Lachen hilft – Part I

Ein US-Präsidentschaftswahlkampf ist ein wahres Konjunkturpaket für amerikanische Kabarettisten. Den vorläufigen Höhepunkt im humoristischen Präsidentschaftswahlkampf bildete am Samstag Abend die Comedy-Show „Saturday Night Live„, denn als Gastgeber gab sich Präsidentschaftskandidat Donald Trump die Ehre!

#Blog1600Penn hat eine – kleine – Auswahl der bislang besten Sketche  aus dem Wahlkampf zusammengestellt! Viel Spaß mit „Lachen hilft – Part I“!

07.11.2015
„Donald Trump Monologue“
(Saturday Night Live)

 

07.11.2015
„Hotline Bling Parady“ – Donald Trump tanzt!

 

18.10.2015
„Democratic Debate Cold Open“
(Saturday Night Live)

 

04.10.2015
„Abilify for Candidates“
(Saturday Night Live)

 

03.10.2015
„Hillary Clinton Bar Talk“
(Saturday Night Live)

 

16.09.2015
„Donald Trump’s Phone Call with Hillary Clinton“
(The Tonight Show Starring Jimmy Fallon)

 

11.09.2015
„Donald Trump Interviews Himself in the Mirror“
(The Tonight Show Starring Jimmy Fallon)

 

03.08.2015
„Obama Calls Donald Trump with Debate Advice“
(The Tonight Show Starring Jimmy Fallon)

 

23.04.2015
„Gov. Chris Christie Endorses The Tonight Dough Ice Cream“
(The Tonight Show Starring Jimmy Fallon)


 

#GOPDebate: Zurück in die Zukunft

Jeb Bush hat sichtlich an Gewicht verloren. Körperlich wie politisch. Sein Wahlkampf hat bislang nicht an Fahrt aufgenommen. In Umfragen hält er sich in einstelligen Prozentbereichen auf, abgeschlagen auf die bislang führenden Trump und Dr. Carson.

Der einstige große Vorteil von Bush, eine dick gefüllte Wahlkampfkasse zu besitzen, hat sich zudem nahezu marginalisiert. Die Wahlkampforganisation musste umorganisiert, Kosten eingespart werden. Ein Familienrat wurde einberufen, alles sollte nun besser werden, drei Monate vor dem ersten Urnengang in Iowa.

Und so lastete der Druck auf die schmäler wirkenden Schultern von Jeb Bush am Abend der dritten republikanischen TV-Debatte. Nichts weniger als ein Befreiungsschlag wurde vom einstigen Gouverneur von Florida erwartet. Thema des Abends beim veranstaltenden Sender CNBC: „Dein Geld, Deine Entscheidung“ – Wirtschaftspolitik.

Doch über Wirtschaftspolitik ging es nur am Rande, zu inkompetent und einseitig agierten die CNBC-Moderatoren. Anstatt die Kandidaten über deren wirtschaftspolitischen Konzepte tiefgehend zu befragen, agierte das Moderatorenteam mit persönlichen Fragen á la „Warum sinken ihre Umfrageergebnisse“ (an Bush gerichtet) oder „Warum treten sie nicht zurück“ (Rubio). Ted Cruz nutzte diese Fragestellungen, um eine grundlegende Medienschelte zu betreiben – und bekam den größten Applaus des Abends.

Mit kritischem Journalismus hatten die Fragen wenig zu tun, vielmehr um Parteinahme gegen die republikanische Partei. Diese hat nun die Konsequenzen gezogen und NBC die Erlaubnis für die Austragung der neunten GOP-Debatte entzogen.

Nicht nur kam es zu wenig tiefgehenden politischen Auseinandersetzungen, auch kamen Republikaner selten in einen echten Schlagabtausch – von Duellen zwischen Kandidaten und Moderatoren abgesehen. Dennoch: Ein Rededuell zwischen zwei Republikanern sollte in Erinnerung bleiben – weit über den Abend hinaus.

Etwas mehr als 21 Minuten waren vergangen, als Jeb Bush mit einem Angriff auf seinen einstigen politischen Ziehsohn Marco Rubio ob dessen seltener Senats-Anwesenheit seit dessen Kandidatur in die Offensive ging. Eigentlich wäre es eine gute Chance für Jeb gewesen, zeigt doch beispielsweise Senator Rand Paul, der bisher lediglich ein Prozent aller Abstimmungen verpasste, dass eine Präsidentschaftskandidatur und das Amt des Senators miteinander zu vereinbaren sind.

Doch Marco Rubio spielte in dieser Situation sein gesamtes politisches Talent aus und blies zum Gegenangriff. Bush „greife ihn nur an“, so Rubio, „da ihm seine politischen Berater hierzu geraten hätten“. Er, Rubio, hingegen trete nicht gegen jemanden an, sondern stehe für seine Überzeugungen im Präsidentschaftswahlkampf ein.

Ein Duell, welches ungleicher nicht hätte sein können. Bush konnte Rubio nichts entgegensetzen, sollte sich von diesem Schlagabtausch nicht mehr erholen. Während Bush wie ein Relikt aus vergangenen Tagen wirkte und sich sichtlich unwohl fühlte, verkörperte Rubio die Zukunft. Einen besseren Auftritt hätte Rubio nicht haben können, unterstrich er in diesem Moment zudem sein Wahlkampfmotto „A New American Century“.

Schon zum Kampagnenstart hatte sich Rubio optimistisch bezüglich der Zukunft seines Landes geäußert und vergangene Polit-Dynastien offensiv und smart kritisiert. Ein Konzept, das Rubio bislang nahezu perfekt verinnerlicht und bei der dritten republikanischen Debatte einen ersten Punktsieg landen konnte.

Eine Strategie, die nicht nur gegen Bush, sondern auch bei einer möglichen general election gegen Hillary Clinton vielsprechend sein könnte. Bush jedenfalls muss sich von diesem Abend und der ihm erteilten Lektion erst einmal erholen. Viel Zeit bleibt ihm nicht, denn erste Spender ziehen sich aus Bushs Kampagne zurück und die nächste TV-Debatte steht kurz bevor (10.11.15).


Die republikanische CNBC-Debatte in voller Länge:

Werbespot von Ted Cruz mit seiner Medienkritik aus der Debatte:


DIE BESTEN ZITATE DES DEBATTENABENDS

The only reason I have an iPhone is cause I gave my number to Donald Trump. Don’t do that. (Lindsey Graham in der Vordebatte)

If you’re looking for good beer policy, I’m your best bet. My dad owned a bar. I know beer. (Lindsey Graham)

The No. 1 candidate says she was flat broke even though she spent eight years in the White House. The No. 2 guy went to the Soviet Union on his honeymoon and I don’t think he ever came back. (Lindsey Graham)

Are we really talking about getting the federal government involved in fantasy football? (Chris Christie)

I’m against anything that’s bad for my mother. (Marco Rubio)

You know the Democrats have the ultimate Super PAC, it’s called the mainstream media. (Marco Rubio)

Find me a Democrat that will cut $10 and I’ll give them a warm kiss. (Jeb Bush)


REDEZEITEN DER KANDIDATEN in der hauptdebatte (IN MIN.)

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alle Angaben ohne Gewähr


KANDIDATENBEURTEILUNG

Jeb Bush: Neben CNBC der Verlier des Abends. Marco Rubio konterte ihn gekonnt aus, zudem blieb Bush über die ganze Debatte hinweg blass

Dr. Ben Carson
: Gewohnt ruhige Performance

Chris Christie: Guter, engagierter Auftritt

Ted Cruz
: Guter, engagierter Aufritt

Carly Fiorina: Solide Vorstellung

Mike Huckabee
: Hatte in einer insgesamt durchschnittlichen Vorstellung auch kleine starke Momente

John Kasich
: Konnte im Verlauf der Debatte nicht an seinen starken Beginn anknüpfen

Rand Paul
: Blieb weitestgehend blass

Marco Rubio
: Konterte Jeb Bush gekonnt aus, staatsmännischer Auftritt, rhetorisch überzeugend – der Gewinner des Abends

Donald Trump
: Sprach mit seinem bislang „ruhigsten“ Auftritt insbesondere seine bisherigen Unterstützer an



 

Stimmungsbarometer 10/2015: Clinton schafft die Trendwende

Keine Frage, für Hillary Clinton war der Oktober der bislang erfolgreichste Monat ihrer Wahlkampagne. Zunächst konnte HRC bei der ersten demokratischen TV-Debatte punkten, dann erfreute sie sich zweier Konkurrenten weniger – Jim Webb und Lincoln Chafee zogen ihre Kandidaturen zurück. Vizepräsident Joe Biden gab zudem bekannt, erst gar nicht in den Vorwahlkampf einzusteigen. Den Benghazi-Untersuchungsausschuss überstand Clinton ebenso ohne großen Schaden. Diese Entwicklung spiegelt sich folgerichtig auch in den neuesten Umfragen wider.

Die Grundlage für das Stimmungsbarometer 10/15 sind die durchschnittlichen Umfragewerte von Real Clear Politics für den Zeitraum zwischen dem 10.10. und 25.10.2015. Alle Angaben in Prozent und ohne Gewähr. (Grün/ Rot = Zum vorherigen Stimmungsbarometer an Prozentpunkten gewonnen/ verloren)


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Hillary Clinton hat die Trendwende geschafft und baut ihren Vorsprung in nationalen Umfragen auf Bernie Sanders erstmals wieder aus.

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VORWAHL IOWA – TOP 3

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VORWAHL NEW HAMPSHIRE – TOP 3

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REPUBLIKANER

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Bei den Republikanern konnte Dr. Ben Carson seinen Rückstand in nationalen Umfragen auf Donald Trump verringern. In der letzten CBS-Umfrage kann Dr. Carson sogar vier Prozentpunkte mehr auf seinem Konto verbuchen, als Trump. Die Vorwahl in Iowa führt Dr. Carson erstmals an.

Die Verliererin des Monats ist Carly Fiorina, die sechs Prozentpunkte im Vergleich zum letzten Stimmungsbarometer verloren hat.

NATIONAL

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VORWAHL IOWA – TOP 3

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VORWAHL NEW HAMPSHIRE – TOP 3

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GENERAL ELECTION – HILLARY CLINTON VS. TOP 3 DER GOP

Bei möglichen Duellen in der general election zwischen Hillary Clinton und den derzeit in nationalen Umfragen führenden Republikanern sieht es weiterhin nach einem engen Rennen aus – sieht man vom Vergleich zwischen Dr. Carson und HRC ab.

Nachfolgend der Vergleich zwischen Hillary und den derzeit führenden Republikanern:

CLINTON VS. TRUMP

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CLINTON VS. DR. CARSON

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CLINTON VS. Rubio

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#DEMDEBATE: HILLARY OHNE KONKURRENZ

In Kooperation mit Bildmaterial von CNN International

In Kooperation mit Bildmaterial von CNN International

15,3 Millionen US-Amerikaner verfolgten die erste Debatte der demokratischen Präsidentschaftsbewerber. Ein weiterer Rekordwert für den ausrichtenden Fernsehsender CNN. Noch nie zuvor haben so viele Menschen einer demokratischen Vorwahldebatte beigewohnt.

Selbst die Premiere der ersten Episode der sechsten Staffel von „The Walking Dead“ konnte vergangenen Sonntag diese Quote nicht überbieten. Es ist nicht zu übersehen: Der Vorwahlkampf nimmt immer mehr an Fahrt auf. Kein Wunder, verlor die einst schon sicher geglaubte demokratische Kandidatin Hillary Clinton in den Wochen vor der Debatte an Zustimmung.

Clinton greift Sanders an

Folglich lag die Aufmerksamkeit bei Hillary Clinton und ihrem – derzeit alleinigen – Konkurrenten Bernie Sanders. Der unabhängige 74-jährige Senator brachte in gewohnter Manier seine Kritik am „Kasino-Kapitalismus“ und der Einkommensungleichheit vor. Angriffe auf seine Konkurrenten ließ er – wie üblich – aus.

Dabei hätte sich schon alleine eine politische Auseinandersetzung mit Clintons Authentizität angeboten. So hat sich Clinton erst gegen die Keystone XL Pipeline ausgesprochen, obwohl sie diese als Außenministerin noch unterstützt hatte. Eine ähnliche Kehrtwende vollzog Clinton bei den Rechten für die LGBT-Community, die sie mittlerweile unterstützt.

So kam es, wie es kommen musste: Nicht der Herausforderer griff die derzeit in nationalen Umfragen führende Demokratin an, sondern Hillary nahm sich Bernie vor. Mit smarten Attacken in den Bereichen soziale Sicherung („Wir sind nicht Dänemark!“), der Waffengesetzgebung („Ich fand das Gesetz nicht kompliziert!“/ Sanders stimmte als Senator mehrmals im Sinne der Waffenlobby) und des Kapitalismus („Zum Kapitalismus gehören auch kleine Unternehmen!“) punktete Clinton gegenüber Sanders. Bernie hatte dem wenig entgegenzusetzen.

Unerwartete Schützenhilfe

Den Satz des Abends verkündete dennoch Sanders: „Die Amerikaner haben es satt immer über ihre [Clintons] eMails zu reden!“ Hillary erwiderte diese überraschende Unterstützung mit lautem Lachen und gab zum Dank Bernie die Hand. Ein paradoxes Ereignis. Die eMail-Affäre dürfte im demokratischen Vorwahlkampf – zunächst – von der Tagesordnung gestrichen sein.

Drei „Untote“

Neben der in der Mitte stehenden Hillary Clinton und Bernie Sanders (links neben ihr) standen noch drei weitere Kandidaten auf der Bühne im Wynn Hotel in Las Vegas: Der ehemalige Gouverneur von Maryland, Martin O’Malley, Ex-US-Senator und Vietnam-Veteran Jim Webb sowie Lincoln Chafee, einst Gouverneur von Rhode Island.

Insbesondere Webb und Chafee schienen wie aus der Zeit gefallen zu sein. Ihre wenige Redezeit nutzten sie für kaum tiefgehende Aussagen und stellten einmal mehr unter Beweis, warum sie in aktuellen nationalen Umfragen bei nicht einmal einem Prozent stehen. Clinton ignorierte die beiden sogar weitestgehend.

Demokraten ohne (Aus-)Wahl

Nach diesem Debattenabend wurde den Demokraten – einmal mehr – vor Augen gehalten, dass es zu einer Wahl von Hillary Clinton in diesem Bewerberfeld keine Alternative gibt. Die größte innerparteiliche Bedrohung für Hillary ist sie selbst.

Tritt sie bei den kommenden öffentlichen Veranstaltungen weiterhin so professionell und gut vorbereitet auf, wird sie zur demokratischen Präsidentschaftskandidatin gewählt werden. Vorausgesetzt, Hillary stolpert nicht noch über eine ihrer Affären (eMail, Spenden).

Was nun, Joe Biden?

Sollte dennoch der worst-case eintreten, ist den Demokraten guter Rat teuer. Sanders mag junge, weiße Wähler ansprechen, die sich mit seinen Thesen identifizieren. Spätestens bei der general election wird er der Wählerschaft als zu weit links und wenig präsidentiell erscheinen, wie er schon am Debattenabend unter Beweis gestellt hat.

Bleibt als Absicherung für Demokraten lediglich Joe Biden übrig. Doch der Vizepräsident ringt weiter mit sich um eine Entscheidung bezüglich einer Kandidatur. Das Zeitfenster für einen Wahlkampfeintritt schließt sich zusehends. Und mit einer Hillary in Form des Debattenabends wird sich Biden eine Kandidatur noch gründlicher überlegen.

Das Risiko, seine politische Karriere mit einer dritten missglückten Präsidentschaftsbewerbung zu beenden, ist für Biden enorm. Den weiteren TV-Debatten der Demokraten würde sein Wahlkampfeintritt jedoch gut tun. Nicht nur im Hinblick auf weitere Rekordeinschaltquoten.


The Tonight Show Starring Jimmy Fallon – Donald Trump und Dr. Ben Carson telefonieren während der demokratischen TV-Debatte:


DIE BESTEN ZITATE DES DEBATTENABENDS

We are not Denmark, I love Denmark. But we are the United States of America (Hillary Clinton)

Let me say something that may not be great politics. But I think the secretary is right, and that is that the American people are sick and tired of hearing about your damn e-mails. (Bernie Sanders über die eMail-Affäre von HRC)

Congress Doesn’t Regulate Wall Street. Wall Street Regulates Congress. (Bernie Sanders)

You agreed to these rules and you’re wasting time. So if you would finish your answer, we’ll move on. (Moderator Anderson Cooper zu Jim Webb)

But what I’m most proud of is that in 30 years of public service, I have had no scandals. (Lincoln Chafee)


REDEZEITEN DER KANDIDATEN (IN MIN.)

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alle Angaben ohne Gewähr


KANDIDATENBEURTEILUNG

Lincoln Chafee: Unauffällig, wenig Redezeit – hatte jedoch auch nicht viel produktives zu sagen

Hillary Clinton: Souveräner, routinierter Auftritt mit starken Angriffen auf Bernie Sanders

Martin O’Malley: Nutzte die große Aufmerksamkeit der Debatte nicht, sich von HRC abzugrenzen bzw. sich als ernstzunehmende mögliche Alternative einem breiteren Publikum bekannter zu machen

Bernie Sanders: Verkündete gewohnt sein Mantra der Kapitalismuskritik; konnte den Angriffen von HRC nichts entgegensetzen

Jim Webb: Fiel nur durch seine andauernden Bemerkungen auf, nicht zu Wort zu kommen


Die Bilder Des AbenDs – bereitgestellt von CNN International
The CNN Democratic Debate at The Wynn Hotel Las Vegas.

CNN-Moderator Anderson Cooper     © CNN

The CNN Democratic Debate at The Wynn Hotel Las Vegas.

Bernie Sanders und Hillary Clinton     © CNN

The CNN Democratic Debate at The Wynn Hotel Las Vegas.

Feel the Bern     © CNN

The CNN Democratic Debate at The Wynn Hotel Las Vegas.

Martin O’Malley hatte 2008 noch die Präsidentschaftskandidatur von HRC unterstützt     © CNN

The CNN Democratic Debate at The Wynn Hotel Las Vegas.

Die Siegerin der demokratischen CNN-Debatte: Hillary Clinton     © CNN

The CNN Democratic Debate at The Wynn Hotel Las Vegas.

HRC     © CNN

The CNN Democratic Debate at The Wynn Hotel Las Vegas.

Oben und unten: Die fünf demokratischen Kandidaten    © CNN

The CNN Democratic Debate at The Wynn Hotel Las Vegas.


Bildquelle: © 2015 CABLE NEWS NETWORK. A TIME WARNER COMPANY. ALL RIGHTS RESERVED.

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Der Versprecher des einstmals designierten Sprechers

Worte sind Waffen mit denen Wunden geschlagen werden können, die niemals vernarben.

Freilich besitzt dieser philosophisch anmutende Satz von Klaus Bölling, ehemaliger Regierungssprecher unter Bundeskanzler Helmut Schmidt, schon alleine im Privatleben seine Gültigkeit. Doch im öffentlichen, politischen Leben können Worte eine noch viel größere Tragweite besitzen.

Im Kontext des US-Präsidentschaftswahlkampfes fällt dabei sofort der Auftritt von Rick Perry bei einer TV-Debatte im republikanischen Vorwahlkampf 2012 auf. Perry versprach die Auflösung von drei Behörden – und konnte diese vor einem Millionenpublikum nicht aufzählen. Perry fügte sich seine Wunden mit eigenen Worten selbst zu. Sein Ausruf des „Oops“ ist bis heute unvergessen und ließ Perry auch beim zweiten Anlauf auf das Weiße Haus keine Chance.

Worte können Waffen gegenüber Dritten sein – oder gegen sich selbst. Aber auch eine ganze Gruppe kann von unbedacht gewählten Worten Schaden nehmen. So geschehen vergangene Woche. In der Hauptrolle: der bis vor kurzem designierte Sprecher des Repräsentantenhauses, Kevin McCarthy (Sprecher Boehner hatte vor wenigen Wochen seinen Rücktritt für Ende des Monats angekündigt), und die republikanische Partei.

Auf die Frage, welche Qualifikationen er für das Amt des Sprechers, der immerhin der dritte Mann im Staate ist, mitbringt, antwortete McCarthy folgendermaßen:

Wir brauchen einen Sprecher, der eine Strategie zum Kämpfen und zum Gewinnen hat. Ich gebe ihnen ein Beispiel: Jeder dachte, dass Hillary Clinton unschlagbar sei. (…) Aber wir haben einen Benghazi-Untersuchungsausschuss eingerichtet. (…) Wie sind heute ihre Umfragewerte? Ihre Werte sinken. Warum? Weil man ihr nicht vertrauen kann. Aber niemand hätte gedacht, dass dies passieren kann, hätten wir nicht diesen Ausschuss eingerichtet.

Mit anderen Worten ausgedrückt, gilt die Einrichtung des Untersuchungsausschusses nicht der Aufklärung des terroristischen Anschlags auf das US-Konsulat in Benghazi (Libyen), bei dem u.a. der US-Botschafter am 11. September 2012 getötet wurde. McCarthy hat mit dem Ausschuss viel mehr das Ziel die damalige Außenministerin und jetzige demokratische Präsidentschaftsbewerberin Clinton zu sabotieren, um deren Chancen auf das Weiße Haus zu minimieren.

McCarthy hat mittlerweile seine Kandidatur als Sprecher zurückgezogen. Freilich wird für diese völlig überraschende Entscheidung seine Aussage nicht der Hauptgrund gewesen sein. In einer zerstrittenen und in diversen Faktionen zersplitterten republikanischen Fraktion im Repräsentantenhaus war es aber mit Sicherheit der berühmte Tropfen zu viel.

Eine führungslose House-GOP übt sich nun in anarchischen Verhältnissen – dem ultra-rechten Tea-Party-Flügel wird es freuen. Doch ob die Freude lange anhalten wird, ist fraglich. Denn 13 Monate vor der Präsidentschaftswahl befinden sich Republikaner – abermals – in einer schweren Krise.

Demokraten, vorwiegend Team-Clinton, nehmen diese Entwicklung genüsslich zur Kenntnis. Schon alleine McCarthys mittlerweile berühmt gewordener Satz über den Benghazi-Ausschuss war eine sehr gerne gesehene Ablenkung für das zuletzt leicht angeschlagene Wahlkampfteam von Hillary Clinton. Gegenattacken in Form von Videobotschaften und Werbespots (siehe unten) aus dem Hauptquartier in Brooklyn folgten umgehend.

Kevin McCarthy zeichnet sich nicht nur mitverantwortlich am Chaos seiner Partei im Repräsentantenhaus. McCarthy hat der Grand Old Party insbesondere im Präsidentschaftswahlkampf einen Bärendienst erwiesen.

McCarthy wird auf ein Wunder hoffen. Ein Wunder, dass den Vornamen Bernie trägt. Oder Joe. Damit Hillary Clinton wider erwarten doch nicht die demokratische Kandidatin für das Präsidentenamt wird und McCarthys Aussage schneller als gedacht als Randnotiz des Wahlkampfes abgeheftet wird. Ansonsten werden Republikaner im Herbst nächsten Jahres vor großen Herausforderungen gestellt – an die Worte ihres einstmals designierten Sprechers erinnert werden.


Die Aussage von Kevin McCarthy im Originalton:

Werbespot von Hillary Clinton:


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