Im Präsidentschaftswahlkampf 2024 wurde über „kinderlose Katzen-Frauen“ diskutiert, es wurde die Behauptung aufgestellt, dass illegal in den USA lebende Migranten „Hunde und Katzen gegessen“ haben sollen und auf den Wahlkampfbühnen stahlen Stars von Beyoncé bis Bruce Springsteen den Präsidentschaftskandidaten die Schau.
Dabei geht es in einer Demokratie doch eigentlich um den Wettstreit politischer Ideen. Welcher Kandidat hat für die Mehrheit der US-Amerikaner das attraktivere politische Programm? Im Verlauf des Wahlkampfs wurden für den Wahlausgang mitentscheidende Politikbereiche auf „1600 Pennsylvania“ analysiert. Im nachfolgendem Beitrag gibt es sodann kurze Zusammenfassungen diesbezüglich mit Verlinkungen zu den weiterführenden Analysen.
Wirtschaft
Das reale Bruttoinlandsprodukt der USA ist im Vergleich zum Vorjahresquartal um 2,7 Prozent gewachsen. Der Arbeitsmarkt hat sich ebenso von der Coronavirus-Pandemie erholt, die Arbeitslosenquote stieg zuletzt aber wieder über die 4-Prozentmarke an. Die Inflationsrate liegt derzeit bei 2,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Trotz dieser vergleichsweise positiven Daten ist die Mehrheit der US-Amerikaner unzufrieden mit der wirtschaftlichen Entwicklung. Die Wirtschaftspolitik ist infolgedessen das wichtigste Wahlkampfthema.
Wie schon in der Rubrik uswahl2024 Updates veröffentlicht wurde, haben Vizepräsidentin Kamala Harris und Donald Trump zahlreiche Vorschläge zur Verbesserung des ökonomischen Klimas vorgelegt. Während die Demokratin primär auf einen starken Staat, zum Beispiel durch Subventionen für Privatleute und Klein(st)unternehmer und höhere Steuern für Reiche setzt, plädiert der Republikaner für einen schlanken Staat. Geht es nach Trump, sollen Steuern massiv gesenkt und die Bürokratie abgebaut werden. Um Arbeitsplätze in den USA zu sichern, sollen hohe Zölle auf Importe aus dem Ausland eingeführt werden.
Migration
In den USA leben Schätzungen zur Folge mindestens elf Millionen illegal eingewanderte Personen. Millionen weitere rechtswidrige Grenzübertritte wurden zudem in den vergangenen Jahren festgestellt. Vor diesem Hintergrund plant Trump die „größten Massenabschiebungen in der Geschichte der USA“. VP Harris hingegen will den illegalen Migranten Wege zur Legalität aufweisen. Für einen besseren Grenzschutz an der US-Südgrenze treten beide Kandidaten ein, wenngleich Trump auf deutlich restriktivere Massnahmen setzen will. Die ausführliche Analyse zur Migrationskrise in den USA vor dem Hintergrund der Präsidentschaftswahl ist hier zu lesen (Klick hier).
Lebensschutz vs Wahlfreiheit
Seitdem der Supreme Court das Recht für die Gesetzgebung von Schwangerschaftsabbrüchen an die Bundesstaaten zurückgegeben hat, ist das Thema Lebensschutz vs Wahlfreiheit wieder weit oben auf der Agenda. Während Trump das geltende Recht verteidigt, setzt sich VP Harris für ein landesweites liberales Abtreibungsrecht nach dem Vorbild von Roe vs Wade ein. Weitere Einzelheiten zur Thematik sind hier einsehbar (Klick hier).
Naher Osten
Außenpolitik spielt bei US-Präsidentschaftswahlen traditionell eine untergeordnete Rolle. Der wieder aufgeflammte Konflikt im Nahen Osten ist allerdings für progressive sowie für muslimische US-Amerikaner, bedeutende Wählergruppen der Demokraten, von hoher Bedeutung. VP Harris setzt sich infolgedessen für eine Waffenruhe ein. Gleichwohl die Demokratin das Selbstverteidigungsrechts Israels mehrmals betonte, adressiert sie doch auch das „Leid der Palästinenser“. Trump hingegen gilt als enger Freund Israels. Die Analyse zum Nahen Osten vor dem Hintergrund der Präsidentschaftswahl ist hier zu lesen (Klick hier).
Ukraine
Der russische Angriffskrieg auf die gesamte Ukraine befindet sich mittlerweile schon in seinem dritten Jahr. Die Ukraine verteidigt sich tapfer, auch dank westlicher Waffenlieferungen. Doch das zögerliche und teilweise ängstliche Handeln von Seiten des Weißen Hauses versagten es der Ukraine bislang die russischen Invasoren komplett von ihrem Territorium zurückzudrängen. VP Harris dürfte wohl diese Politik von Präsident Joe Biden fortführen, wenngleich sie sich in diesem Politikfeld noch nicht detaillierter äußerte. Trump hingegen will den Krieg schnellstmöglich beenden. Eine ausführliche Analyse gibt es auf dieser Seite (Klick hier).
Klimapolitik
Die Bedrohung der Auswirkungen des menschengemachten Klimawandels sind real, doch im diesjährigen Wahlkampf spielte der Klimaschutz kaum eine Rolle. Während VP Harris weitestgehend die klimapolitischen Anstrengungen der Biden-Administration fortsetzen will, plädiert Trump unter anderem für verstärkte Ölbohrungen und für die Abschaffung von Subventionen für Elektroautos. Weitere Details sind in folgendem Beitrag einsehbar (Klick hier).

Bildquellen: Creative-Commons-Lizenzen (via Google); Canva.com; eigene Grafiken.
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Ein Gedanke zu “Die politischen Forderungen von VP Harris und Trump im Vergleich”
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