartet.

Jeb Bush, ehemaliger Gouverneur und hochgehandelter potentieller Kandidat, will sich ebenso erst im Sommer äußern wie Rick Perry. Mit einer Entscheidung bei Scott Walker, Gouverneur von Wisconsin, und Bobby Jindal, Gouverneur von Louisiana, wird nicht vor Juni gerechnet.

polls_dem_4600_506736_answer_1_xlarge  Demokraten

Die Kandidatur bei den Demokraten scheint zu Gunsten von Hillary Clinton entschieden, bevor der Vorwahlkampf richtig beginnt. Dachte man. Nun häufen sich die Skandale um die Finanzierung ihrer Stiftung. In wie weit diese der ehemaligen Außenministerin Schaden werden, bleibt abzuwarten.

Unerwartete Konkurrenz könnte Clinton durch eine Kandidatur des ehemaligen Gouverneurs von Rhode Island, Lincoln Chafee, bekommen. Dieser hatte als Senator einst gegen den Irak-Krieg gestimmt, gilt als Freund von Präsident Obama und lotet nun überraschenderweise eine Kandidatur aus.

Bernie Sanders will sich zu seinen Ambitionen am 30. April äußern. Bei Martin O’Malley wird mit einer Entscheidung im Mai gerechnet.

Noch 18 Monate bis zur Präsidentschaftswahl. Und die Spannung steigt schon jetzt.


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KANDIDATUR VERKÜNDET: Marco RUBIO (R)

„Der prognostizierte Gewinner: Marco Rubio!“ Eine Überraschung. Diesen Wahlabend im Herbst 2010 empfand der frisch gewählte US-Senator für Florida, Marco Rubio, als surreal, wie er in seiner Biographie An American Son schreibt.

Diese Empfindung hatte seinen Grund. Denn Rubio trat gegen den Gouverneur von Florida, Charlie Christ, an. Mit Unterstützung der Tea Party wurde Rubio in den Senat gewählt. Ein Sieg von David gegen Goliath. Rubios politischer Aufstieg setzte sich, nachdem er schon seit 2000 als Abgeordneter im Staat Florida tätig war, bundesweit fort.

TIME: Marco Rubio – Retter der republikanischen Partei

Rubio gehört seitdem zu jener jungen Crew republikanischer Abgeordneter, die in Washington D.C. auf sich aufmerksam machen.

Mit seinem wortgewandten und charismatischen Auftreten hat es Marco Rubio nicht nur auf die Titelseite des renommierten TIME Magazine geschafft. 2013 durfte er auch die republikanische Antwort auf Barack Obamas State of the Union geben. Eine Ehre – insbesondere für einen frischgewählten Senator.

Politisch steht Rubio für den konservativen Flügel in der GOP. Außenpolitisch stellt er einen Hardliner dar und lehnt folglich auch den von Obama ausgehandelten Iran-Deal und die Annäherung mit Kuba ab.

Als Präsident will der 43-jährige vierfache Familienvater ein weiteres, neues amerikanisches Jahrhundert ausrufen. Neben der oben erwähnten starken außenpolitischen Präsenz steht Rubio für die Abschaffung beziehungsweise Reformierung der umstrittenen Gesundheitsreform und für eine Einwanderungsreform. Bei letzterem Anliegen hat sich Rubio beim rechten Flügel der republikanischen Partei keine Freunde gemacht – der Unterstützung der Tea-Party kann er sich seitdem nicht mehr hundertprozentig Gewiss sein.

We must change the decisions we are making by changing the people who are making them. (Marco Rubio)

Rubios Alleinstellungsmerkmal ist insbesondere seine Verkörperung des amerikanischen Traumes. Als Sohn kubanischer Einwanderer, die als Barkeeper beziehungsweise Hausmädchen arbeiteten, hatte er sich zunächst zum Anwalt hochgearbeitet bevor es ihn in die Politik zog. Seitdem hat er keine Wahl verloren. Aufsteiger sind bei Amerikaner von jeher beliebt.

Nun also strebt Rubio die Vollendung seines Traumes an: Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika zu werden. Ein Präsident, der für die Zukunft steht. Und nicht für das Vergangene, wie es die Clintons und Bushs verkörpern. Mit diesem Seitenhieb grenzte sich Marco Rubio schon zu Beginn seiner Wahlkampagne im Freedom Tower zu Miami offensiv von so manchem Mitbewerber ab. Ein Versprechen und eine Kampfansage zugleich. Ob Rubio auch 2016 noch jede Wahl gewonnen haben wird?

Die Antrittsrede von Marco Rubio:

Hat mittlerweile Kultstatus erlangt – Marco Rubio und dessen Griff zur Wasserflasche während seiner Antwort auf die State of the Union:

Website: https://marcorubio.com
Twitter: https://twitter.com/marcorubio
Facebook: https://www.facebook.com/MarcoRubio?fref=ts

KANDIDATUR VERKÜNDET: Hillary CLINTON (D) – Mit Hillary zurück in die Zukunft

Nun ist es also offiziell. Vergleichsweise unspektakulär hat Hillary Rodham Clinton (HRC) mit einer Videobotschaft ihre Bewerbung um die demokratische Präsidentschaftskandidatur eingereicht. „Die ewige Favoritin“, wie die FAZ titelte, macht sich nun zum zweiten Male auf den Weg zur US-Präsidentschaft.

Schon 2008 ging HRC als Favoritin in das Rennen. Doch musste sie sich einem jungen, aufstrebenden Senator aus Illinois geschlagen geben. Barack Obama stand nach acht Jahren George W. Bush für Erneuerung, gab den kriegsmüden Amerikanern mehr Hoffnung als die Kandidatin des Establishments, Hillary Clinton.

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Welcher Kandidat versteckt sich im Osternest?

Während der amtierende Präsident den Osterhasen im Weißen Haus begrüßt, verstecken sich potentielle Bewerber auf die Nachfolge Obamas im Osternest. Welche Überraschungen die Ostereier- beziehungsweise Kandidatensuche mit sich bringt, erfahrt ihr nachfolgend.

Dass Rand Paul (R) kurz nach dem Osterfest seine Kandidatur am 07. April wohl bekanntgeben wird, ist kein Geheimnis mehr. Anders sieht es bei Marco Rubio (R), dem jungen Senator aus Florida, aus. Dieser wird möglicherweise seine Kandidatur eine Woche nach Paul, nämlich am 13. April, verkünden.

Dr. Ben Carson (R) wiederum plant eine Vorentscheidung bezüglich seiner Präsidentschaftsbewerbung Ende März/ Anfang April zu fällen. Bei Jeb Bush (R) ist ein offizieller Eintritt in das Rennen um das Weiße Haus nicht vor Sommer diesen Jahres zu erwarten. Eine Kandidatur Bushs gilt jedoch als sicher, hat er doch schon $ 100 Millionen in den ersten drei Monaten des Jahres 2015 an Spenden eingesammelt.

Dem Sender Fox News hat Carly Fiorina (R) verraten, dass ihre Chancen einer Kandidatur bei über 90 Prozent stehen. Mit der ehemaligen Chefin von Hewlett-Packard könnte das republikanische Bewerberfeld nicht nur an Quantität, sondern auch an Qualität und Diversität hinzugewinnen. Eine endgültige Entscheidung wird Ende April/ Anfang Mai erwartet.

Fiorina stimmte auch gleich eine viel beachtete Kritik an Hillary Rodham Clinton (D) und deren Umgang in der e-Mail-Affäre an:

There’s a competence issue now. Anyone in 2015 who says you can’t have two email accounts on a single device obviously doesn’t understand technology. (Carly Fiorina)

Nachdem Clinton nun die Hälfte aller e-Mails von ihrer Zeit im Außenministerium gelöscht hat, kommt der Anschein auf, dass Hillary etwas zu verbergen habe. Die Republikaner werden sich über diese Angriffsfläche freuen. Und HRC versuchen weitere Skandale zu vermeiden beziehungsweise zu verstecken. Doch zunächst ist die Ostereiersuche mit ihrer Enkeltochter an der Reihe.

Ein Skandal kommt selten allein

In der vergangenen Woche startete die viel umjubelte Polit-Serie „House of Cards“ ihre dritte Staffel. Hierbei handelt es sich um Skandale und Intrigen des Washingtoner Politikbetriebes. Sicherlich etwas überspitzt dargestellt, doch auch die Realität hat Stoff für einen Vorwahlkampf-Thriller.

Zunächst wurde in den vergangenen Tagen aufgedeckt, dass Hillary Rodham Clinton in ihrer Zeit als Außenministerin nicht, wie üblich, einen dienstlichen e-Mail Account benutzte, sondern einen Privaten. Clinton verstieß hiermit insbesondere gegen die Sicherheitsrichtlinien der Administration. Ein Vorgang, welcher einmal mehr die Schwächen der Favoritin auf die Präsidentschaftswahl 2016 aufzeigt: Sturheit und das Bewusstsein, sich gegen bestehende Regeln hinwegsetzen zu können.

Die Woche hätte für den möglichen republikanischen Kandidaten Dr. Ben Carson so gut verlaufen können. Erst kam er beim CPAC-Stimmungsbarometer auf einen guten vierten Platz der potentiellen Kandidaten. Dann ließ er verlauten, dass er die Möglichkeit einer Kandidatur vertieft ausloten will.

Doch die guten Nachrichten des Neurochirurgen wurden bald von seinem Statement, dass Homosexualität eine aktive Wahl sei, überschattet. Ein medialer Hurrikan machte sich über den Polit-Outsider breit. Doch nicht genug. Wenig später ruderte Dr. Carson zurück und stellte klar, dass er sich sehr wohl auch für Homosexuelle einsetze und diese keineswegs diskriminieren wollte.

I support human rights and Constitutional protections for gay people (…)
I am not a politician and I answered a question without really thinking about it thoroughly. No excuses.

Nachdem Dr. Carson mit erster Aussage liberale Amerikaner verschreckte, hat er nun auch einen schweren Stand im konservativen Umfeld. Für die republikanische Vorwahl hat er sich somit einen Bärendienst erwiesen.