Die Vorwahlen – Iowa: Cruz, Rubio und Sanders holen sich das Momentum

Die größte Gewinnerin der ersten Vorwahl in Iowa: die Demokratie. Die Wahl im Hawkeye-State erfreute sich einer hohen Wahlbeteiligung, allein am republikanischen „caucus“ nahmen knapp 60.000 mehr Bürger teil, als noch im Jahr 2012. Mit nunmehr 180.000 Wählern wurde eine Rekordwahlbeteiligung auf Seiten der GOP verzeichnet. Insbesondere evangelikale Christen und erstmalige Vorwahlteilnehmer konnten mobilisiert werden.

Iowa versprach schon im Vorfeld eine enorme Spannung, die am Wahlabend noch einmal gesteigert werden konnte. Zwischen Hillary Clinton und Bernie Sanders entwickelte sich ein dramatischer Kampf um jede einzelne Stimme. Letztendlich setzte sich Clinton hauchdünn durch.

Cruz1Die Gewinner des Abends

Ted Cruz. Der junge Senator aus Texas hatte sich in Iowa nicht nur eine starke Wahlkampfstruktur aufgebaut, sondern bereiste auch jedes noch so abgelegene Städtchen. Mit kleinen, kontinuierlichen Schritten baute er somit ein fast schon persönliches Verhältnis mit den Bewohner des HRC1Hawkeye-States auf. Der Lohn: ein schon nahezu unverhoffter Sieg in Iowa und die Hoffnung auf ein ebenso gutes Abschneiden am Super Tuesday, an dem insbesondere in Südstaaten gewählt wird. Cruz kann dort eine nahezu ebenso gute Wahlkampforganisation vorweisen.

Marco Rubio. Das Ergebnis des Se
nators aus Florida war die Überraschung des republikanischen Wahlabends. Dass Rubio auf dem dritten Rang in das Ziel kommen wi
rd, hatte sich zwar in den vergangenen Wochen schon abgezeichnet. Mit 23,1% der Wählerstimmen liegt er jedoch weit über den Erwartungen – und rückte sogar noch Donald Trump gefährlich nahe. Ein gutes Abschneiden von Rubio in einer Woche in New Hampshire, und das Establishment könnte sich überraschend schnell auf den 44-jährigen als gemeinsamen Kandidaten gegen Cruz und Trump einigen.

Bernie Sanders. Wer vor einigen Wochen gedacht hätte, dass nur Zehntelprozentpunkte den 74-jährigen Senator aus Vermont von Hillary Clinton am Wahlabend trennen würden, wäre als Fantast betrachtet worden. Sanders machte den demokratischen „caucus“ in Iowa zu einem wahren Krimi und dürfte nun das sogenannte Momentum auf seiner Seite haben. Doch kann er diesen Rückenwind auch noch über New Hampshire hinaus für sich nutzen?

Die Verlierer des Abends

Donald Trump. Der Immobilienmogul hat die USA in den vergangenen Monaten in Atem gehalten, Umfragen unangefochten angeführt. Doch Trump hat es nicht vermocht, seine Umfragewerte in reale Wählerstimmen umzumünzen. Insbesondere die Kampagne von Cruz hat es besser verstanden, Anhänger an die Urne zu bringen. Der New Yorker führt zwar weiterhin deutlich in allen Umfragen zu den nächsten Vorwahlen, doch hat er nun seinen Nimbus der Unbesiegbarkeit verloren.

Mike Huckabee und Rick Santorum. 2008 beziehungsweise 2012 konnten Huckabee und Santorum noch die Vorwahl in Iowa für sich entscheiden. Diesmal hatten sie keine Chance. Huckabee hat seine Kandidatur, wie Martin O’Malley auf demokratischer Seite, bereits zurückgezogen.

Update 03.02.2016: Nach seinem fünften Platz hat Rand Paul nicht genug Momentum für seine Kampagne gesehen und diese beendet. Paul will sich nun auf seine Wiederwahl als US-Senator konzentrieren.

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Gesucht: Der 45. Präsident der Vereinigten Staaten

In einem Gastbeitrag für USA Tipps hat #Blog1600Penn alles Wissenswerte rund um den Beginn der US-Präsidentschaftswahlen zusammengestellt. 

Das größte, teuerste und längste Wahlspektakel des Planeten tritt in die heiße Phase: Amerika wählt! Gesucht: Der 45. Präsident der Vereinigten Staaten. Mit dem Beginn der Vorwahlen zum US-Präsidentschaftswahlkampf wird nämlich zugleich das Ende der Präsidentschaft Barack Obamas eingeläutet. Obama darf nach zwei Amtszeiten nicht noch einmal antreten.

Doch wer wird sein Nachfolger oder seine Nachfolgerin im Weißen Haus? Die Wahl verspricht eine enorme Spannung. Die Medienaufmerksamkeit ist so groß wie selten, die Einschaltquoten der Vorwahl-Debatten haben schon jetzt alle Rekorde gebrochen!

Wahlkampf läuft schon seit einem Jahr

Schon seit einem Jahr sind die Kandidaten im aktiven Wahlkampfmodus. Im Jahr 2015 wurden Kandidaturen ausgelotet, verkündet oder gar verworfen, wie es Vizepräsident Joe Biden tat. Die vergangenen 365 Tage standen im Zeichen, sich eine möglichst gute Ausgangsposition für die Vorwahlen zu verschaffen.

Mit anderen Worten ausgedrückt: Spenden sammeln und seinem Namen nationale Bekanntheit verleihen. Eine Phase, in der es primär um Aufmerksamkeit und weniger um konkrete politische Inhalte geht.

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Stimmungsbarometer 01/2016: Alle Blicke auf Iowa

Das Warten hat ein Ende, der Vor-Vorwahlkampf neigt sich dem Ende entgegen. Am Montag, 01. Februar, beginnen die Vorwahlen zur demokratischen beziehungsweise republikanischen Präsidentschaftskandidatur mit dem „Caucus“ in Iowa. Welche Kandidaten als Favoriten in den Vorwahlkampf gehen, lest ihr hier!

Die Grundlage für das Stimmungsbarometer 01/2016 sind die durchschnittlichen Umfragewerte von Real Clear Politics für den Zeitraum zwischen dem 07.01. und 27.01.2016. Alle Angaben in Prozent und ohne Gewähr. (Grün/ Rot = Zum vorherigen Stimmungsbarometer an Prozentpunkten gewonnen/ verloren)


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Während Bernie Sanders in New Hampshire klar vor Hillary Clinton liegt, zeichnet sich für die Vorwahl in Iowa ein Kopf-an-Kopf-Rennen ab.

VORWAHL IOWA – Wahl am 01. Februar 2016

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VORWAHL NEW HAMPSHIRe – Wahl am 09. Februar 2016

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NATIONAL

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Bei der republikanischen Partei geht Donald Trump als Favorit in die ersten beiden Vorwahlen in Iowa und New Hampshire. Doch kann Trump seine starken Umfragewerte auch in reale Wählerstimmen ummünzen?

Ebenso wird es spannend zu beobachten sein, welcher Kandidat des Establishments am besten abschneidet. In Iowa liegt diesbezüglich Marco Rubio in Front – in New Hampshire John Kasich.

VORWAHL IOWA – Top 5 – Wahl am 01. Februar 2016

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VORWAHL NEW HAMPSHIRE – TOP 5 – Wahl am 09. Februar 2016

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NATIONAL

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George Pataki hat seine Kandidatur zurückgezogen.


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Negative Wahlwerbung kurz vor Iowa – Jeder gegen Jeden

Der Januar hat gehalten, was Wahlexperten versprochen hatten: Es wurde – und wird – mit harten Bandagen gekämpft. Zentrale Wahlkampfmittel sind seit jeher negative Wahlwerbespots.  Durch den Einfluss von Super PACs haben Fernsehspots, welche die Konkurrenz denunzieren, an Quantität gewonnen.

Kurz vor dem ersten Urnengang hat euch #Blog1600Penn einige Beispiele zusammengestellt!

„Conservative Solutions PAC“, der Marco Rubio nahesteht, greift Ted Cruz an:

Und auch Chris Christie wird vom „Conservative Solutions PAC“ nicht verschont:

Doch auch Marco Rubio selbst wird in ein schlechtes Licht gerückt, wie zum Beispiel von Jeb Bushs „Right To Rise USA“ Super PAC, wie folgende zwei Spots zeigen:

Wer denkt, dass negative Wahlwerbung lediglich ein republikanisches Phänomen ist, hat sich getäuscht. So greift Bernie Sanders indirekt Hillary Clinton an:

„Right To Rise USA“ macht auch vor John Kasich nicht halt:

Kasichs Super PAC „New Day for America“ steht dem in nichts nach und greift Bush an:

Ted Cruz ist ein gern gesehenes Ziel von negativen Spots. Bis zur Woche vor der Wahl in Iowa hat sich Cruz jedoch gewehrt, auf diesen Zug aufzuspringen. Sein Super PAC „Keep the Promise 1“ hat nun dennoch einen ersten negativen Wahlwerbespot veröffentlicht – gegen Donald Trump:

Bei all diesen negativen Werbespots gibt es zum Glück auch noch Mütter, die ihre Söhne vor der Vielzahl an Angriffen verteidigen – Barbara Bush zum Beispiel:


 

#DEMDEBATE: Sanders setzt HRC unter Druck

Clintons Herausforderer fühlen sich ungerecht behandelt. Die wenigen Fernsehdebatten, die ausgetragen werden, finden zu unvorteilhaften Sendezeiten statt. Die vierte Debatte, veranstaltet von NBC in Zusammenarbeit mit YouTube, bildete keine Ausnahme.

Denn das Aufeinandertreffen in Charleston, South Carolina, zwischen Clinton, Sanders und O’Malley fand abermals an einem Wochenende statt. An diesem Sonntag-Abend konkurrierten die Demokraten u.a. mit den Playoff-Spielen in der amerikanischen Football-Liga. Ein hoffnungsloses Unterfangen, zumal es sich um ein verlängertes Wochenende handelte – am Montag fand der Dr. Martin Luther King Jr. Day statt.

Durch diese Ansetzung(en) werden Clintons Herausforderern weniger Chancen geboten, sich national bekannter zu machen. Ein Problem, vor dem die ehemalige First Lady, Senatorin und Außenministerin bekanntlich nicht steht. Folglich sieht Sanders darin eine Einflussnahme der Parteiführung zu Gunsten Clintons.

Bernie Sanders im Angriffsmodus

Unbeeindruckt von diesen Voraussetzungen und angetrieben durch stetig steigende Umfragewerte in New Hampshire und Iowa, lieferte der 74-jährige Senator aus Vermont seine bislang beste Debatte ab.

Während sich Hillary Clinton als Verteidigerin der Präsidentschaft von Barack Obama gab, ging Sanders geschickt in die Offensive. Smart verband Sanders seine Kritik an Großbanken und Großunternehmen mit der Glaubwürdigkeit Clintons.

Denn im Gegensatz zu Clinton nimmt Sanders „kein Geld von Banken“ und bekommt auch keine „Zahlungen von Goldman Sachs für Vorträge“. Folglich, so Sanders, sei er besser geeignet das Wirtschafts- und Gesundheitswesen zu reformieren. Er sei schlicht unabhängiger.

Beim Thema der Gesundheitspolitik versuchte Clinton ihren größten Konkurrenten zu denunzieren, indem sie Sanders vorwarf auf republikanischen Wegen zu wandeln und Obamas Gesundheitsreform rückgängig machen zu wollen.

Sanders konterte, dass immer noch 29 Millionen Amerikaner ohne Gesundheitsversorgung sind. Um diese Situation zu verbessern, schlug der selbst ernannte demokratische Sozialist eine (weitere) Verstaatlichung des Gesundheitssystems vor.

Clinton vs. Sanders – ein Kampf der „Systeme“

Zum ersten Mal standen sich Hillary Clinton und Bernie Sanders auf Augenhöhe in einer TV-Debatte gegenüber. An diesem Abend hat sich gezeigt, vor welchen Alternativen die Demokraten stehen: Wollen sie eine Präsidentschaftsbewerberin mit viel Erfahrung und aus dem Establishment oder doch eher einen Revolutionär, der die Stärke seiner Kampagne auf seine Graswurzelbewegung zurückführt?

Ab Februar haben die demokratischen Anhänger die Wahl. Neueste Umfragen zeigen, dass Sanders in New Hampshire in Front liegt. In Iowa scheint sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen abzuzeichnen. Doch könnte Sanders überhaupt mögliche frühe Wahlerfolge auf die Südstaaten übertragen, in denen sich die Nominierung am Super Tuesday voraussichtlich vorentscheidet?

Bislang liegt Sanders in diesen Staaten in Umfragen sowie in der Wahlkampfstruktur weit hinter Clinton. Eine höhere Einschaltquote bei den Fernsehdebatten würde ihm bei seinem Angriff auf das demokratische Establishment schon einmal helfen.


Die Debatte in voller Länge

Die Redezeiten

DemDebateNBC


KANDIDATENBEURTEILUNG

Hillary Clinton: Solider Auftritt, trat als Verteidigerin der Präsidentschaft Obamas auf

Martin O’Malley: Wenn er mal das Wort ergreifen durfte, waren seine Aussagen für die Debatte durchaus gewinnbringend

Bernie Sanders: Verknüpfte seine Themen geschickt mit Angriffen auf Clinton; der Gewinner des Abends


Artikel zur Veranstaltung der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit in Kooperation mit dem Amerika-Haus NRW e.V. und den Democrats Abroad Germany: „U.S. Primaries – Debate the Debate“