In ihrer 250-jährigen Geschichten hatten die Vereinigten Staaten von Amerika 45 verschiedene Präsidenten. Zwei Politiker, nämlich Grover Cleveland und Donald Trump, kehrten nach einer vierjährigen Unterbrechung zurück in das Weiße Haus. Eine Frau hat die am längsten bestehende moderne Demokratie hingegen noch nicht angeführt. Immerhin gab es einige einflussreiche First Ladies, die die Politik ihrer Ehemänner maßgeblich beeinflussten. An dieser Stelle sei an Eleanor Roosevelt erinnert, die sich für Bürgerrechte und soziale Gerechtigkeit einsetzte und für ihre Anliegen durch das ganze Land reiste.
Hillary Clinton hatte während der Präsidentschaft ihres Ehemannes Bill sogar ein eigenes Büro im West Wing des Weißen Hauses und damit im Machtzentrum der USA. Als First Lady leitete Hillary gar eine Task Force zur Gesundheitsreform. Eine Aufgabe, die normalweise nur Ministern vorbehalten ist. Nach dem Auszug aus dem Weißen Haus trat Hillary aus dem Schatten ihres Ehemannes und vertrat zunächst ihren Bundesstaat New York im U.S. Senat. Zwischen 2009 und 2013 diente die Demokratin ihrem Land als Außenministerin und 2016 führte sie ihre Partei in die Präsidentschaftswahl – unterlag jedoch Trump.
Acht Jahre später versuchte Vizepräsidentin Kamala Harris als erste Frau eine US-Administration anzuführen. Doch auch sie scheiterte am MAGA-Republikaner Trump. Mit der Rückkehr Trumps in das Weiße Haus wurde unterstrichen, dass es sich bei seiner ersten Wahl 2016 nicht um eine Anomalie handelte. Vielmehr hat die sich seit Jahrzehnten kontinuierlich verschärfende Polarisierung im Land zu einem immer extremer werdenden Wahlverhalten geführt, wie sich auch bei den Wahlen zum U.S. Senat und insbesondere zum U.S. Repräsentantenhaus zeigte.

Die von den Meinungsforschungsinstituten Gallup und YouGov mehrmals auserkorene „meistbewunderte Frau der Welt“, die bei Demokraten eine Zustimmung von über 90 % erfährt und auch bei parteipolitisch unabhängigen US-Amerikanern ein sehr hohes Ansehen genießt, will der steigenden Polarisierung in den USA nun ein Ende setzen. Die Rede ist von Michelle Obama, die zwischen 2009 und 2017 an der Seite von Präsident Barack Obama als First Lady amtierte, und nun ihre Teilnahme an den demokratischen Präsidentschaftsvorwahlen 2028 bekanntgab. Dabei schloss die 62-Jährige zunächst vehement eigene politische Ambitionen aus. Noch im vergangenen Jahr bezeichnete Michelle eine eigene Kandidatur als „undenkbar“. Ebenso war Michelle der Auffassung, dass die US-amerikanische Gesellschaft noch nicht bereit für eine Präsidentin sei.

Im zweiten Jahr der zweiten Amtszeit von Trump tritt nun also ein Umdenken bei Michelle ein. Im exklusiven Interview mit Elmar Theveßen – seines Zeichens ZDF-Experte für die USA („Joe Biden sitzt fest im Sattel“), Terrorismus und alle anderen denkbare Bereiche – begründete Michelle ihre Präsidentschaftskandidatur mit der „Liebe, die ihr von den Deutschen entgegengebracht“ wird. Laut Statista führt Michelle Obama die Beliebtheitswerte haushoch an – und zwar bei den in Deutschland lebenden Deutschen, einer bei US-Präsidentschaftswahlen wahrlich entscheidenden Wählergruppe. Der Unterstützung deutschsprachiger Medien kann sich die Demokratin bei ihren politischen Ambitionen zudem gewiss sein, schließlich erkannten diese die Lebenswirklichkeit bereits an, als dies Michelle noch nicht tat…

Ein nicht ganz ernst gemeinter Beitrag zum 1. April von Kai-Uwe Hülss M.A.
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Zur besseren Lesbarkeit von Personenbezeichnungen und personenbezogenen Wörtern wird in der Regel die männliche Form genutzt. Diese Begriffe gelten für alle Geschlecht