KANDIDATUR VERKÜNDET: Rick PERRY (R)

2012 ging Rick Perry als Mitfavorit in das Rennen um die republikanische Präsidentschaftskandidatur. Doch dann kam der berühmte „Oops-Moment“: Perry fiel bei einer Debatte der Name der dritten staatlichen Behörde nicht ein, die er als Präsident abschaffen würde. Perrys Präsidentschaftsträume zerplatzten schlagartig.

Nun wagt der ehemalige Gouverneur von Texas einen zweiten Anlauf auf das Weiße Haus. Die Nachwirkungen seiner Rückenoperation, die ihn wohl 2012 mit behinderten, sind überwunden. Zudem scheint Perry besser auf den bevorstehenden langen Wahlkampf vorbereitet zu sein.

The truth is we are at the end of an era of failed leadership. (Rick Perry)

In seiner Bewerbungsrede um die republikanische Präsidentschaftskandidatur hat Perry schon einmal überzeugt. Mit einer leidenschaftlichen Rede in Addison, Texas, konnte er seine Anhänger mitreißen. Seine Stärken sieht der 65-jährige in seinen exekutiven und militärischen Erfahrungen. Perry diente in der U.S. Air Force unter anderem in Deutschland und England.

Weakness at home has led to weakness abroad. (Rick Perry)

In seinen 14 Jahren als Gouverneur erlebte Texas einen ökonomischen Boom. Bei Amtsantritt lag die Arbeitslosenquote im Lone Star State noch 0,5 Prozentpunkte über dem US-amerikanischen Durchschnitt. Als Perry sein Amt im Jahr 2015 abgab lag die Arbeitslosenquote nur noch bei 4,4% und damit 1,3 Prozentpunkte unter dem Landesschnitt.

On my first day in office, I will issue an immediate freeze on all pending regulations from the Obama administration. That same day, I will send to Congress a comprehensive reform and rollback of job-killing mandates created by Obamacare, Dodd-Frank and other Obama-era policies. (Rick Perry)

Gleichwohl gilt Rick Perry in dieser Vorwahl als Außenseiter. Doch genau dies könnte sich als Chance erweisen. Perry befindet sich in Lauerstellung – und ein zweiter „Oops-Moment“ kann ihm dieses Mal nicht so sehr schaden wie 2012.


Erster Wahlwerbespot:

Rick Perrys offizielle Kandidaturbekanntgabe:

Rick Perry hat seinen eigenen Rap-Country-Song:

Die Witwe des „American Sniper“ (Scharfschütze; gleichnamiger Film von Clint Eastwood), Taya Kyle, unterstützt Perry:


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KANDIDATUR VERKÜNDET: Lindsey GRAHAM (R)

In den 20 Jahren als Kongressmitglied hat Lindsey Graham wenig Privates von sich gegeben. Dies hat sich mit seiner Ankündigung Präsident der Vereinigten Staaten werden zu wollen geändert. Graham, in dessen Rede seine Schwester einführte, sprach von seiner Motivation sich für das Präsidentenamt zu bewerben.

Als Grahams Eltern früh starben, übernahm Lindsey das Sorgerecht für seine Schwester. Doch ohne seine „Familie, Freunde, Nachbarn“ und seinem Glauben hätte er diese schwere Zeit nicht überstanden. Diese Hilfe, die er einst erfahren hat, will Graham nun als Präsident zurückgeben.

Graham ist der Auffassung, dass die USA einen Präsidenten benötigen, der dafür sorgt die Welt – wieder – in Ordnung zu bringen. Der Southern Baptist beschreibt es als seine Mission die USA vor äußeren und inneren Gefahren zu verteidigen. Der einzig richtige Weg dahin sei ein strikter außenpolitischer Interventionismus. Mit anderen Worten ausgedrückt: die USA sollen die Welt aktiver führen.

If I’m president of the United States and you’re thinking about joining Al Qaeda or ISIL — anybody thinking about that? — I’m not going to call a judge, I’m going to call a drone and we will kill you. (Lindsey Graham)

Explizit unterstützt Graham den Einsatz von Drohnen, fordert US-Bodentruppen zur Bekämpfung des Islamischen Staates und gibt Präsident Obama und der ehemaligen Außenministerin Hillary Clinton die Schuld an der Misere im Irak und in Syrien. Die USA müssten wieder Stärke zeigen – Obamas Iran-Deal lehnt der Gefolgsmann von John McCain folglich ab.

Knapp die Hälfte der Republikaner scheinen auf diesem Gebiet die Ansichten des 59-jährigen Senator aus South Carolina zu teilen. Eine Umfrage ergab nämlich, dass 46% der Republikaner glauben, dass die USA zu wenig unternehmen, um weltweite Probleme zu lösen.

Auf den ersten Blick ein erfreulicher Wert für Graham. Doch abgesehen von Rand Paul nehmen die meisten republikanischen Präsidentschaftsbewerber die Position eines außenpolitischen Falken ein. Zudem wird der Präsidentschaftswahlkampf zumeist durch innenpolitische Themen entschieden.

Wenngleich Graham für einen Sozialkonservatismus und gleichzeitig für eine verbesserte Zusammenarbeit mit Demokraten wirbt, ist er innenpolitisch zu schwach aufgestellt. Als Sieger aus den republikanischen Vorwahlen wird Graham wohl kaum hervorgehen. Für seine außenpolitischen Themen wird er jedoch medienwirksam werben können.


Erstes Wahlkampfvideo:

Grahams Bewerbungsrede:


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KANDIDATUR VERKÜNDET: Rick SANTORUM (R)

Im Präsidentschaftswahlkampf 2012 hatte niemand mit ihm gerechnet, und doch wurde er zum größten Konkurrenten des späteren republikanischen Kandidaten Mitt Romney. Auch drei Jahre nach den Vorwahlsiegen in elf Bundesstaaten scheint sein Selbstbewusstsein ungebrochen zu sein, sonst würde sich Richard John Santorum, genannt Rick, wohl kaum noch einmal um die Präsidentschaftskandidatur bewerben.

Denn das republikanische Bewerberfeld ist diesmal quantitativ wie qualitativ stärker besetzt. Dies erhöht folglich für den 57-jährigen ehemaligen Kongressabgeordneten keineswegs die Chancen auf die Nominierung. Insbesondere auf Grund der Tatsache, dass u.a. mit Ted Cruz und Dr. Ben Carson weitere Kandidaten um sozial-konservative und religiös-rechte Wähler werben.

logoDies führt dazu, dass Santorum zu Beginn seines Wahlkampfes  das Feld von hinten aufrollen muss. In Umfragen liegt er derzeit bei schwachen 2% – selbst in seinem Wählermilieu kommt er über diese Prozentzahl nicht hinaus. Im Vergleich hierzu liegt beispielsweise Ted Cruz bei sozial-konservativen Wählern derzeit 39 Prozentpunkte vor Santorum.

Diese schlechte Ausgangslage führt dazu, dass einige Mitarbeiter von Santorums 2012er Wahlkampagne nun bei der Konkurrenz angestellt sind. Ebenso sind 93% der Republikaner der Auffassung, dass der erzkatholische Sohn eines italienischen Auswanderers seine starke Performance aus dem Jahre 2012 nicht noch einmal wiederholen kann.

Konnte Santorum im letzten Wahlkampf Republikaner noch mit seinem strikten Kultur-Konservatismus begeistern, wird ihm alleine die Ablehnung von Abtreibung und gleichgeschlechtlicher Ehe sowie die Anzweiflung des Klimawandels diesmal nicht reichen. Aber 2012 hat ja auch niemand mit Rick Santorum gerechnet…

https://twitter.com/RickSantorum/status/603676612102594560


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KANDIDATUR VERKÜNDET: Carly FIORINA (R)

Mitt Romney galt im Präsidentschaftswahlkampf 2012 als wenig einfühlsamer, kalter Geschäftemacher. „Kandidat ohne Eigenschaften“ titulierte gar die Süddeutsche Zeitung. Zwar steigt Romney im Jahr 2016 nicht wieder in das Rennen um das Weiße Haus ein. Dafür jedoch eine mitfühlendere Version des gläubigen Mormonen: Carly Fiorina.

Die gelernte Wirtschaftswissenschaftlerin konnte einen MBA am renommierten MIT erwerben. Fiorina kommt folglich, wie schon Romney, aus der Wirtschaft. Zwischen 1999 und 2005 war sie Chefin von Hewlett-Packard – mit einer fragwürdigen Bilanz. Dementsprechend war Fiorina maßgeblich an der Fusion zwischen HP und Compaq beteiligt, welche als Fehlentscheidung gilt.

Auch hat sie der Abbau von cirka 30.000 Stellen pünktlich zu ihrem Präsidentschaftsvorwahlkampf eingeholt. Auf Grund der Tatsache, dass Fiorina die Website carlyfiorina.org nicht registrierte, wird diese nun von einer dritten Person betrieben – um auf eben jene Entlassungen unter Fiorina aufmerksam zu machen.

Die 60-jährige Carly Fiorina gewann somit gleich zu Beginn ihrer Kampagne an Aufmerksamkeit, wenngleich wenig Positive. Ebenso musste sie sich ihren Wahlkampfstart mit gleich zwei weiteren republikanischen Kandidaten teilen: Dr. Ben Carson und Mike Huckabee verkündeten ebenfalls zu Beginn der KW 19 ihre Bewerbungen.

Ein schlechter Beginn also für Fiorina, die derzeit ohnehin unter ferner liefen bei Umfragen zur republikanischen Präsidentschaftskandidatur läuft. Dabei zeichnet sie sich bei Republikanern dadurch aus, dass Hillary Clinton bei einem möglichen – aber eher unwahrscheinlichen – Zweikampf mit ihr um 1600 Pennsylvania die Genderkarte nicht spielen könnte. Mit Kritik an der Clinton-Dynastie hält sich Fiorina somit auch nicht zurück.

Fiorina will des Weiteren damit Punkten, dass sie nicht aus dem eingesessenen Politikbetrieb stammt. Politisch ist die einstige Beraterin von John McCain im 2008er Wahlkampf als sozialkonservativ zu verorten. Fiorina kritisiert Obamas Gesundheitsreform, eine liberale Klimapolitik und Netzneutralität.

Alles andere als eine zweite politische Niederlage, 2010 verlor Fiorina die Senatswahl gegen Barbara Boxer (D) in Kalifornien, wäre für die scharfzüngige und streitlustige Texanerin eine Überraschung.


Erster Wahlwerbespot:


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KANDIDATUR VERKÜNDET: Mike HUCKABEE (R)

Bei Betrachtung des Titelbildes dieses Hintergrundartikels könnte fast der Gedanke aufkommen, dass sich nun auch ein Gitarrist für das höchste Amt der Vereinigten Staaten bewirbt. Doch hierbei handelt es sich um den ehemaligen Gouverneur von Arkansas, Mike Huckabee, der bei seinen politischen Veranstaltungen auch ganz gerne musikalisch auftritt.

Öffentliche Auftritte weiß der einstige Pastor der Southern Baptist Church für sich zu inszenieren. So konnte Huckabee schon bei seinem ersten Anlauf auf das Weiße Haus im Jahr 2008 bei der republikanischen Vorwahl Erfolge für sich verbuchen. Sein Sieg in Iowa katapultierte ihn Schlagartig zum Mitfavoriten um die Präsidentschaftskandidatur.

Ich bin nicht Republikaner, weil ich reich geboren wurde. Ich bin Republikaner, weil ich nicht arm bleiben und darauf warten wollte, dass mich die Regierung rettet. (Mike Huckabee)

Letztendlich musste Huckabee, trotz mehrer Vorwahlsiege, John McCain den Vortritt lassen. Den letzten Punch konnte der konservative Republikaner auf Grund finanzieller Schwierigkeiten nicht setzen. Huckabee gilt damals wie heute als wenig diszipliniert, wenn es um das Spendensammeln geht. Ein im Wahlkampfsystem der USA fataler Nachteil.

Insbesondere auch auf Grund der Tatsache, dass Mike Huckabee um die gleiche Wählergruppe von konservativen Christen wirbt, wie auch schon Ted Cruz und Dr. Ben Carson. Mit Rick Santorum wird in den nächsten Wochen ein weiterer Kandidat erwartet, der auf diese Bevölkerungsgruppe abzielt.

Mit dem Club for Growth hat sich des Weiteren ein einflussreiches Netzwerk gegen Huckabee positioniert, wie beispielsweise das Werbevideo am Ende des Artikels zeigt. Der Club for Growth kritisiert, dass Huckabee als Gouverneur Steuererhöhungen vornahm – und nicht, wie von ihm propagiert, Steuern gesenkt habe.

Trotz dieser nicht gerade vorteilhaften Voraussetzungen für einen erneuten Anlauf auf das Weiße Haus, gibt sich Huckabee kampfeslustig. Mit einer launigen Rede versuchte er seine Anhänger auf den bevorstehenden, langen Wahlkampf einzustimmen. Dabei vergaß er nicht seine Wurzeln, die in Hope liegen, zu betonen – und das sein Heimatort und Zeit als Gouverneur von Arkansas die einzigen Gemeinsamkeiten mit Bill Clinton sind.

Ich habe keine weltweit agierende Stiftung (…) Ich komme nicht aus einer Familiendynastie. (Mike Huckabee)

Neben den Clintons greift Huckabee die seiner Meinung nach einseitigen Entscheidungen des Supreme Court, insbesondere im Hinblick auf Urteile zur gleichgeschlechtlichen Ehe und zu Obamas Gesundheitsreform, an. Als Vertreter des christlichen Zionismus steht Huckabee des Weiteren für eine uneingeschränkte Solidarität mit Israel. Obamas Iran-Deal lehnt er folglich ab.

Schlussendlich gilt festzustellen, dass Mike Huckabee nicht mehr als Außenseiterchancen bezüglich der republikanischen Präsidentschaftskandidatur einzuräumen sind. In sozialen Fragen könnte seine Kandidatur jedoch das Bewerberfeld – noch – weiter nach rechts rücken lassen. Dies wäre zumindest ein Grund für Huckabee, weiterhin freudig Gitarre zu spielen.


Huckabees Bewerbungsrede für die republikanische Präsidentschaftskandidatur:

Erster Wahlwerbespot:

Club for Growth schaltet Werbespot gegen Mike Huckabee:


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