#DEMDEBATE: HILLARY OHNE KONKURRENZ

In Kooperation mit Bildmaterial von CNN International

In Kooperation mit Bildmaterial von CNN International

15,3 Millionen US-Amerikaner verfolgten die erste Debatte der demokratischen Präsidentschaftsbewerber. Ein weiterer Rekordwert für den ausrichtenden Fernsehsender CNN. Noch nie zuvor haben so viele Menschen einer demokratischen Vorwahldebatte beigewohnt.

Selbst die Premiere der ersten Episode der sechsten Staffel von „The Walking Dead“ konnte vergangenen Sonntag diese Quote nicht überbieten. Es ist nicht zu übersehen: Der Vorwahlkampf nimmt immer mehr an Fahrt auf. Kein Wunder, verlor die einst schon sicher geglaubte demokratische Kandidatin Hillary Clinton in den Wochen vor der Debatte an Zustimmung.

Clinton greift Sanders an

Folglich lag die Aufmerksamkeit bei Hillary Clinton und ihrem – derzeit alleinigen – Konkurrenten Bernie Sanders. Der unabhängige 74-jährige Senator brachte in gewohnter Manier seine Kritik am „Kasino-Kapitalismus“ und der Einkommensungleichheit vor. Angriffe auf seine Konkurrenten ließ er – wie üblich – aus.

Dabei hätte sich schon alleine eine politische Auseinandersetzung mit Clintons Authentizität angeboten. So hat sich Clinton erst gegen die Keystone XL Pipeline ausgesprochen, obwohl sie diese als Außenministerin noch unterstützt hatte. Eine ähnliche Kehrtwende vollzog Clinton bei den Rechten für die LGBT-Community, die sie mittlerweile unterstützt.

So kam es, wie es kommen musste: Nicht der Herausforderer griff die derzeit in nationalen Umfragen führende Demokratin an, sondern Hillary nahm sich Bernie vor. Mit smarten Attacken in den Bereichen soziale Sicherung („Wir sind nicht Dänemark!“), der Waffengesetzgebung („Ich fand das Gesetz nicht kompliziert!“/ Sanders stimmte als Senator mehrmals im Sinne der Waffenlobby) und des Kapitalismus („Zum Kapitalismus gehören auch kleine Unternehmen!“) punktete Clinton gegenüber Sanders. Bernie hatte dem wenig entgegenzusetzen.

Unerwartete Schützenhilfe

Den Satz des Abends verkündete dennoch Sanders: „Die Amerikaner haben es satt immer über ihre [Clintons] eMails zu reden!“ Hillary erwiderte diese überraschende Unterstützung mit lautem Lachen und gab zum Dank Bernie die Hand. Ein paradoxes Ereignis. Die eMail-Affäre dürfte im demokratischen Vorwahlkampf – zunächst – von der Tagesordnung gestrichen sein.

Drei „Untote“

Neben der in der Mitte stehenden Hillary Clinton und Bernie Sanders (links neben ihr) standen noch drei weitere Kandidaten auf der Bühne im Wynn Hotel in Las Vegas: Der ehemalige Gouverneur von Maryland, Martin O’Malley, Ex-US-Senator und Vietnam-Veteran Jim Webb sowie Lincoln Chafee, einst Gouverneur von Rhode Island.

Insbesondere Webb und Chafee schienen wie aus der Zeit gefallen zu sein. Ihre wenige Redezeit nutzten sie für kaum tiefgehende Aussagen und stellten einmal mehr unter Beweis, warum sie in aktuellen nationalen Umfragen bei nicht einmal einem Prozent stehen. Clinton ignorierte die beiden sogar weitestgehend.

Demokraten ohne (Aus-)Wahl

Nach diesem Debattenabend wurde den Demokraten – einmal mehr – vor Augen gehalten, dass es zu einer Wahl von Hillary Clinton in diesem Bewerberfeld keine Alternative gibt. Die größte innerparteiliche Bedrohung für Hillary ist sie selbst.

Tritt sie bei den kommenden öffentlichen Veranstaltungen weiterhin so professionell und gut vorbereitet auf, wird sie zur demokratischen Präsidentschaftskandidatin gewählt werden. Vorausgesetzt, Hillary stolpert nicht noch über eine ihrer Affären (eMail, Spenden).

Was nun, Joe Biden?

Sollte dennoch der worst-case eintreten, ist den Demokraten guter Rat teuer. Sanders mag junge, weiße Wähler ansprechen, die sich mit seinen Thesen identifizieren. Spätestens bei der general election wird er der Wählerschaft als zu weit links und wenig präsidentiell erscheinen, wie er schon am Debattenabend unter Beweis gestellt hat.

Bleibt als Absicherung für Demokraten lediglich Joe Biden übrig. Doch der Vizepräsident ringt weiter mit sich um eine Entscheidung bezüglich einer Kandidatur. Das Zeitfenster für einen Wahlkampfeintritt schließt sich zusehends. Und mit einer Hillary in Form des Debattenabends wird sich Biden eine Kandidatur noch gründlicher überlegen.

Das Risiko, seine politische Karriere mit einer dritten missglückten Präsidentschaftsbewerbung zu beenden, ist für Biden enorm. Den weiteren TV-Debatten der Demokraten würde sein Wahlkampfeintritt jedoch gut tun. Nicht nur im Hinblick auf weitere Rekordeinschaltquoten.


The Tonight Show Starring Jimmy Fallon – Donald Trump und Dr. Ben Carson telefonieren während der demokratischen TV-Debatte:


DIE BESTEN ZITATE DES DEBATTENABENDS

We are not Denmark, I love Denmark. But we are the United States of America (Hillary Clinton)

Let me say something that may not be great politics. But I think the secretary is right, and that is that the American people are sick and tired of hearing about your damn e-mails. (Bernie Sanders über die eMail-Affäre von HRC)

Congress Doesn’t Regulate Wall Street. Wall Street Regulates Congress. (Bernie Sanders)

You agreed to these rules and you’re wasting time. So if you would finish your answer, we’ll move on. (Moderator Anderson Cooper zu Jim Webb)

But what I’m most proud of is that in 30 years of public service, I have had no scandals. (Lincoln Chafee)


REDEZEITEN DER KANDIDATEN (IN MIN.)

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alle Angaben ohne Gewähr


KANDIDATENBEURTEILUNG

Lincoln Chafee: Unauffällig, wenig Redezeit – hatte jedoch auch nicht viel produktives zu sagen

Hillary Clinton: Souveräner, routinierter Auftritt mit starken Angriffen auf Bernie Sanders

Martin O’Malley: Nutzte die große Aufmerksamkeit der Debatte nicht, sich von HRC abzugrenzen bzw. sich als ernstzunehmende mögliche Alternative einem breiteren Publikum bekannter zu machen

Bernie Sanders: Verkündete gewohnt sein Mantra der Kapitalismuskritik; konnte den Angriffen von HRC nichts entgegensetzen

Jim Webb: Fiel nur durch seine andauernden Bemerkungen auf, nicht zu Wort zu kommen


Die Bilder Des AbenDs – bereitgestellt von CNN International
The CNN Democratic Debate at The Wynn Hotel Las Vegas.

CNN-Moderator Anderson Cooper     © CNN

The CNN Democratic Debate at The Wynn Hotel Las Vegas.

Bernie Sanders und Hillary Clinton     © CNN

The CNN Democratic Debate at The Wynn Hotel Las Vegas.

Feel the Bern     © CNN

The CNN Democratic Debate at The Wynn Hotel Las Vegas.

Martin O’Malley hatte 2008 noch die Präsidentschaftskandidatur von HRC unterstützt     © CNN

The CNN Democratic Debate at The Wynn Hotel Las Vegas.

Die Siegerin der demokratischen CNN-Debatte: Hillary Clinton     © CNN

The CNN Democratic Debate at The Wynn Hotel Las Vegas.

HRC     © CNN

The CNN Democratic Debate at The Wynn Hotel Las Vegas.

Oben und unten: Die fünf demokratischen Kandidaten    © CNN

The CNN Democratic Debate at The Wynn Hotel Las Vegas.


Bildquelle: © 2015 CABLE NEWS NETWORK. A TIME WARNER COMPANY. ALL RIGHTS RESERVED.

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