Wie der Vater, so der Sohn

Kennedy. Bush. Clinton. Wer kennt sie nicht, die US-amerikanischen Politdynastien? Bei den Präsidentschaftswahlen 2016 wird es wohl zum ultimativen Schlagabtausch der einflussreichsten Familien kommen. Eine Kandidatur des libertären Republikaners Rand Paul aus Kentucky passt hierbei nur zu gut ins Bild.

Als Sohn des langjährigen Kongressabgeordneten und mehrmaligen Präsidentschaftskandidaten Ron Paul ist Rand nun in dessen Fussstapfen getreten. Seit 2010 Senator, ist nun Rand die Stimme der Freiheit am Capitol Hill.

Nun verdichten sich die Gerüchte, dass Rand Paul seine Kandidatur nach dem NCAA Finalspiel am 06. April 2015 offiziell verkünden wird. Schauplatz soll das Louiseville Galt House, dem offiziellen Hotel des Kentucky Derby, sein.

Paul können durchaus ernsthafte Chancen auf die republikanische Präsidentschaftskandidatur eingeräumt werden. Wie sein Vater Ron erfreut sich Rand einer breiten Basisunterstützung. Ein weiterer Pluspunkt liegt in seinem vergleichsweise moderatem Auftreten. Die Spannung im Vorwahlkampf steigt!

Stimmungsbarometer 3/15: HRC sucht ihren Herausforder

Bis auf Jim Webb hat bislang zwar noch kein potentieller Präsidentschaftskandidat offiziell seinen Hut in den Ring geworfen, doch gibt ein Blick auf aktuelle Umfrageergebnisse schon erste Anzeichen für den Erfolg oder Misserfolg einer Kandidatur. Freilich ist bis zu den ersten Vorwahlen noch etwas Zeit, doch sind Umfragen insbesondere für potentielle  Spender von Interesse.

Bei den Demokraten hat sich trotz der neuerlichen Turbulenzen um Hillary Rodham Clinton nichts geändert. HRC liegt weiterhin klar in Front. Nachfolgend die durchschnittlichen Umfragewerte von Real Clear Politics:

  1. Clinton 57,3%polls_dem_4600_506736_answer_1_xlarge
  2. Biden 12,8%
  3. Warren 12,3%
  4. Sanders 4,0%
  5. Webb 1,7%
  6. O’Malley 1,2%

Ganz anders sieht es bei den Republikanern aus. Bei den vielen potentiellen Kandidaten kann sich bislang niemand  vom Feld absetzen:

  1. Walker 16,2%1179px-Republicanlogo.svg
  2. Bush 15,8%
  3. Huckabee 11,6%
  4. Carson 10,6%
  5. Paul 8,2%
  6. Christie 6,4%
  7. Rubio 4,8%
  8. Cruz 4,4%
  9. Perry 2,6%
  10. Jindal und Santorum 2,0%

Bei der General Election sehen die Meinungsforschungsinstitute bislang Hillary Clinton gegen jeden ihrer republikanischen Konkurrenten in Führung liegen.

Ein Skandal kommt selten allein

In der vergangenen Woche startete die viel umjubelte Polit-Serie „House of Cards“ ihre dritte Staffel. Hierbei handelt es sich um Skandale und Intrigen des Washingtoner Politikbetriebes. Sicherlich etwas überspitzt dargestellt, doch auch die Realität hat Stoff für einen Vorwahlkampf-Thriller.

Zunächst wurde in den vergangenen Tagen aufgedeckt, dass Hillary Rodham Clinton in ihrer Zeit als Außenministerin nicht, wie üblich, einen dienstlichen e-Mail Account benutzte, sondern einen Privaten. Clinton verstieß hiermit insbesondere gegen die Sicherheitsrichtlinien der Administration. Ein Vorgang, welcher einmal mehr die Schwächen der Favoritin auf die Präsidentschaftswahl 2016 aufzeigt: Sturheit und das Bewusstsein, sich gegen bestehende Regeln hinwegsetzen zu können.

Die Woche hätte für den möglichen republikanischen Kandidaten Dr. Ben Carson so gut verlaufen können. Erst kam er beim CPAC-Stimmungsbarometer auf einen guten vierten Platz der potentiellen Kandidaten. Dann ließ er verlauten, dass er die Möglichkeit einer Kandidatur vertieft ausloten will.

Doch die guten Nachrichten des Neurochirurgen wurden bald von seinem Statement, dass Homosexualität eine aktive Wahl sei, überschattet. Ein medialer Hurrikan machte sich über den Polit-Outsider breit. Doch nicht genug. Wenig später ruderte Dr. Carson zurück und stellte klar, dass er sich sehr wohl auch für Homosexuelle einsetze und diese keineswegs diskriminieren wollte.

I support human rights and Constitutional protections for gay people (…)
I am not a politician and I answered a question without really thinking about it thoroughly. No excuses.

Nachdem Dr. Carson mit erster Aussage liberale Amerikaner verschreckte, hat er nun auch einen schweren Stand im konservativen Umfeld. Für die republikanische Vorwahl hat er sich somit einen Bärendienst erwiesen.

Jeb Bush kommt im Oktober nach Deutschland

Noch hat zwar kein Republikaner seine Kandidatur offiziell bekanntgegeben, doch die Berichterstattung wird weiterhin von der GOP bestimmt. In dieser Woche hat beispielsweise Jeb Bush eine vielbeachtete, aber wenig inhaltlich überraschende, außenpolitische Grundsatzrede gehalten.

Bei aller Liebe zu seinem Vater, Präsident George H. W. Bush, und zu seinem Bruder, George W. Bush, will sich Jeb in seiner Politik von ihnen abgrenzen:

Ich bin ein eigenständiger Mann.

Folgerichtig stellt Jeb Bush auch fest, dass im Irak einige Fehler von den USA gemacht wurden. Die falsche Kriegsbegründung von Seiten der Administration seines Bruders bis hin zu einer fehlenden außenpolitischen Stärke der Vereinigten Staaten unter Obama stachen in seiner Rede hervor.

Bush selbst plädiert für eine offensive außenpolitische Ausrichtung der Vereinigten Staaten. Konflikte sollen schon vor Ort eingedämmt werden.

Jeb Bush hat sich nicht nur mit einer außenpolitischen Grundsatzrede für eine Präsidentschaftskandidatur weiter ins Spiel gebracht. Der ehemalige Gouverneur von Florida wird im Oktober auch im Rahmen der Wiedervereinigsungsfeierlichkeiten in Frankfurt/ Main auf Deutschland-Tournee sein. 

Ebenso plant Jeb den Geschäftsführer des America Rising PAC, Tim Miller, als Kommunikationsdirektor seiner anstehenden Präsidentschaftswahlkampagne zu engagieren. Miller gilt als aggressiver und dynamischer Wahlkämpfer.

Kein Romney-Hattrick

In den vergangenen Wochen wurde über einen dritten Anlauf von Mitt Romney, republikanischer Präsidentschaftskandidat 2012, in das Weiße Haus einzuziehen, spekuliert. Doch diesen Spekulationen setzt der ehemalige Gouverneur von Massachusetts am Freitag ein Ende.

„Ich habe entschieden, dass es am besten ist, anderen Anführern der Partei die Möglichkeit zu geben, unser nächster Kandidat zu werden.“ (Mitt Romney)

Die Erklärung im Wortlaut findest du hier.

Der 6-jährige Wahlkampf des Mitt Romney ist in der Netflix-Produktion „Mitt“ eindrucksvoll dokumentiert: