„1600 Pennsylvania“ informiert über die aktuellsten repräsentativen Umfragen rund um US-amerikanische Politik (Pfeil nach oben/unten: Wert ist zum Vormonat gestiegen/hat abgenommen). Quellen, falls nicht anders angegeben, sind die auf Real Clear Politics veröffentlichten Durchschnittswerte der wichtigsten Umfrageinstitute.
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Repräsentative Umfragen rund um die #uswahl2024
Nicht-repräsentative Umfrage auf X (ehemals Twitter)
Die vollumfängliche russische Invasion der #Ukraine jährt sich in diesen Tagen zum zweiten Mal.
Bildquellen: Creative-Commons-Lizenzen (via Google); Canva.com; The White House;
U.S. Congress; eigene Grafiken. Zur besseren Lesbarkeit von Personenbezeichnungen und personenbezogenen Wörtern wird in der Regel die männliche Form genutzt. Diese Begriffe gelten für alle Geschlechter.
Die republikanische Präsidentschaftsvorwahl in Iowa hat das Wahljahr in den Vereinigten Staaten von Amerika offiziell eröffnet. Der Vorwahlkampf geht damit in eine neue, vorentscheidende Phase über. Die wichtigsten Hintergründe rund um das Wahlspektakel liefert das nachfolgende neueste #uswahl2024 Update.
Die Vorwahlen
Trump gewinnt Vorwahl in Iowa
Während eines Schneesturms und bei bis zu minus 27 Grad Celsius wurde die republikanische Vorwahl im Format eines Caucus in Iowa abgehalten. Unter diesen extremen Wetterbedingungen war es für die Kandidaten die größte Herausforderung, ihre Anhängerschaft zu motivieren, an den verschiedenen Wahlveranstaltungen teilzunehmen.
Für die Teilnehmer des Caucus in Iowa war die Migrationspolitik (40%) das wichtigste Thema, gefolgt von der Wirtschaftspolitik (35%).
Quelle: CBS.
Die beste Organisation sowie den höchsten Enthusiasmus unter den verschiedenen Unterstützergruppen stellte die Kampagne von Donald Trump dar. Der ehemalige Präsident gewann folgerichtig die Vorwahl in Iowa nach 99% ausgezählter Stimmen mit 51,0% aller abgegebenen Stimmen. Auf Rang Zwei im Hawkeye State kam Ron DeSantis mit 21,2%, gefolgt von Nikki Haleymit 19,1%. Noch nie in der Geschichte des Caucus in Iowa gewann ein Republikaner mit einem höheren Abstand als Trump in diesem Jahr.
In seiner Siegesrede rief Trump zur Einheit des Landes auf:
Hochrangige Republikaner unterstützen Trump
Trump konnte in den vergangenen Wochen weitere hochrangige Republikaner als Unterstützer für seine Präsidentschaftskandidatur gewinnen. Steve Scalise, Mehrheitsführer im U.S. Repräsentantenhaus, sowie Tom Emmer, House Majority Whip, haben sich für den 45. US-Präsidenten ausgesprochen. Marco Rubio, einflussreicher U.S. Senator aus Florida und Teilnehmer der republikanischen Präsidentschaftsvorwahlen 2016, hat sich ebenso hinter Trumps Kandidatur gestellt wie U.S. Senator Tom Cotton aus Arkansas.
Spendeneinnahmen im 4. Quartal 2023
Im vierten Quartal des Jahres 2023 konnte Haley ihre Spendeneinnahmen mehr als verdoppeln. Die ehemalige US-Botschafterin bei den Vereinten Nationen nahm $24,0 Millionen ein. Ihre Mitbewerber um die republikanische Präsidentschaftskandidatur haben ihre Einnahmen aus dem vergangenen Quartal noch nicht offengelegt. Der Demokrat Dean Phillips konnte $1,0 Millionen an Spenden generieren, Präsident Joe Biden $97 Millionen.
Koch-Netzwerk schaltet Werbeblitz für Haley
Das einflussreiche Koch-Netzwerk Americans for Prosperity Action hat in frühen Vorwahlstaaten sowie in Staaten des Super Tuesday (05.03.2024) Werbespots in der Höhe von $27 Millionen für Haley buchen lassen.
Kandidaturen beendet: Christie, Ramaswamy
Kurz vor Beginn der Vorwahlen hat Chris Christie seine Präsidentschaftskandidatur beendet. Der einstige Gouverneur von New Jersey sah einerseits auf Grund ausbaufähiger Umfragewerte keine realistische Chance mehr von seiner Partei nominiert zu werden. Andererseits wolle Christie „unter keinen Umständen dazu beitragen“, dass sich die Wahlchancen von Trump weiter erhöhen.
So viele Veranstaltungen hielten die Präsidentschaftskandidaten in #Iowa ab:
Kein anderer Republikaner hielt so viele Veranstaltungen im strukturell konservativen Iowa ab wie Vivek Ramaswamy. Dieser Aufwand zahlte sich für den jungen Unternehmer beim Iowa Caucus mit einem vierten Rang jedoch nicht aus, so dass Ramaswamy noch am Wahlabend seine Kandidatur zurückzog. Ramaswamy unterstützt nun die Kampagne von Trump. Alle Teilnehmer der republikanischen Vorwahlen in der Übersicht (Klick hier).
Die nächsten Vorwahlen: New Hampshire, Nevada
Die nächste republikanische Vorwahl findet am 23.01.2024 in New Hampshire im Format einer Primary statt. Der Bundesstaat gilt wegen seiner liberalen Ausrichtung und dem im Vergleich zum US-amerikanischen Durchschnitt höheren Bildungsgrad der Bevölkerung als Ausnahmewahl. Des Weiteren dürfen auch als unabhängige Wähler registrierte Personen an der republikanischen Vorwahl teilnehmen. Bedingungen, welche die Erfolgsaussichten für Haley steigern dürften. Im Granite State schreiten auch erstmals in diesem Wahlzyklus Demokraten an die Wahlurnen. Alle Vorwahltermine in der Übersicht (Klick hier).
Die Hauptwahl
Unabhängige sind dominanter Wählerblock
Laut einer Studie von Gallup identifizieren sich 43% der erwachsenen US-Amerikaner als parteiunabhängig. Nur im Jahr 2014 war dieser Wert schon einmal so hoch. Nur noch 27% der US-Amerikaner waren im Jahr 2023 als Demokraten registriert – so wenige wie noch nie zuvor. Weitere 27% der Erwachsenen identifizieren sich mit der Republikanischen Partei. Dieser Wert ist seit Jahren konstant.
Die US-Präsidentschaftswahl 2024 erklärt
In einem Gastbeitrag für „Die Politische Meinung“ der Konrad-Adenauer-Stiftung analysiert und informiert der Inhaber dieser Seite über die anstehenden „Vorwahlen, den Super Tuesday, Nominierungsparteitage und zu guter Letzt – die eigentliche Wahl am 5. November 2024. Wer tritt an?“ Den ausführlichen Beitrag gibt es auf der Seite der Konrad-Adenauer-Stiftung zu lesen: Klick hier.
Biden schaltet ersten Werbespot des Jahres
Die Wiederwahlkampagne von Präsident Biden hat seinen ersten Werbespot des Jahres veröffentlicht. Darin warnt der Amtsinhaber vor einem steigenden Extremismus im Land und ruft zur Wahrung der Demokratie auf:
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„1600 Pennsylvania“ informiert über die aktuellsten repräsentativen Umfragen rund um US-amerikanische Politik (Pfeil nach oben/unten: Wert ist zum Vormonat gestiegen/hat abgenommen). Quellen, falls nicht anders angegeben, sind die auf Real Clear Politics veröffentlichten Durchschnittswerte der wichtigsten Umfrageinstitute.
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Den #IowaCaucus wird höchstwahrscheinlich @realDonaldTrump für sich entscheiden. Doch welcher Republikaner wird sich den zweiten Rang sichern und mit einem gewissen Rückenwind als Trumps Herausforderer Nummer 1 nach New Hampshire reisen?#Blog1600Penn#uswahl2024#Trump
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U.S. Congress; eigene Grafiken. Zur besseren Lesbarkeit von Personenbezeichnungen und personenbezogenen Wörtern wird in der Regel die männliche Form genutzt. Diese Begriffe gelten für alle Geschlechter.
Mitte Januar beginnen die innerparteilichen Präsidentschaftsvorwahlen. Doch was hat es damit eigentlich explizit auf sich? Wie wird gewählt? Wann finden die Wahlen statt? Wie liefen die vergangenen Vorwahlen ab? Diese und viele weitere Fragen zu den Vorwahlen werden im nachfolgenden Beitrag unaufgeregt, tiefgehend beantwortet.
Wie wird gewählt?
Die Demokratische und die Republikanische Partei halten ihre jeweiligen Präsidentschaftsvorwahlen unabhängig voneinander in allen 50 Bundesstaaten sowie in den US-Territorien ab. Die Vorwahlen beginnen am 15.01.2024 in Iowa und enden formal am 08.06.2024 auf Guam und den Virgin Islands.
Je nach Größe eines Bundesstaates sind bei einer Vorwahl, die entweder als Caucus oder Primary (Erklärungen siehe unten) abgehalten wird, mehr oder weniger Delegierte zu gewinnen. Auf den Nominierungsparteitagen im Sommer bestätigen diese Delegierten das Votum der Wählerschaft, die Präsidentschaftskandidaten werden quasi „inthronisiert“, der Hauptwahlkampf beginnt.
Was wird unter einem Caucus verstanden?
Ein Caucus bezeichnet eine Versammlung der Mitglieder und Anhänger einer Partei zur Vorwahl eines Kandidaten. Solche Treffen finden in den verschiedenen Wahlbezirken statt. Bei diesem Verfahren werden die an bestimmte Kandidaten gebundenen Delegierten für die nationalen Parteitage in mehreren aufeinander folgenden Runden und häufig in offener Abstimmung ermittelt. Ein Caucus wird von den einzelnen Parteien selbstständig organisiert. Heutzutage wird bei Präsidentschaftsvorwahlen nur noch in wenigen Bundesstaaten ein Caucus angewandt.
Was wird unter einer Primary verstanden?
Bei einer Primary geben die Wahlberechtigten in einem einzigen und geheimen Wahlgang ihre Stimme über ihre Präferenz über einen Präsidentschaftskandidaten ab. Primaries werden wie gewöhnliche Wahlen in der Wahlkabine abgehalten.
Man unterscheidet zwischen open primary, semi-open primary, semi-closed primary, closed primary und nonpartisan blanket primary. Welche Art von Primary Anwendung findet, hängt vom jeweiligen Bundesstaat ab, da das Wahlrecht in den USA in die Zuständigkeit der Einzelstaaten fällt. Die meisten Bundesstaaten wenden solch ein Verfahren zur Ermittlung der Präsidentschaftskandidaten an.
Wie hoch liegt die durchschnittliche Wahlbeteiligung?
Die Wahlbeteiligung bei einer Primary liegt durchschnittlich bei 35% oder höher. An einem Caucus nehmen in der Regel lediglich 10% der Wahlberechtigten teil. Dies liegt an einem höheren persönlichen Aufwand begründet, muss man sich doch an einem Abend für eine längere Zeit aktiv und offen an einem Wahlprozess beteiligen.
Wer darf bei den Vorwahlen antreten?
Bei den innerparteilichen Präsidentschaftsvorwahlen darf jede Person antreten, die
seit Geburt US-Amerikaner und
mindestens 35 Jahre alt ist,
sowie seinen Wohnsitz seit mindestens 14 Jahren in den USA hat
und das passive Wahlrecht besitzt.
Eine innerparteiliche Kandidatenbegrenzung gibt es nicht.
Wann finden die ersten Vorwahlen statt?
Die erste republikanische Vorwahl findet in Iowa (Caucus) am 15.01.2024 statt. Es folgen die republikanischen und demokratischen Vorwahlen in New Hampshire (Primary) am 23.01.2024. Anfang Februar halten Demokraten in South Carolina sowie beide große Parteien in Nevada ihre Vorwahlen ab. Alle Vorwahltermine in der Übersicht gibt es auf einer Sonderseite (Klick hier).
Wie viele Delegierte sind für einen Vorwahlsieg nötig?
Um die republikanischen Präsidentschaftsvorwahlen für sich zu entscheiden werden mindestens 1.235 gewonnene Delegierte benötigt. In den frühen Vorwahlstaaten Iowa und New Hampshire werden insgesamt 40 beziehungsweise 22 Delegierte vergeben.
Die demokratischen Vorwahlen gewinnt, wer mindestens 1.895 Delegierte auf sich vereinen kann. New Hampshire stellt 33, South Carolina 63 Delegierte.
Der jeweils aktuelle Zwischenstand zu den Präsidentschaftsvorwahlen 2024 ist im Delegiertenzähler einzusehen (Klick hier).
Welche Politiker konnten in der Vergangenheit die frühen Vorwahlstaaten für sich entscheiden?
Iowa und New Hampshire sind vergleichsweise kleine Bundesstaaten. Auf Grund ihrer jeweils niedrigen Einwohnerzahl sind in den beiden Staaten auch wenige Delegierte zu vergeben. Und dennoch haben die Vorwahlen eine enorme Bedeutung, schaut das ganze Land auf das Abschneiden der Kandidaten in diesen Staaten.
Ein eher unbedeutender U.S. Senator namens Barack Obama konnte mit einem Sieg in Iowa 2008 beispielsweise ein Momentum für seine Kampagne gewinnen. Es folgten Obamas Triumphe in den Vorwahlen sowie in der Hauptwahl.
Andererseits sind schlechte Resultate in Iowa und New Hampshire oftmals gleichbedeutend mit dem Aus von Präsidentschaftskandidaturen. Doch auch hier gibt es Ausnahmen wie Joe Biden vor vier Jahren unter Beweis stellte. Nach enttäuschenden Vorwahlen in Iowa, New Hampshire und Nevada konnte Biden im Jahr 2020 erst bei der vierten Vorwahl in South Carolina seinen ersten Sieg erringen.
Die vergangenen Sieger bei „offenen“ Vorwahlen in den ersten Vorwahlstaaten:
Jahr
Sieger Iowa
Sieger New Hampshire
Gesamtsieger Vorwahlen
2020
Pete Buttigieg (D)
Bernie Sanders (D)
Joe Biden (D)
2016
Ted Cruz (R) Hillary Clinton (D)
Donald Trump (R) Bernie Sanders (D)
Donald Trump (R) Hillary Clinton (D)
2012
Rick Santorum (D)
Mitt Romney (R)
Mitt Romney (R)
2008
Mike Huckabee (R) Barack Obama (D)
John McCain (R) Hillary Clinton (D)
John McCain (R) Barack Obama (D)
In der Tabelle sind nur „offene“ Vorwahlen berücksichtigt. Sprich: Vorwahlen mit einer Beteiligung von amtierenden Präsidenten wurden mangels ergebnisoffenem Wettbewerb in den vergangenen Jahren nicht aufgeführt.
Welche Kandidaten haben 2024 realistische Chancen von ihrer Partei nominiert zu werden?
Präsident Biden Favorit bei Demokraten
Als Amtsinhaber ist Präsident Joe Biden der haushohe Favorit auch in diesem Jahr wieder als Präsidentschaftskandidat der Demokratischen Partei nominiert zu werden. Landesweit bekannte und damit auch ernstzunehmende Herausforderer hat Präsident Biden nicht zu fürchten. Die Teilnehmer der demokratischen Präsidentschaftsvorwahlen in der Übersicht (Klick hier).
Trump Favorit bei Republikanern
Erstmals seit Grover Cleveland im Jahr 1893 will mit Donald Trump ein ehemaliger Präsident nach einer vierjährigen Unterbrechung wieder in das Weiße Haus einziehen. Dementsprechend wartet der 45. US-Präsident vor Beginn der Vorwahlen mit einem deutlichen Umfragevorsprung auf seine stärksten Konkurrenten Nikki Haley und Ron DeSantis auf.
Ob Trump jedoch an allen Vorwahlen teilnehmen darf, werden in den kommenden Wochen die Gerichte entscheiden. Die Bundesstaaten Colorado und Maine entfernten Trump nämlich zunächst von den Wahlzetteln, da der ehemalige Präsident laut diesen Staaten an einem Aufruhr gegen die USA beteiligt gewesen sein soll (Sturm des Kapitols am 06.01.2021). Die Teilnehmer der republikanischen Präsidentschaftsvorwahlen in der Übersicht (Klick hier).
Die Präsidentschaftswahl 2024 erklärt
In einem Gastbeitrag für „Die Politische Meinung“ der Konrad-Adenauer-Stiftung analysiert und informiert der Inhaber dieser Seite über die anstehenden „Vorwahlen, den Super Tuesday, Nominierungsparteitage und zu guter Letzt – die eigentliche Wahl am 5. November 2024. Wer tritt an?“ Den ausführlichen Beitrag gibt es auf der Seite der Konrad-Adenauer-Stiftung zu lesen: Klick hier.
In einem Gastbeitrag für die „Flaschenpost“ der Piratenpartei analysiert der Inhaber dieser Website zudem die außen- und sicherheitspolitischen Ansichten der vier aussichtsreichsten Präsidentschaftskandidaten (Klick hier).
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Das politische Jahr 2023 war in den Vereinigten Staaten von Amerika von der Sicherheitspolitik sowie vom beginnenden Präsidentschaftswahlkampf 2024 geprägt. Die seit Jahrzehnten kontinuierlich steigende Polarisierung machte sich am Capitol Hill zudem so stark bemerkbar wie selten zuvor. Im folgenden Beitrag blickt „1600 Pennsylvania“ auf die wichtigsten politischen Ereignisse des Jahres zurück.
Innenpolitik
Drama um das Amt des Sprechers des U.S. Repräsentantenhauses
Erst benötigte der Republikaner Kevin McCarthy im Januar 15 Wahlgänge, um zum Sprecher des U.S. Repräsentantenhauses gewählt zu werden. Mehr Abstimmungsrunden bei einer Wahl des Speaker gab es zuletzt im Jahr 1860. Dem rechten Flügel seiner Fraktion machte McCarthy dabei enorme Zugeständnisse – nur um am 03.10.2023 wieder abgewählt zu werden. Es folgte ein weiteres denkwürdiges Drama um den Sprecherposten, der schlussendlich seit dem 25.10.2023 vom vergleichsweise politisch unerfahrenen Mike Johnson begleitet wird. McCarthy hat derweil sogar sein Mandat als Abgeordneter abgegeben.
Damoklesschwert Stillstand der Regierungsgeschäfte
Der U.S. Kongress war laut dem Pew Research Center im Jahr 2023 so unproduktiv wie selten zuvor. Selbst einen Haushalt für das Fiskaljahr 2024, welches in den USA schon im Oktober 2023 begann, konnte der U.S. Kongress nicht bis Ende des Kalenderjahres verabschieden. Damit gehen die Vereinigten Staaten mit dem Damoklesschwert eines government shutdown in das neue Jahr. Sollte es im U.S. Kongress keine Einigung geben, droht den USA am 19.01.2024 ein Stillstand der Regierungsgeschäfte. Dies hätte zur Folge, dass Bedienstete des Bundes vorerst kein Gehalt mehr bekommen, Subventionen nicht ausbezahlt und Nationalparks geschlossen würden.
Außenpolitik
Ukraine als Leidtragende der US-Innenpolitik
Leidtragende der US-Innenpolitik ist auch die Ukraine. Die bislang von den USA bewilligten Hilfen für das von Russland angegriffene Land werden nämlich Ende des Jahres 2023 aufgebraucht sein, weitere Unterstützungsmaßnahmen wurden jedoch noch nicht vom U.S. Kongress verabschiedet. Das Weiße Haus schnürte nämlich ein $106 Milliarden schweres Paket, welches Leistungen für die Ukraine, Israel, Taiwan sowie zur Grenzsicherung beinhaltet. Wie die darin vorgesehenen monetären Mittel für die Migrationspolitik explizit verwendet werden sollen, sind sich Demokraten und Republikaner jedoch uneins, so dass das gesamte Paket bislang nicht zur Abstimmung gestellt werden konnte.
Im Dezember rückte zudem Präsident Joe Biden leicht von der Ukraine ab. Bei einer Pressekonferenz mit seinem ukrainischen Amtskollegen Volodymir Zelensky sprach Präsident Biden einerseits nur noch davon, die Ukraine so lange unterstützen zu wollen, „wie wir es können“. Zuvor sprach Präsident Biden immer davon, die Ukraine so lange unterstützen zu wollen, wie es nötig sei. Andererseits bedeute für Präsident Biden ein ukrainischer Sieg, dass das Land als souveräner Staat weiterbestehen könne. Heißt: Gebietsabtritte wären für den US-Präsidenten in Ordnung.
Krieg im Nahen Osten
Am 07.10.2023 verübte die islamistische Hamas das größte Massaker an der jüdischen Bevölkerung seit dem Holocaust. Mehr als 1.400 Personen wurden regelrecht abgeschlachtet sowie 240 Personen entführt. Präsident Biden solidarisierte sich zunächst deutlich mit dem angegriffenen Land. Innerhalb der Demokratischen Partei gab es hierfür jedoch Kritik am Präsidenten, welches auch den grassierenden Antisemitismus im linken Flügel der Partei (Klick hier) offenlegte. Deswegen und auf Grund sinkender Umfragewerte betont das Weiße Haus verstärkt humanitäre Aspekte im Gazastreifen.
Präsidentschaftswahl
Enttäuschte Hoffnungen
Das Jahr 2023 begann für einige US-amerikanische Politiker mit großen Hoffnungen. Hoffnungen, auf erfolgreiche Teilnahmen an den im Januar 2024 beginnenden innerparteilichen Präsidentschaftsvorwahlen. Doch für einige Politiker war 2023 auch das Jahr, in dem eben jene Träume von der Realität eingeholt wurden.
Für Mike Pence, den ehemaligen Vizepräsidenten, zum Beispiel. In seinem Vorwahlkampf versuchte sich Pence einerseits als konservative Alternative mit einer klassisch republikanischen außenpolitischen Einstellung zu positionieren. Anderseits warb Pence mit den Errungenschaften der Administration von Donald Trump, gleichzeitig grenzte er sich jedoch von seinem ehemaligen Vorgesetzten, Stichwort Sturm auf das Kapitol, ab. Die republikanische Basis goutierte die Verfassungstreue von Pence in den Umfragen zu den Vorwahlen nicht, so dass der einstige Vizepräsident seine Teilnahme frühzeitig zurückzog.
Ebenso jegliche Hoffnung auf einen Einzug in das Weiße Haus mussten U.S. Senator Tim Scott und Gouverneur Doug Burgum begraben. Keine Zukunft mehr in der Demokratischen Partei sah hingegen Robert F. Kennedy Jr. für sich. Der Neffe von Präsident John F. Kennedy tritt nun als unabhängiger Kandidat bei der Präsidentschaftswahl 2024 an. In repräsentativen Umfragen schneidet Kennedy gegenwärtig so gut ab wie kein Drittkandidat seit den 1990er Jahren.
Erhaltene und erarbeitete Hoffnungen
Während Präsident Biden sich (bislang) nicht mit ernstzunehmenden innerparteilichen Konkurrenten auseinanderzusetzen hat, gestalten sich die republikanischen Präsidentschaftsvorwahlen etwas interessanter. Im Jahr 2023 konnte sich nämlich Nikki Haley steigende Umfragewerte und verstärkte Unterstützung durch einflussreiche Großspender erarbeiten. Nichts desto trotz führte das gesamte Jahr über Trump repräsentative Umfragen zu den Vorwahlen deutlich an. Der Ex-Präsident geht somit als Favorit in die innerparteilichen Vorwahlen.
Verstorben
Rosalynn Carter
77 Jahre (!) waren Jimmy und Rosalynn Carter miteinander verheiratet. Am 19.11.2023 hat der Tod sie geschieden. Im Alter von 96 Jahren verstarb die ehemalige First Lady Rosalynn in in ihrer Heimat Plains, GA. In ihrer Zeit im Weißen Haus und darüber hinaus engagierte sich Rosalynn stark für soziale Belange.
Henry Kissinger
Aufgewachsen im fränkischen Fürth verließ Henry Kissinger mit seiner Familie nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten Deutschland. In den USA folgte eine Karriere, welche Hollywood nicht besser hätte schreiben können: Militärdienst bei der U.S. Army während des Weltkriegs, Mithilfe bei der Entnazifizierung der Deutschen nach dem Krieg, akademische Ehren, Nationaler Sicherheitsberater und US-Außenminister. Bis zuletzt riefen US-Präsidenten Kissinger um Rat. Am 29.11.2023 verstarb die Fürther Legende im Alter von 100 Jahren.
John Kornblum
Zwischen 1997 und 2001 amtierte John Kornblum als US-Botschafter in Deutschland. Doch schon seit den 1960er Jahren sammelte der in Detroit, MI, geborene Politikwissenschaftler zahlreiche Erfahrungen in (West-) Deutschland. Mit seiner rauchigen Stimme und seinem analytischen Denkvermögen wurde Kornblum zum Inbegriff eines US-Botschafters in Deutschland. Am 21.12.2023 starb er im Alter von 80 Jahren in Nashville, TE.
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