Megyn Kelly, Fox News und Donald Trump : ein Waffenstillstand auf Zeit

Da tropfte Blut aus ihren Augen, Blut aus ihrer Wo-auch-immer.

Megyn Kelly ist ein Bimbo!

(Donald Trump über Megyn Kelly im August 2015)

Es waren die ersten verbalen Entgleisungen von Donald Trump im republikanischen Vorwahlkampf im Nachgang der ersten TV-Debatte. Zur Erinnerung: Die Fox News Moderatorin Megyn Kelly stellte Trump kritische Fragen, z.B. ob er überhaupt das Temperament für das Präsidentenamt habe.

Trump fühlte sich angegriffen und schlug, u.a. mit oben genannten Zitaten, zurück. Kommentatoren hielten Trumps Verhalten für politischen Selbstmord, doch bekanntlich stiegen seine Umfragen daraufhin.

Seitdem gingen sich Trump und Kelly aus dem Weg. Selbst einer weiteren von Fox News organisierten TV-Debatte blieb der Immobilien-Mogul fern – wohlwissend, dass er dort abermals auf Kelly treffen würde.

Doch nicht nur das Verhältnis zwischen der beliebten Moderatorin und Trump blieb angespannt. Auch der konservative Fernsehsender Fox News machte keinen Hehl daraus, sich gegen Trump zu positionieren.

Kritische Berichterstattung zu Donald Trump führte jedoch nicht nur zu sinkenden Einschaltquoten, sondern konnte auch den Triumphzug des New Yorkers nicht stoppen. Folgerichtig schlägt Fox News nun leisere Töne an, schließlich geht es für den konservativen Sender hauptsächlich darum Hillary Clinton vom Weißen Haus fernzuhalten.

So machte sich Megyn Kelly in der vergangenen Woche auf den Weg in die Höhle des Löwen, um im Trump Tower zum ersten Mal nach oben genannten Geschehnissen auf den republikanischen Präsidentschaftskandidaten zu treffen.

Dass die Initiative für ein Exklusiv-Interview von Kelly ausging, brachte bei Trump „großen Respekt“ ein, wie er während der Aufzeichnung ausdrückte. In den knapp 20 Minuten gab sich Trump zurückhaltend, sanft im Ton, nahezu präsidentiell.

Trump sprach über seinen alkoholkranken älteren Bruder, der früh verstorben ist. „Es war das Härteste in meinem Leben“, so Trump, der eigener Aussage zufolge noch nie ein Glas Alkohol getrunken hat.

Darüber hinaus sprachen sich Trump und Kelly über ihre Differenzen aus. Kleinlaut entschuldigte sich der 69-jährige für seine „Bimbo“-Aussage. Andere Äusserungen nahm Trump aus folgendem Grund jedoch nicht zurück:

Wenn ich zu soft gewesen wäre, wäre ich nicht so erfolgreich.

Donald Trump hat den Vorwahlkampf so gut verstanden, wie keiner seiner innerparteilichen Konkurrenten. Denn in dieser Phase der Präsidentschaftswahl geht es darum um jeden Preis aufzufallen, die Schlagzeilen zu beherrschen.

Auf dem Weg in den Hauptwahlkampf versucht Trump sich nun ein präsidentielleres, seriöseres Auftreten zu verpassen, um die gesamte republikanische Basis, Sanders-Anhänger und Unabhängige für seine Kampagne zu gewinnen. Fox News und Megyn Kelly haben ihm schon einmal eine Plattform hierfür geboten.

Sollte Trump dennoch nicht zum 45. Präsidenten der Vereinigten Staaten gewählt werden, wird es für ihn „verschwendete Zeit und Geld“ gewesen sein. Gleiches gilt für Fox News. Das Verhältnis zwischen dem konservativen Fernsehsender und Trump ist ein Waffenstillstand auf Zeit. Frei nach dem Motto: der Gegner meines Gegners ist mein Freund.


Bildquelle:
newyorker.com/wp-content/uploads/2016/05/davidson-kelly-trump-1200.jpg

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